Ilka-Maria Hohe-Dorst - Bonjour, Paris

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Als Bettina mit dreiunddreißig Jahren Witwe wird, weil ihr wesentlich älterer Ehemann, der Frankfurter Rechtsanwalt Eduard Claaßen, an Herzversagen stirbt, hält sie sich für die Alleinerbin ihres gemeinsamen Vermögens. Der Schock ist groß, als sie bei der Testamentseröffnung durch den Notar erfährt, dass Eduard einen Miterben bestimmt hat, den jungen, in Paris ansässigen Rechtsanwalt Pierre Desmoulins, der sich ebenso wenig wie Bettina erklären kann, worauf sich Eduards Letzter Wille gründet. Ihre Suche nach den Motiven des Verstorbenen und weshalb er sich in den letzten Jahren seines Lebens mehr und mehr von ihr entfremdet hat, führt sie in die Zeit der deutschen Besatzung, in der er als Soldat in Paris stationiert war. In der Stadt der Lichter deckt Bettina aber nicht nur Eduards Geheimnis auf, sondern findet auch eine neue Liebe, die durch Intrigen auf die Probe gestellt wird.

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Schließlich einigten sie sich auf eine Hundertzwanzig-Quadratmeter-Wohnung in einem villenartigen Zwei-Familien-Haus im Westend, die Bettina mit sicherem Geschmack im Flair der fünfziger und sechziger Jahre einrichtete, weil ihr der Stil der Siebziger entweder zu nüchtern oder zu poppig war. Dazwischen gab es nichts. Eduard ließ ihr freie Hand, aber nicht ohne die gelegentliche süffisante Bemerkung: „So hätte ich mir die Wohnung der Nitribitt vorstellen können.“

Doch er fühlte sich wohl, das spürte Bettina, wenn er eine Flasche Wein aufmachte, in die Couchkissen versank und mit einer guten Portion Selbstironie von den Schwierigkeiten erzählte, mit denen ihn so mancher unverständige Mandant in den Wahnsinn trieb. Er brachte sie damit zum Lachen, was ihn zu Albernheiten reizte, bis er sie schließlich, der geleerten Weinflasche zum Trotz noch im Vollbesitz seiner Energie, ins Schlafzimmer trug und sie liebte wie beim ersten Mal.

Das war lange vorbei. Schon vor Claires Tod hatte sich Eduard verändert, war ernster und stiller geworden und wirkte oftmals angespannt. Bettina machte das Arbeitspensum dafür verantwortlich, das der wachsende Erfolg der Kanzlei ihm aufbürdete, aber insgeheim hoffte sie, es handele sich nur um eine Phase, die mit mehr Personal in den Griff zu bekommen sei, und alles könne dann wieder so wie früher werden. Doch dann starb Claire, und Eduard kapselte sich vollends ein.

Bettina hatte sich ein Glas Rotwein eingeschenkt, wie sie es oft abends zur Entspannung tat, und nippte daran, während sie weiter über die Jahre mit Eduard nachdachte. Sie versuchte sich zu erinnern, wann ihr seine Veränderung zum ersten Mal aufgefallen war, konnte aber keinen plausiblen Zeitpunkt festmachen. Wahrscheinlich war sie zu sehr mit ihren Aufgaben in der Kanzlei und mit ihren Mutterpflichten gegenüber Claire beschäftigt gewesen, um sich rechtzeitig bewusst zu werden, wann Eduard sich von ihr zu entfernen begann. Irgendwas musste ihn bedrückt haben, über das er mit ihr nicht sprechen konnte. Aber was?

Einer Eingebung folgend stellte sie das Glas auf dem Clubtisch ab und begann, Schubladen zu durchwühlen und Bücher aus den Regalen zu ziehen. Sie kramte und blätterte aus purer Verzweiflung in Dingen, die sie in- und auswendig kannte und von denen sie wusste, dass sie keine Verbindung zu Eduards Letztem Willen haben oder ein dunkles Geheimnis preisgeben konnten. Sie hatte keine Ahnung, wonach sie eigentlich suchen wollte, sondern ließ sich von ihrer Intuition leiten. Plötzlich kam ihr Eduards Album in den Sinn. Sie zog es aus dem Bücherregal, legte es auf den Tisch und strich mit der Hand über den Einband, unschlüssig, ob sie es aufschlagen sollte oder nicht.

Es war ein schweres, altmodisches Album aus einer längst vergangenen Zeit, das teuer und wertvoll aussah mit seinem Einband aus mittelbraunem, geprägtem Leder, und es schien einst in der Absicht angeschafft worden zu sein, von Generation zu Generation vererbt zu werden wie alter Familienschmuck. Und es war mit einem Tabu belegt. Eduard wollte es nicht vor Bettina wegschließen, hatte ihr aber das Versprechen abgenommen, es niemals anzurühren, sondern als seine Privatsphäre zu respektieren.

