Simon Krappmann - Die Kaputten

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Steffen hat sich umgebracht. Was bleibt, sind drei kaputte Freunde: die einäugige Einzelgängerin Frigga, der introvertierte Thomas und die lebenshungrige Jana. Um Abschied zu nehmen, reisen sie mit Steffens Asche in einer Kaffeedose nach Schottland. Auf ihrer Wanderung müssen sie sich den Abgründen der Vergangenheit stellen. Ihr Trip handelt von Zusammenhalt, Sartre, Whisky, Astrophysik und dem wunderbaren Irrsinn der Existenz.
Eine Hommage an alle Kaputten dieser Welt.
"Was bei all der Freiheit noch im Verborgenen liegt: Insgeheim hat Frigga nicht vor, jemals in ihre alte Welt zurückzugehen. Ihr Schlusssatz auf dem Friedhof war nicht nur eine Floskel. Am liebsten würde sie nicht einmal von Schottland wiederkehren. In Steffens Begleitung ist sie bereit, alle Optionen aufs Spiel zu setzen."

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Der Prediger legt los. Er wagt es, Gott zu erwähnen. Daran muss Steffens Mutter Uta schuld sein, die in der ersten Reihe sitzt und heult. Uta arbeitet im Landratsamt. Sie ist religiös und bodenständig, eine ganz schlechte Kombination, um Steffens Wesen zu begreifen. Neben ihr sitzt Vater Carsten, der irgendwas in einem Logistikunternehmen macht. Insgeheim war ihm der IQ seines Sohnes immer unheimlich. Neben Carsten sitzt Nina, Steffens jüngere Schwester. Nina ist klug und hat ein ähnliches Emo-Weltbild wie Frigga, weshalb sie bis heute miteinander verbunden sind. Durch Nina hat Frigga zuerst von Steffens Tod erfahren.

Dieses Bild! Das ovale Gesicht, die langen Haare, das fliehende Kinn. Steffen wirkt um einige Jahre jünger, lächelt sogar. Ein Portraitfoto vom Abitur? Wirklich? In Frigga bahnt sich eine Supernova an. Der Prediger versucht, Leben und Tod nach dem christlichen System einzuordnen und dabei das Thema Suizid elegant zu umschiffen. Für Frigga ein Affront. Für sie ist die Sache klar: Aus existenzphilosophischer Sicht darf man sich umbringen, um dem Absurden zu entfliehen, dem menschlichen Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt. Allerdings – das muss Frigga eingestehen – hat der Existenzialist Albert Camus diese Option verworfen, weil man sich damit auch alle schönen Seiten des Lebens nehme und endgültig der Absurdität erliege. Religion sei trotzdem keine Alternative, sondern lediglich das Überstülpen einer Scheinwelt über das Absurde, aus Camus’ Sicht eine Art philosophischer Selbstmord. Letztlich bliebe nur, das Dilemma der Existenz anzunehmen, ohne aufzugeben. Leben als Widerstand gegen die Sinnlosigkeit: darauf hat sich Frigga vorläufig festgelegt.

Während der Prediger den philosophischen Suizid propagiert, reicht es Frigga. Sie erhebt sich. Ihr Adlerauge visiert den Gottesmann und die erste Reihe an. Ihr Herz rast. Schweigen wäre leichter, aber es wäre nicht richtig. Mit beachtlichem Stimmvolumen ruft sie durch die Halle: »Er wollte doch kein Bild!«

»Wie bitte?«, fragt der Prediger.

War ja klar. Also nochmal langsam und verständlich: »Steffen wollte, dass alle Bilder von ihm vernichtet werden. Das hat er in seinem Abschiedsbrief geschrieben. Das war sein letzter Wunsch, und ihr stellt hier ein Hochglanzportrait vom Abi auf? Warum?«

»Geh doch raus auf den Friedhof!«, ruft ein Gereizter aus der Menge. »Du hängst doch gerne an Gräbern rum, wie diese Freaks! Wir wollen hier würdevoll Abschied nehmen, also zeig mal ein bisschen Respekt!«

Wieder so ein Kommentar. Aber das kann Frigga nicht unerwidert stehen lassen: »Wie respektvoll ist es denn, einem Verstorbenen den letzten Wunsch zu verwehren? Und Fabio, es ist ja schön, dass du gekommen bist, aber mit Steffen hattest du wenig am Hut, wenn wir ehrlich sind. Ich wünsch’ dir echt viel Erfolg bei deiner lokalpolitischen Karriere, doch wenn du hier bist, um implizit Wahlkampf zu machen, dann frag’ ich mich, wer von uns der wahre Freak ist!«

Der letzte Teil des Konters kam eher zittrig aus Friggas Mund, weniger souverän, als es das geschriebene Wort vermuten lässt. Jana und Thomas haben erkannt, wie dicht ihre Freundin vor dem Sternenkollaps steht. Nun erheben auch sie sich, um mit Frigga an die frische Friedhofsluft zu gehen. Hastig arbeiten sie sich zwischen den Stuhlreihen zur Tür.

»Bitte entschuldigen Sie den Zwischenfall«, richtet hinter ihnen der Prediger an die Gäste.

