E.R. Greulich - Des Kaisers Waisenknabe

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Wie lebt man als «des Kaisers Waisenknabe»? Man lebt im Paradies. So wörtlich darf man das allerdings nicht nehmen. Das Paradies ist eine genossenschaftliche Arbeitersiedlung am Rande Berlins, gegründet als Alternative zu Mietskaserne und Hinterhof. Schön ist es hier, doch ganz am Rande lebt man denn doch nicht. Der Krieg bricht aus, und der Kaiser schickt den Vater an die Front. Rudolf, fünf Jahre alt, bleibt mit Mama Hanni zurück, und wenn Vaters zweite Frau auch nicht die böse Stiefmutter aus dem Märchen ist, seine Probleme hat er schon mit ihr.
Voller Einfühlungsvermögen erzählt der Autor von einer Kindheit in schwerer Zeit. Dass Humor und Komik nicht zu kurz kommen, dass originelle Leute und originelle Erlebnisse eine Rolle spielen, dafür sorgt E. R. Greulich, seinen Lesern durch viele Bücher bekannt.

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Um der Mama nicht in den Rücken zu fallen, machte der Papa ernste Miene zum heiteren Spiel. Er selbst fand das Schelmenstück ergötzlich. Vier schreiende Kälber, die sich von einem halb so großen Knirps mit zwei toten Mäusen ins Bockshorn jagen lassen.

Die Mama gab zu bedenken, dass manches, was lachhaft ausschaut, einen traurigen Kern haben kann. Unterbinde man solche Eskapaden nicht, dann erschrecke der Sohn morgen womöglich seine Gespielen mit einer toten Katze oder treibe mit dem lebenden Striebold entsetzte Kinderscharen vor sich her.

Emil nickte zu den klugen Worten und schaute nachdenklich auf jenen lebenden Striebold, der, kleiner als die Dogge aus der Junggesellenzeit, einen leidlichen Ersatz für den Vorgänger darstellte. Dem kleinen Rudolf kam der Hund so groß vor wie ein Pferd, und er kannte kaum ein lustigeres Spiel, als zu versuchen, auf Striebold zu reiten.

Emil Treulich hatte den Sohn meist dabei, wenn er mit Striebold trainierte. An den Kunststückchen hatten alle drei ihren Spaß, besonders an der Walzernummer. Vater sang "humtata-humtata", Striebold, hochaufgerichtet, tanzte auf den Hinterläufen im Walzertakt, was Herrchen durch Taktieren mit einem Stück Wurst erreichte, während der Sohn die beiden umkreiste und kräftig das "Humtata" mitsang.

Attraktiver und mehr für Zuschauer gedacht war das Dressurstück: Klein Rudolf hält die Hand in die aufgesperrte Schnauze Striebolds.

Schon früh, kaum hatte der Kleine zu krabbeln begonnen und Freude an eigener Bewegung gezeigt, begann Vater Emil mit leichten Übungen. Diese Ringkämpfe, Boxspiele und Rangeleien jeden Sonntagmorgen im Bett gehörten zu den schönsten frühen Erinnerungen des großen Rudolf. Sein Vater rühmte sich, ihn mit diesen Übungen für Extremfälle trainiert zu haben. Der Sohnematz hatte so lange am hölzernen Schutzgitter seines Kinderbetts herumprobiert, bis es mitsamt dem Wagehals abkippte. Nun lag er in einer derart unglücklichen Lage, dass er sich bei der leisesten Bewegung das Genick angeknackst hätte. Aber er bewegte sich nicht, sondern schrie nur. Darauf kam die Mama angestürzt und befreite ihn aus der selbstgestellten Falle.

Rudolf brachte dem Vater unbegrenztes Vertrauen entgegen, Papa war der Wissende, Alleskönnende, war Gottvater, denn mit dem Papa war das einfacher, als es mit einem weißbärtigen Mann gewesen wäre, der unsichtbar im Himmel thront. Den Begriff Gott in seiner religiösen Bedeutung gab es für den kleinen Rudolf nicht. Er war nicht getauft, und die Eltern bemühten sich, ihn im Freidenkersinne zu erziehen. Sie fanden es unfair, von den Religionsgemeinschaften, mit der Taufe einen Unmündigen auf ihre Lehre festzulegen.

Der Papa war meist heiter, aber wenn er ernsthaft mit dem Sohn sprach, dann nahm der es ernst. Und sooft Emil Treulich betonte, dass ein guter Mensch die Wahrheit sagt, so oft machte er dem Knäblein Mut, mutig zu sein. Stets benutzte er dabei Anekdoten, Erlebnisse und Episoden aus dem eigenen Leben oder aus der Literatur. Die Bibel gehörte selbstverständlich dazu, und eine der ersten Parabeln, die der Kleine kennenlernte, war die von David und Goliath. Rudolf setzte den Vater in Verlegenheit mit der Frage, warum man ihm nicht den Namen David gegeben habe, von einem ähnlich mutigen Rudolf habe er noch nichts gehört. Hm, machte der Vater, wenn sie damals gewusst hätten, dass ihm David besser gefallen würde, hätten sie ihm sicherlich diesen Namen gegeben. Aber falls noch ein Brüderchen käme, das könnte man gern David nennen. Diese Aussicht verscheuchte den Kummer über den Namen, und noch eine Zeit lang erkundigte sich Rudolf bei der Mama des Öfteren, ob nicht bald ein kleiner David ankomme.

