Gerhard Gröner - Rotes Moor

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"Unauffällig an den Aufstieg zur Schwäbischen Alb geklebt, duckten sich zwei Dutzend Bauernhäuser einstöckig unter den scharf pfeifenden Westwinden."
Die Kargheit und Ärmlichkeit der Region prägt zunächst den Charakter der Protagonisten. Liebe, Hass, Schaffensfleiß, aber auch Starrsinn in privaten und im gesellschaftlichen Denken steuert ihr Handeln.
Vier Generationen durchleben Monarchie, Diktatur, Demokratie und Widervereinigung. Zwei blutige Weltkriege und ein verhängnisvoller Angriff der Taliban auf eine junge Soldatin, hinterlassen tiefe körperliche und seelische Spuren.
In einer Familie streiten sowohl männliche als auch weibliche Freunde militärischer Auseinandersetzungen gegen Pazifisten und immer wieder stellt sich die Frage, ob die die Familienmitglieder Handelnde oder Getrieben der Gesellschaft bleiben müssen.

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Geknickt von der vierjährigen mörderischen Materialschlacht und den immer noch schmerzenden Verletzungen nahm er ohne jede Euphorie Uniform und Geld an. Eine mickrige Entschädigung, dachte er, dafür, dass ich in Frankreich hätte verrecken können!

„Im Mannschaftsquartier Nummer Drei kannst du dich umziehen, Soldat“, sagte der Offizier noch.

Hans wollte so schnell als möglich wieder nach Hause, auf den Hof, zu Maria.

Und doch, eine neue Ausgehuniform anziehen, eine neue Koppel umbinden, das hatte einen gewissen Reiz.

Er ging ins Mannschaftsquartier und sah in einen halbvollen Raum. Wie viele sind wohl gefallen, dachte er. Seine verbliebenen ehemaligen Frontkameraden zogen bereits die neue Uniform über.

Plötzlich sagte einer, Gotthilf Layrer hieß er, in das muntere Geplapper im Quartier, übertrieben laut und für alle hörbar: „He, Hattelfinger, geht’s dir wieder gut. Als du verletzt auf der Trage lagst hattest du die Uniform verpinkelt. Jetzt gibt’s eine neue.“

Hans Geyer wurde rot im Gesicht und spannte die Muskeln. Ein anderer Soldat kam einer Keilerei zuvor: „Halt dein blödes Mundwerk, Layrer! Wir hier im Raum haben das Schlamassel überlebt, da red keiner Blödsinn, auch du nicht, Layrer! Und schon gar nicht gegen uns selbst!“

„Dich merk ich mir, vergiss das nie“, sagte Hans Geyer noch, dann lehnte er sich auf der Holzbank sitzend zurück an die kahle Wand. Er schloss die Augen, sein Kopf fühlte sich wie betäubt. In der Pubertät hatte er bereits eine Phase, in der er ohne erkennbaren Grund das Bett nässte. Mal in einer kalten Winternacht, mal im Sommer. Warum auch immer, er konnte es sich nicht erklären und fühlte immer noch das nasse Schlafhemd. In ihm kroch das Gefühl der Angst wieder hoch, dass es jemand bemerken würde und die Schande auffallen würde.

Nie wieder wird mir etwas passieren was mich beschämt. Nie wieder! Das schwöre ich mir jetzt. Ich werd mich zukünftig eisern im Griff haben! Was immer auch geschehen mag.

Eine Weile noch schaute er auf den Boden, dann zog er die Uniform über. Erst zurückhaltend, langsam, dann immer schneller. Sein Gesicht verriet entschlossene Verbissenheit.

Und plötzlich: Aus Kriegsverlierern, aus geschlagenen Kämpfern, wurden innerhalb weniger Minuten, durch neues Tuch und Abzeichen, dünkelhafte, selbstbewusste Männer.

Die Ordonanz riss die Türe auf und der Kommandant trat ein. Er verlas die Namen fast aller Anwesenden und ließ sie antreten. Der Kommandant sprach laut vernehmbar:

„Soldaten, stillgestanden! Zuerst bekommen alle die im Kriege gegen die Feinde gekämpft haben, für Tapferkeit und Treue die Ehrenmedaille unseres Wilhelm König von Württemberg!“

Jeder bekam mit der silbernen Medaille einen kräftigen Händedruck. Nach einer Kunstpause fuhr er mit seiner Ansprache fort:

„Soldaten. Den Verwundeten in den Diensten des Vaterlandes wird heute als besondere Anerkennung ein neues Abzeichen verliehen. Es soll diejenigen auszeichnen, die im hehren Kampf für unser Vaterland verletzt wurden!“

Er heftete den angetretenen Männern eine schwarze Blechmedaille mit Eichenlaub und Stahlhelm an die linke Brusttasche, schlug die Haken zusammen und marschierte aus dem Mannschaftsquartier.

„Dieses Verwundetenabzeichen sieht verdammt gut aus. Eine kleine Entschädigung für unser im Feindesland zurück gelassenes Blut. Zu Hause kommen beide Abzeichen neben meinen Orden dran“, schrie einer durch den Raum und hielt Tapferkeitsmedaille und das Verwundetenabzeichen wie erstrebenswerte Trophäen in die Höhe. Ein andere fragte lautstark: „Ich hab mein Eisernes Kreuz dabei, wer heftet es mir an?“

„Wir treffen uns in den Fischerstuben, die haben das kräftigste Bier“, wurde als Losung ausgegeben.

