Anna-Lina Köhler - Würdest du um mich weinen, wenn ich sterbe?
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Was würdest du dir wünschen und wovon würdest du träumen, wenn die Zeit, die dir noch bleibt, fast abgelaufen ist?
An was würdest du dich erinnern wollen und an wen … in dieser Welt und in der nächsten?
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Ich zucke zusammen, als meine Stiefmutter ein dickes Buch auf den Tisch fallen lässt. Ich muss nicht hinsehen, um zu wissen, dass es die Bibel ist. Mein Unterkiefer verkrampft sich, als ich die Zähne fest aufeinanderbeiße. Ihre Absichten müssen in ihren Augen nahezu ehrenhaft und selbstlos erscheinen. Das Lesen des heiligen Buches soll mir helfen, meine Seele rein zu waschen und mich von meinen Sünden zu befreien. Denn Gott bestraft mich mit dem schwarzen Tod. Es ist eine Strafe. Ich bin eine Sünderin und die schwarzen Male zeichnen mich, machen es für alle sichtbar. Ich weiß, dass sie mich schon immer verabscheut hat, dass sie mich nie mehr als nur dulden konnte. Und der schwarze Tod konnte ihre Gedanken letztlich bestätigen. Es ist eine Bestätigung, die für sie mit meiner Beseitigung enden wird. Sie wirft noch einen letzten verachtenden Blick auf mich, bevor sie das Zimmer mit schnellen Schritten verlässt und die Tür mit einem leisen Geräusch ins Schloss fällt. Ich bin wieder allein, ich bin allein. Ich wende den Kopf leicht zur Seite, betrachte die Schale auf dem kleinen Tisch. Meine Augen treffen auf die Bibel. Das goldene Kreuz hebt sich vom dunklen Ledereinband ab, scheint sich regelrecht davon lösen zu wollen. Langsam strecke ich die Hand aus, greife danach. Als meine Finger den kühlen Einband berühren, zucke ich kurz zusammen, so als ob ich nicht dazu imstande wäre, die Seiten zu lesen, so als ob es mir nicht einmal gestattet wäre, dieses heilige Buch zu berühren. Ich setzte mich aufrecht hin und lege es auf meinen Schoß. Es ist schwer. Meine Finger zeichnen das Kreuz nach, dann schlage ich es auf. Ich sehe die geschwungenen Buchstaben auf dem leicht gelblichen Papier, wie jedes von ihnen ein Wort bildet, das in ihrer Gesamtheit die Geschichte unseres Herrn erzählt. Ein Herr, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, für die Sünden aller Menschen und doch fühle ich den Schmerz der Krankheit überall in meinem Körper. Ist er doch nicht für alle gestorben? Sind es Menschen, wie ich selbst, die wahrhaftig bestraft werden für das, was sie einst taten? Sind wir die Ausnahmen der Sünder, die für die Gerechtigkeit leiden müssen? Meine Stiefmutter hätte die Wahrheit gesagt und genau das ist es, was ich nicht zu akzeptieren bereit bin. Meine Hände zittern, während sie die Seiten umblättern und ich merke wie die Wut in mir aufzusteigen beginnt. Was für den einen gerecht erscheint, mag für jemand anderen Ungerechtigkeit sein. Die Gnade unseres Herrn, seine Güte, die mir immer wieder gelehrt wurde, betrifft mich nicht. Ich bin es nicht wert zu leben, sondern zu leiden.
Meine Hände beginnen zu zittern und ein leises Knurren dringt aus meiner Kehle. Was unterscheidet mich von all den anderen Menschen dort draußen? Aus welchem Grund wurde ich mit dem schwarzen Tod bestraft? Ich weiß, dass es mein Ende sein soll, dass es keinen anderen Weg mehr für mich gibt, nicht mehr geben kann.
