Da sah der Betrachter bananengelb und nahm Abstand von dem Kauf. Der Maler gab das Porträt in die Ausstellung und gewann den ersten Preis. Im Kulturteil der Zeitungen war das Bananengesicht groß abgebildet. Voll des Lobes schrieben die Kritiker vom zweiten Picasso der Renaissance der Bananengesichter der Jungfrauen von Avignon.
Spitz und stumpf, krumm und gerade, Wasser und Sumpf, es stellt sich die Frage, was stimmt, was sich benimmt im alten Haus, das renovierungsbedürftig ist.
Hoch und tief, wie’s kommt, die Dinge liegen schief. Der Körper, der sich sonnt, hat es mit der Haut zu tun, da tut sich nichts im Hirn. Als gäb es nichts zu denken im Leben, das doch im Argen liegt.
Im Liegen oder Stehen, es rührt sich nichts vom Fleck, den Wurm bei Tageslicht zu sehen. Lass, es hat doch keinen Zweck, die Straße auf und ab zu gehen, wenn die Arbeit fehlt, dann fehlt das Brot, der Magen knurrt nicht aus Versehen, dann ist's aus, und du siehst rot.
Sicher sollt man's noch mal probieren, denn das Brot fällt nicht vom Himmel, wie Verwaltungstypen funktionieren, die sich verkriechen hinterm Schimmel. Da könnte man die Krise kriegen, mit dem Hammer auf die Köpfe hauen, die verfettet in den Stühlen liegen und faul und dreist auf die Erhöhung bauen.
Enttäuscht zieht man die Leine, manche tun sie um den Hals. Ein Sprichwort sagt: jedem das Seine und den Fetten noch das Schmalz. Die nehmen, während die andern hungern, mit leeren Mägen stehen und schlafen, wenn Kinder bettelnd in den Straßen lungern.
Was heute nicht kommt, kommt morgen auch nicht, was nicht heißt, dass das, was gestern war, auch heute ist.
Denk ans Brot, gestern gab es noch 'ne Scheibe, auch wenn sie hart und trocken war.
Das ist heute anders, weil's nicht eine Krume gibt.
Was soll's noch geben? Die einen stopfen in sich wie verrückt, und den andern knurren die leeren Mägen. Wenn Luxus bei den Wenigen wütet, kommt bei der Mehrzahl doch nichts auf den Tisch. Was soll's noch geben? Die Götter schweigen sich aus.
Man muss schon sagen, dass es so nicht weitergehen kann, dass, wenn es schon kein Fleisch zu kauen gibt, es eine warme Tagesmahlzeit geben muss, wenn man das Leben von unten nicht weit von dort, wo sich polierte Sohlen und Absätze eindrücken, für eine geraume Zeit miterleben soll.
Das ist das Heute von heute, viele greifen sich an den Kopf. Es hungern und sterben die Leute, andere zerschlagen den leeren Topf. So stehen die Türen für Terroristen weit offen, der Sprengsatz hängt am Gürtel bereit. Weit klafft die Schere des Unrechts, immer weniger gibt's zu hoffen.
Es stimmt, dass nichts mehr stimmt. Da muss man sich doch ernsthaft fragen, wer sich da noch ehrlich benehmen will.
Die Nacht war lang, sie lag abgestanden über mir. Ich machte dieser Nacht nichts aus, und der Alptraum kam dazu.
Die Nacht war kurz, der Einschlaf klappte nicht. Dreimal klingelte das Telefon für den Dienst am Menschen.
Für den Schlaf ist der Beruf ungeeignet, wenn sich Menschen nachts zerschlagen, weil sie die Verständigung friedlich nicht zuwege bringen.
Der Mond mag sich zerreißen, was er meinetwegen nicht tut. Der lässt sich anderswie verheizen mit Schirm und Stock und Lumpenhut.
Das Herz versteckte sich im Dunkeln, schlug hart bis gegen Mitternacht. Sterne sprangen, und in ihrem Funkeln wurd’ auf einmal auch der Herzschlag sacht.
Ich sagte mir, mach's sachte, hier bist du doch kein Stier. So lag ich und ich wachte.
Als die ersten Strahlen kamen, da schlief ich doch noch ein. Die Schwester sprach vom Lahmen, wütend war ich auf mein Sein.
Hart ist der Stein der Weisen, das ist seit Menschengedenken bekannt. Es zwitscherten die Vögel, sie hatten ihre Welt neu für den Tag benannt.
