Richard Mackenrodt - Mein Leben davor

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Sein Debüt-Roman «Azahrú – Wer den Weg verliert» wurde euphorisch gefeiert. Jetzt legt Richard Mackenrodt einen zweiten Roman vor, und der hat es in sich.
Das Buch erzählt die raue, harte Geschichte von Alex, einem Jungen, dessen Leben im Alter von 15 Jahren auseinanderzubrechen droht – weil ein rätselhafter, niederschmetternd starker Schmerz in seinem Kopf zu toben beginnt. Die Ärzte sind ratlos und finden nicht heraus, womit sie es zu tun haben. Alex bekämpft diesen Kopfschmerz mit den unterschiedlichsten Strategien – was ihn fast das Leben kostet.
Doch der Schmerz ist gekommen, um zu bleiben. Immer ist er da und quält ihn, jeden Tag, von morgens bis abends, viele Jahre lang. Bis Alex endlich auf die Idee kommt, die Ursache auf eine ganz andere und völlig neue Weise zu suchen. Bald steht er vor der Herausforderung seines Lebens. Will er seinen Frieden finden, muss er über Grenzen gehen, die nie zuvor ein Mensch überschritten hat.
Es ist unglaublich, aber wahr: Dieser Roman erzählt eine Geschichte, die kein Buch je zuvor erzählt hat. Eine Geschichte, die beim Lesen geradezu körperlich weh tut. Eine atmosphärisch unfassbar dichte Ballade von Schmerz, Wiedergeburt und Erlösung.

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Paula hatte die Klinke ihrer Zimmertüre in der Hand und sah mir ernst ins Gesicht. »Zu keinem ein Wort, ist das klar?«

Ich nickte.

»Ein blöder Spruch zu Tim, und ich bring dich um.«

»Ich sag nichts.« Tim war ihr Freund.

»Keine Andeutungen, keine komischen Blicke, keine Briefchen.«

»Aber ansprechen darf ich dich schon noch?« Ich schaffte es tatsächlich, das mit einem Grinsen zu sagen, so leicht war mir ums Herz. Paula öffnete die Tür.

»Machen wir das noch mal?« fragte ich leise, damit ihr Vater unten nichts hörte. »Irgendwann?«

»Mal sehen«, antwortete sie, als hätte ich gefragt, ob wir noch ein zweites Mal Physik miteinander pauken würden.

Auf dem Weg nach Hause lächelte ich jeden Passanten an wie ein Besoffener. Manche Leute grüßte ich, obwohl ich sie nie zuvor gesehen hatte. Am meisten wunderte sich meine Mutter. Sie sagte, sie hätte mich seit dem Ausbruch meiner Beschwerden nicht mehr so entspannt gesehen, und gleichzeitig so wach.

»Lässt es nach?« wollte sie wissen.

»Zeitweise.«

»Bekommst du neue Medikamente? Oder gehen die Schmerzen einfach zurück?« Sie klang ganz aufgeregt.

»Ich habe eine Freundin«, sagte ich. Und während ich mich voller Stolz aufs Sofa fallen ließ, wünschte ich mir schon, ich hätte die Klappe gehalten.

»Ach ja? Wer ist es denn?«

»Ist doch egal.«

»Na, offensichtlich nicht.«

»Aber geheim«, wand ich mich. »Sie will erst noch mit einem anderen Typ Schluss machen.«

Das Lächeln auf dem Gesicht meiner Mutter verschwand. »Sie küsst den einen, während es noch den anderen gibt?«

Meine Mutter mal wieder. Was ging sie das überhaupt an? Papa stellte mir doch auch keine solchen Fragen. In der Nacht lag ich wach und konnte nicht einschlafen. Der Schmerz war wieder da. Ich masturbierte. Aber es war, als hätte ich versucht, ein Überschallflugzeug mit einem Papierflieger zu ersetzen. Der Schmerz ließ sich davon kaum beeindrucken.

Am nächsten Morgen tat Paula, als wäre nichts zwischen uns gewesen. Aber darauf war ich vorbereitet, das überraschte mich nicht. Ich fragte sie trotzdem leise, ob wir uns heute Nachmittag sehen könnten. Sie schüttelte den Kopf und behauptete, sie habe keine Zeit. Nach der zweiten Stunde fragte ich ein zweites Mal. Paula schnaubte, ich möge sie in Ruhe lassen, sie habe doch schon Nein gesagt. Ich entschuldigte mich und verbrachte den Rest des Schultages damit, an ihren Haaren zu schnuppern und von ihrem nackten Körper zu träumen.

Nachdem ich den halben Nachmittag wie ein Tiger im Käfig durch jeden Winkel meines Zimmers gestrichen war, rief ich sie an. Sie begrüßte mich mit einem Wutausbruch, so heftig, dass es im Hörer laut klirrte.

