Karin E. Bell - Evelyn zwischen 55 und 60

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Evelyn zwischen 55 und 60: краткое содержание, описание и аннотация

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Evelyn schildert in kurzen Episoden ihren Alltag rund um Familie, Beruf, Freundschaften, Reisen und Hobbies sowie ihre Erfahrungen und Gedanken rund ums Älterwerden. Zeiten der Trauer werden beschrieben, aber auch Erlebnisse, die Mut machen und oft ihre komischen Seiten haben.
In Rückblenden lässt sie längst Vergangenes wieder aufleben: Was war gut? Und was nicht? Welche Ereignisse müssen, so schwer es auch fällt, als Teil des Lebens akzeptiert werden?
Evelyn möchte mit ihren Aufzeichnungen vermitteln, dass auch ein einfaches und unauffälliges Leben spannend genug sein kann.

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„Wenn ich was nicht machen will, reagiere ich immer so bockig.“

Und alle hören zu. Was müssen die jetzt von mir denken? Nicht nur doof, sondern auch noch renitent, zickig – oder was weiß ich. Weiter geht es auf dem rutschigen Boden. Einen Moment lang bin ich so wütend, dass ich die Stöcke am liebsten weit weg werfen würde. Oder diesem Typen ins Kreuz, der wie ein Musterschüler, aufrecht, stramm und auch noch lächelnd vorneweg läuft. Er will zeigen: Ich kann es. Ich hab es kapiert. Ob er glaubt, er bekäme eine gute Note am Schluss? Morgens bei der Wirbelsäulengymnastik hat er auch schon so perfekt alles mitgemacht und beifallheischend der Krankengymnastin ins Gesicht geschaut. Wenn einer also die Stöcke ins Kreuz kriegen sollte, dann er! Ich bin wirklich froh, als die Stunde vorüber ist und ich nichts geworfen habe.

Später gibt es ein Sedativbad. Ich darf in eine Wanne mit wohlriechendem Zusatz. Das Radio läuft, nebenan singt einer mit: „It’s not unusual“. Tom Jones und mein badender Nachbar singen im Duett, in sehr unterschiedlichen Tonlagen. Ich bringe kurz darauf mit meinen Händen passend zum Takt des nächsten Musiktitels Wasser in Wellen. Meine Hände sind kleine Schiffe, die das Meer durchpflügen, meine Fantasie geht mit mir durch. Aber dann fällt mir ein, dass mein jetzt nicht mehr singender Nachbar das ja auch hören kann. Was denkt der jetzt, was sein benachbarter Badender da tut? Meine Schiffe hören unvermittelt auf, der Wellengang auf hoher See ist beendet.

Am Morgen ein wunderschöner Himmel, viel Rot, welches später teilweise zu Lila überwechselt. Ein dramatisch schöner Anblick. Nach dem Frühstück geht es in die Muckibude zum Muskeltraining an verschiedenen Geräten. Eigentlich bin ich innerlich schon wieder auf Abwehr, warum ist das so? Vielleicht denke ich an die Männer und Frauen, die mit ihren gestählten Muskeln manchmal auf Fotos zu sehen sind, oft mit Öl eingerieben, und in dieser Erscheinung bei mir mitleidiges Lachen, Ablehnung, manchmal sogar Ekel erzeugen. Es nützt aber alles nichts, ich muss mit dem Armtraining beginnen. Mit dem Heben von zunächst ganz geringen Gewichten. Nur kein falscher Ehrgeiz. Das hier ist ja ein erster Einführungstag. Und dann macht es mir sogar Spaß. Unangenehm wird es in dem Moment, als in der geöffneten Tür schon die Probanden der nächsten Stunde erscheinen, und ich ausgerechnet am schwierigsten Gerät sitze. Beine auseinander, Beine wieder zusammen, Kraft zeigen und Gewichte heben. Sieht sicher klasse aus, zumal ich die Turnschuhe vergessen und Mühe habe, meine flachen Pantoffeln auf den Fußstützen ans Halten zu kriegen. Das Schlimmste aber sind die kritischen Blicke der Leute in der Tür. Jedes einzelne Gesicht vermittelt: Ich kann das aber schon viel besser.

Später, wieder auf dem Zimmer, sehe ich mit gemischten Gefühlen aus dem Fenster. Erst fällt Regen, der in Schnee übergeht und sich bald zu einem heftigen Schneetreiben entwickelt. Und um 11.00 Uhr soll das schreckliche Nordic-Walking wieder stattfinden. In der vergangenen Nacht hatte ich länger wach gelegen und überlegt, wie ich mir diese verhasste Sportmaßnahme vom Hals schaffen könnte, und nun wird der Schnee immer mehr zu meinem Verbündeten. Am Ende entscheide ich mich fürs Fernbleiben vom Unterricht, und ich komme mir vor wie ein Schüler, der die Schule schwänzt. Kein übles Gefühl. Stattdessen genieße ich das Lesen eines Krimis. Ach ja, der Musterschüler wird den Schneeflocken zum Trotz sicher wieder wacker vorneweg stöckeln. Ich kann ihn mir richtig vorstellen und muss schon wieder grinsen. Und intern rechne ich auf. Gestern Nachmittag habe ich mit Christa und einer weiteren kurenden Dame einen zweistündigen Fußmarsch, oft bergauf und bergab, absolviert. Der galt für heute mit.