Hans schaute in den Spiegel auf der Toilette und empfand, dass auch er gut aussehe. Aufrecht, mit stolz geschwellter Brust ging er aus der Kaserne.

Die Hundert Mark Entlassungsgeld wollte er sparen. Er marschierte, so schnell es seine Verletzungen zuließen, nach Hattelfingen zurück.

Er lief immer schneller, die Nachmittagssonne zeichnete bereits lange Schatten. Wenn schon eine neue Uniform, dann volle Breitseite der Anerkennung, sagte er zu sich. In Hattelfingen sollen sie mich bewundern. Ja, der Barbier soll meinen Bart schön rasieren. Besser ist, Sold für Barbier und nicht Sold für viel Bier, wie es die Kameraden in den Fischerstuben belieben, dachte Hans und freute ob dieser gelungenen Phrase.

Hans war nie ein ernsthafter Freund des Frisörs gewesen, der, weshalb auch immer, nicht zum Militär hatte einrücken müssen. Obwohl gerade im Feld, wegen der besseren Dichtigkeit der Gasmasken, ständig glatt rasierte Barthaare, und kurze Kopfhaare wegen der Läuse erforderlich waren. Drückeberger, dachte Hans Geyer. Man kannte sich im Dorf und man grüßte sich, nicht weniger aber auch nicht mehr.

Der Frisör war ihm zu sehr „Dorfquassler“, einer der über alles redete, über jede und jeden. Kein Kommentar war dem Haarschneider zu simpel, keine Plattheit zu primitiv. Darüber hinaus machte sich der Frisör überall wichtig, beim Gesangverein Germania legte er als Notenwart Texte, Partituren und Noten auf das Pult, allen Männern vom Kraftsport Verein durfte er vor Sportfesten die Haare schneiden und mit Rosenwasser einreiben und im neu gegründeten Fußballclub stand er bei jedem Heimspiel als Sanitäter an der Außenlinie.

Dies alles war Hans zu viel der Postenhascherei und dennoch, heute, dieses eine Mal, in eine neue Uniform gekleidet, wollte er sich seinen Bart akkurat vom Frisör stutzen lassen.

Wenn Eitelkeit neue Nahrung erhält, können helfen Uniformen vorhandene Aversionen überwinden. Dies zeigte sich auch in Hattelfingen.

„Soll ich neben dem Bart auch die Kopfhaare schneiden, Hans? Du hast wieder eine solch schöne Uniform, da muss auch deine Frisur dazu passen!“ fragte der Frisör in einer Stimmlage die nach Honig und Reifenschmiere klang.

„Frisör, du weißt, mein Lohn als Knecht ist nicht gerade üppig, doch heute, ja, heute ist ein besonderer Tag.“

Der geht wirklich behutsam zu Werke, dachte Hans. Er hatte für sich selbst ein schlechtes Gewissen. Kostet doch viel Geld, überlegte er weiter, während der Frisör sein ganzes Können in die Waagschale warf.

Vielleicht kommt Hans dann zukünftig öfter und schnippelt nicht jeden Sonntagmorgen selbst vorm Spiegel, dachte der Frisör. Ich könnt ja noch ein paar Kunden mehr bedienen.

„Gefällst du dir mit fein geschnittenen Haaren und glatt rasiertem Kinn?“, fragte er Hans.

„Ja, Frisör, das hast du gut gemacht. Passt wirklich alles.“ Hans schaute zufrieden in den Spiegel und schritt Sekunden später aufrecht, mit erhobenem Haupt durchs Dorf, die Uniformmütze kokett unter den Arm geklemmt.

Es sind deutlich weniger Leute auf der Straße wie seinerzeit als ich den Krieg zog und das ganze Dorf Spalier stand, stellte Hans enttäuscht fest. Einige entdeckten den stolzen Hans dann doch und grüßten den gutaussehenden Mann in seiner Uniform.

Zu Hause, in seiner Kammer holte er sein Eisernes Kreuz aus der Schatulle. Er betrachtete es sehr lange, die Vorderseite mit dem mittig angelegten großen W, dem Initial des Kaiser Wilhelms, dann die Rückseite mit Stiftungsjahr und Eichenzweig. Er streichelte liebevoll über den Silberrand. Vorsichtig heftete er sich den Orden an. Dann blickte er forsch in den Spiegel, bemerkte, dass er leicht schräg auf der linken Brusttasche über seinem Verwundetenabzeichen hing und legte noch mal neu an. „Wenn schon, dann akkurat“, sagte er leise aber bestimmt vor sich hin.

Wenig später stand er vor Maria und der Bäuerin: „Hei, Hans“, entfuhr es der Bäuerin, „bist wieder ein strammer Bursch“, und Maria war vor Bewunderung sprachlos.

Dass Selbstbewusstsein, das sich auf Äußerlichkeiten aufgebaut nie lange anhält, erfuhr umgehend auch Hans Geyer. Am nächsten Morgen, in den grob gewobenen, leinenen Arbeitskleidern des Knechtes, mit derben Stiefeln und blauen Arbeitsschurz, kamen Zweifel in ihm auf. Neue Uniform, schön, ja. Kriegsverlierer, nein! Knecht beim Kopfbergbauern oder doch Uniformierter? Hans Geyer war gespalten, Knecht oder Soldat? „Vielleicht werd ich selbst mal Bauer?“ wünschte er laut vor sich hin.

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