Anna-Lina Köhler - Würdest du um mich weinen, wenn ich sterbe?
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Was würdest du dir wünschen und wovon würdest du träumen, wenn die Zeit, die dir noch bleibt, fast abgelaufen ist?
An was würdest du dich erinnern wollen und an wen … in dieser Welt und in der nächsten?
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Ich habe gelernt, dass sich der Schmerz nicht einfach bloß reduzieren lässt. Er ist so unglaublich verschieden, so vielfältig und stark, dass das Wort allein schon grausam in meinen Gedanken erklingt. Es ist der körperliche Schmerz, der mir immer wieder die Tränen in die Augen treibt. Ich merke immer mehr, wie das Leben aus mir weicht und dieses Wissen peinigt meine Gedanken mit dem sich grausamen näherndem Ende. Ich habe Angst. Es wäre töricht das zu bestreiten. Die tapferen Männer, die für ihren Lehnsherren in den Krieg ziehen, all diese Männer sterben für ihren Herrn. Ein Herr, wie auch mein Vater einer ist. Und diese Soldaten leisten ihren Eid und ihr Eid folgt ihnen bis in den Tod. Sie sagen, sie haben keine Angst, es erfüllt sie mit Stolz, doch ich weiß, dass sie fast alle lügen. Niemand begrüßt das Ende vollkommen und mit offenen Armen. Es muss Zweifel herrschen, Ungewissheit und das alles ist auch eine Form der Angst.
Manchmal ist sie sehr präsent, dann weine ich mich in den Schlaf und Schmerzen begleiten mich. Manchmal ist sie nicht so ausgeprägt. Dann wenn ich an meine Mutter denke. Doch auch hier bleibt der Zweifel bestehen und ich frage mich immer wieder im Stillen, ob ich sie wirklich wiedersehen werde. Ich sehe aus dem Fenster. Es ist kalt draußen und der frische Wind zieht durch die zersplitterte Scheibe in mein Zimmer. Ein Rabe hat das Glas einst zerstört, als er gegen die Scheibe flog. Er hat es unbeschadet überstanden, seine Flügel haben ihn wieder in den Himmel hinaufgetragen. Ich habe mich gefragt, ob er manchmal noch an meinem Fenster vorbei fliegt, seinen kleinen Kopf dreht und mit den finsteren schwarzen Augen zu dem zerbrochenen Glas guckt, das ihm das Leben hätte kosten können. Ob er sich glücklich schätzt, dass er noch immer der Sonne entgegenfliegen kann? Oder denkt er nicht, fühlt er nicht oder anders als wir Menschen? Ist es ihm gleichgültig wie sein Leben endet oder will er einen Sinn erfüllen? Meine Mutter sagte mir immer, dass nur, weil Tiere nicht sprechen wie wir, das nicht heißen müsse, dass sie nicht denken und fühlen wie wir Menschen. Sie sprechen unsere Sprache nicht, aber sie sprechen ihre eigene und wir sind es, die dies nicht verstehen können.
Wie sehr wünsche ich mir ihre warmen Worte zurück, wie sehr wünsche ich mir den Trost in dieser schweren Zeit, den mir ihr Gesang hätte bringen können. Aber sie hat mich verlassen. Mein Vater hat mich verlassen und das Einzige was mir bleibt ist eine Frau, die mich hasst. Eine Frau, die sich mit den Edelsteinen meiner Mutter schmückt und ihr Erscheinungsbild in voller Pracht den Menschen zur Schau stellt, während sie ihr selbstsüchtiges Herz vor der Außenwelt verbirgt.
Diese Welt ist schlecht. Sie nimmt sich die einzigen Menschen, die auch in ihrem Innersten voller Leben sind, voller Güte und sie hinterlässt diejenigen, die sich nach Macht und Reichtum verzehren und dabei die Leichen Unschuldiger verbrennen. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Vater für sein Land kämpft oder ob er für sich kämpfen lässt. Diese Frage und seine Bedeutung habe ich mir früher nie gestellt. Es war mir egal. Ich war wie die anderen, die in dieser Burg leben. Ich hatte alles, was ich wollte und das war es, was mich interessiert hat. Der nahende Tod hat mir viel Zeit gegeben, viel Zeit, um über Dinge nachzudenken, die so einfach erscheinen und doch so viel mehr bewirken können. Ist es denn rechtens, dass die Soldaten meines Vaters sterben, um ihm Land zu verschaffen? Warum kämpfen sie für das Wohl eines anderen, der ihren Tod nach einem Sieg lobt und doch ihr Leben scheinbar demnach nie für erwähnenswert gehalten hat?
