Til Erwig - DIE ROLLEN MEINES LEBENS
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17 17 dass sie vorhabe, Schauspielerin zu werden und deshalb beabsichtige, eine dafür geeignete Schule in Berlin zu besuchen. Energischer Widerstand des Vaters – schließlich gebrochen von einer disziplinierten, emanzipierten, engagierten jungen Frau, die sich fortan nicht mehr Rosa, sondern Lola nannte. Nach Abschluss der Berliner Schauspielschule trat sie ihr erstes Theaterengagement im österreichischen Brünn an; Würzburg, Stuttgart und Karlsruhe folgten. Die Frage des Laien, der am Abend die Vorstellung besuchte: „Was machen Sie eigentlich tagsüber, Fräulein Erwig?“ Bei ihr löste sie inzwischen kein Kopfschütteln mehr aus. Dass für eine einmalige Darstellung viele anstrengende Proben nötig waren über Wochen und Monate hinweg, wollte vielen Besuchern nicht in den Kopf. Wer war der Kollege, der mit fliegenden Rockschößen während einer Doppel- Vorstellung im Karlsruher Hoftheater zur Probebühne rannte und nach kurzer Zeit wieder zurück? Mama war immer schon neugierig. Auf das Leben. Auf neue Rollen. Auf die Menschen hinter den Rollen. Der rennende Mensch mit den fliegenden Rockschößen war Alfons, der jüngste der Staatsschauspieler, der famose Macki Messer in der Karlsruher Uraufführung der Dreigroschenoper, der charmante Leopold im Weißen Rössl, der hinterlistige Jago bei Shakespeare und natürlich der Faust. Es gab ja noch kein Fernsehen und Kinofilme wurden nur in Berlin gedreht – ein Schauspieler mit dieser breiten Palette galt als der Publikumsliebling, geliebt von allen in Karlsruhe. Und später auch von Mama. Und noch später ebenso von mir.
18 18 Schon vor meiner Geburt textete Mutter ein Wiegenlied für mich und Paps komponierte die Musik dazu, denn wie schon erwähnt war Mama sehr darum besorgt, dass mich möglichst schon im Mutterleib die Muse küsste. Schlaf nun bald Schlaf nun bald Kleiner Wiegenschatz In der Hütt‘ Auf dem Herd Schläft schon Hund und Katz. Fuchs und Has‘, Maus und Reh, schlafen auch im Wald. Silbermond blickt herein Schlaf mein Kind nun bald. Morgens wenn die Sonne lacht, lacht auch unser Kind. Einen lichten Wiegentraum, schickt der Abendwind. Schlaf nun bald, schlaf nun bald, kleiner Wiegenschatz Mutters Brust, Vaters Herz, sind dein warmer Platz. Daneben sollte das Rezitieren von Gedichten Benns, Heines und Hölderlins mir helfen, leichten Fußes in die Welt der Künste einzutreten. In guter Erinnerung ist mir mein erster Theaterbesuch im alten Hoftheater am Schlossplatz. Man gab „Peterchens Mondfahrt“ und ich ging an der Hand der Sonne (Mama spielte dieses leuchtende Gestirn mit der goldenen vielzackigen Sonnenkrone aus Pappmaché) hinter die geheimnisvoll dunkle Bühne, durfte dort dem angsteinflößenden Mondmann und dem liebenswerten, tapferen Maikäfer Sumsemann Guten Tag sagen.
19 19 Unvergesslich der Geruch von Schminke und Mastix, dem Klebemittel für Perücken und Bärte. Die Hitze der Scheinwerfer, die das Bühnenbild vom Mann im Mond in verschiedenen Farben aufleuchten ließen, besonders wenn der Donnermann tätig wurde – ein großes, in Verbindung mit einer Pauke von Bühnenarbeitern eingesetztes Blechteil. Dazu blitzten die Beleuchter auf der Brücke mit ihren Scheinwerfern – ein bedrohliches Unwetter! Auch im Weltgeschehen gab es bedrohliche „Unwetter“. Der GröFaZ siegte an allen Fronten. Im Anmarsch bei Erwigs: ein Bruder. Wieder unehelich! Das ging gar nicht bei den Nazis: Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern! Mama heiratete also ihren Alfons. Das hatte Folgen für mich. Bezeugen, dass ich der Sohn von Alfons Kloeble und Lola Erwig war, musste an Eides statt Hans Stalling, ein guter Freund der Familie und erster Geiger im Orchester des Staatstheaters Karlsruhe. Als ob der Onkel Hans bei meiner Zeugung dabei gewesen wäre. Aber das interessierte die braunen Standesamt-Bürokraten nicht. Mutter wollte den zu erwartenden Neuankömmling Tom nennen. Das sei doch nett: Til und Tom! Vater erhob Einspruch. Man würde ihn dann Tommie rufen, genau wie die englischen Kriegsgegner, die Feinde, die Tommies. Das würde Probleme geben im Tausendjährigen Reich. Mutter war einsichtig, gab nach, setzte sich einmal nicht durch. So wurde mein Bruder Rainer getauft. „Kein Mädchen?“, fragte Mama gleich nach der Geburt. „Nö“, sagte Paps und lachte. „Der hat da ´ne Mordssache hängen.“ Wörtliches Zitat? Hat mir meine Mutter erzählt. Immer wieder. Sie war hoch in den Achtzig, da wiederholt man sich manchmal.