Sie überwand ihre Skrupel, schlug es auf und ging Seite für Seite durch. Es enthielt Bilder aus Eduards Kindheit, von seinen Eltern und Großeltern und allerlei ihr fremden Leuten. Die letzten Seiten waren leer, aber zwischen ihnen lag ein Briefumschlag. Bettina öffnete ihn und zog drei Schwarzweiß-Fotos heraus. Sie stammten aus Eduards Wehrmachtszeit. Das oberste zeigte drei Soldaten in der Uniform der deutschen Luftwaffe und eine junge Frau, um die einer der Männer den Arm gelegt hatte. Die Qualität der Aufnahme war schlecht, so dass die Gesichter nicht klar zu erkennen waren. Bettina drehte das Foto um und entdeckte auf der Rückseite einen Vermerk in einer Handschrift, die ihr fremd war: ‚Mit Chouchou, Hermann und Viktor, Paris, Frühjahr 1941.‘

Die beiden anderen Fotos zeigten nur die drei Soldaten und waren ohne Vermerk. Bettina legte alle drei Bilder nebeneinander auf den Clubtisch, ratlos, was sie mit ihrer Entdeckung anfangen könnte. In keinem der drei Männer konnte sie eine Ähnlichkeit mit Eduard feststellen. Offensichtlich handelte es sich um Fotos, die er von einem Freund geschickt bekommen hatte, eine andere Erklärung fand sie nicht.

Ernüchtert von ihrer ergebnislosen Suche begann sich ihr Gewissen zu regen, weil sie entgegen ihrem Versprechen in Eduards Album herumgeschnüffelt hatte. Sie hatte ihm ihr Wort gegeben, aber kaum, dass er unter der Erde lag, dieses Wort gebrochen. Für nichts. Sie hasste sich dafür.

Das Klingeln des Telefons schreckte sie aus ihren Gedanken. Es war Bernd. Er fiel regelrecht über sie her.

„Hör zu, Bettina, ich habe nachgedacht. Es gibt nur eine Lösung: Du musst das Testament anfechten!“

Sie fühlte sich überrumpelt.

„Musst du wieder mal die Tür einrennen, Bernd? Hättest du nicht zuerst freundlich ‚guten Abend‘ sagen können?“

„Entschuldige, aber …“

In Bettina regte sich Widerstand.

„Was denkst du dir eigentlich, Bernd, kaum dass ich Eduard beerdigt habe? Und wie soll das gehen? Er hat seinen Letzten Willen festgelegt, also was könnte ich dagegen tun, ohne seine Gründe zu kennen und stichhaltige Argumente gegen sie vorbringen zu können? Wieso zerbrichst du dir überhaupt meinen Kopf?“

„Willst du dich einfach damit abfinden, dass dein Göttergatte dich über den Tisch gezogen hat?“

In Bettina wallte Empörung auf.

„Hör auf damit, gegen Eduard zu hetzen! Und nenne ihn nicht dauernd Göttergatte! Er war ein guter Mensch, einen besseren Ehemann hätte ich mir nicht wünschen können. Und er hat dich immer fair behandelt.“

Bernd zog es vor, auf Bettinas Verteidigungsrede nicht einzugehen. Er hätte gegen seine sechs Jahre ältere Schwester, die ihm bei Bedarf eine gute Portion Autorität entgegenzusetzen hatte, nur verlieren können.

„Also?“

„Also was?“

„Was gedenkst du zu tun?“

„Ich muss zuerst mit diesem Desmoulins sprechen.“

Bernd konnte sich des Zynismus nicht erwehren.

„Dem Profiteur von Eduards Irrsinn? Na, dann guten Erfolg.“

Bettina legte verärgert den Hörer auf, blieb aber bei der Telefonkonsole stehen und dachte kurz nach. Dann nahm sie das Telefonbuch aus der Schublade, suchte die Nummer des Frankfurter Hofs heraus und drehte die Wählscheibe. Ihr Anruf landete direkt bei der Rezeptionistin.

„Bitte verbinden Sie mich mit Pierre Desmoulins.“

Sie musste eine halbe Minute warten, ehe sie die Information erhielt, dass sich der Gast nicht melde.

„Dann möchte ich eine Nachricht hinterlassen.“

Bettina war gespannt, ob Desmoulins sie zurückrufen würde. Sie hatte ihre Nachricht für dringend erklärt und darauf hingewiesen, dass sie auch noch zu später Stunde erreichbar sei. Wie sie ihm ihr Anliegen verständlich machen sollte, war ihr allerdings nicht klar, denn mit ihren spärlichen Französischkenntnissen, die sie sich selbst beigebracht hatte, würde sie nicht weit kommen. Aber vielleicht sprach Desmoulins Englisch, dann könnte es einigermaßen funktionieren.

Als es draußen dunkel zu werden begann, zog sie die Vorhänge zu, schaltete das Fernsehgerät ein und kuschelte sich in einen der beiden Sessel. Bis zu den Nachrichten schenkte sie dem Programm kaum Beachtung, aber auch bei der Berichterstattung über die Watergate-Affäre, deren Aufdeckung U.S.-Präsident Nixon immer mehr in Bedrängnis brachte, sah und hörte sie nur mit halber Aufmerksamkeit hin. Zu sehr nahm Eduards Testament, das sie auf die Couch gelegt hatte, um es nochmal zu lesen, ihre Gedanken gefangen. Schließlich gab sie auf und schaltete das Fernsehgerät entnervt aus.

Als sie müde wurde und dabei war, die Hoffnung aufzugeben, dass Desmoulins sie zurückrufen würde, klingelte doch noch das Telefon. Während sie den Hörer aufnahm, schaute sie auf ihre Armbanduhr. Die Zeiger standen auf kurz vor zehn.

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