Til Erwig - DIE ROLLEN MEINES LEBENS

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Was bleibt am Ende des Weges? Schauspieler, Drehbuchautor, TV-Produzent, Ehemann und Familienvater Til Erwig stellt sich in seinem Buch DIE ROLLEN MEINES LEBENS die Frage: «War ich wirklich immer ich? Oder spielte ich das nur?» Um Antwort wird gebeten.

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22 22 Ganz so brutal war’s in Wirklichkeit wohl nicht. Du glaubst mir nicht? Du warst gerade einmal vier Jahre alt. Es ist definitiv meine Erinnerung. Bist du dir da sicher? Ja. Vielleicht erinnerst du dich nur an das, was du bisher immer erzählt hast, nicht an die Wahrheit. Unsinn. Da war ja kein Erwachsener dabei, der mir das hätte später erzählen können. Auch nicht mein Vater. Der kam manchmal aus dem Lazarett zu Besuch. Ich war einmal sterbenskrank, tatsächlich waren es nur Leibschmerzen vom essen des Sauerampfers auf der Wiese, wie Mutters Bekannter, ein Militärarzt, herausfand. Die Russen waren nah. Fürchterliche Gerüchte. Manche hatten zehn Armbanduhren an jedem Arm, wenn das Uhrwerk abgelaufen war, sie nicht mehr tickten, waren sie nach russischer Meinung kaputt und wurden weggeworfen. Bloß abhauen jetzt, egal wie. Ein Fußmarsch nach Hause, bis nach Karlsruhe! Im Städtchen Grimma war vorläufig Schluss; die neue Grenze, die die Amis zurückgenommen hatten, um dafür ihre Hand über Berlin zu halten. Am Fluss

23 23 ein Flüchtlingslager: hier die Russen, drüben, am anderen Ufer, die Amerikaner. Irgendwie hatten sie den Ruf, menschlicher zu sein im Umgang mit der deutschen Bevölkerung. Glaube und Hoffnung starben auch hier zuletzt und es kostete Mama einiges an charmanter, gut gespielter Überredungskunst (auf Englisch!) und das letzte Schmuckstück, um doch noch über den Fluss zu kommen, bevor die Schlagbäume sich schlossen. In Leipzig/Markleeberg ein paar Tage Rast bei Tante Mieze in deren Villa. Dann endlich Karlsruhe. Weil die alte Wohnung in der Kurfürstenstraße ja durch Brandbomben unbewohnbar geworden war, hatte nun die Suche nach einer neuen Bleibe Priorität und war dank Mamas Initiativen auch bald erfolgreich. Kindheit und Jugend würden wir nun in der Klosestraße Nr. 5 verbringen. Um die Ecke der Stadtgarten, nicht weit entfernt das neue, behelfsmäßige Staatstheater und im Süden der Karlsruher Hauptbahnhof. Mit ihm verbinde ich nach den Fluchtwochen ein erstes kindliches West-Erlebnis: Spät in der Nacht durfte ich aufstehen, denn im Fernzug aus der Schweiz nach Berlin war ein geheimnisvoller Freund Mamas. Allerdings bloß auf der Durchreise. Robert Siodmak, der Filmregisseur und gute Bekannte (so nannte man damals ein heimliches Liebesverhältnis) aus Mamas frühen Berliner Schauspielschuljahren, hatte fünf Minuten Aufenthalt auf Gleis drei im Karlsruher Hauptbahnhof. Von dem kurzen Gespräch, das Mama mit ihm führte, verstand ich nichts und es blieb mir auch nur deshalb in Erinnerung, weil der Regisseur mir ein aus der Schweiz mitgereistes Stück Obst in meine knapp fünfjährige Kinderhand drückte. Ein fremdes gurkenartig gebogenes gelbes Teil, das deutschen Kriegskindern bisher völlig unbekannt war. Meine erste Banane! Das bezweifle ich.

24 24 Was? Die Anekdote. Kannst du sogar nachlesen. Das Wiedersehen hat nämlich eine wenn auch kurze Würdigung in seinen Film-Memoiren gefunden. Die muss man kennen? Die Erinnerungen? Die Filme. „Die Wendeltreppe“, zum Beispiel, mit Dorothy McGuire und George Brent. Damit ist er berühmt geworden. In seinem Buch schreibt Siodmak von einer weniger berühmten, aber jungen und begabten Schauspielerin, die am Staatstheater Karlsruhe Karriere machte. Ihr Name blieb allerdings ungenannt. Dennoch entschuldigte er sich zwischen den Zeilen für sein Verhalten. Warum? Dreimal darfst du raten. Ein anderer Verehrer Mamas: Alfred, der gute Onkel Fred, Fabrikant von Herden, Waschmaschinen und später elektrischen Kühlschränken, die bald die bisher zur Kühlung der Lebensmittel benötigten, gewaltigen Eisstangen aus den heimischen Brauereien ablösten. Ein Geschäftsmann von großem Format und Körperumfang.

