Michael Nolden - SAVANT - Flucht aus Niger 3
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Eddie mustert mich, äußert sich jedoch nicht.
»Nach ein paar Tagen rief er mich an. Es gehe um einen Jungen in seinem Heimatdorf, meinte er. Er wolle ihn mir zeigen. Es sei dringend. Am besten machten wir uns gleich auf den Weg.« Ich schildere meinem – ich denke – unfreiwilligem jungen Begleiter die lange Fahrt mit einem alten Geländewagen, den Benoît für viel zu viel Geld gemietet hatte. »Geld, das er eigentlich nicht besaß. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Dorf, nach einer Reise ins Landesinnere. Den ganzen Tag waren wir unterwegs gewesen. Benoît wurde sofort empfangen. Zwei aufgeregte Frauen zogen ihn zu einer Ansammlung von Hütten und einer Reihe von Grünpflanzen dahinter. Nichts Besonderes, keine richtige Oase. Nur Wasserlöcher. Selbst gegraben, mit schmutzigem Wasser, eine lehmige, schlechte Brühe. Bis auf eines. Die Frauen weinten. Vor dem letzten Wasserloch hatten ein gutes Dutzend Frauen Aufstellung genommen. Wie eine Phalanx, in Doppelreihe. Ein Mann schrie sie lautstark an. Der Hausa tigerte vor den Frauen auf und ab, drohte ihnen mit der Faust und stieß manchmal auch gegen eine von ihnen. Aber jede, die er schubste, tat sogleich einen Schritt nach vorn und demonstrierte Stärke. Ihre verkniffenen Mienen zeugten von großer Angst. Lange hätten sie das Spiel nicht mehr mitgemacht. Bei unserer Ankunft drehte sich der Mann um. Benoîts bedeutungsvoller Auftritt ließ ihn zurückweichen. Ein Mann in Anzug und Schlips in dieser Gegend? Offizielle sind in Niger, das kann ich bestätigen, selten ein gutes Omen. Die Frauen schienen aufzuatmen. Sie traten beiseite. Jetzt erst sahen wir noch zwei Frauen am Boden knien und jeweils mit einem Arm in die Grube hinuntergreifen. Sie rührten sich nicht von der Stelle. Sie hielten einen Jungen fest, zogen, schafften es nur nicht, ihn hochzuziehen. Von dem Jungen kam kein Laut. Er hing wie eine Puppe in ihren Fingern. Benoît half ihnen. Er packte das Kind an den Schultern und hievte es nach oben. Ich werde – ich werde niemals dieses Häufchen Elend vergessen. Benoît wechselte einige Worte mit den jetzt völlig hysterischen Frauen. Wie es sich herausstellte, hatte der Mann, der Vater ...«
[Eddie Trick]
»... versucht, den teilnahmslosen Jungen zu ertränken. Ersäufen!«, sagt Nathalie in tiefe Bitterkeit versunken.
Für den Vater sei das Kind ein nutzloser Nachkomme gewesen. Ein überflüssiger Esser, also eine Gefahr für das Leben in einem ärmlichen Dorf. Ein Sohn, der niemals heiraten, die Familie vergrößern oder für den Unterhalt der Familie sorgen würde. Ein körperliches Verderbnis, ein lebendig gewordener Makel. Der Vater sei deshalb angefeindet worden. Wie könne ein Mann ein solches Kind in die Welt setzen? Was hatte er angestellt? Wer hatte ihn verhext? Oder die Mutter? Dann hatte sich seine Absicht im Dorf verbreitet. Ein Ende mit Schrecken! Besser als ein Schrecken ohne Ende! Er hatte den Jungen aus der Hütte gezerrt, Frauen der Familie, die Mutter, niedergeschlagen! Aber es hatte sich etwas Unerhörtes ereignet! Andere Frauen widerstanden ihm. Die Tanten, die Mutter, eine Großmutter kam hinzu, von blauen Flecken gezeichnet. Und sie wehrten sich! Als Benoît Moussa die Nachricht um den Zustand des Kindes zuteil geworden war, über eine Stafette von Händlern aus der Gegend, die eine Strecke bis nach Niamey bereisten, hatte er rasch einen simplen Plan bei der Hand. Mich zu rufen. Hinfahren. Das Schlimmste verhüten. Der Vater floh. Beschämt, erniedrigt von Frauen! Kaum zu glauben! Moussa suchte das Gespräch mit dem Rest der Familie.
