Solange die Temperaturen noch kalt waren, trugen sie ihre Winterkleidung; die Männer lange Hosen und Jacken aus Fellen, mit dem Pelz nach innen und die Frauen bodenlange Kleider aus dem gleichen Material.
Als es aber immer wärmer wurde, wechselten sie ihre Kleidung. Die Männer trugen nun einen Lendenschurz und eine kurze Weste aus Leder; später nur noch den Lendenschurz. Die Frauen trugen kurze, wie eine Tunika aussehende Kleider. Um ihre Beine vor dem dornigen Gestrüpp zu schützen, trugen alle eng anliegende gamaschenartige, bis über die Knie reichende Beinlinge, die mit einem Riemen an den Gürteln befestigt waren und dazu mokasinähnliche Schuhe aus Leder.
Einen knappen Mondzyklus nach ihrem Aufbruch waren sie auf eine andere große Gruppe von Menschen ihrer Art gestoßen, die neben der Jagd in den Bergen auch vom Meer lebte. Diese Menschen sammelten Muscheln am Strand und angelten von kleinen, runden, aus Reisig Geflecht und Tierhäuten hergestellten Booten nach Fischen in den Buchten dieser Küste.
Während des Aufenthalts bei diesen Menschen verliebte sich der immer fröhliche En in eine der jungen Frauen dieser Sippe und sie sich in ihn. Sie hieß Mona, war 16 Jahre alt und ihm in ihrer Art sehr ähnlich. Schon am Abend ihrer Ankunft hatten sich die beiden immer wieder scheue Blicke zugeworfen, sich aber zunächst nicht getraut, miteinander zu sprechen. Erst am zweiten Tag hatte sie Ens Nähe gesucht und er hatte ihr ausführlich von ihrer Absicht erzählt, eine neue Heimat weit im Norden zu finden.
Mona hatte weniger seinen Worten zugehört, als mehr auf seine Stimme gelauscht und seine Begeisterung gespürt. Sie verspürte selbst eine unbändige Lust, ebenfalls an diesem Abenteuer teilzunehmen. Das Wichtigste aber war für sie, mit En zusammenzubleiben.
Vorsichtig versuchte sie, das En klar zu machen, indem sie ihm tief in die Augen sah. Dabei lächelte sie ihn bedeutungsvoll an und ließ all ihren weiblichen Charme spielen. Sie wollte ihn ermuntern, sie endlich zu umarmen oder zu küssen oder sonst etwas zu tun, um auf ihre Annäherungsversuche einzugehen.
En war aber, bei all seiner Fröhlichkeit und Unbekümmertheit, genauso wie Kaar, Mädchen gegenüber etwas schüchtern.
Er wollte ja, aber er wusste nicht, wie er es anstellen und den Anfang machen sollte.
Als er auch am zweiten Tag noch nicht einmal für längere Zeit ihre Hand hielt, sondern sie, sobald sie sich berührten, sofort wieder losließ, fragte Mona am Abend ihren Vater um Rat.
Ihre Mutter war schon vor Jahren bei der Geburt ihres kleineren Bruders gestorben und ihr Vater hatte sich keine neue Gefährtin genommen, sondern zog seine beiden Kinder mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen alleine groß.
Seine erste Frage war deshalb: „Liebst du ihn?“
Ohne auch nur den Bruchteil einer Sekunde zu zögern, antwortete Mona: „Ja.“
„Und liebt er dich auch?“
Mona zögerte einen Moment und antwortete dann: „Ich glaube ja.“
„Das glaube ich auch“, murmelte ihr Vater verständnisvoll lächelnd.
„Ich habe euch in den letzten beiden Tagen beobachtet. So wie En dich ansieht, wie er rot wird, wenn du ihn ansprichst und wie er dich mit den Augen verschlingt, sobald er glaubt, dass du es nicht merkst, denke ich auch, dass er dich liebt. Ich glaube, Mona, der junge Mann ist Mädchen gegenüber einfach nur schüchtern, vielleicht gerade, weil er dich liebt.“
„Was soll ich nur tun?“
„Du musst die Initiative ergreifen und ihn verführen.“
Mona riss überrascht die Augen auf, starrte ihn mit offenem Mund an und wurde dunkelrot.
„Das ist nicht dein Ernst. Ich soll ihn verführen?“
„Weißt du, deine Mutter war auch schüchtern, als ich sie kennenlernte. Ich habe sie erst verführen müssen, um sie als Gefährtin zu bekommen. Außer deinem schönen Aussehen hast du eigentlich wenig von ihr geerbt. Du bist mehr wie ich, abenteuerlustig und draufgängerisch.“
Mona hatte inzwischen ihren ersten Schock über seinen Vorschlag überwunden.