»Eine einfache Bitte!«, muss Frigga noch loswerden, ohne sich umzudrehen, und: »Wie steht ihr zu Selbstmord?« Da fällt auch schon die Tür zu. »A-A-A-A-A-A!«, schreit Frigga so laut ins Freie, dass sie eine Schar Krähen aus einer Baumkrone verjagt.

»Beruhig dich«, sagt Jana mit ihrer einfühlsamen Stimme. »Es ist für alle schwer.« Sie und Frigga sind seit dem Sandkastenalter beste Freundinnen. Aber auch Jana ging fort, auch nach Jena, ebenso Thomas, den die beiden seit der Oberstufe kennen. Der introvertierte Sonderling fand über Steffen den Weg in den Freundeskreis. Augenblicklich wirkt er verwirrt, sieht seinen Platz draußen bei den Freundinnen und drinnen in der trauernden Menge.

Frigga hat seinen Zwiespalt erkannt. Sie zieht die Konsequenz: »Passt auf, ihr geht jetzt wieder rein und ich verschwinde ohne weiteren Stunk. Heute A...«

»Und die Beerdigung?«, unterbricht sie Jana.

»Da bin ich nicht erwünscht. Wie Fabio dezent angedeutet hat, kann ich noch öfter bei meinen Friedhofs-Séancen am Grab vorbeischauen. Aber heute Abend, da treffen wir uns. Keine Ausreden! Acht Uhr im Schlupf, okay?«

»Okay.«

»Geht klar.«

Mit der Errungenschaft einer Verabredung lässt Frigga die Elendsfeier hinter sich und stapft zum Renault zurück. Eine Steffen-Party, bei der es nicht um Steffen geht, kann sie nicht gebrauchen. Dann lieber ein Treffen dort, wo der echte Steffen zu Hause war.

2. Schlupf

Meiningens Kneipen sind wunderbare Verstecke. Der »Schlupfwinkel« ist eines davon. Er befindet sich in einem Fachwerkhaus mit kleiner Terrasse vor dem Eingang, verborgen hinter einem Stadtgraben, über den eine Holzbrücke führt. In ihrer Stammkneipe haben sich Steffen, Frigga, Thomas und Jana unzählige Male getroffen, um dem Alltag zu entfliehen. Heute gibt es allen Grund, zu fliehen, denn es gibt keinen Steffen mehr.

Frigga sitzt im hinteren Raum, in dem man weiter rauchen darf. Seit Anfang des Jahres gilt das Rauchverbot in Gaststätten, weshalb sie sich sogar innerhalb des Versteckes zurückziehen muss. Dort sitzt sie manchmal mit Nina, wenn sie sich zufällig begegnen, und trinkt mit ihr Cocktails. Zurzeit ist damit nicht zu rechnen. Ansonsten trifft sie hier noch öfter Patrick, der so gut wie jedes Wochenende nach Meiningen fährt. Er studiert Medizin in – wo auch sonst – Jena, mit dem Potenzial, Chefarzt am Klinikum Meiningen zu werden. Frigga freut sich, wenn sie ihn sieht, würde ihn aber nicht zum engen Freundeskreis zählen. Er war bei einigen Feiern in ihrer Wohnung dabei und tauschte misanthropische Sprüche mit Steffen aus, zum Beispiel, dass es mehr Autounfälle geben sollte, damit die Chirurgen was zu tun hätten. Einmal boxte er betrunken in einen Cutter und blutete Friggas weißen Teppich voll. Das sind die typischen Patrick-Erinnerungen, kleine Anekdoten für den Stammtisch. Jetzt braucht Frigga jedoch ihre echten Freunde, und die kommen nur noch selten in den »Schlupf«.

Zuerst tritt Thomas ein. Er wischt die verregnete Brille sauber und sieht sich suchend im Vorderraum um, wobei seine Denkerstirn Falten wirft. Zu Schulzeiten erhielt er den Spitznamen »Hawking«, wegen mancher Verschrobenheit, und, weil er sich schon früh für theoretische Physik interessierte, für die kleinen Teilchen und großen Zusammenhänge. Wenn bald jemand die Weltformel knackt, dann Stephen Hawking – oder Thomas.

»Hey«, grüßt Frigga, als Thomas sie schließlich in der hintersten Ecke findet. Die Kneipe ist randvoll, erst recht der verqualmte Teil. Frigga raucht am liebsten Zigarillos, arbeitet heute aber an einer Packung Zigaretten. An diesem Tag steht Quantität vor Qualität. Dazu trinkt sie ein Hefeweizen, das sich Thomas ebenfalls bestellt.

»Kommt Jana noch?«, will er wissen.

Frigga: »Davon geh’ ich aus.«

Thomas: »Schön, dich zu sehen.«

Frigga: »Absolut. Wie war die Feier?«

Thomas: »Gut.«

Frigga: »Wirklich?«

Thomas: »Nein. Du hast nicht viel verpasst.«

Frigga: »Nur, wie unser oxidierter Freund für immer und ewig in die Erde gelassen wird. Das ist doch scheiße!«

Thomas: »Kann man sagen.«

Frigga: »Tut mir leid, dass du ihn gefunden hast. Kannst du je wieder in die WG zurück?«

Thomas: »Es war im Keller. Da bin ich selten.«

Frigga: »Fuck!«

Thomas: »Mit dreizehn leeren Flaschen Bier. Der Anblick verfolgt mich.«

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