25 25 Ein Kavalier, der schwieg, war er allerdings nicht. Sein Verhältnis zu Mama wollte er öffentlich gemacht sehen. Ein Haus am geliebten Bodensee sollte die neue Heimat sein, Brüderle Tom und ich sollten nach Salem ins damals beste Internat gesteckt werden. Damit er sein Ziel erreichte, erhielt die Wohnung in der Klosestraße kostenlos einen elektrischen Kühlschrank, der Keller war stets gut gefüllt mit frischen Kartoffeln und kleinen runden Eierbriketts für die Ofenheizung. In dieser Sache ist mir ein dramatischer Auftritt in Erinnerung. Eine theatralische Eifersuchtsszene zwischen Mama und Papa. Der kleine Bruder und ich klammerten uns an die Mutter, die vor dem Bücherregal kniete (keine Ahnung, warum). Davor bedrohlich der Vater. Meine Mutter sagte später, er hielt angeblich ein Küchenmesser in der Hand. Daran kann ich mich nicht erinnern. Wohl aber an den theatralisch dramatischen Schrei meiner Mutter: „Ja, stich nur zu!“ Man fragt sich, warum die Eltern zusammen geblieben sind. Die große, die einzig wahre Liebe! Krieg, Leid, Beruf, gemeinsame Freunde, der gute Ruf in der Fächerstadt. Das schweißt zusammen. Das alles kannst du unmöglich erinnern. Das weiß ich aus Gesprächen mit meiner Mutter. Und woher weißt du, dass ihre Erinnerungen so einwandfrei sind? Das weiß ich nicht.

26 26 Aber ich glaube ihr, dass sie geglaubt hat, dass sie einwandfrei sind. Das, denke ich, kann ich gut beurteilen. Wir hatten ja viel Zeit, um miteinander zu sprechen, leider. Wieso leider? Mamas Augen, Netzhautablösung, altersbedingt. In den 70ern waren die Behandlungstechniken noch nicht so verfeinert wie heute. Nach mehreren sogenannten „blutigen Operationen“ war ihre Sehkraft dahin. Und gerade darauf ist sie immer sehr stolz gewesen: auf ihre Augen. Ganz oft bin ich angereist und hab´ sie im Krankenhaus besucht; und immer diese bangen Fragen, wenn der Verband abgenommen wurde: Was seh´ ich noch? Wie sehe ich? Alles vernebelt. Verschwommen. Die Hand direkt vor den Augen, nur schemenhaft, nur zu erahnen. Damit sind wir wieder am Anfang. Wie ist das eigentlich mit den Genen, der Heredität, der direkten Übertragung von Eigenschaften auf Nachkommen? Willst du jetzt über deine Augenprobleme reden, oder was? Nicht jetzt, nicht an dieser Stelle. Mein Vater war übrigens auch kein Adlerauge. Er trug eine starke Brille, allerdings nicht auf der Bühne. Und seine Lola konnte ihm mit ihren guten Augen immer die schönen Aussichten beschreiben – aufs Rheintal von der Bühler Höhe aus oder auf die im Sonnenuntergang rotglühenden Dolomiten, den Rosengarten, den Schlern, bis hin zum Großglockner, wenn sie in ihrer innig geliebten Südtiroler Sommerfrische waren. Nach dem Tod meines Vaters und dem Eintreten ihrer Blindheit haben Mama und ich lange in Karlsruhe nach einer neuen Bleibe gesucht. Schließlich

27 27 entschied sie sich für ein Heim, geführt von katholischen Nonnen. Ihr finaler Kampf im Alter bestand darin, den frommen Damen klar zu machen, dass man auch ohne die Rituale der katholischen Kirche „jenem höheren Wesen, das wir verehren“ (Heinrich Böll) nahe sein kann. Für viele Jahre übernahm ich die Rolle des „sehenden Auges“ für sie. Eine ganze Menge Reisen machten wir zusammen, vorzugsweise an Orte, die sie schon kannte und die ich ihr deshalb leicht beschreiben konnte. Wir besuchten sogar Schwimmbäder; sie schwamm sehr diszipliniert nach meinen Kommandos. Für Außenstehende gewiss ein komisches Schauspiel. Jetzt bist du aber gesprungen. In der Erinnerung ist es manchmal so, als würde alles gleichzeitig geschehen. Die Dinge, die früher waren, und die Dinge, die später kamen. Aber zum besseren Verständnis doch zuerst einmal die Dinge, die früher waren, oder? Am 20. Juni 1948 kam über Nacht die Währungsreform. Die Reichsmark mutierte zur D-Mark, der US- Marshall Plan begann Wirkung zu zeigen. Unübersehbar: alle Geschäfte wieder voll. Es gab nichts, was es nicht gab. Ein Stückchen Torte kostete fünfzig Pfennige. Aber Mama konnte mir keines kaufen. Vielleicht nach dem Arzt. Wenn ich tapfer war. Ich hatte eine Phimose. Die Vorhaut war zu eng, musste geweitet werden. Von der Narkose wird einem sehr übel, sagte Mama. Es tat weh. Aber das Stückchen Torte danach machte alle Schmerzen vergessen. Operation am Piephahn ohne Narkose! Ich war ein Held. Mama war sparsam, diszipliniert und umsichtig bemüht vorzusorgen, den Blick eisern auf die unsichere Zukunft einer Schauspielerfamilie gerichtet.

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