Til Erwig - DIE ROLLEN MEINES LEBENS
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9 9 Hast du das nachgeschlagen? Na gut. Dann fang ich mal an. Mit mir. *
10 Til Erwig 10 Til Erwig Wie ist das eigentlich mit den Genen, denen die Wissenschaft immer mehr auf die Spur kommt? Der Heredität heißt es, glaube ich. Gemeint ist die direkte Übertragung von Eigenschaften auf Nachkommen. Wenn die genetisch festgelegt sind, wird das am Nachwuchs sichtbar. Also weit vom Kopf abstehende Ohren, sogenannte Segelohren; oder gewisse Damenaugen, allgemein als Silberblick bezeichnet: verführerisch! Oder den berühmten und gerne geküssten Schmollmund ... Jaja. Wir haben es verstanden. Worauf willst du hinaus? Auf das andere Erbe, das im Kopf? Gibt´s sowas überhaupt? Abgesehen von ein paar spektakulären Einzelfällen? Vererbtes Talent an eine Tochter, einen Sohn? Das trifft doch nicht zu. Bei mir schon, glaube ich. Dann verrate mir mal, weshalb gerade du von Mutter – der Schauspielerin, der Journalistin, Schriftstellerin, Autorin von diversen Theaterstücken, Verfasserin von Rundfunkmanuskripten – ein dichterisches Gen geerbt haben sollst, das seit einigen Jahrzehnten in dir unentdeckt vor sich hin schnarcht, schlummert. Wenn, dann hat ihre Begabung eine Generation übersprungen und sich im Kopf ihres Enkels ein Plätzchen gesucht, nämlich bei Christopher. Der veröffentlicht immerhin bald sein viertes Buch.
11 11 „Du bist natürlich kein Schriftsteller“, hat er mal zu mir gesagt. „Du bist ein Erfinder!“ Hat dich das getroffen? Immerhin hatte ich bis zu dem Zeitpunkt schon ein paar Drehbücher fürs Fernsehen geschrieben, die verfilmt wurden. Ne ganze Menge Drehbücher. Die bis heute nicht verfilmt wurden. Außerdem jede Menge Ideen für Drehbücher. Die irgendwo darauf warten, zu einem Drehbuch verunstaltet zu werden. Na gut, ich geb´ Christopher Recht. Ich bin ein Erfinder. Dann demonstrier mal eine deiner Erfindungen. Eigentlich wollte ich mit meiner Kindheit beginnen. Erinnerungen? Eher Erzählungen. Lass mich raten: von Mutter! Die Fantasie, das Erfinderische, ist mir in ihrem Bauch in die Wiege gelegt worden, ja.
12 12 Sie hat das so gewollt und alles dafür getan, um mir, dem „Waps“ (mein erster Kosename), durch das Vorlesen von Gedichten und Gesprächen viel Künstlerisches mitzugeben. Dazu haben Spaziergänge im romantischen Albtal gehört, dem kleinen Marktflecken Frauenalb, einem Klosterort für fromme Nonnen. Später wurden bei Ausgrabungen in den Kellergängen des Klosters zahlreiche Skelette von Neugeborenen gefunden. Angeblich existierte ein unterirdischer Gang hin zum Kloster in Herrenalb, wo Mönche in strenger Abgeschiedenheit ihre frommen Dienste verrichtet haben. Davon wusste die Mama. Hat mir aber nichts davon erzählt, um mich nur mit schönen, geistigen Dingen zu füttern und alles Schlechte von mir fernzuhalten. Das ist ihr aber nicht gelungen. Naja, ich war schon ein Kind der Sünde. Unehelich geboren. Aber als Wunschkind geplant. Hat Mutter jedenfalls behauptet. Warum ihr das nicht glauben? Offen für Kultur und sämtliche Künste auf dieser Erde sollte ich sein; ein geborener Sänger, Musiker oder auch Schauspieler! Klingt ziemlich hochtrabend. Mein erster Auftritt vor einer Filmkamera: schon im Geburtsjahr 1940. Zur Taufe. Bitte jetzt kein Foto.
13 13 Der „Tili“ auf dem Wickeltisch In dem Film sind die Zeugen meiner jungen Existenz festgehalten: die glückliche Mutter, der überglückliche Vater, der genervte Patenonkel Kurt und Mamas ältere Schwester Gretl, meine Tante also, die sich schon damals eine 8-mm-Schmalfilmkamera hat leisten können. Stummfilmaufnahmen. Große Pantomime: „Tili“ auf dem Wickeltisch, Tili an der Mutterbrust. Tili in der Badewanne. Tili auf dem Töpfchen. Als Zweitname musste Vater mit seinem „Alfons“ herhalten und als dritter hatte sich Onkel Kurt, der Patenonkel, ins Gespräch gebracht. Ein großes Problem für mich damals. Meinem Sohn Christopher hätte ich sowas nicht angetan. Weil Mama belesen und kultursüchtig war, gedachte sie, so viel wie möglich von ihrem Wissen und Können in meine Wiege zu packen. Diszipliniert und unerbittlich setzte sie durch, dass ich ein „Tilman“ wurde, nach Tilman Riemenschneider, dem ihr aus Würzburger Theaterzeiten ans Herz gewachsenen Bildschnitzer und Bildhauer, berühmt durch seine um 1500 geschaffenen Altäre und anderen Holz- und Steinskulpturen. Den konntest du allerdings nie toppen. Nicht mal mit der Anzahl meiner Gemahlinnen. Vier Mal war das Genie verheiratet. Unsereiner hat es gerade auf drei Ehen geschafft.
