Til Erwig - DIE ROLLEN MEINES LEBENS
Здесь есть возможность читать онлайн «Til Erwig - DIE ROLLEN MEINES LEBENS» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:DIE ROLLEN MEINES LEBENS
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 80
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
DIE ROLLEN MEINES LEBENS: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «DIE ROLLEN MEINES LEBENS»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
DIE ROLLEN MEINES LEBENS — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «DIE ROLLEN MEINES LEBENS», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
28 28 Erschwerend kamen gesundheitliche Probleme bei ihr hinzu. Ein Gelenkrheuma, ausgelöst durch die vielen kalten Tage und Nächte während der Flucht. Immer wieder war sie gezwungen, Vorstellungen im Theater abzusagen. Das frühe Karriereende zeichnete sich ab. Auch in finanzieller Hinsicht eine Katastrophe. Denn Schauspieler waren und sind, mit wenigen Ausnahmen, immer Hungerleider am Rande der Existenz. Und Papa, obwohl Staatschauspieler und Regisseur, kam über die tausend D-Mark Grenze nicht hinaus. Insofern ging das Wirtschaftswunder an uns ziemlich vorüber. Für uns Kinder spürbar. Wie werde ich von anderen Kindern gesehen? Was für ein Fahrrad „reite“ ich? Til und Tom Kriegen wir eine elektrische Eisenbahn? Wie steht‘s mit amerikanischen Jeans? Eine echte stonewashed Levis?! Wir Schauspielerkinder konnten nicht mithalten, bestenfalls mit ´reifeln`. Für Mama wurde es Zeit, sich einem neuen Berufszweig zuzuwenden. Immer schon war sie in ihre Bücher verliebt gewesen. Was für ein Schmerz, dass ein großer Teil den Brandbomben in der Kurfürstenstraße zum Opfer gefallen war und die wenigen Exemplare, die nicht verbrannten, von Löschwasserflecken gezeichnet waren und nach Ruß und Qualm rochen. Zu denen gehörten Gedichte
29 29 von Gottfried Benn und Roland Betschs „Die sieben Glückseligkeiten“, die beide noch heute meine Bücherwand zieren. Geschichten aus der neuen Wirtschaftswunderwelt gab es genug zu erzählen. Das kulturelle Leben erwachte wieder: Lesungen, Vortragsabende, Theaterpremieren, Kinofilme aus Amerika, noch in Schwarzweiß. Und immer durfte die gestrenge Kritikerin alias Mama eine zweite Person mitnehmen, kostenlos natürlich. Tilman ging mit, sehr oft. „Das große Treiben“ hieß ein Western aus den USA, in dem tausende Rinder über weite Strecken des Landes getrieben wurden. Viele überlebten das Treiben nicht, wurden von bösen Männern, die lieber Schafe züchten wollten, vergiftet. Aber die Guten, die supersauber gewaschenen und prima geschminkten Cowboys mit ihren hellen Hüten, brachten die überlebenden Tiere gut in die nächste Stadt und damit zur Schlachtbank. Wie Mamas Kritik ausfiel, weiß ich nicht mehr, aber meine Begeisterung für die tollen Reiter mit ihren Lassos und Revolvern war grenzenlos. Wer wollte nach so einem Film nicht Cowboy werden? Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ waren sehr angetan von Mamas Filmbeurteilungen und zeigten sich deshalb auch an anderen Geschichten interessiert. Lola Erwig, die in Karlsruhe immer noch verehrte Schauspielerin, wurde zur festen Mitarbeiterin und durfte unter dem Kürzel „e.l.“ über Jahre hinweg das Feuilleton der Zeitung mitgestalten. Der „Hundebriefkasten“ war ebenerdig gleich neben dem Haupteingang der BNN installiert. Ich habe mich immer vor ihm geekelt, da Vierbeiner dort gern ihr Bein hoben, was ihm schließlich den Namen gab. Mamas Artikel, die ich per Fahrrad, oft auch zu später Stunde, hinbrachte und einzuwerfen hatte, waren in diesem Kasten dennoch sicher verwahrt. Nach dem Mittagessen am Tag darauf durften wir Kinder dann den ausgeschnittenen Artikel begutachten (sobald Mama die Zeilen abgezählt hatte, wegen des Zeilenhonorars). Oft wurde er auch vorgelesen. Mit vollem Bauch hörten wir
30 30 andächtig zu. Auch Papa. Es sei denn er war mit einer wichtigen Rolle oder Inszenierung beschäftigt und im Geiste gar nicht zu Hause. Eine Künstlerehe ist wie die berühmten zwei Seiten einer Medaille. Eine bürgerliche Ehe übrigens auch. Nur dass bei Künstlern, insbesondere bei den Schauspielern, so schien es mir damals, jedes Problem intensiver, dramatischer, lauter diskutiert wurde. Tränenreich mit Bitten und Beschwörungen, je nachdem, wer im Stück Ankläger oder Beschuldigter war. Das hatten die Elternteile gut herausgearbeitet im Laufe der Jahre, mit viel Fleiß und erheblicher Disziplin auf beiden Seiten. Über Disziplin im Privatleben hatte Papa übrigens eigene Vorstellungen. Aber das ist eine andere Geschichte. Für Tom und mich drehte sich die Erde ungerührt weiter. Wichtig, vorrangig: der Kindergarten. Ein englischer! Zukunftsorientierte Eltern (oder welche, die viel zu viel arbeiten) hatten ihre Sprösslinge dort angemeldet, damit sie mit der Zeit gingen und die wichtigste Fremdsprache lernten. Nämlich die, die Sieger sprachen: Englisch. Einleuchtend, dass ich mich auch heute noch nicht davon abhalten lasse, mindestens einmal im Jahr zur Winterzeit ein Weihnachtslied in Fremdsprache zu singen. Good King Wenceslas looked out, On the Feast of Steven, When the snow lay round about, Deep and crisp and even. Brigthly shone the moon that night, Tho´ the frost was cruel... Nicht nur der Frost war cruel, die Lehrerinnen der Schule waren es auch. Wir galten schließlich als Hitlerjugend und hatten hier bei den Siegerkindern nichts zu suchen. Aber es war halt ein Ganztageskindergarten und es gab zu essen und