Es gibt Gesetze, die uns alle binden. Regeln, nach denen wir leben müssen. Ich habe sie befolgt. Nicht immer, aber ich habe es mir häufig vorgenommen. Vielleicht hätte ich auch die zehn Gebote, die vor mir auf den Seiten niedergeschrieben worden sind, genauer beachten sollen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich sie denn alle aufzählen könnte, wenn man es nun von mir verlangen würde. Ist das schon Sünde? Ist es möglich, dass dies einer der Gründe für mein Leiden ist?
Ich schließe die Augen. Wenn mich die Dunkelheit umgibt, dann kann ich nicht sehen, was ich dennoch weiß. Ich fühle den Schmerz, fühle die Pein, die mein Körper unweigerlich in die Welt hinausschreit und doch glaube ich, dass die Finsternis mir für einen kurzen Moment Vergessenheit schenken kann. Es ist beinahe wie der Schlaf. Er ist mein Freund, ein Zustand der Verdrängung, in dem ich beinahe so etwas wie Glück erkennen kann und doch ist der Schmerz sein Gegenspieler und sein Feind. Und ich weiß, dass dieser Feind die Wirklichkeit darstellt und der Schlaf ist nicht mehr als eine Illusion der schon längst verlorenen Hoffnung.
Als ich meine Augen wieder öffne, blicke ich zum Fenster hinaus und ich sehe wie die Sonne allmählich hinter den Bergen verschwindet. Ich sehe ihr zu, wie sie immer kleiner wird, bald nur noch einen Streifen am Horizont darstellt. Sehnsüchtig schaue ich ihr hinterher und ich wünsche mir, dass ich mit ihr zu jenen Bergen reisen könnte, die sie sanft mit ihrem Licht berührt. Mein Kiefer verkrampft sich, als die Wahrheit schmerzlich in mir aufkeimt. Ich werde sie nie erreichen können, ich werde vermutlich nicht einmal mehr das Zimmer verlassen können, das mich einmauert, mich umgibt wie ein Gefängnis. Ich bin eine Gefangene in meinem eigenen Heim. Mein Verstand und mein Herz wollen diese Wahrheit nicht akzeptieren.
Alles zieht mich von hier fort, alles in mir schreit nach Freiheit. Es gibt nichts, was mich noch halten könnte, nichts außer die Krankheit, die von mir Besitz ergriffen hat, die schon längst Herr meines Tuns ist. Mein Verstand und mein Herz wollen fort, doch mein Körper kann ihnen nicht folgen. Ich werde so lange eine Gefangene sein, bis der schwarze Tod mich letztlich freigibt und mich selbst feste Mauern nicht mehr von meiner letzten Reise abhalten können.
Manches Mal erscheint das, was mir passiert, nicht gerecht und manchmal teile ich die Ansichten meiner verkommenden Stiefmutter, sehe den schwarzen Tod als Strafe der Sünder. Doch manches Mal zieht es mich hinaus in die Unendlichkeit und ich fühle fast schon so etwas wie ein Verlangen nach dem, was auch immer kommen mag. Vielleicht liegt das Glück im Ende. Vielleicht ist das Ende auch nur ein vorzeitiger Abschied und ich werde den Menschen wiedersehen, der mir das Leben geschenkt hat. Ich weiß es nicht, niemand weiß es und genau das ist es, was uns alle solche Angst bereitet.
Kapitel Zwei
Ich bin allein, ich lebe nur noch, weil mein Körper mich noch nicht aufgegeben hat. Es ist ein Gefühl, dass mich in schrecklichster Weise erkennen lässt, was ich verloren habe. Ein Krieg scheint wichtiger als ich. Ein Sieg über Feinde scheint wichtiger als das eigene Kind zu sein. Dabei ist es der Kampf in meinem Innersten, den es zu gewinnen gilt. Es ist ein Kampf, den mein Vater gemeinsam mit mir hätte austragen müssen, hier in diesem Raum und nicht in der Ferne. Und so frage ich mich – kämpfe ich denn überhaupt noch, oder habe ich mich schon still aufgegeben und die abgezählten Momente der Ungewissheit sind alles was mir noch bleiben?
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