Anna-Lina Köhler - Würdest du um mich weinen, wenn ich sterbe?

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Würdest du um mich weinen, wenn ich sterbe?: краткое содержание, описание и аннотация

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An was würdest du denken und was bereuen, wenn du bald sterben müsstest?
Was würdest du dir wünschen und wovon würdest du träumen, wenn die Zeit, die dir noch bleibt, fast abgelaufen ist?
An was würdest du dich erinnern wollen und an wen … in dieser Welt und in der nächsten?

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Ich setzte mich auf den Fenstersims und lehne meinen Kopf gegen die kalte Mauer. Draußen ist es mittlerweile fast völlig dunkel. Nur noch wenige Sonnenstrahlen erhellen den Horizont und tauchen ihn in ein kühles Rot. Meine Hände zittern leicht. Ich balle die Faust, umklammere den Griff der kleinen Waffe ganz fest mit meinen Fingern, ohne den Blick von der Landschaft vor meinem Fenster abzuwenden. Früher habe ich diese Schönheit als nahezu selbstverständlich empfunden. Die Welt vor meiner Tür war bloß das, was ich in ihr gesehen habe und häufig war sie, wie so vieles nicht gut genug. Der Regen war zu nass, die Sonne zu warm und der Wind hat mir meine Haare durcheinandergebracht. Mein Mund verzieht sich zu einem Grinsen. Ich lache über mich selbst, als die Gedanken in meinem Kopf Gestalt annehmen. Ich habe mich so oft über solche, geradezu absurden Dinge beschwert, habe Menschen, habe die Welt dafür verantwortlich gemacht, dass sie sich nicht den Momenten meiner Laune anpassen. Und auch jetzt sehe ich alles mit anderen Augen. Der Regen hat das Leben auf der Welt geweckt, das Wasser vom Himmel hat es möglich gemacht und die Natur rein gewaschen von all dem Unheil, das wir Menschen ihr angetan haben. Die Sonne hat so oft mein Gesicht gewärmt, meine Wangen rosa gefärbt und mein Lächeln strahlend gemacht, so als wollte sie mich herausfordern. Und der Wind hat meine Haare nicht zerzaust, sondern mit ihnen gespielt und meinen Kopf gestreichelt. Es war fast wie ein Ruf gewesen, als das herbstliche Laub um mich getanzt ist und mich herausgefordert hat weiter hinaus zu gehen. Jetzt bin ich froh, dass mein geschwächter Körper es mir erlaubt, bis zum Fenster zu gehen, um all die Launen der Natur wenigstens betrachten zu können. Die Blätter der Bäume haben sich bereits verfärbt und bald werden sie hinunterfallen. Dann wird es immer kälter werden, bis die ersten Schneeflocken schließlich vom Himmel fallen. Schnee ist kalt, war immer zu kalt und doch erkenne ich in diesem Moment den sehnsüchtigen Wunsch in mir wenigstens noch ein letztes Mal die wunderschönen kleinen Flocken die Erde bedecken zu sehen. Ich weiß, dass mir keine Zeit mehr dafür bleibt. Ich weiß, dass dieser Wunsch nicht mehr erfüllt werden kann.

Und plötzlich spüre ich sie doch, eine Träne der Angst, die mir die Wange hinunterläuft. Sie kitzelt meine Haut und doch bleibt sie einsam. Ich werde nicht zulassen, dass ich weine – nicht jetzt, nicht in diesem Moment.

Warum ich mir gerade diesen Abend zum Sterben ausgesucht habe, weiß ich nicht. Vielleicht weil ich den Schmerz nicht mehr ertrage, der sich in Form einer Krankheit durch meinen Körper frisst. Vielleicht ist es aber auch die alte Eitelkalt meiner vergangenen Tage, die wieder zum Vorschein kommt. Ich habe jeden Spiegel in meinem Zimmer verhängt, mit großen Tüchern verhüllt, um mein neues Bild im Glas nicht sehen zu müssen. Ich besitze absurd viele Spiegel. Früher habe ich es geliebt, mich ständig in ihnen zu betrachten, nichts schien so wichtig wie mein Äußeres. Jetzt sind sie ein Teil eines Fluches, der in gewissen Momenten selbst mir nun als gerecht erscheinen mag. Wie erscheint mir ein Bild der Vergangenheit vor Augen, in der ich über die Armen dieser Stadt lachte. Ich habe über ihre Kleider gelacht, darüber wie verdreckt und einfach sie doch waren. Ich habe über den Schmutz an ihren Körpern gelacht und mich vor ihnen zu gerne präsentiert. Ich wollte, dass sie mich ansehen, dass sie mich bewundern und beneiden. Ich war etwas, das sie niemals sein werden würden. Viele von ihnen sind bereits tot. Dahingerafft von der Pest.

