Markus Szaszka - Fontanka
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»Ja!«, pflichtete das Kind seiner Mutter bei und zog das A in die Länge. »Sie sehen lustig aus.«
»Halt dich trotzdem lieber fern von ihnen, Schatz. Man weiß ja nie.«
Anna blieb sitzen und sah den drei Jungs weiter beim Spielen zu.
»Anuschka, ich muss jetzt wieder zur Arbeit«, sagte Dora, während sie sich ihren Mantel anzog. »Wir sehen uns heute Nachmittag. Ich liebe dich.« Sie küsste Anna auf den Mund. »Und nicht hinausgehen, gut? Jetzt hast du einen Schlüssel, aber du sollst ihn nur in Notfällen verwenden und wenn du zur Schule oder nach Hause gehst. Hast du verstanden?«
Eine Antwort blieb aus.
»Hast du verstanden, frage ich dich?«, wiederholte Dora in der geöffneten Wohnungstür stehend.
»Ja, Mama. Ich habe verstanden«, sagte Anna, ohne zu ihrer Mutter zu sehen.
Ein Fluss und ein Spitzname
Wie es Tradition an der Petersburger Schule Nr. 348 war, unternahm auch Annas Jahrgang zum Abschluss des ersten Schuljahres einen Ausflug zum Tschischik-Pyschik-Denkmal, das sich an der Kreuzung der Flüsse Moika und Fontanka befand.
Tschischik-Pyschik war der Name eines Vogels, den so gut wie jeder in Russland kannte. Einem alten, vierzeiligen Volksreim nach, trank der Erlenzeisig Wodka am Ufer der Fontanka, woraufhin ihm der Schädel brummte.
Und weil diesem jämmerlichen Zeisig die Sympathie des Volkes entgegenschlug, hatte ihm die Stadt 1994 ein Denkmal spendiert. Es war eine gerade mal elf Zentimeter kleine Bronzestatue, die auf halber Höhe der Kaimauer befestigt worden war, die von der Ingenieursbrücke hinab in die Fontanka führte. Wer den kultigen Vogel sehen wollte, musste sich über das Brückengeländer lehnen. Und wer nicht Ausschau nach dem unscheinbaren Figürchen hielt, dem fiel es auch nicht auf.
Tschischik-Pyschik war beliebt, weil sein Abenteuer erfrischenderweise nichts mit Politik, nationaler Identität oder historischen Begebenheiten zu tun hatte. Der ulkige Trunkenbold erlaubte der unsichtbaren Bevölkerung, wenigstens für Augenblicke den Ernst ihres entbehrungsreichen Alltages zu vergessen.
Über die Jahrzehnte avancierte die kleine Bronze zu einer der bestbesuchten Touristenattraktionen des ganzen Landes. Darüber hinaus hatte sich ein Brauch entwickelt. Jeder Besucher konnte sich etwas wünschen und wer geschickt genug war, eine Münze derart platziert zu werfen, dass sie auf Tschischiks Podest liegenblieb, dessen Wunsch ging in Erfüllung. Dieses Kunststück gelang aber kaum jemandem, da der Wurfwinkel steil und die Fläche, auf der die Münzen liegenbleiben konnten, klein war.
Von Klassenlehrerin Koslowa und Sportlehrer Komarow beaufsichtigt, pilgerte Annas Klasse geschlossen zur Fontanka. Es war Morgen, die Sonne schien und einige wenige Quellwolken säumten das helle Blau des Junihimmels. Die Sommersonnenwende stand kurz bevor, was in St. Petersburg bedeutete, dass es nachts nicht mehr dunkel wurde. So ging das schon den ganzen Monat und die weißen Nächte, wie sie genannt wurden, färbten auf die Menschen ab, veränderten sie, auf eine unbestimmte, aber gewiss wunderbare Art.
Wer sich zu dieser Zeit des Jahres in der ehemaligen Zarenstadt befand, ob Einwohner oder Besucher, hatte gute Chancen, gemütsmilder als sonst zu werden, neugieriger und offenherziger. Es war, als wäre Petersburg von einem Zauber erfasst worden, der alles und jeden glanzvoller erscheinen ließ – edler, interessanter. Die Morgen fühlten sich wie Vormittage an und die Nächte wie Abende. Das viele Tageslicht berauschte die Menschen und lud ein, zu musizieren, zu tanzen und zu lachen.
So oder zumindest so ähnlich fühlten sich auch die Kinder der 1-c, während sie um kurz nach neun, eines nach dem anderen, hochgehoben wurden und versuchten, je einen Rubel auf Tschischik-Pyschiks Podest zu platzieren.