»Welchen Teil von ‚Lass mich in Ruhe‘ hast du nicht verstanden?! Bist du krank?!«

»Na ja«, erwiderte ich kleinlaut. »Irgendwie schon.«

Es krachte in der Leitung. Dann tutete es. Sie hatte den Hörer irgendwo hin gedonnert, die Verbindung war unterbrochen. Ich setzte mich auf den Teppich, legte das Telefon vor mir auf den Boden und fing an nachzudenken. Schon bevor der Schmerz mein Dasein gespalten hatte, war sexuelles Verlangen Teil meines Lebens gewesen. Aber eben so, wie es bei einem Heranwachsenden normal war. In meinem Alter dachten Jungen ständig an Sex, an was denn sonst. Und natürlich waren sie davon überzeugt, den Verzicht darauf nicht lange überstehen zu können. Aber für mich war das anders. Ich brauchte ein Mädchen. Eine Frau. Am liebsten Paula. Aber wenn ich sie nicht haben konnte, musste es eben jemand anders sein. Und zwar bald. Denn es gab viele Dinge, an die man sich gewöhnen konnte, obwohl sie furchtbar waren. Den Ekel erregenden Mundgeruch etwa, den Mathelehrer Kässheimer verströmte. Oder den Anblick der frisch ausgedrückten Pickel, die Klassenstreber Sebastian jeden Tag unverdrossen mit sich herum trug. Auch bei dem niederschmetternden Gefühl, das mich überkam, wenn ich mir klar machte, dass ich keine richtigen Freunde mehr hatte, handelte es sich um eine Wunde, die immer weniger weh tat und allmählich vernarbte. Aber an einen Schmerz wie den in meinem Kopf konnte ich mich nicht gewöhnen. Das wusste ich, denn ich hatte es probiert. Immer wieder. Denk nicht an ihn. Er hat nur so viel Macht, wie du ihm gibst. Das waren die Parolen, mit denen ich versucht hatte, ihn aus dem Ring zu schubsen. Aber es hatte nicht funktioniert. Er quälte mich, auch wenn ich noch so sehr versuchte, ihn klein zu denken. Er durchbohrte mein Gehirn, blockierte meine Gedanken und lähmte meine Muskeln. Es gab nur eines auf dieser Welt, das ihn für eine kurze Weile in die Knie zwingen konnte, und das war Sex. Aber welchen zu bekommen, war nicht so einfach. Keines der Mädchen an unserer Schule interessierte sich für mich, auch bei uns in der Nachbarschaft fiel mir keins ein. Das lag natürlich auch daran, dass ich nach wie vor nur Augen für Paula hatte. Ich war in sie verliebt, natürlich war ich das. Ein anderes Mädchen wäre für mich nur eine Sexpartnerin gewesen und sonst gar nichts. Aber ich war ein von Schmerzen geplagter, verschlossener, blasser Junge, den niemand für eine Boygroup gecastet hätte, selbst wenn der Mangel noch so groß gewesen wäre. Wie sollte es mir gelingen, ein Mädchen, an dem mir noch nicht einmal etwas lag, zum Sex zu verführen? Ich erinnerte mich an das Ultimatum, das ich mir an meinem 16. Geburtstag gestellt hatte, und musste zugeben, dass es nicht ohne Grund entstanden war.

***

Nach einigen Tagen, angefüllt mit Schmerz, passte Paula mich nach dem Unterricht vor der Schule ab. In der letzten Zeit hatten wir kaum ein Wort gewechselt, und deswegen überraschte es mich, als sie fragte: »Können wir reden?«

»Worüber?«

Sie sah mich nur stumm an, mit einem Blick, den ich nicht deuten konnte.

»Klar können wir. Was gibt’s denn?«

Sie setzte sich in Bewegung, und wir fingen an, nebeneinander her zu gehen. Schweigend. Ich dachte, das würde die stille Ouvertüre sein zu dem, was sie mir zu sagen hatte. Aber das war ein Irrtum, denn es kam nichts. Wir bogen in die nächste Straße ein. Und in die übernächste. Das war ihre Vorstellung von ‚miteinander reden‘? Mir sollte es recht sein, ich genoss es ja schon, sie einfach nur nach Hause zu begleiten. Diese Minuten waren mein Highlight der Woche. Ich würde nicht anfangen, mich zu beklagen. Vielleicht wollte sie mir damit nur zeigen, dass sie nicht mehr böse auf mich war. Wenn das stimmte, war es eine gute Sache. Ich merkte kaum, dass wir bereits in der Schwedenstraße waren, und wünschte mir, die letzten paar Meter bis zu ihrem Haus würden ewig dauern. Aber irgendwann blieben wir dann doch davor stehen.

»Na, dann«, sagte ich. Mehr fiel mir nicht ein.

»Ich hab mich getrennt«, sagte sie.

»Wovon denn?«

»Wovon? Lass mich überlegen. Von meinem Fahrrad? Meinem Verstand? Meiner Zwei in Geschichte?«

Ich starrte sie an und hatte nicht die leiseste Ahnung, was sie da faselte.

»Du bist so ein Spacken«, sagte sie. »Von meinem Freund hab ich mich getrennt.«

»Hä? Von Tim? Wieso?« Ganz bestimmt glotzte ich sie noch dämlicher an als zuvor.

»Kannst du dir das nicht denken?«

Nein, das konnte ich nicht, und das sagte ich ihr auch. Sie sah mich an, als hoffte sie, einen Hinweis auf irgendeine Art von Intelligenz in meinen Augen zu finden.

»Hat er sich blöd benommen, oder was? Ich meine, er hat doch sicher keine andere.« Auf einmal leuchtete in mir – wie ein Wetterleuchten am Horizont – die vage Hoffnung auf, ich könnte mit Paula, jetzt, wo sie nicht mehr mit Tim zusammen war, hin und wieder ins Bett gehen.

Aber dann sagte sie: »Ich hab mich von ihm getrennt, weil ich mich in einen anderen verknallt hab.«

»In wen?« fragte ich. Schon war sie wieder futsch, die vage Hoffnung. Und ich fragte mich, warum sie mir das alles überhaupt erzählte. Warum war es so wichtig, mir die Einzelheiten ihres Liebeslebens schonend beizubringen? Sie war mir doch zu nichts verpflichtet.

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