Ich schlucke schmerzhaft und unterdrücke weitere Tränen. Nun bedauere ich mein Verhalten. Ich bedauere, wie ich die Menschen um mich herum behandelt habe. Meine Kleidung mag mich für eine Weile von ihnen unterschieden haben, doch nun habe ich verstanden, dass wir am Ende alle gleich sind.

Ich schiebe den Ärmel meines Kleides nach oben, betrachte die großen schwarzen Beulen, die ich nun am ganzen Körper trage. Sie zeichnen mich und sie sind genauso tödlich, wie die, der armen Menschen hinter den Mauern meines Zimmers. Am Ende sind wir alle gleich. Der Tod macht keinen Unterschied und schon bald werde ich im Staub vergehen und der Wind wird meine Asche in die Nacht hinaustragen. In der Finsternis vermischt sie sich mit den Überresten aller und wir werden alle eins sein. Denn ich habe verstanden, dass wir genau das sind – eins.

Mein Leben ist so viel wert wie jedes andere dort draußen hinter den Mauern und ich blute, ich blute wie alle Menschen und mein Blut ist rot wie das ihre.

Ich fürchte mich. Ich schäme mich schon fast für dieses Geständnis, aber ich fürchte mich so sehr. Ich kann nicht mal mehr sagen, was mir am meisten Angst bereitet. Ist es der Schmerz, der Tod, das Ende? Ist es die Ungewissheit oder einfach nur die Reue eines vergangenen Lebens?

ich wage einen ersten Versuch. Den Dolch setzte ich quer an meinem Handgelenk an. Es wird mich nicht umbringen, das weiß ich selbst, aber ich hoffe, dass es mir leichter fallen wird waagerecht zu schneiden, wenn ich den Schmerz erst einmal kennen gelernt habe. Ich hole tief Luft und schließe für einen kurzen Moment die Augen, nur um sie danach gleich wieder zu öffnen. Die Dunkelheit gibt mir Sicherheit. In der Dunkelheit kann ich nicht sehen, was passiert, sie verschleiert das Unvermeidbare. Aber nun will ich es sehen, ich muss. Ich will mit offenen Augen dem Ende entgegenblicken. Es wird ein starrer Blick sein, ein furchtloser Blick. Das ist es zumindest, was ich mir wünsche. Ich verstärke den Druck auf mein Handgelenk und ich sehe, wie die scharfe Klinge die ersten Hautschichten zerschneidet. Eine nach der anderen öffnet sich, bis der glänzende Stahl endlich auf Blut trifft, es zum Vorschein bringt. So als hätte es nur darauf gewartet, endlich befreit zu werden, strömt das warme Rot sogleich an der Klinge vorbei und läuft meinen Arm hinab. Meine Lippe beginnt leicht zu zittern, als mit dem frischen Lebenssaft auch der Schmerz hervortritt. Es tut mehr weh, als ich dachte und dabei ist es nur ein einziger kleiner Schnitt. Fasziniert beobachte ich wie die rote Flüssigkeit in einzelnen Bahnen meinen Arm hinabläuft und seine Spuren auf meiner bleichen Haut hinterlässt. Tropfen fallen auf den Boden und zerspringen dort in tausend Teile, wie der Regen. Mit dem Blut, das aus meinem Körper läuft, wird mich auch das Leben verlassen. Ich darf nur nicht aufhören zu schneiden. Ich möchte meine Seele aus diesem vergangenen Körper befreien. Meine kranke Hülle wird zu Staub zerfallen und mein Geist wird emporsteigen und frei sein. Vielleicht werde ich mich endlich wieder lebendig fühlen, wenn ich tot bin.