31 31 trinken in Hülle und Fülle und Good King Wenceslas war schließlich auch einer von der ganz barmherzigen Sorte. Mit der Einschulung in die Volksschule hatte die Barmherzigkeit des englischen Lehrpersonals dann allerdings ein Ende. Die Amis waren großzügiger. Soldaten versorgten uns in der Südendschule mit Quäkerspeise, geschöpft mit eiserner Kelle aus riesigen, metallenen Bottichen in das von den Kindern mitgebrachte deutsche Militäressgeschirr. Ein zuckriger, wunderbarer Brei, dem oft eine Portion Vanillepulver folgte, aus dem man zu Hause auch Eis machen konnte, wenn man es konnte. Mein Vater konnte. Er hatte ein kleines Holzfässchen mit doppelten Wänden und einer Handkurbel oben organisiert. Zwischen die Wände wurde Stangeneis aus der Brauerei eingebracht, von unserer Anna zerhackt in kleine Stücke, darüber rötliches Viehsalz gestreut und dann in den inneren Raum des Fässchens das Vanillepulver geschüttet, Magermilch dazu, und fertig. Eben nicht. Dann begann die Tortur: ein stundenlanges, kraftvolles Drehen der Kurbel ist mir in Erinnerung, an dem sich die ganz Familie beteiligen musste, bis endlich, endlich das Pulver verfestigt war, sich mit der Milch verband und dieses herrliche, einmalige, ganz und gar wunderbare amerikanische Vanilleeis daraus wurde. Ihm gehört noch heute meine ganze Eisleidenschaft. Vielleicht aber auch meine Vorliebe für Süßigkeiten mit all den unangenehmen, heute gut sichtbaren Folgen rund um die Hüfte. Damals berichtete man jeden Tag Neues aus Amerika. Die erste Atombombe für zivile Zwecke in der Wüste von Nevada gezündet und in deutscher „Extra-Post“ mit imposantem Foto hochgelobt und gewürdigt. Was die um den Globus ziehende Strahlenwolke ausgelöst hat, welche Folgen es für Mensch und Umwelt haben konnte, darüber hat niemand nachgedacht. Nicht mal John Wayne, der Filmheld, der sich das Spektakel vor Ort in der Nevada Wüste ohne jegliche Schutzkleidung ansah und Jahre später an Krebs starb. Er soll allerdings auch ein starker Raucher gewesen sein.
32 32 Neben diesen Atombombenversuchen bewegten andere Großereignisse mein Schulanfängerleben. Starke Beachtung fand ein Bonbonhersteller, der mit seinem Lieferwagen, einem nach Auspuffabgasen stinkenden Dreirad, auf dem Schulhof die junge deutsche Nachkriegselite anlockte. Ein Wettbewerb wurde veranstaltet demzufolge derjenige, der sich den besten Werbespruch für die Bonbonmarke ausdenkt, mit reichlich „Guzele“ aus der schwäbischen Zuckerfabrik belohnt würde. Ich sage bewusst derjenige, denn zu meiner Schulzeit waren Buben und Mädchen getrennt, nicht in den Klassen, in den Schulen. Vielleicht hat diese fehlende weibliche Ablenkung dazu geführt, dass mir ein Werbespruch einfiel, den der Hersteller nicht übergehen konnte. Deshalb 2. Preis für den siebenjährigen Texter Tili und eine Riesenschultüte voll mit Süßigkeiten aller Art: „Karamellen die sind gut, darum steck ich’s untern Hut!“ lautete mein Slogan und er hat sicher in der Bonbonfirma für hämisches Vergnügen gesorgt. Plakatiert habe ich meine Kreation auch nirgendwo gesehen. Uns Kinder beschäftigte ohnehin anderes. Der Kontakt mit den amerikanischen Besatzungskindern wurde intensiver und teilweise freundschaftlich. Wir radebrechten uns durch Base- und Basketball, versuchten die Amis zum Fußball zu überreden (mit mäßigem Erfolg). Zu Spiel und Spaß gab es Coca-Cola, Bubble Gum und Hershey-Schokolade in Mengen. Nancy, die Tochter eines 3-Sterne-Generals, verabscheute Kaugummi allerdings und knabberte stattdessen den ganzen Nachmittag an Selleriestangen. Und ich, als deutscher Gast in der beschlagnahmten Villa in der Beiertheimer Allee, tat es ihr nach. Nancy war lustig, ein Jahr älter als ich und machte sich über ihr Aussehen offenbar keine Gedanken. Eine Nickelbrille, ähnlich wie die unserer Frau Knickhauer, und auseinanderstehende Schneidezähne verliehen ihr das Aussehen vom Hasen „Cäsar“, eine spätere TV-Erfindung von NDR Kinder- und Jugendprogrammleiter Wolfgang Buresch.
Интервал:
Закладка:
Похожие книги на «DIE ROLLEN MEINES LEBENS»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «DIE ROLLEN MEINES LEBENS» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «DIE ROLLEN MEINES LEBENS» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.