Gerhard Gröner - Rotes Moor

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"Unauffällig an den Aufstieg zur Schwäbischen Alb geklebt, duckten sich zwei Dutzend Bauernhäuser einstöckig unter den scharf pfeifenden Westwinden."
Die Kargheit und Ärmlichkeit der Region prägt zunächst den Charakter der Protagonisten. Liebe, Hass, Schaffensfleiß, aber auch Starrsinn in privaten und im gesellschaftlichen Denken steuert ihr Handeln.
Vier Generationen durchleben Monarchie, Diktatur, Demokratie und Widervereinigung. Zwei blutige Weltkriege und ein verhängnisvoller Angriff der Taliban auf eine junge Soldatin, hinterlassen tiefe körperliche und seelische Spuren.
In einer Familie streiten sowohl männliche als auch weibliche Freunde militärischer Auseinandersetzungen gegen Pazifisten und immer wieder stellt sich die Frage, ob die die Familienmitglieder Handelnde oder Getrieben der Gesellschaft bleiben müssen.

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„Das ist ein guter Einfall. Rechnen ist nicht nur Männersache. Ich hol beide dazu“, sagte die Kopfbergbäuerin und rief Magd und Tochter. Zu viert saßen sie eng nebeneinander um den alten Schreibsekretär und hatten vor dem dunkelblauen Tintenfass, Tintenfüller mit vergoldeter Feder, Fließpapierhalter und tiefschwarz polierter, schwerer Basalt-Stiftschale das große Buchjournal ausgebreitet.

Zur Einstimmung sagte die Kopfbergbäuerin: „Wir essen heute etwas später, wir sollten zusammen die Zahlen auf den neusten Stand bringen. Es ist unüblich, dies im großen Rahmen zu tun doch die Situation zwingt mich dazu. Aber bitte: Kein Wort darüber zu den anderen Leut im Dorf!“

In die kaufmännische Arbeit hatte der Kopfbergbauer ein Leben lang niemand Einblick gewähren lassen. Diese Geheimniskrämerei erschwerte dann auch das Führen des Buchhaltungsjournals. Mühsam entdeckten sie, wo Kauf von Saatgut oder Verkauf von Gerste an die Mälzerei eingetragen werden musste. Der Bäuerin war dieses Zahlenspiel in festgelegten Reihen suspekt, Friederike mochte Rechnen ohnehin nicht. Nur Hans und Maria arbeiteten sich eifrig in das Thema ein. Nach gut einer Stunde ging die Bäuerin in die Küche: „Zum Essen könnt ihr mir die Zahlen ja vorlegen.“

Irgendwie bekamen Hans und Maria das Thema in den Griff und Hans flüsterte über den Tisch zu Maria: „Heuer kostet uns die Rechnerei noch Kraft, morgen benötigen wir diese Erfahrung hoffentlich für uns selbst. Und noch was, Maria, die hochwohlgeborene Bauernschaft ist auch nicht gescheiter als wir.“

Maria Renzer und Hans Geyer arbeiteten tagsüber Hand in Hand und auch lange Nächte führten sie immer enger zusammen. Doch eine nur hauchdünne, hellhörige Wand trennte sie von der Schlafstube von Knecht Fritz. Alles musste leise geschehen.

Allein die Müdigkeit nach großem Arbeitspensum verzögerte noch den Wunsch nach einer gemeinsamen Familie.

Die Arbeit auf dem Hof ging ohne Einbruch ihren Gang. Hans und Maria hatten nun das doppelte Tagewerk zu erledigen aber sie sahen dies nicht als Last, sondern als wichtige Prüfung für ihr weiteres Leben.

Friederike erstand sich vom fahrenden Händler eine bunt bemalte Schachtel mit einer Spielzeug-Laterna magica. Ein Blechgehäuse, mit Einstellplatz für eine Kerze, hinter der ein Hohlspiegel den Lichtstrahl nach vorne bündelte. Der Spiegel schickte das Kerzenlicht durch ein Rohr mit optischer Linse an die gegenüber liegende Wand. In einem seitlichen Bildeinschub wurden auf Glas gemalte Bilder eingesteckt. Drei Bildmotive gehörten zum Set, zwei Märchenbilder und ein religiöses Motiv mit Adam und Eva im Garten Eden.

Durch das flackernde Licht der Kerze wurden die Bilder unruhig an die Wand projektiert und wirkten immer, als wären sie in Bewegung. In den Abendstunden stellte Friederike zwischen Laterna magica und die gekalkte Wand noch eine zweite Kerze, das minderte etwas von der Lichtausbeute aus dem Bildprojektor, setzte aber durch die flimmernde Luft die Bilder noch mehr in Bewegung.

Friederike schien mit Grammophon und Laterna magica glücklich zu sein. Unterhaltungen mit der Mutter, gar mit Magd oder Knechten, vermisste sie offenbar nicht. „Das Kind wird zur Einzelgängerin, wenn es den lieben langen Tag in ihrer Kammer vor diesen Geräten sitzt. Soll das die neue Jugend sein?“ Flüsterte die Bäuerin ohne es ändern zu wollen.

Im September, nachdem die Frucht gedroschen war, ging die Kopfbergbäuerin zu ihrem Pflaumenbaum in die Halde hinaus. Sie wollte, wie jedes Jahr, zweimal ernten. Die erste Ernte für einen Pflaumenkuchen, die größere zweite, eine Woche später, um Dörrpflaumen im Ofenrohr zu trocknen.