Der Spross war ein fleißiger Frager, und nie fand er den Papa faul im Antworten. Im Gegenteil, einer der Grundsätze Emil Treulichs lautete: "Frage, Junge, frage! - Nur ein dummer Mensch fragt nicht."

Die Mama war strenger als der Papa, machte selten Scherze und konnte auch nicht auf Fingern pfeifen.

Die beharrlichen Bemühungen Emil Treulichs, aus dem Sohn einen Menschen zu formen, waren manchmal erschreckend erfolgreich, denn alle ihm eingepflanzten ethischen Grundsätze nahm der Sohn als Gesetz. Ein guter Mensch lügt nicht; ein guter Mensch tritt für die Gerechtigkeit ein; ein guter Mensch ist mutig. Daran gab es nichts zu deuteln, Papa hatte es gesagt.

Gar manches Mal dachte der Vater, wie bringe ich solch einem Guckindiewelt bei, dass es außer Schwarz und Weiß auch Grau, und bei richtiger Weltbetrachtung, noch tausend andere Farbtöne gibt. Selbst bemüht um dialektisches Denken, glaubte Emil Treulich nicht von sich, ein Denkgenie in Dialektik zu sein, doch für den Kleinen gab es nur Recht oder Unrecht, Wahrheit oder Lüge. Die Hexe hat Böses getan, also muss sie im Backofen verbrannt werden. Die Leiden der Guten entlockten dem Kerlchen salzige Tränen, dagegen wünschte er die Bösen streng bestraft. Die Mama erlebte es, als sie dem Sohn die ersten Märchen vorlas. Prinzess Dornröschen gefiel ihm über die Maßen, und als er davon hörte, wie sie sich mit der Spindel gestochen hatte, bedauerte er, damals nicht gelebt zu haben. Er hätte keine hundert Jahre gewartet, das liebe Mägdelein zu erlösen. Unverzeihlich aber fand er, dass nichts über eine Bestrafung der dreizehnten bösen Frau gesagt wurde. Der hätten doch mindestens die Augen von weißen Täubchen herausgepickt werden müssen, ganz wie den bösen Schwestern des armen Aschenputtels.

Die Mama erschrak, dann sagte sie sich, dass die Moral der Märchen die Moral der Kinder ist. Niemand kann sagen, eine Kinderseele habe am Märchen Schaden genommen, sicher dagegen ist, Märchen schenken der Kinderzeit ursprüngliche Poesie.

Selbst Glossenhaftes in Märchenform konnte den Sprössling begeistern. Ein Lieblingslied Rudolfs war das von der bestraften Hexe, eine Ballade, die zum Repertoire von "Typographia" gehörte. Der Papa saß auf einem Stuhl, hob den Knirps in seine frei schwebende Fußbeuge und begann tiefernst die Parodie zu singen:

"In der Nähe von Meißen, am Rabenstein,

da huppt eene Hexe auf einem Bein.

Sie hatte verhext eines Grafen Kind,

schlecht, wie die Hexen merschtendeels sind."

Darauf hob sich die Stimme, wurde hell und schadenfroh bei dem Refrain: "Hupp, Alte, hupp-hupp, Alte, hupp-hupp, hupp-hupp, hei-hupp!" Fest musste sich der Kleine an Vaters Knie klammern, der das Bein im Takt schwenkte, und nachdem der Reiter beinahe Tränen um das verhexte Grafenkind vergossen hatte, jauchzte er nun in selbstvergessenem Vergnügen.

Weniger ums Mithuppen als ums Mitreisen ging es bei einer Begebenheit auf dem Buddelplatz. Der lag am Siebweg und war ein Teil des unbebauten Geländes auf der östlichen Seite der Paradiesstraße, den man allgemein als "die Wiese" bezeichnete. Auf dem Buddelplatz wurden Burgen gebaut und Murmelberge, Höhlen geschippt und Schlossgräben ausgehoben. Die Bauvorhaben der größeren Jungen waren ehrgeiziger. Als Meisterstück galt das Fährschiff des Max Zimmermann, nachempfunden dem Motorkahn, mit welchem man von Grünau über die Dahme nach Wendenschloß übersetzen konnte. Säuberlich ins Erdreich geschippt, war das Boot an die fünf Meter lang, ringsum mit Sitzplätzen und einem Kommandostand in der Mitte. Selbstverständlich war Max der Kapitän, mit einem defekten Leiterwagenrad als Steuer. Bei der Jungfernfahrt kassierte er pro Person einen Groschen Fahrgeld, das hieß zehn Kieselsteine. Der Andrang war groß, und sollte der Kahn nicht zertrampelt werden, musste man die Anzahl der Reiselustigen halbieren. Max ließ sie zu vieren antreten, teilte den Trupp, stellte sich an die Spitze des vorderen Teils und kommandierte: "Abteilung, marsch!" Wie brave Turner marschierten sie hinter ihm her. An der Ecke Siebweg-Paradiesstraße ließ er halten und fragte leise, ob sie schweigen könnten. Einstimmiges Ja antwortete. "Jut", befand der Kapitän, "denn verratet niemandem, det ihr morjen als Erste dran seid. Wer aber jetzt nich hier verschwindet, der kommt niemals uff mein Schiff."

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