Er hat sein einziges Kind zurückgelassen, um in den Krieg zu ziehen, um sein Land, seinen Reichtum zu mehren und das obwohl er wusste, dass ich sterben werde. Sein Abschied war herzlich, sein Abschied war freundlich und doch musste er akzeptieren, dass er mit seiner Rückkehr nicht nur Leichen in fremden Ländern zurücklässt, sondern auch einen toten Körper in seinem eigenen Heim vorfinden könnte. Dennoch wünschte ich, dass er bei mir wäre, ich wünschte mir irgendein menschliches Wesen an meiner Seite - nur, um nicht mehr alleine zu sein. Ich bin einsam, ich bin ein einsamer, sterbender Körper und eine verzweifelte Seele, die das Leben bereut, das sie geführt hat. Ich bete ständig um Vergebung. Ich bete, um eine neue Chance, die mich im Leben Dinge tun lässt, ohne Missgunst und Neid zu empfinden. Ich weiß, dass ich alles hatte im Leben und doch habe ich nie wirklich gelebt. Das Materielle, das ich besitze, all den Schmuck und die schönen Dinge, die ich bekommen habe, bedeuten gar nichts. Sie sind für einen Moment wundervoll und doch mussten andere für vieles, das mir gehört arbeiten und manche auch sterben. Das Materielle kann ich nicht mitnehmen, dorthin, wohin ich nun gehen muss. Das einzige, was mir bleibt sind Erinnerungen an ein selbstsüchtiges Leben und jedes Mal, wenn mich meine Stiefmutter mit dem eiskalten Blick betrachtet, erkenne ich ein Stück von meinem alten Selbst in ihr. Ich frage mich, ob Gott mir diese Gedanken gegeben hat, diese Einsichten, um mich auch vor meinem Ende noch einmal zu bestrafen. Ich bereue, ich bereue wirklich, dass es nicht andere Erinnerungen und Momente gibt, die mich mit einem Lächeln auf den Lippen in den Tod begleiten könnten.
Langsam ziehe ich die Decke von meinem dürren Körper. Selbst das erfordert Kraft. Die Kälte macht sich augenblicklich bemerkbar, fährt unter mein Nachthemd und lässt mich frösteln. Früher hätte ich darüber geflucht, heute bin ich dankbar für jedes Gefühl, denn es zeigt mir, dass ich noch lebe.
Nackte Füße berühren den steinernen Boden. Einen kurzen Moment verharre ich sitzend auf meinem Bett, dann stehe ich auf. Ganz vorsichtig drücke ich meine Knie durch, strecke meine Beine, so als ob ich mir nicht sicher wäre, ob sie noch stark genug sind, um das letzte Bisschen, das von mir übriggeblieben ist, zu tragen. Sie tun es - noch tun sie es. Ich drehe mich um, zu dem kleinen Tisch neben meinem Bett. Die unterste Schublade gibt ein leises ächzendes Geräusch von sich, als ich sie herausziehe. Bis auf einen einzigen Gegenstand ist sie vollkommen leer. Ich greife nach dem kleinen Dolch, nehme ihn heraus und richte mich wieder auf. Es ist fast vollkommen dunkel in meinem Zimmer. Der Tag hat sich dem Ende geneigt. Ein weiterer Tag ist vergangen und ich habe ihn überlebt. Seitdem ich krank geworden bin, seitdem der schwarze Tod mein Schicksal behaftet hat, genieße ich die Nächte, die Finsternis viel mehr als die Tage. In der Dunkelheit fühle ich mich fast geborgen. Es scheint, als verbirgt sie nicht nur das Sichtbare vor den Augen der Menschen, sondern bedeckt auch manchmal das, was wir tagsüber in unseren Gesichtern nur schwer verbergen können. Wenn die Sonne unter geht und die Sterne sich zeigen, dann verlasse ich mein Bett und setzte mich ans Fenster. Es ist fast, als ob die Dunkelheit, die kühle Nachtluft mir einen kleinen Teil meines verlorenen Lebens zurückgibt. Seitdem ich krank bin, bin ich allein und seitdem ich allein bin, habe ich nur noch meine Gedanken. Manchmal glaube ich, dass es einen Unterschied gibt, zwischen meinen Gedanken am Tag und in der Nacht. Sobald die feinen Flammen der Kerzen Schatten an die Wände werfen und sie das einzige sind, das den Raum noch etwas beleuchten kann, verändern sich auch meine Gedanken. Es werden mehr. Sie werden deutlicher und klarer. Manchmal, wenn ich die Sonne wieder aufgehen sehe, wenn ich das Licht sehe, das die Welt berührt, dann habe ich Hoffnung. Ich hoffe so sehr, dass es alles anders ist, dass es nicht die Wahrheit ist.
Die Wahrheit ist, ich werde sterben und diese unveränderbare Wirklichkeit zeigte sich mit dem ersten schwarzen Malen auf meiner Haut, mit denen mein Ende letztlich unveränderbar bleibt.
Das Licht der Kerzen spiegelt sich in der Klinge des Dolches. Ich sehe einen kurzen Moment dabei zu, wie sie auf dem silbernen Stahl tanzen. Ihre leichten Bewegungen scheinen fröhlich und leicht, so als ob sie mir die Angst nehmen wollen. Doch ich weiß, dass meine Gefühle ein einziges Chaos sind. Ich fürchte mich so oft und so sehr, dass ich mich in den Schlaf weine. Es ist eine nahezu unerträgliche Angst vor dem Ende und doch kann gerade diese Furcht auch in völlige Entschlossenheit umschlagen. Es ist eine Art Akzeptanz, wie ich sie noch nie zuvor verspürt habe. In diesen Momenten ist meine Krankheit beinahe schon Erlösung. Seitdem ich krank bin denke ich anders. Seitdem ich anders denke, erscheint mir so viel bekannt Geglaubtes vollkommen neu und manchmal in einer Weise, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
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