Simon Krappmann - Die Kaputten

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Steffen hat sich umgebracht. Was bleibt, sind drei kaputte Freunde: die einäugige Einzelgängerin Frigga, der introvertierte Thomas und die lebenshungrige Jana. Um Abschied zu nehmen, reisen sie mit Steffens Asche in einer Kaffeedose nach Schottland. Auf ihrer Wanderung müssen sie sich den Abgründen der Vergangenheit stellen. Ihr Trip handelt von Zusammenhalt, Sartre, Whisky, Astrophysik und dem wunderbaren Irrsinn der Existenz.
Eine Hommage an alle Kaputten dieser Welt.
"Was bei all der Freiheit noch im Verborgenen liegt: Insgeheim hat Frigga nicht vor, jemals in ihre alte Welt zurückzugehen. Ihr Schlusssatz auf dem Friedhof war nicht nur eine Floskel. Am liebsten würde sie nicht einmal von Schottland wiederkehren. In Steffens Begleitung ist sie bereit, alle Optionen aufs Spiel zu setzen."

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Thomas: »Bin dabei.«

Jana und Frigga werfen Thomas einen gleichermaßen erstaunten Blick zu.

Jana: »Thomas!«

Thomas: »Nieder mit den Konformisten! Für Steffen.«

Jana: »Gott!«

Frigga: »Du darfst dafür unsere Reiseleiterin sein, werte Anglistikstudentin. Wir werden jederzeit deinen Weisungen folgen und uns gemäß den schottischen Gepflogenheiten benehmen.«

Jana: »Gott!«

Thomas: »Ich muss mir morgen nochmal ›Braveheart‹ ansehen.«

Frigga: »Freiheit! Auf die Highlands und die Isle of Skye, und Edinburgh!«

Die drei erheben ihre Gläser und stoßen etwas heftig zu.

Frigga: »Gleich ordere ich ’ne Sambuca-Runde, wie früher, als wir das regelmäßig gemacht haben. Es war so schön, wir vier gegen den Rest der abgefuckten Welt. Wisst ihr noch?«

Thomas: »Auf jeden Fall, der Anisgeschmack und die Kaffeebohnen und das Flambieren. Einmal hat doch mein Ärmel gebrannt.«

Jana: »Der Trip könnte uns wirklich guttun. Danke für die Idee, Frieda.« Sie legt eine Hand auf den Oberschenkel ihrer Freundin.

»Frigga!«, faucht es ihr entgegen. Unter dem Tisch streichelt Frigga über Janas Hand.

Jana: »Sorry, ich hing mit den Gedanken im falschen Jahr. Natürlich Frigga!«

3. Als Frieda kaputtging

Dem Klang nach fiel erst ein Regal um, dann eine Person, dann zerschellte Porzellan an der Wand. Auf der anderen Seite jener Wand begann Friedas Wohnung. Sie lebte neben ihren Eltern Sonja und Kai im fünften Stock eines Blocks, oben im alten Neubaugebiet, wo der Blick talwärts über die Meininger Innenstadt reicht. Zu DDR-Zeiten hatte der Bau als funktional und topmodern gegolten, dem Geist des Bauhauses entsprechend. Langsam setzte jedoch eine gewisse urbane Ghettoisierung ein, nicht mehr dem Geist des Bauhauses entsprechend. Sie wohnten trotzdem noch dort, denn die Miete war niedrig und der Weg zur Arbeit kurz. Friedas Bruder Daniel war schon weggezogen, um »was mit Medien« zu studieren. Seine Wohnung hatte Frieda mit sechzehn übernommen: ein helles Zwei-Zimmer-Appartement neben der größeren Elternbehausung, sozusagen ein riesiges ausgelagertes Zimmer mit kompletter Selbstversorgung. Eigentlich paradiesisch. Bis heute wohnt sie dort.

Frieda schnaufte. Um sie herum lagen Hefte und Ordner in einem Chaos, das nur das Genie beherrscht. Allerdings war sie kein Genie, nicht so wie Steffen. Intelligent ja, Genie nein. Das hieß, sie musste für das heranrückende Abitur pauken. Ein halbes Jahr noch. In ihrem Mathe-Leistungskurs, in dem auch Steffen und Thomas waren, gehörte sie zu den Besten, aber nur wegen ihres Ehrgeizes, der manchmal an Besessenheit grenzte. Im Vergleich zu Steffen hatte sie die besseren Noten, schlichtweg, weil dieser sich keine Mühe gab. Er schaffte es trotzdem auf Anhieb in den Zweierbereich.

Wenn Frieda nicht endlich ihre Ruhe bekam, würde sie auch in den Zweierbereich abrutschen, befürchtete sie. Bei dem Lärm nebenan sehr wahrscheinlich. Sie kochte innerlich. Es war ja nicht so, dass Fächer wie Mathe oder Physik viel Spielraum zum Interpretieren ließen, nicht wie Janas Deutschkurs. Und erst Jahre nach dem Abi erkannte Frieda, dass Deutsch ihr größeres Talent war. Zwar sollte sie zu einer der Jahrgangsbesten werden, doch in den Monaten vor den Prüfungen steckte sie in einer fundamentalen Krise.