»Ich kümmerte mich um den Jungen. Was nicht leicht war, denn jede Fürsorge wurde mit Angst beantwortet. Er schrie nicht. Das kam später. Er wimmerte. In einer endlosen furchtbar traurigen Melodie. Sie wurde erst unterbrochen, wenn eine Entkräftung einsetzte. Atemlosigkeit. Durst. Seine Verletzlichkeit rührte mich. Seine Blindheit zu erkennen, dazu brauchte es nicht viel, keinesfalls einen Experten.« Nathalie denkt nach. Sie blickt in weite Ferne, weit, weit zurück. »Benoît bot mir an, den Jungen der Familie abzukaufen. Für einen Monatslohn.«
Meine Augen weiten sich vor Bestürzung.
»Ein nigrischer Monatslohn.« Ein Nicken unterstreicht ihre Feststellung. »Im Vergleich zum Rest der Welt, besonders Europa oder die Staaten, ist das ein Geschenk. Sie schenkten mir praktisch den Jungen für das berühmte Butterbrot.« Ihre Stimme erstickt. Sie hustet.
Eine Staubwolke hüllt uns ein. Wir passieren eine trockene Senke, fahren rund zwanzig Meter weiter eine Anhöhe hinauf, der eine stetige Berg- und Talfahrt folgt. Ein Gefühl wie auf einem Schiff macht sich in meinem Bauch breit.
»Zuerst«, erzählt Nathalie weiter, »fand ich keinen Zugang zu ihm. Über gar nichts. Ich fürchtete, ihn zu verlieren. Er aß so gut wie nichts. Trank kaum. Nach einigen Monaten, ich hatte ihn offiziell adoptiert, fiel mir ein Bericht in die Hände. Ich erhalte immer noch Nachrichten von früheren Kommilitonen. Darin hieß es, man trainiere Affen zur Pflege von Behinderten und Autisten. Von Hunden zu diesen Zwecken wusste ich. Blindenhunde, klar! Aber Affen?«
Sie redet schneller. Sie informierte sich über das Programm und seine Möglichkeiten. Gleichzeitig konzentrierte sie mehr Zeit auf den Jungen. Ein halbes Jahr darauf zeigten sich kleine Erfolge. Auf die Ängste folgte eine wachsende Liebe, ihre, später die von Pascale, der sogar den neuen Namen zu schätzen lernte und den alten offensichtlich vergaß – der ohnehin nur als Beschimpfung verwendet worden war. »Ungefähr zu der Zeit begannen mich die Hausa Geisterfrau zu nennen. Die auf den blinden Jungen, mit der seltsamen Art zu sprechen, aufpasst.«
Ich freue mich über das plötzlich aufblitzende Lächeln.
»Ziemlich genau anderthalb Jahre nach der Adoption traf Zet in Niger ein.«
Der Pavian hebt den Kopf. Die sofortige Reaktion ist bemerkenswert. Nathalie tätschelt beruhigend meine Hand.
»Er hat das beste Gehör aller drei Affen. Mit ihm fing das Training erst richtig an. Für die Schule blieb da gar keine Zeit mehr. Antoine hat mir viele meiner hauptsächlichen – die beruflichen Pflichten abgenommen. Meine anderen Kollegen ...« Neuerlich taucht sie in Schwermut ab. »Ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist. Ob es ihnen gut geht? Ob sie noch leben?« Danach fällt Nathalie in ein unangenehmes Schweigen.
