Gerhard Gröner - Rotes Moor

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"Unauffällig an den Aufstieg zur Schwäbischen Alb geklebt, duckten sich zwei Dutzend Bauernhäuser einstöckig unter den scharf pfeifenden Westwinden."
Die Kargheit und Ärmlichkeit der Region prägt zunächst den Charakter der Protagonisten. Liebe, Hass, Schaffensfleiß, aber auch Starrsinn in privaten und im gesellschaftlichen Denken steuert ihr Handeln.
Vier Generationen durchleben Monarchie, Diktatur, Demokratie und Widervereinigung. Zwei blutige Weltkriege und ein verhängnisvoller Angriff der Taliban auf eine junge Soldatin, hinterlassen tiefe körperliche und seelische Spuren.
In einer Familie streiten sowohl männliche als auch weibliche Freunde militärischer Auseinandersetzungen gegen Pazifisten und immer wieder stellt sich die Frage, ob die die Familienmitglieder Handelnde oder Getrieben der Gesellschaft bleiben müssen.

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„Maria, der Doktor Sengler aus Langenau hat sich ein gebrauchtes Automobil gekauft. Einen schweren Horch. Er kommt zukünftig jeden ersten Montag des Monats nach Hattelfingen und hält Sprechstunde im Rathaus. Da gehst du zwingend hin. Hast du gehört! Er kommt auch zur Niederkunft. Ich möchte dies gerade für dich so geregelt sehen, denn“, Babette legte eine Kunstpause ein, „du wirst dich freuen können, Maria, auf diesen für dich so wichtigen Moment...“

Babette strahlte, als würde sie selbst die glückliche Schwangere sein: „Ja, es geschieht etwas ganz Besonderes! Maria, das gab's bei uns in Hattelfingen schon viele Jahre nicht mehr: Maria, du bekommst Zwillinge.“

Babettes Fröhlichkeit zu der lebensverändernden Prognose „Zwillinge“ löste die ängstliche Zurückhaltung bei Maria. Ja, dachte sie, das kann Babette. Sie freut sich offen, geradezu euphorisch über das neue Menschenkind, egal ob männlich oder weiblich, ob wunderschön oder grottenhässlich, ob sympathische Eltern oder ekelige, ob verheiratete Mutter oder wie ich selbst immer noch ledige.

Zum Abschied sagte Babette: „Freu dich auf die Entbindung, es wird ein wunderbares, ein einschneidendes Erlebnis für dich werden.“

3. Kapitel

Noch ein drittes Ereignis in diesem Jahr führte alle Hattelfinger zusammen. Die Bauern beschlossen, ein eindrucksvolles Kriegerdenkmal für ihre ehrenvoll als Helden gefallenen Söhne erstellen zu lassen. Mitten im Dorf solle es auf massivem Sockel thronen, so dass jeder Gang zum Rathaus oder zur Kirche zwangsläufig daran vorbeiführte.

Eine über Generationen als Steinmetze bekannte Familie im nahen Stotzingen, an der -ingen-Endung wie Hattelfingen als alemannische Gründung erkennbar, sollte wegen eines monumentalen Ehrenmals angefragt werden.

„Die Stotzinger Steinbildhauer können das hervorragend. Die bearbeiten in vier oder fünf Ortschaften die Grabsteine“, vergaben kurz entschlossen Bürgermeister und Großbauern den Auftrag.

Die staubige Steinmetz-Werkstatt neben dem kleinen Wasserschloss am Rande des Dorfes, ernährte die Großfamilie, mal mehr, mal weniger gut. Eine andere Arbeit als die Nachfolge des Vaters anzutreten wurde jedoch zumindest bei den ersten beiden Söhnen niemals in Erwägung gezogen und so freuten sie sich auf den neuen Auftrag. „Allemal besser als immer nur als Grabsteine behauen“, sagten sie mit strahlenden Gesichtern.

Eine uralte, weit ausladende, über viele Jahrzehnte achtvoll verehrte Versammlungslinde vor dem Hattelfinger Rathaus sollte den Platz für das kolossale Denkmal räumen. So wollten es die Großbauern. Manches gerechte, für die Gemeinschaft wertvolle Schiedsurteil war unter ihren kräftigen Ästen schon gesprochen worden und mancher Freudentanz zu Erntedank ließ ihre Wurzeln mitschwingen.

Auf diese natürlich gewachsene, in der Abenddämmerung mystisch wirkende Landmarke, hieben bald wuchtige Axtschläge ein und das Werk einer Zweimannsäge mit langem Blatt ließ sie traurig langsam zur Seite kippen.

Das Brennholz des geschichtsträchtigen Baums wurde nach hitzigen Diskussionen, als ein von jedermann tragbaren Kompromiss, dem Herrn Pfarrer zum Heizen der Kirche zuerkannt.

„Oh, könntet ihr nur hören, was sie uns zu erzählen gehabt hätte“, sagte ein alter Greis, den jedoch keiner im Dorf mehr ernst nehmen wollte, „ihr würdet vor Achtung auf die Knie fallen.“

Nicht die hohe, gleichmäßig gewachsene Linde, unter der in sechs Generationen viele besonnene Schiedsurteile gesprochen wurden, durfte den ehrenvollen Platz zwischen Rathaus und Kirche einnehmen, ein steinernes Andenken an Krieg und Heldentod sollte so schnell als möglich das Zentrum schmücken. Der Steinmetzfamilie kam der Auftrag gerade recht. Es war gerade keine Sterbenszeit und alle saßen ohnehin zu lange um den großen Tisch in der Küche um Karten zu spielen.