Als Anna an der Reihe war, passierte das Malheur. Auch sie wurde vom Jungensportlehrer Komarow unter den Achseln gepackt, hochgehoben und auf das Geländer gesetzt, damit sie den glückbringenden Zeisig besser sehen konnte. Mit Misha Masha in der einen Hand und einem Rubel in der anderen begriff sie nicht sofort, was von ihr verlangt wurde. Wie so häufig war Anna auch dieses Mal verträumt gewesen und hatte nicht aufgepasst, als ihre Lehrer über das Denkmal referierten. Und während die anderen Kinder ihre Münzen geworfen hatten, hatte sie ihr Bärchen herumschauen und über die eindrucksvollen Bauten der Innenstadt staunen lassen, die sie fast nie zu Gesicht bekam.
»Nun wirf doch schon!«, forderte Komarow, dem seine Aufgabe beim vorletzten der 32 Kinder lästig geworden war.
Anna warf ihre Münze geradewegs in den Fluss, ohne auf das Podest zu zielen oder Tschischik-Pyschik überhaupt zu bemerken. Unter ihren Mitschülern brach schadenfrohes Gelächter aus, was das Mädchen verunsicherte und dessen Griff um Misha Masha lockerte. Das Kuscheltier rutschte Anuschka aus der Hand und sauste schnurstracks in die Fontanka, wo es nun auf der Wasseroberfläche trieb. Anna stieß einen entsetzten Schrei aus, haute dem Sportlehrer auf dessen Finger, der sie im Affekt losließ und verdutzt zusah, wie sich eines seiner Kinder in den Fluss fallen ließ – wie es aussah, um ein Stofftier zu retten.
Vergeblich versuchte Komarow Anna hinterherzugreifen, dem nur mehr überrumpeltes Fluchen überblieb, als sie neben ihrem Bärchen ins Wasser platschte und darunter verschwand. Den eben noch vergnügten Kindern blieb das Lachen in den Hälsen stecken, sie stürzten ungläubig zum Geländer und sahen ihrer Klassenkameradin nach. Klassenlehrerin Koslowa verfiel in Panik, stürzte ebenfalls zum Geländer, zerknautschte währenddessen zwei, drei Kindergesichter und schrie Komarow direkt ins Ohr: »Worauf warten Sie denn? Nun springen Sie doch! Springen Sie! Springen Sie!«
Verwirrt, geschockt und willenlos tat der Sportlehrer, was ihm gesagt wurde. Er sprang Anna, die um ihr Leben strampelte, hinterher. Sie konnte zwar nicht gut schwimmen, hatte es aber dennoch irgendwie geschafft, ihre Misha Masha zu schnappen und genauso festzuhalten wie sie jetzt von Komarow festgehalten wurde, der seinen Fehler ausgebügelt, das Kind und damit auch seinen eigenen Hintern gerettet hatte.
Das unglückliche Ereignis entwickelte sich zu einem Spektakel. Von den umliegenden Flussufern und den beiden Brücken gafften Petersburger und Touristen, manche machten Fotos, andere beteten und wieder andere schrien einem nahenden Ausflugsboot zu, es solle aufpassen und anhalten, um die Verunglückten zu bergen. So geschah es dann auch.
Die Gefahr war gebannt und die Verunglückten wurden ans Ufer gebracht, wo eine aufgebrachte Menschenmenge wartete und nach und nach Feuerwehrkräfte, eine Polizeistreife und Medienvertreter eintrudelten.
»Ruhe!«, forderte ein betagter, dickbauchiger Polizist und zwängte sich, gefolgt von einem jungen Kollegen, zwischen Gaffern hindurch zu Koslowa, Komarow und dem verunglückten Mädchen. »Was ist hier los?«, fragte er und wurde weiterhin überhört, weil die beiden Lehrer zu sehr damit beschäftigt waren, Anna zurechtzuweisen.
Obwohl alle Anwesenden Grund genug gehabt hätten, für den glimpflichen Ausgang des Unfalls dankbar zu sein, gingen sie lieber der Frage nach, wer für die Aufregung verantwortlich war. Währenddessen kam niemand auf die Idee, dem erschrockenen und bibbernden Kind beizustehen, es zu trösten oder zu wärmen.
Stattdessen wurden Anna Sätze wie »Was hast du dir nur dabei gedacht?«, »Wie dumm kann man eigentlich sein?« und »Du bist nicht normal!« an den Kopf geworfen. Verständlicherweise war ihr zum Heulen zumute, aber anscheinend war sie nicht fähig dazu, denn alles, was sie fertigbrachte, war ausdruckslos zu ihrem Bärchen zu sehen und ihm über das pitschnasse Köpfchen zu streicheln, während ihr stumme Tränen über die Wangen kullerten.
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