„Wie hast du das gemacht?“
„Nun, ich habe das gut vorbereitet. Ich habe ein Fest abgewartet und am Tage des Festes einige warme und weiche Felle in einem lauschigen Versteck deponiert. Dann habe ich ihr auf dem Fest tief in die Augen gesehen, ihre Hand genommen und sie von dem Fest fort in dieses Versteck geführt. Dort wurden wir dann ein Paar und sie hat es nie bereut. Ich bedauere sehr, dass sie so früh gestorben ist.“
Mona wusste, dass ihr Vater, auch nach so vielen Jahren, immer noch um ihre Mutter trauerte, und wollte ihn eigentlich nicht weiter bedrängen. Aber inzwischen faszinierte sie die Vorstellung, En zu verführen.
Mit einem verschmitzten Lächeln fragte sie ihn deshalb: „Ihr geht doch morgen mit den Besuchern auf die Jagd in die Berge, nicht wahr?“
„Ja“, antwortete Ihr Vater mit einem wissenden Grinsen im Gesicht.
„Und wenn wir von der Jagd zurückkommen, feiern wir ein Fest. Das wird deine Gelegenheit.“
Mona fiel ihrem Vater mit einem fröhlichen Jauchzen um den Hals. „Danke für diesen Rat.“
„Ich hoffe, du weißt, was du tust und wirst glücklich mit ihm.“
Am nächsten Morgen brachen die Jäger, auch Kaar, En und ihre Freunde, bereits beim ersten Morgengrauen zur Jagd auf und kehrten am späten Nachmittag zurück. Sie hatten einen Rothirsch und zwei Hirschkühe erlegt. Gut gelaunt kamen sie bei der Höhle an.
Mona erwartete ihre Rückkehr voller Ungeduld und mit laut klopfendem Herzen.
Sie hatte eine Lieblingsstelle am Strand, zu der sie sich immer zurückzog, wenn sie einmal alleine sein wollte. Es war eine kleine halbkreisförmige Bucht mit einem schönen Sandstrand. Dorthin hatte sie im Laufe des Tages mehrere Felle gebracht und hinter einigen großen Steinen versteckt.
Als das Fest an diesem Abend begann, setzte sie sich neben En und nahm seine Hand. En hielt für einen kurzen Augenblick die Luft an, dann dreht er seine Hand um, umschloss ihre kleine Hand mit seiner eigenen und hielt sie fest. Mona lächelte zufrieden.
Das Fest nahm seinen Fortgang, und als ihr Vater gerade die Aufmerksamkeit der anderen mit einer spannenden Geschichte ablenkte, stand sie leise auf, hielt Ens Hand fest und zog ihn aus dem Kreis der um das Feuer versammelten Menschen.
Leise führte sie ihn zum Strand. Es war eine helle Mondnacht und das Mondlicht glitzerte auf den kleinen Wellen des Meeres. Das Licht des Mondes fiel sanft in ihre Bucht. Mona holte die Felle aus dem Versteck und breitete sie auf dem Sandstrand aus. Dann trat sie vor En, stellte sich auf die Zehenspitzen, legte ihre Arme um seinen Hals, zog seinen Kopf etwas hinunter und küsste ihn.
En war zwar etwas schüchtern, aber auf den Kopf gefallen war er nicht.
Als Monas Hände unter sein Lederhemd glitten und sanft seinen Rücken streichelten, griff er an den Lederriemen, der ihr Kleid am Hals zusammenhielt, löste den und schob ihr das Kleid über die Schultern nach unten.
Nackt stand sie im Mondlicht vor ihm und En betrachteten sie fasziniert. Mona hatte dunkles, gelocktes Haar, eine dunkle braune Hautfarbe - etwas heller als seine eigene - große birnenförmige Brüste mit sehr dunklen Vorhöfen und großen, fast schwarz wirkenden Nippeln, die jetzt erigiert nach vorn standen.
Als er seinen Blick weiter nach unten wandern ließ, blieb ihm fast die Luft weg. Zwischen ihren langen, geraden und schön geformten Schenkeln kräuselte sich eine Fülle schwarzer Haare.
En konnte nicht anders. Er schob seine rechte Hand flach nach unten zwischen ihre Schenkel und begann diese Fülle schwarzer Haare zu kraulen. Mona seufzte wohlig.
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