Während sie den Kalksteinweg aus Hattelfingen hinaus ging attackierten sie unangenehme, ungleichmäßige aber kräftigen Hitzewallungen. Entweder die Wechseljahre plagen mich immer noch oder das schwüle Wetter drückt hinterhältig auf meinen Kreislauf, spürte sie. Der Übergang vom Sommer in den dunkleren und feuchten Herbst quält meinen Körper. Jedes Jahr aufs Neue überfallen mich Rheuma und Hitzewallungen.

Auf dem Rückweg rollten ihr plötzlich alle Pflaumen aus dem prall gefüllten Küchenschurz. Die Kopfbergbäuerin stürzte zu Boden und starb mit einem leisen Seufzer, ohne Zeugen, ohne dass ihr jemand die Hand gehalten hätte, gefunden erst nach zwei Stunden auf dem staubigen Kalksteinweg.

Wie bereits vor Wochen beim Kopfbergbauern versammelte sich auch hinter dem Sarg seiner Frau ganz Hattelfingen. Der Tod bildete aufs Neue die stärkste Klammer der Dorfgemeinschaft in dieser herben Landschaft.

Der Pfarrer redete von ihrem stillen und liebreizenden Wesen das jetzt den ewigen Schlaf finde, und wieder etwas von Erde zu Erde und die bäuerlichen Blasmusiker spielten, immer noch in Übung, den Trauermarsch in b-Moll von Frederic Chopin.

Es gehörte sich, den Glocken zur Beerdigung zu folgen, selbst wenn einige nur von der Vorfreude auf einen Leichenschmaus getrieben wurden. Die ausrichtende Familie durfte sich nie lumpen lassen, das hätte gegen die Ehre verstoßen und überhaupt, das Ansehen innerhalb der knapp achthundert Seelen im Dorf hing real vom Umfang des Leichenschmauses ab.

Hans Geyer ließ ein ausgewachsenes, sechs Zentner schweres Schwein schlachten und der Wirt vom Hirschenbräu machte eine deftige Schlachtplatte mit Sauerkraut und Bratkartoffeln. Friederike war froh, dass Hans ihr alle Arbeiten zur Beerdigung abnahm. Selbst den Gang zum Rathaus und Pfarrei, die ihm als Knecht in der dörflichen Hierarchie nicht zustanden. So konnte sie allein und still in ihrer Kammer um ihre geliebte Mutter trauern.

Eine Person fehlte, was selbstverständlich alle anderen Trauergäste gleich bemerkten. Denn auch beim Trauern wurde, versteckt zwar, doch nicht weniger neugierig, in die Runde geschaut. Maria fehlte. Ihr war am Morgen speiübel geworden. Sie übergab sich fast ohne Unterbrechung und ahnte erschrocken, auch ängstlich, was die Ursache sein könnte.

Liebe hatte zu dieser Zeit fast immer Konsequenzen, zumal die Baderin, die alte Kopfbergbäuerin hatte immer „Stübnerin“ gesagt, mit ihren routiniert durchgeführten Abtreibungen ausschließlich verheirateten Frauen „behandeln“ durfte.

Mitten am Tag, für alle sichtbar, hatte der Pfarrer vor Jahren die Baderin in ihrer nach markigen Wiesenkräutern duftenden Badestube im rückseitigen Anbau der Molkerei besucht und ihr unmissverständlich mitgeteilt:

„Baderin, ich will, dass du deine reichliche Erfahrung aus den Jahren deiner Wanderschaft quer über die Alb beim Wundheilen nutzt oder beim Ausschneiden eingewachsener Zehennägel oder beim Zahnziehen mit deiner großen Universalzange. Ansonsten, ich rede von Abtreibungen bei ledigen Weibern, werde ich von der Kanzel über dein verwerfliches Tun predigen!“

„Pfaffe, sakrischer,“ fluchte die Baderin als sie die dicke Haustür hinter dem Pfarrer geschlossen hatte, „halt er lieber seine Triebe im Zaun als mir anzuraten, ledigen Frauen in Not zu helfen.“

Maria war bewusst, dass ihre Monatsblutungen ausgeblieben waren, sie hatte dieses als unrein geltende Thema wegen der intensiven Hof- und Feldarbeit jedoch verdrängt. Nun ging sie einen Tag nach der Beerdigung der Kopfbergbäuerin zur Hebamme.

„Babette“, sagte sie, „ich spür, ich bekomm ein Kind.“

„Brauchst mich nicht so angstvoll an zu schauen, Maria, heb deinen Rock hoch und zieh deine Unterhose aus...“

Der Minutenzeiger an der Wanduhr, einem geschnitzeten Regulator mit Messingpendel hatte kaum eine viertel Stunde weiter getickt, da sagte die Hebamme: „Ja, Maria, du bist schwanger. Schone dich ein wenig. Wasche dich immer, aber nicht zu heiß und nicht zu kalt und komme in vier Wochen wieder. Alles Gute für dich und Hans und dem Mädchen oder Jungen, was immer es auch sein wird.“

Im fünften Monat holte die Hebamme ihr gedrechseltes Holzstethoskop aus dem runden Lederkoffer mit dem großen Metallbügel, untersuchte Maria erneut und sagte:

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