Die Klinge liegt nun in der richtigen Position auf meinem Unterarm. Ich kann die Ader sehen, wie sie unter dem Stahl in einem ungesunden blau hervorsticht. Ich atme langsam, sauge die Luft regelrecht in mich hinein, denn ich weiß, dass es meine letzten Atemzüge sein werden.

Die Spitze des Dolches versenke ich langsam unter meiner Haut. Sie taucht zwischen den schwarzen Malen in meine Pulsader ein, scheint regelrecht danach zu gieren seine Aufgabe endlich erfüllen zu dürfen. Zu gerne würde ich den Ausdruck auf ihren Gesichtern sehen, wenn sie meine blutende Leiche finden.

Doch plötzlich halte ich inne und starre auf die Blutbahnen. Ohne es zu merken, habe ich mir den Arm so aufgeschnitten, dass die beiden sich schneiden. Ich hebe den Arm leicht nach oben an, sodass das Blut in meine Armbeuge läuft. Es ist ein Kreuz, ein Kreuz aus Lebenssaft. Meine Augen wandern zu dem Nachtisch neben meinem Bett, fallen auf die Bibel, die sich trotz ihres dunklen Einbandes nun beinahe leuchtend davon abhebt. Gekreuzigt, gestorben und begraben.

Ich sehe zurück auf das rote Kreuz an meinem Unterarm. Die Sonne ist vollkommen verschwunden und nur die Nacht befindet sich hinter meinem Fenster. Und ganz plötzlich wird mir bewusst, was ich in diesem Augenblick bereit bin zu tun. Ich möchte mein Leben beenden. Ich möchte das größte Geschenk beseitigen, was mir von unserem Herrn mit meiner Geburt überreicht worden ist. Es ist die Möglichkeit zu leben und das zu erkunden, was uns mit dieser Welt gegeben wurde. Meine Krankheit ist mein Tod und mein Tod ist mein Ende. Fast schon angewidert lasse ich den Dolch in meiner Hand fallen. Mit einem leisen Geräusch kommt er auf dem steinernen Boden auf. Ich weiß, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt. Vielleicht werde ich genau in dieser Nacht zu Bett gehen und in ewigem Schlaf versinken. Aber noch bleibt mir die Möglichkeit etwas zu tun, etwas zu ändern. Meine Gedanken schreien. Alles daran erscheint beinahe schon lächerlich, denn ich weiß, in welchem Zustand ich mich befinde. Ich weiß, wie viel Mühe es mir jedes Mal bereitet mich nur auf den Fenstersims zu setzten und mich schließlich zurück ins Bett zu legen. Doch der Gedanke hat mich gepackt, lässt mich mit einem Mal nicht mehr los. Es kann nicht so vorbei gehen, es darf nicht so vorbei gehen. In den letzten Tagen habe ich mich an so vieles erinnert, an so viel Schlechtes, das mich geprägt hat. Es ist unwahrscheinlich, dass ich noch etwas ändern kann, aber es ist nicht unmöglich. Ich hätte nicht so selbstverständlich mit meinem Leben umgehen sollen, das weiß ich nun. Jeder Tag ist ein Augenblick voller Schmerzen und Krankheit und doch ist es auch ein Moment, indem ich leben darf. Ich möchte dieses Leben nicht so einfach aufgeben. Plötzlich ist da etwas in mir, tief in meinem Herzen und ich kann es ganz deutlich spüren. Es ist die Hoffnung, die in einem Mal in mir aufkeimt. Ich hoffe nicht auf Genesung, auf Gesundheit oder ein gutes Ende. Ich weiß, dass es längst zu spät ist. Was ich nicht weiß ist, wie viel Zeit mir letztlich noch bleibt und doch möchte ich sie bis zum letzten Augenblick vollends auskosten. Vielleicht wird es einen kurzen Moment geben, indem ich meinen gepeinigten Körper vergessen kann, einen Moment, indem ich nichts fühlen werde, außer Glück. Und selbst, wenn dieser nun den Bruchteil einer Sekunde andauert, wünsche ich mir nichts sehnlicher. Das ist die Hoffnung, die mir das blutende Kreuz auf meinem Unterarm mit einem Mal gegeben hat.

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