Ihr reichte es, wieder einmal. Sie trampelte so entschlossen in Richtung Wohnungstür, dass es beim Nachbarn mit der Bulldogge unter ihr wummerte. Auf ihrem Weg überquerte sie den weißen Teppich, der sich mittlerweile wie eine Landkarte der Oberstufenzeit las: Zeugnisse diverser Feiern als Kontrast zum Lernen, darunter Bier- und Weinflecken, Bleispuren von Silvester und Blutspuren von Patrick. Manchmal hatte die Intensität der Besäufnisse überhandgenommen, wobei das nie Friedas Absicht war. Sie wollte in erster Linie eine Sphäre mit Gleichgesinnten, ein Refugium fernab der Nullachtfünfzehn-Disko. »Let Your Spirit Soar« hatte sie anfangs auf ein Schild im Wohnzimmer geschrieben, aber das hatte nur Thomas bemerkt.

Der scharfkantige Schlüssel klimperte, als Frieda im Etagenflur zwischen den Wohnungen wechselte. Sie rammte ihn wie eine Waffe in die Nachbartür und marschierte zum Schlafzimmer, aus dem eine Männerstimme und ein Schluchzen drangen.

»Könnt ihr mal die Fresse halten, ich versuch’, zu lernen!«, brüllte sie.

Kai: »So redest du nicht mit uns, junges Fräulein!« Er stand in der Raummitte. Vor ihm hockte Sonja zusammengekauert auf dem Boden.

Frieda: »Kannst mich ja auch hauen, du misogyner Machtfetischist!«

Kai: »Ich hab’ hier niemanden gehauen, das ist Verleumdung! Wenn du es wagst, so eine rotzfreche Behauptung aufzustellen, werde ich dagegen vorgehen, das kannst du aber ... was ist denn mit deinem Auge los? Hattest du heute schon eine Schlägerei?«

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Frieda in der mittleren Phase des Gesichtsrosen-Wachstums: der Schwellung, kurz vor dem Einsetzen des Drucks.

Frieda: »Ja, und ich hab’ gewonnen. Wenn du meinen Gegner sehen willst, musst du ins Krankenhaus fahren.«

Sonja: »Was? Nein!« Beschämt wischte sie sich die Tränen vom Gesicht.

Frieda: »Nein.«

Sonja: »Du machst uns Sorgen, mein Kind.«

Frieda: »Vielleicht hab’ ich den Ausschlag ja von einer gewissen Person geerbt. Wär’ doch möglich, holder Herpeskönig.«

Kai: »Nenn mich nicht Herpeskönig, das ist respektlos!«

Frieda: »Richtig. Aber noch viel respektloser ist, wenn man seine Ehefrau betrügt, und zwar nicht mit irgendwem, sondern mit der Freundin der Ehefrau, die auch noch die Mutter der Freundin der eigenen Tochter ist. Oder ist das auch Verleumdung?«

Kai: »Hä, was? Das geht nur uns Erwachsene was an, halt dich da gefälligst raus!«

Frieda: »Versuch’ ich ja, ist aber schwer, wenn ich ständig Christine sehe. Dann frag’ ich mich immer, ob du’s ihr gerade mit deinem Lurch besorgt hast.«

Kai: »Raus hier, oder ich vergess’ mich! Sofort!«

Frieda: »Ist gut, ich geh’ wieder, bitte nicht hauen! Nur dafür, dass ich lernen muss, könnten zwei Lehrer mehr Verständnis haben. Sonst lieg’ ich euch noch lange auf der Tasche. Oder, was noch ’ne viel bessere Lösung wär’: Ich spring’ drüben gleich vom Balkon, dann könnt ihr in Ruhe bis in alle Ewigkeit zoffen. Ade, beschissenes Leben ohne Sinn! Letzten Endes bin ich eh nur auf der Welt, weil ihr gefickt habt!«

Vier fassungslose Augen starrten Frieda bei ihrem Abgang hinterher. Für ein besseres Verständnis der Lage: Sonja war zu dieser Zeit sechsundvierzig, Lehrerin an Friedas Gymnasium und seit Jahren vergebens auf der Suche nach innerfamiliärer Harmonie. Kai war achtundvierzig, Lehrer an der Regelschule, übertrieben muskulös und in einer Liaison mit Janas Mutter. Sonja wusste längst davon, hätte es aber nicht von sich aus angesprochen. Letztlich wusste jeder davon, denn Kai verhielt sich alles andere als geschickt. Seine Affäre war ein Symptom für das baldige Zerbrechen der Ehe: erst das Fremdgehen, dann das Kaputtgehen, wie auch umgekehrt. Die Trennung folgte im nächsten Frühjahr, die Scheidung ein weiteres Jahr danach.

Frieda konnte sich nach dem Eklat nicht mehr konzentrieren. Sie nahm ihr Schreibheft und floh aus der Etage, dem Wohnblock, dem Neubaugebiet. In solchen Situationen war der Englische Garten zwischen Bahnhof und Staatstheater ihre Zuflucht. Da Frieda im tiefsten Inneren romantisch war, verbrachte sie selbst im Herbst und Winter etliche Stunden dort, am Teich und bei den Gräbern an der Herzoglichen Gruftkapelle. Dort schrieb sie Gedichte, die sie niemandem außer Jana zeigte.

Ihr nächstes Gedicht entstand aber nicht an jenem Tag, sondern zwei Wochen später im Klinikum. Ihr Auge war schon hinüber, auch durch eine Notoperation nicht mehr zu retten. Bei aller Verspätung seitens Frieda hatten die Ärzte dann noch versucht, den Viren mit der Standardprozedur beizukommen: Virostatika-Infusionen, dazu antimikrobielle Salbungen, Schwarzteeumschläge und eine analgetische Ibuprofen-Therapie. Mittendrin brach das Auge zusammen, völlig überraschend in einer sternenklaren Nacht.

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