Seit Jahrzehnten wurden in dieser Gegend den armen Bediensteten aus Höfen und Handwerksbetrieben, vom Schreiner gefertigte, günstige Kreuze aus schnell vergänglichem Fichtenholz aufs Grab gestellt. In einigen Gemeinden wie Hattelfingen, gedachten die betuchten Bauern ihrer Verstorbenen vor Eisenkreuzen und nur die Nachkommen besonders reicher Großbauern, Händler oder Gemeindeschreiber leisteten sich einen Grabstein. Sehr selten waren Familiengrabstätte die von den Steinmetzen als Mausoleum aufgebaut wurden.

Ständig auf einen reichen Toten warten war nicht nach dem Sinn der Stotzinger Steinmetze, zumal sie genau wussten, dass Aufträge in trockenen Sommern und Wintern und bei bestimmten Konstellationen von Mond und Sternen nur spärlich eintrudelten. Die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tod drückte ihnen immer wieder aufs Gemüt.

Manchmal, immer seltener in diesen Nachkriegsjahren, gab es noch einen Fenstersims auszubessern oder eine Türwange am zierlichen Wasserschlösschen. Doch auch die adeligen Herrschaften begannen nach dem Untergang der Monarchie intensiv zu sparen.

Ansonsten warteten sie darauf, dass sie ein Bauer rief, wenn die Treppe aus Muschelkalk zum Haus hinauf nach jahrelanger Benutzung abgelaufen war. Meist sagten die Bauern: „Dreh mir einfach die einzelnen Stufen um, dann ist das Abgelaufene unten und nicht mehr sichtbar.“

„Mist“, fluchte der Steinmetz, „diese Aufträge schinden nur den Rücken und der Lohn wird zumeist in Naturalien, Kartoffeln oder Mehl ausbezahlt.“

Etwas lohnender waren Aufträge bei Bauern, deren Treppenstufen bereits vor Jahren umgedreht wurden und die nun neue Stufen benötigten. Bei solchen Aufträgen blieb wenigstens etwas Materialverdienst in der Kasse.

Nun jedoch rief der Vater seine Söhne: „Schnell, hurtig, kommt her: Diese Ehrendenkmal fordert von uns alles was unsere Berufsehre als Steinmetze hergibt und verlangt unseren Werkzeugen nahezu Wunder ab.“

Nachdem der gefällig gezeichnete Entwurf mit Stahlhelm, gekreuzten Gewehren und ausladendem Lorbeerkranz genehmigt war, schickte die Steinmetze schwer belastbare Pferdekarren in den Schwarzwald um blockige Quader aus rotem Sandstein zu holen. Ohne Verzögerung wurde gehämmert bis die Meißel fast glühten, Details ausgeformt, die Namen der im Krieg „gebliebenen“ Söhne fein eingeschnitten und das von allen gewünschte Motto in den Kopfstein unter den Stahlhelm gehauen:

+ Blank die Wehr +

+ Rein die Ehr +

Nach zwei Monaten, an einem warmen Sonntagmorgen, standen die Steinmetze aufrecht, stolz, mit hoch gekrempelten Hemdsärmeln und neuen Lederschürzen vor dem Kriegerdenkmal. Feierlich wurde von den Hauptspendern, den vier Großbauern die weiße Stoffbahn abzogen. Der Bürgermeister legte wortlos, nur lautstark die Hacken zusammenschlagend, einen Kranz nieder und der Pfarrer bat die Hände zum Gebet zu falten.

Wieder spielte die Blasmusik was die Lungen hergaben. Uniformierte des Kyffhäuserbundes und einer Schützengilde gaben den Toten Ehrengeleit, der Pfarrer sprach würdevoll, Ehrensalven wurden abgeschossen und gemeinsam wurde mit einem Gebet der Helden im Kampf um das „Gütig Vaterland“ gedacht.

Hans Geyer hatte aus Hochachtung vor den erst vor wenigen Wochen gestorbenen Kopfbergbauern seine Uniform nicht angezogen, dafür ein breites, schwarzes, seidenes Trauerband am rechten Arm angelegt. Maria hakte sich, obwohl immer noch nicht verheiratet, bei ihm unter. Zur Zurückhaltung bestand keine Veranlassung mehr. Babette, die geschwätzige Hebamme, hatte das freudige Ereignis bereits im Dorf verbreitet und der Bauch trat unter Marias bestickter Trachtenjacke unübersehbar hervor.

Und noch etwas fiel den flinken Augen in der Runde auf: Friederike, die Erbin des Kopfberg-Bauernhofes stand die ganze Zeremonie nicht standesgemäß bei den Grundbesitzern, sondern neben Knecht Hans und Magd Maria. Sie hielt mit gefasster Mine die ganze Zeremonie durch, ohne hin und her zu gehen, ohne ungeduldig nach Ablenkung zu suchen und sagte dann völlig unerwartet zu Hans und Maria:

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