»Das war erst einer«, erinnere ich sie. »Pascale.«
Ein grüblerischer Ausdruck legt sich über ihr Gesicht. »Ja, Pascale«, meint sie nach einer kleinen Weile. »Sieben Jahre hat es gedauert, bis der Junge diesen Entwicklungsstand erreicht hat und er ein Potential entwickelte, wie ich es niemals ...« Mitten im Satz wendet sie den Kopf und sagt etwas, das ich nicht sogleich begreife. »Pascale, du musst auch ...«
[Nathalie Pagnol]
»... schlafen! Glaubst du, ich merke nicht, dass du lauschst? Das ist keine Bitte. Kein guter Rat. Zet und du, Claude, Vau und Ix, ihr alle müsst schlafen. Versucht noch zu schlafen.« Wie vermutlich viele Mütter sitze ich dem Drang der Wiederholung auf, in der Hoffnung, damit sorgenvoller zu wirken und eindringlicher für das kindliche Gemüt zu sein.
Eddie schickt verwunderte Blicke zwischen uns hin und her.
Antoine macht mit der Handfläche eine kreisende Handbewegung auf Claudes Kopf, unser Zeichen für Schlaf. Die Jungen gehorchen und ziehen sich in die Schatten der seitlichen Befestigungen zurück. Antoine umhüllt sie mit Decken gegen die nächtliche Kälte. Ihre Nasen schauen vorwitzig heraus. Zet und Vau sind unter den Decken anfangs noch unruhig, bis auch sie ihren Schlafplatz finden und in engem Körperkontakt zu ihren Schützlingen ruhen.
»Es funktioniert nur, wenn der Affe einen Freund in seinem jeweiligen Menschen sieht. Zet wurde hier angeliefert, begleitet von seiner Trainerin. Afrika machte ihn zeitweilig – verrückt. Die Gerüche, die Luft, Hitze, Kälte, Regen. Vielleicht wurden Urerinnerungen geweckt? Keine Ahnung. Zet ist in einem amerikanischen Zoo geboren worden. Erst nach und nach begriff er hier seine Rolle. Es ist eine Sache, den Primaten in einer künstlichen Umgebung zu dressieren und eine andere, ihn in seine Arbeitsumgebung unter realen Bedingungen zu entlassen. Normalerweise finden Annäherungen zwischen Affe und Schützling schon während des Trainings statt. Aus nachvollziehbaren Gründen war mir das nicht möglich. Der Aufenthalt der Trainerin drohte zu lange zu dauern. Zu teuer für mich. Das Geld.« Ich grinse unverschämt. »Ich hatte es meinem Vater für ein Auto abgeschwatzt. Ein Auto besitze ich in Niger bis heute nicht.« Die Berührung, seine Hand in der meinen, spüre ich mit einem Mal wieder, als hielten wir uns erst seit Sekunden. Seine Hand ist trocken, kühl, der Griff ist aufmerksam, nicht zu fest. Ich freue mich darüber, ihm aus meiner Vergangenheit zu erzählen. »Claude. Er kam zu mir, als hinter vorgehaltener Hand über die Frau mit dem seltsamen Jungen getuschelt wurde. Einmal nicht die Geisterfrau. Aber seltsam. Die Frau, die mich in Begleitung weiterer Frauen aufsuchte, war weithin bekannt. Wenn von der Targia gesprochen wurde, konnte nur sie gemeint sein. Saloua war beeindruckend. Sie verschaffte sich ein Bild von unserer Schule. Niemand, am allerwenigsten ich, hätte gedacht, dass sie einen Jungen in meine Obhut geben wollte. Pascale war damals drei Jahre bei mir. Claude, wie ich den neuen Jungen nannte, erinnerte mich in seinem Verhalten an Pascale. Bloß war er nicht blind, sondern taub. Er war nur wenig aufgeschlossener, konnte rudimentär lesen und benutzte eine Zeichensprache, die nicht mit den gängigen Ausdruckformen übereinstimmte. Ich beherrschte selber die echte Gebärdensprache nicht, lernte sie gemeinsam mit Claude, in dem Maße, wie er gleichzeitig, wenn auch langsamer, seine Fähigkeiten im Lesen perfektionierte. Pascale und Zet wurden mit in diese Abläufe integriert. Mit dem Lernprozess entwickelte sich eine Verbindung, die ich so nicht vorhergesehen hatte.«
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