Was danach (mal wieder) als gesichert gilt, ist, dass die ganze Familie im August 1870 den Ort Wichita in Kansas erreicht hatte. Einer später nach Abilene boomenden Treibherdenstadt für Rinder, in der u. a. auch der berühmt gewordene Gesetzeshüter Wyatt Earp 1874 den Stern des Gesetzes tragen sollte. Sechs Meilen außerhalb der Stadt baute William Antrim eine kleine Hütte und betätigte sich als Farmer, während Catherine die örtliche Wäscherei in der North Main Street betrieb und über die der „ Wichita Eagle“ 1870 schrieb:
„ Die städtische Wäscherei wird von Mrs. McCarty geführt, die wir allen empfehlen, die saubere Wäsche haben möchten.“
Kiecksee, „DIE BILLY THE KID STORY“, S.9
Catherine McCarty war, wie viele irische Frauen, eine starke Persönlichkeit gewesen. Wenn es die Zeit zuließ, unterrichtete sie ihre beiden Söhne, war Geschäftsfrau, einer der Gründungsväter (in diesem Falle Mütter) von Wichita gewesen, engagierte sich darüber hinaus in der Stadtpolitik und nahm dabei an verschiedenen Sitzungen in der McAdam's Hall teil. Sie erwarb sich einige Immobilien, sowie 160 Acres Land für 1,25 Dollar den Acre, wobei sie die Summe von 200 Dollar in bar bezahlte. Antrim gab, um ihren Anspruch auf Land zu unterstützen, eine eidesstattliche Erklärung ab, worin er u. a. festhielt, dass er Catherine McCarthy bereits seit sechs Jahren kenne und dass sie und Ihre Söhne amerikanische Staatsbürger seien. Sollte diese Aussage stimmen, dann könnten er und Catherine sich im Jahre 1864, nach dem Tod ihres ersten Mannes, 1863 in New York, im besagten Indiana kennengelernt haben, vom zeitlichen Ablauf her wäre dieses zumindest stimmig.
1871 jedenfalls schlug das Schicksal erneut unbarmherzig zu, denn bei Catherine wurde während eines Arztbesuches die Tuberkulose oder auch Schwindsucht diagnostiziert, eine zu dieser Zeit unheilbare und in der Regel rasch tödlich verlaufende Krankheit. Ob sie diese bereits in New York in sich trug oder sich erst später mit ihr infiziert hatte, bleibt dabei reine Spekulation, aber ihr Leben und das ihrer Kinder sollte sich fortan grundlegend ändern. Sie verkaufte ihre Wäscherei und ihre Häuser, verließ vorerst auch William Antrim und zog Ende Juni 1871 zusammen mit ihren Kindern aus Wichita fort, und zwar nicht etwa in das schon besagte Coffeeville, wo die Daltons ihr unrühmliches Ende fanden, sondern in das hoch gelegene Denver in Colorado, wo das trockene Klima eine Besserung ihrer Gesundheit bewirken sollte, ähnlich die des legendären Revolverschützen John Henry „Doc“ Holliday, der ebenfalls jahrelang an der Tuberkulose gelitten hatte und der sich ebenfalls nach Colorado wandte, wo er schließlich 1887 friedlich in einem Bett des Sanatoriums von Glenwood Springs an seiner Krankheit verstarb. Solch ein Schicksal sollte Catherine allerdings vorerst erspart bleiben. Bereits ein Jahr später zogen sie und ihre Söhne weiter nach dem Süden, in das 1850 gegründete Territorium von New Mexiko, wo ein wärmeres und trockeneres Klima vorherrschte und wo sie sich in Santa Fe niederließen. Dort tauchte schließlich auch William Antrim wieder auf und die Folge dieser erneuten Zusammenkunft war, dass sich beide am 01. März 1873 in der ersten presbyterianischen Kirche von Santa Fe das Jawort gaben, wobei u. a. Joseph und Henry als Trauzeugen fungierten.
Kurz nach der Hochzeit zog die ganze Familie zu der kleinen Bergbaustadt Silver City im äußersten Südwesten New Mexikos, zwischen den Ortschaften Lourdsburg und Las Cruces, die zu der Zeit überwiegend von Angloamerikanern bewohnt gewesen war. Dort konnten, so Catherines Wunsch, die beiden Söhne endlich regelmäßig zur Schule gehen. Ihr Mann William würde dort eine bodenständige Arbeit finden und das heiße, trockene Klima in der Region würde am Ende für eine Verbesserung ihrer angeschlagener Gesundheit sorgen. Doch am Ende sollte, wie so oft im Leben, alles ganz anders kommen.
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