Jules van der Ley - Abendbummel online

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Abendbummel online ist ein beliebtes Format im Blog des Autors «Teppichhaus Trithemius». Eine Weile war es unter den ständigen Lesern des Blogs Kult, allabendlich auf den Abendbummel zu warten wie auf die Tagesschau. Anfangs hatten die Texte tatsächlich den Charakter des Bummels, später gab es auch gedankliche Bummel oder Caféhausgedanken. Die vorliegende bunte Mischung versammelt Abendbummel aus gut sieben Jahren durch Aachen und Hannover.
Mit drei Cartoons des Autors.

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Hier sitze ich oft und versuche zu schreiben, werde aber ständig vom Hin und Her auf der Limmer abgelenkt. Besonders lenkt mich die Straßenbahn der Linie 10 ab, die wenige Schritte entfernt links von uns hält. Züge haben mich immer schon fasziniert, weil sie ein vorgegebenes Schienennetz benutzen, quasi als Vorform des Internets, wobei sie nicht nur Worte und Bilder, sondern die Informationsträger gleich mit befördern. Wie wunderbar ist es, ein ferner lieber Mensch kommt zu dir nach Hause und schickt nicht nur seine Worte. Aber die Straßenbahn finde ich fast noch faszinierender als den Zug, man ist näher dran. Wenn sie stoisch durch das Gewusele der Limmerstraße rollt, von rechts in die Stadt und von links aus der Stadt raus, bin ich voller Bewunderung für diese Technik und deren ausgeklügelte Organisation. Weil die Linie 10 ausschließlich oberirdisch fährt, verkehren hier die ältesten Bahnen. Die sind grün oder weinrot. Manchmal hängt ein weinroter Wagen hinter einem grünen und beleidigt ein wenig meine farblichen Vorlieben. Grün und Rot bilden eigentlich einen Komplementärkontrast. Die Augen nehmen bei einem Rot-Grün-Kontrast beide Farben intensiver wahr. Aber weinrot und laubfroschgrün sehen zusammen ein bisschen schräg aus. Auf der Limmer passt das, denn es gibt viel Schräges zu sehen.

Ach so, ich wollte noch etwas über den rappenden Biobäcker sagen, der gar kein Bäcker ist, sondern nur ab und zu hinter der Theke steht und mir einen Milchkaffee macht. Ich wusste bereits, dass er kein Bäcker ist, habe es aber trotzdem geschrieben. „Biobäcker“ ist ein schönes Wort, weil es alliteriert. Unsere „Anklangsnerven“ sind für den Stabreim empfindlich, wenn sich also etwas vorne reimt, nicht am Ende. Nacht und Nebel, Wind und Wetter, Kind und Kegel. Die Kegel sind übrigens die unehelichen Kinder. Du kennst sicher solche Beispiele aus der Werbung besser als ich, also nicht Kegelbeispiele, sondern Slogans. „Rappender Biobäcker“ ist zudem eine überraschende Kombination, anders als das zu erwartende „rappender Rapper“. Also habe ich die Falschinformation gegeben, weil sie journalistischer ist, aber wusste natürlich, dass ich etwas schreibe, was ich an den Kollegen vom Printmedium kritisiere. Manchmal bestehen deren Texte nur aus Verschönerungen der Wahrheit. Das ist wie Löckchen drehen auf einer Glatze. Man kann mit einer ondulierten Glatze sogar beinahe den Henry-Nannen-Preis für eine herausragende Reportage bekommen.

Tschuldigung, da hält gerade auf unserer Seite die Straßenbahn. Wenn sie die Türen öffnet, bin ich immer neugierig, welche Leute die Straßenbahn auszuspucken scheint, wer alles wie erleichtert auf den Bürgersteig hüpft. Mich faszinieren besonders die Business-Leute, die Stewardess mit ihrem Rollköfferchen, die klack, klack, klack, ohne sich umzugucken, über das Kopfsteinpflaster nach Hause eilt, oder der smarte Stockfisch im Anzug, der noch rasch in die Biobäckerei geht, um ein Brot zu kaufen. Diese Leute wirken auf der Limmerstraße wie die Exoten unter den Exoten. Letztens habe ich mit einem Exotenexoten gesprochen. Mein Freund S. wohnt in der Nähe und hat dafür gesorgt, dass der Kiosk an der Ecke seiner Straße Kölsch führt. Er musste dem freundlichen Türken zuerst erklären, dass Kölsch eine Biersorte ist. Der sagte, er sei zuvor Fernfahrer gewesen, wäre überall rumgekommen, aber „Kölsch“ habe er nirgendwo gehört. Hannover ist echt Diaspora für einen Rheinländer.