Seit zwei Tagen bekomme ich laktosefreie Kost. Und zu meiner Überraschung und wirklich großen Freude ist das ganze Bauchgerumpel sehr viel weniger geworden. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich regelrecht darauf warte, dass zwanzig Minuten nach dem Essen das Getöse im Bauch wieder losgeht, doch nichts geschieht. Ein Gefühl, welches ich seit Jahren nicht mehr kenne. Das ist das Schönste, was mir hier bisher widerfahren ist.

Ich glaube, dass ich häufiger die positiven Dinge im Leben sehe als manche anderen Menschen. Heute im Schwimmbad: Drei Personen schwimmen, vier Personen am Beckenrand quatschen, einer von ihnen ziemlich laut, ihn hört man auch oft quer durch den Speisesaal rufen, und er findet sich erkennbar unwiderstehlich. Immer laut, immer auffallend, immer präsent. Christa nennt ihn spöttisch den „Hahn im Korb“. Jetzt unterhält er mit lauter Stimme sämtliche Schwimmer, und eine Frau neben mir meint ärgerlich:

„Blöd, dass das so laut ist hier.“

„Aber dafür schwimmen die uns nicht im Weg herum.“ lache ich sie an.

„Stimmt, wenn man es so sieht.“ Nun kann auch sie lachen.

„Man sollte es so oft wie möglich so sehen“. finde ich.

Seit gestern plagt mich das schlechte Gewissen. Zunächst einmal hatte ich tagelang überlegt, wie ich es Hannes deutlich machen soll, dass er sich nicht ins Auto setzen und hierher fahren soll, um mich „mal richtig in den Arm zu nehmen.“ Ich selbst finde es gar nicht so schlimm, mal für drei Wochen getrennt zu sein. Außerdem, um knappe vier Stunden hier beisammen zu sein, fallen, je nach Witterung, sechs bis sieben Stunden Fahrtzeit an. Ein Missverhältnis, was Hannes von sich aus eigentlich auch so sehen müsste. Und was sollen wir hier in der Zeit zwischen Ende Mittagessen und Abendessen anfangen? Straßen und Wege sind teilweise glatt, und abgesehen davon kann man auch der Kälte wegen nicht stundenlang herumlaufen. Und die ganze Zeit im Café sitzen? Alles Quatsch.

„Aber einmal möchte ich schon kommen, um mal zu sehen, wie Du da wohnst, wie es da aussieht.“ tönt es durch den Telefonhörer.

„Ein bisschen Abstand tut uns beiden doch wirklich mal ganz gut. In Ruhe nachdenken über dies und jenes kann bestimmt nicht schaden.“ entgegne ich.

Doch Hannes ist da anderer Meinung.

„Du willst wohl mit aller Macht hierhin kommen?“ frage ich, etwas lauter als nötig. Kurzes Schweigen am anderen Ende. Habe ich einen wunden Punkt getroffen, ist mein armer Mann jetzt beleidigt? Das Gespräch beenden wir mit beiläufigen Redewendungen.

Dieses Telefonat war gestern Abend, und seitdem gärt es in mir. Hätte ich mich anders, zumindest vorsichtiger ausdrücken sollen? Aber wie oft habe ich Dinge schon nicht auszudrücken gewagt aus lauter Angst, mein Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. Immer Rücksicht auf andere. Nicht auf mich. Ich finde, ich habe es richtig gemacht, fühle mich aber trotzdem nicht gut dabei. Wäre ich regelmäßig in der Lage, offen und unverblümt das zu sagen, was ich wirklich möchte, wie es für die meisten Menschen in ihren Beziehungen wohl normal ist, wäre mein Gegenüber daran gewöhnt.

Es ist früher Morgen. Wieso höre ich draußen eine Türe zuklappen? Oh Schreck, mein Wecker hat den Geist aufgegeben. Jetzt heißt es, in knapp zwanzig Minuten waschen, anziehen und zum ersten Termin gehen. Ausgerechnet heute habe ich schon eine Anwendung um halb acht. Es gelingt mir zwar eine flotte Katzenwäsche, doch bin ich nervös und etwas kopflos. Was könnte ich anziehen, wo sind überhaupt die Socken? Wie immer, wenn etwas unter Zeitdruck geschieht, mache ich alles leicht unüberlegt, stehe mir selbst im Weg und brauche daher mehr Zeit als nötig wäre. Noch schnell wiegen (600 g weniger als vor drei Tagen!) und Blutdruck messen (höher als sonst, der Puls auch. Zweifellos aus Stressgründen). Am Ende sitze ich drei Minuten vor dem Termin am Wartepunkt und denke, dass die Hektik gar nicht nötig gewesen wäre.

„Wie im Schlaraffenland. Hier wird man richtig verwöhnt.“ stöhnt vor Wonne mein Gegenüber am Mittagstisch. Das kann ich bestätigen. Doch gleich darauf ein ganz anderes Thema: „Mein Mann hat mich geschlagen“ erwähnt eine Frau beiläufig. „Meiner auch.“ kommt gleich von meiner Nachbarin. Gewalt in der Familie! Hier am Tisch sitzen sechs Frauen unterschiedlichen Alters, und zwei davon haben schon mal die Hucke voll gekriegt. Zufall? Oder ist diese Art der zwischenmenschlichen Verhaltensweisen weiter verbreitet, als ich ahnte? Doch bevor das Thema vertieft wird, dringt vom Nebentisch - dort sitzt der Hahn im Korb - ein Satz zu uns herüber:

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