20 20 Kommt dir bekannt vor, was? Ich bin fünfundsiebzig! Na, dann aber schnell voran mit deinen „Ermittlungen“! Nach der Kurzvisite bei „Peterchens Mondfahrt“ mein zweiter Besuch im noch unzerstörten Hoftheater am Schlossplatz in Karlsruhe: „Der gestiefelte Kater“. Wieder der intensive Geruch von Puder und Schminke und Mastix. Der größte Moment: In langen Schaftstiefeln, mit Schnurrbart und kessem Musketierhut, einen Degen an der Seite, trat mir der gestiefelte Kater höchst persönlich entgegen. Eine Schauspielerin in Maske. Mein Herz klopfte wie rasend, ich rettete mich hinter Mama, die sich über mein atemloses Staunen nicht genug freuen konnte. Der Kater reichte mir die Hand und schüttelte sie ganz erwachsen... ich war gerade einmal 4 Jahre alt. Und doch fühle ich das noch, als wäre es erst eben geschehen. Dann kamen die Bombennächte. Das 1853 erbaute Hoftheater wurde durch Volltreffer zerstört. Wir flüchteten von Karlsruhe aufs Gut der Tante Gretl in Altenbuch, heute Staré Buky in Tschechien. Gerade noch rechtzeitig. Denn wenige Tage später durchschlug eine Brandbombe das Dach über der Karlsruher Wohnung und verbrannte im Kinderzimmer die Betten von Brüderle Tom und mir. Dass wir noch leben ist ein Verdienst der Mama und ihrer eisernen Disziplin. Denn gleich nachdem die ersten Bomber der Alliierten über Frankreich hinwegflogen, hieß Mama unsere Anna, die treue Haushälterin, aufpacken, um mit uns Kindern und einigen Koffern nach Osten zu reisen, der zu diesem Zeitpunkt noch sicher schien vor dem Ansturm der Russen.
21 21 Die Winterzeit im Gut Altenbuch: Es gab viele Tiere. Schweine zum Essen, Kühe zum Melken, Hühner zum Ärgern, Hasen zum Jagen und Pferde, die vor einen Schlitten gespannt mit Glöckchen Geklingel durch den verschneiten Winterwald fuhren, viel schöner und unvergesslicher als später bei Disney. Weniger schön aber ebenso unvergesslich: Die Schlachtung von Schweinen im Gutshof, aufgehängt an den Hinterbeinen zwischen zwei Bäumen, aufgeschlitzt und ausgeweidet. Und dann kamen sie doch: die russischen Soldaten, mit den kleinen Panjewägelchen und je einem Pony davor. Also schnell wieder die Koffer gepackt, einen einachsigen Anhänger mit dem Allernötigsten beladen und ab ging der Treck zurück in den Westen. Der Weg dahin aber war lang. Erster Unterschlupf auf der beschwerlichen Reise bei einer ehemaligen Schulfreundin von Mamas Schwester Gretl. Ein Backsteinhaus in Leisnig – direkt gegenüber vom Schlachthof. Von dort waren merkwürdige Geräusche zu hören. Kühe muhten, Schweine grunzten. Tiere also, aber nichts für neugierige Kinderaugen. Strenges Verbot sich dem Gebäude zu nähern. Verbote machen Kinder erst recht neugierig. Mit Tom an der Hand schlich ich mich nach Indianer Art an, wir kletterten auf einen Stapel kleingehacktes Holz. Das heißt: ich klettere, Tom musste unten bleiben, er war zu klein, erst zwei Jahre alt. Durch ein Loch im Gemäuer des Schlachthofs sah ich: lebende Ferkel wurden in kochendes Wasser geworfen. Sie quiekten, schrien entsetzlich, waren dann plötzlich still und ihre Haut wurde weiß, unnatürlich weiß. Den wenigen Rindern ging es nicht besser. Es gab keine Bolzengeräte zur Tötung von Vieh in Kriegszeiten. Der Metzger schwang einen riesigen Vorschlaghammer und haute der Kuh vor den Kopf. Nicht jeder Schlag ein Treffer. Die Kuh stöhnte, fiel auf die Knie. Der Metzger hob den schweren Hammer erneut, und erneut, und erneut.
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