„Hallo?“
„Madame Claaßen? Ich bin Pierre Desmoulins. Sie hatten um meinen Anruf gebeten.“
Seine Stimme brachte Bettina beinahe aus dem Gleichgewicht. Sie klang selbstsicher und kraftvoll, was in Widerspruch zu dem weichen Unterton stand, der von einem leichten französischen Akzent begünstigt wurde. Einen Moment lang war Bettina von diesem Widerspruch wie verzaubert.
„Hallo? Sind Sie noch da?“
Bettina sammelte sich.
„Sie sprechen Deutsch?“
„Einigermaßen.“
„Ich muss mit Ihnen reden, Monsieur Desmoulins. Es geht um meinen verstorbenen Mann Eduard. Sie waren auf seiner Beerdigung, jedenfalls kam es mir so vor, dass sie seinetwegen auf dem Friedhof waren. Können wir uns treffen, vielleicht gleich morgen?“
Einen Wimpernschlag lang blieb es still in der Leitung, und Bettina fiel siedend heiß ein, dass Desmoulins sich wahrscheinlich fragte, woher sie seinen Namen kannte und wusste, in welchem Hotel er wohnte. Aber zu ihrer Erleichterung verzichtete er darauf, sie danach zu fragen.
„Bedauere, Madame, ich muss morgen früh nach Paris abreisen. Ich habe einen Termin, den ich nicht absagen kann.“
„Es ist aber wichtig für mich, Sie zu sprechen. Möglichst bald.“
„Wenn das so ist, und wenn es für Sie noch nicht zu spät ist, dann kommen Sie doch jetzt. Wie lange brauchen Sie bis zum Kaiserplatz?“
„Ich bin in zwanzig Minuten bei Ihnen.“
„Bon, ich warte auf Sie in der Lounge.“
Bettina nahm das Testament von der Couch, eilte in den Flur, nahm hastig ihren Mantel von der Garderobe, griff nach Handtasche, Haustür- und Autoschlüssel und machte sich auf den Weg zu ihrem Coupé.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.