Ich bin einmal abends spät zu diesem Kiosk gegangen und hatte den Schirm bei mir. Es tröpfelte leicht. Im Kioskladen war noch ein Kunde, ein wirklich schöner, unglaublich smarter Typ. Der kaufte sein Abendessen ein, lauter exotische Sachen, die ich nicht einmal kennen möchte. Als ich mein Bier hatte, stand er wartend unter der Markise vor der Tür, denn es ging ein Wolkenbruch runter, kein schwerer Landregen, sondern so einer, bei dem der Regen auf dem schwarzen Asphalt dicke Blasen schlägt und die Gullydeckel hochkommen. Der Regen spritzte sogar unter die Markise, und der Mann fröstelte in seinem Kaschmirpullover. Er sprach hinaus in den Regen: „Ich habe meinen Schirm im Auto, und das steht weiter weg geparkt als bis zu meiner Wohnungstür.“ Ich sagte: „Der Schirm würde Ihnen jetzt auch nicht helfen.“ Er guckte mich an und erwidert: „SIE haben wenigstens einen Schirm!”, und er sagte das in einem derart vorwurfsvollen Ton, dass ich versuchte war, mich dafür zu entschuldigen, dass ich frecherweise einen Schirm hatte und diesen unbändigen Neid in ihm entfacht hatte, dieses bittere Gefühl, wie ungerecht es zugehe in der Welt. Schon stürzte auch ich in tiefen Kummer, trotz oder wegen des Schirms. Wahrscheinlich habe ich auf dem Nachhauseweg das Weinen nicht mehr unterdrücken können, aber genau weiß ich das nicht mehr, weil es ja sowieso Rotz und Wasser geregnet hat. Du hast Recht, im letzten Satz habe ich wieder Löckchen auf einer Glatze gedreht. In Wahrheit bin ich einfach nach Hause gegangen.

Der Teufel hat Kirmes

Den ganzen Tag über ist kein Wind gegangen. Ruhiges Herbstwetter macht mich schwermütig. Es liegt an der Weise wie die Luft die Töne weiterleitet. Würde man mich in Tiefschlaf versetzen und im Frühherbst auftauen, allein an den Tönen der Welt, die von draußen heran fliegen, könnte ich den Frühherbst erkennen. Was an mein Ohr dringt, sind Moll-Klänge. Über der ganzen Stadt liegt Moll, als hätten sich alle traurigen Gedanken der Menschen zu ihren Köpfen zu einer einzigen schweren Wolke geballt. Es macht keine Freude durch diesen Smog zu bummeln.

Doch jetzt, in dieser Minute, ist Wind aufgekommen, verbläst die Melancholie, die Stadt klingt wieder in Dur. Im Westen zeigt sich ein prächtiges Abendrot. Wir nehmen zu unserem Abendbummel die Kamera mit. In der Parterrewohnung lebt ein junges Paar. Durch deren Wohnungstür dringt ein leises Klirren wie von Porzellan, als würde ein Teeservice von der Küche ins Wohnzimmer getragen. Es ist ein bisschen früh für die Romantik der herbstlichen Teezeremonie, die braucht Sturm und Kälte. An einem grauen, stürmischen Novembertag ist es ganz heimelig rund um den Lichtschein einer Kerze. Ein Teelicht bei Sonnenschein hingegen sieht albern aus.

Das findet mein Unternachbar wohl auch. Er hat nämlich kurz hinter uns das Haus verlassen und kommt raschen Schrittes heran, grüßt im Vorbeigehen und eilt weiter. Er trägt eine schwarze Trainingshose mit weißen Seitenstreifen und ein zinnoberrotes T-Shirt, ist aber für den Anlass absolut passend gekleidet, denn er hält in der Hand ein lackiertes Drahtkörbchen, worin etwa acht leere Bierflaschen wackeln. Sie werden stabilisiert durch zwei leere Cola-Dosen. Und ich habe es beim ihm zuhause zur Teezeremonie anklingen gehört gehabt zu haben gemeint. Meinst du, ich soll mir mal die Ohren auspusten lassen? Ich wollte nicht tun, was mein Unternachbar macht, im Freizeitoutfit zum Kiosk laufen und leere Flaschen abgeben. Die im Kiosk sind ganz unfreundlich, wenn man Leergut hinbringt. Aber mein Unternachbar ist so ein smarter Yuppie, den interessiert das gar nicht.

Ich würde übrigens gern hier am Lichtenbergplatz in einem der schönen Gründerzeitgebäude wohnen, schon allein wegen Lichtenberg und der Postadresse. Der runde Platz ist zudem ganz hübsch, obwohl er nicht so lebendig wirkt wie ein Platz sein müsste, der nach dem schillernden Kopf Lichtenberg benannt ist. Da schieben Mütter aufgeregt plappernde Kinder aus einer Haustür. Sie tragen Kronen aus Goldfolie, sind wohl auf einem Kindergeburtstag gewesen. Auf der anderen Seite des Lichtenbergplatzes schiebt eine Mutter mit Kopftuch ihr Fahrrad lang. Neben ihr trottet ein kleiner Junge. Sie hat ihn offenbar auch von Freunden abgeholt und ermahnt ihn, er dürfe nicht halbnackt auf der Straße rumlaufen. „Dann bist du morgen krank, aber du musst doch in die Schule. Schule ist wichtig!“, sagt sie. Der Junge schaut erstaunt zu ihr auf und sagt nichts. Upps, da tröpfelt ein bisschen Regen. Wenn die Sonne scheint und es gleichzeitig regnet, dann heißt es im Rheinland: “Dä Düvel hätt Kirmes” (Der Teufel hat Kirmes).

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