14 14 Tilman genannt zu werden, war eine Strafe in einer Zeit, in der jeder dritte Junge Adolf, Heinrich oder Joseph gerufen wurde. Da war es chancenlos für einen Tilman, Anerkennung zu finden. Zumal, wenn er eine Mutter hatte wie ich, die, wenn ich mich auf der Straße mit meinen Kumpels beim Versteckspiel austobte, mit lautstarker Schauspielerinnenstimme vom Balkon aus an die Fertigstellung meiner Hausaufgaben erinnerte. „Tilllliiiiiiii!“ Das klingt mir heute noch in den Ohren. „Tillliiiii! Komm sofort heim!“ Lautstarkes Gelächter meiner Mitspieler, nach einem Film mit Horst Buchholz später auch „Halbstarke“ genannt. Und irgendwann kam noch dazu einer von den Kerlen auf die Idee, dass „Tili“ ohnehin kein Name für einen Jungen war, eher für ein kleines Mädchen. Tili isch´n Mädlesname! Genau! Das hatte damals schwerwiegende Folgen für mich. Beulen, aufgeschrammte Knie, Löcher in Hemden und Hosen und nicht zuletzt: ein Schlüsselbeinbruch.
15 15 Schlimmer aber war: Ich wollte nicht mehr so wie ich heißen. Und manchmal auch sein. Als Junge jedenfalls taufte ich mich vorzugsweise um in Helden aus Heftchen, die meine Mutter, die Hölderlin- und Heine-Verehrerin, als grässlich bezeichnete. War mir aber wurscht. Ich hieß Tom Prox oder Billy Jenkins, wie die Revolverhelden im „Wilden Westen“. Später dann kamen James Dean und Marlon Brando hinzu. Der finale Versuch, meinen Namen zu ändern, diesmal jedoch offiziell, scheiterte übrigens, weil Klöble keinen „Klang“ hat – zumindest laut meiner Schauspiellehrerin Eva Fiebig. „Klanglos“, so die strenge Eva, war keine Karriere möglich. Aus dem Tilman einen Til mit dem mütterlichen Nachnamen Erwig zu machen, wurde mir schlussendlich gestattet. Dass es die Karriere befördert hat, wage ich zu bezweifeln. Noch mal zurück zur Mama. Welcher Sohn kann an der eigenen Mutter vorbeigehen, vorbeischreiben? Ich muss ihr gedenken. Klingt geschwollen. Das gehört dazu. Familie ist geschwollen. *
16 Mama 16 Mama „Jetzt wetzt der Letzt gehetzt entsetzt des Messers flitz´ge Spitz.“ Mamas Sprechtechnik mithilfe des „Kleinen Hey“. Danach schrill und kräftig schreien, hasserfüllt schimpfen, herzerweichend weinen. Rollenstudium. Und wenn alles perfekt beherrscht wird: Auf die Bühne! Einen Ausbruch hinlegen, den Publikumsjubel einkassieren: Das sind „Die Bretter, die die Welt bedeuten“! Die Regel lautet, je größer der Schauspieler auf der Bühne, umso mehr bringt er Theater und Privatleben durcheinander. Es gibt Mimen, die im Kreis der Familie absolut glaubwürdige Ausbrüche hinlegen, auf der Bühne hingegen eher bescheiden „rüberkommen“ und von gehässigen Kollegen als Garderobenclowns bezeichnet werden. Mama gehörte nicht in diese Kategorie. Ein anderer wichtiger Punkt in Mamas Leben: Disziplin. Die hatte sie selbst in Kindheit und Jugend erfahren müssen. Insbesondere da sie aus gutem Hause war. Aus gutem Hotel, sozusagen. Dem Hotel Fürstenhof in Leipzig. Neben der Schule, dem Klavierspiel, dem Näh-, Stick- und Strickunterricht gab es nur selten die Möglichkeit, mit anderen Kindern zu spielen. Keine Zeit zum Lachen und fröhlich sein, so etwas Undiszipliniertes war nicht vorgesehen. Disziplin bedeutete zum Abendessen fein angezogen und frisiert am für den Hotelier ständig reservierten Tisch im „Serpentinsaal“ Platz zu nehmen und artig auf Komplimente der Gäste zu antworten, die gerne ein Wort über die beiden guterzogenen hübschen Mädchen verloren. Aber Disziplin bedeutete auch Stärke Die bekam Großvater Erwig später von seiner jüngsten Tochter zu spüren, als sie ihm eröffnete,
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