Tretminen und Granaten und das noch größere Kriegegerät, das ganze und verdammte Tötungszeug soll doch zum Teufel gehn.
Sie standen vor Särgen und vor Ungesargten, standen erschüttert und sprachlos. Wenn es nach der Liebe ging, sie hätte die Sargdeckel aufgestoßen, dass die Ein- und Ungesargten aufstünden, sich über die Macht der Liebe wunderten und riefen: Da sind wir, wir sind wieder da und in ihre Häuser und Hütten zurückkehrten.
Alle wären sie zu neuem Leben erwacht, die Auferstandenen und Sprachlosen, denen der Glaube an die Auferstehung fehlte. Sie alle hätten sich zusammengesetzt, gemeinsam gegessen, vom Wasser getrunken und einander zugehört, wenn sie ihre Erfahrungen austauschten, wie es war, als man sie eingesargt hatte oder unbedeckt liegen ließ, um ins Grab zu fallen oder hinein gestoßen zu werden. Wenn alles anders kam, dann war es die Liebe, die dazwischenfuhr zwischen Leben und Tod, die Liebe, die so stark war, um den Tod zurückzuwerfen.
So hätten sie gehört, was unerhört war, sie hätten miteinander gesprochen und in die Zukunft gedacht, was zu machen sei, den sinnlosen Tod zu vermeiden. Sie hätten beschlossen, gemeinsam gegen die Gewalt des Todes vorzugehen, indem man den Mördern die Handschellen anlegte und sie unschädlich machte, die Großmäuler an den Hälsen packte und sie ins Gewahrsam warf und an die Ketten legte, ihnen ein für allemal den Mordhahn zudrehte und versiegelte.
Mit dem Kragenfassen allein wär es nicht getan, man musste ihnen an die Hälse gehen,
die das große Schindluder getrieben hatten und weiter treiben, wenn man sie frei laufen lässt. Kräftige Arschtritte kämen den Mitläufern zu, die sich auf Kosten harmloser Menschen bereicherten, was doch kein Ende nimmt.
Vierbeinig sind die Schweine edel, was die auf zwei Beinen doch nicht sind. Denen klebt der Dreck am Wedel, da stelle sich doch keiner blind.
Im Augenblick der gesenkten Köpfe rast das Fallbeil herab. Hart knallt das Beil gegen den Stein und zerschmettert an ihm. Da erschrecken die aufblickenden Köpfe, die das dumpfe Slatschgeräusch des Abschlags gewohnt sind.
Anders ist es mit dem Baum. Da sahen alle weg, dass keiner sagen konnte, ob er der Galgen war, an dem gehängt wurde.
Der Morgen hat Grundsätze, die im Verlauf des Tages Stück für Stück abgebaut, verdreht und ignoriert werden. Da schwindet beim Ankerheben die Sicherheit, die es beim Ankern noch gab.
Die Tagesreise beginnt geordnet und überlegt. Doch schon nach den ersten Ampeln kreuzen die Zweifel von gestern wieder auf. Da beginnt sie, und die Flucht kommt nicht mehr zum Stehen, solange die Sonne über dem Tag steht mit den seitwärts huschenden Schatten, von denen es so viele gibt, die man nicht vermutet.
Der Tag bekommt Bedeutung, die sich mit dem Kopf verschnürt, so wie Füße in die Schuhe fahren und Hände mit vornüber gebeugtem und vordenklich gesenktem Kopf die Schuhe für den Tag verschnüren.
Nach gelöster Nacht, die den Schlaf zu kurz brachte, sind die ersten Schritte im Allgemeinen ermutigend frisch bis, weil der Schuh am Fuß zu drücken beginnt, was hat der vordenklich gesenkte Kopf beim Zuschnüren der Schuhe bloß gedacht(?), der Gang erlahmt, hinkt, oder ganz zum Stillstand kommt, dass gefahren oder getragen werden muss, weil es der Schuh nicht weiter will, so wie er's am Vortag schon nicht wollte. Da stellt sich in der Zentrale die Befürchtung ein, dass es Blasen geben wird.
Man steht an der Schwelle und tritt auf der Stelle, bis die Bedeutung unterschwellig wegsinkt, so, wie es die Blasenbefürchtung am Vortag tat und das Denken weglenkt, die Bedeutung wegrenkt und die Chance wegschenkt.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Читать дальше