Karin E. Bell - Evelyn zwischen 55 und 60

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Evelyn zwischen 55 und 60: краткое содержание, описание и аннотация

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Evelyn schildert in kurzen Episoden ihren Alltag rund um Familie, Beruf, Freundschaften, Reisen und Hobbies sowie ihre Erfahrungen und Gedanken rund ums Älterwerden. Zeiten der Trauer werden beschrieben, aber auch Erlebnisse, die Mut machen und oft ihre komischen Seiten haben.
In Rückblenden lässt sie längst Vergangenes wieder aufleben: Was war gut? Und was nicht? Welche Ereignisse müssen, so schwer es auch fällt, als Teil des Lebens akzeptiert werden?
Evelyn möchte mit ihren Aufzeichnungen vermitteln, dass auch ein einfaches und unauffälliges Leben spannend genug sein kann.

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Zwischen verschiedenen Maßnahmen und Anwendungen habe ich immer mal eine halbe Stunde oder länger Zeit. Was tun solange? Lesen will ich nicht ständig. Daran gewöhnt, meist irgendwie beschäftigt zu sein, muss ich lernen, auch mal eine Zeitlang einfach da zu sitzen und alles auf mich einwirken zu lassen. Die Gedanken kommen und wieder gehen lassen, das hab ich doch mal in einem Kursus gelernt. Jetzt kann ich es endlich mal umsetzen oder zumindest versuchen. Aus dem Fenster gucken, auch wenn nicht allzu viel zu sehen ist. Die Vögel, die Bäume, der Himmel, der alle paar Minuten sein Erscheinungsbild ändert. Bewusster atmen, wenn Zeit dazu ist. Hab ich doch auch mal geübt. Lediglich ein paar Sätze schreibe ich ins Notizbuch, und stelle dabei fest, dass sich auf meinen Händen einige Altersflecken gebildet haben. Wieso habe ich das bisher nicht gesehen? Zu wenig Zeit und Ruhe, um auf so was zu achten?

Schwimmen! Erst habe ich keine Lust, hinzugehen; am Ende möchte ich gar nicht raus aus dem Wasser. Wie viele Jahre war ich wohl nicht mehr in einem Schwimmbad?

„Gibt es hier eine Kleiderordnung, weil fast alle Damen schwarze Badeanzüge tragen?“ fragt ein Mann. Aha, doch kein Kurschattenanwärter, wie ich erst befürchtet habe, weil er dauernd zu mir hin guckt.

„Nein, aber man bildet sich immer ein, Schwarz mache schlank.“ antworte ich, und er ist zufrieden und schwimmt weiter seines Wegs.

Ich genieße es bald, nichts tun zu müssen. Nicht planen, was gekocht werden soll oder einzukaufen ist. Waschen, bügeln, mit all diesen Dingen habe ich jetzt nichts am Hut. Und ins Büro muss ich auch nicht. An diesen Zustand des Nichtstuns könnte ich mich bestimmt schnell gewöhnen. Am Nachmittag ein Spaziergang gemeinsam mit der sechzigjährigen Christa, die im Speisesaal neben mir sitzt und mit der ich mich etwas angefreundet habe. Hier in der Gegend gibt es viele schöne Bauwerke aus der Zeit des bayerischen Königs Ludwigs I, es gibt viel zu bestaunen. Später gehen wir in ein Café, und dort erzählt sie mir in gestraffter Form ihr Leben der vergangenen Jahre. Eine wohlhabende Frau, das erkennt man nicht nur am ständig wechselnden Goldschmuck, den sie trägt, sondern auch die Kleidung sieht edel aus. Überhaupt sind die Auftritte der Damen, die ich täglich um mich herum habe, vielfach sehenswert. Einige wechseln mehrmals täglich ihr Outfit. Für wen denn bloß? Für die meist übergewichtigen Herren, die in ihren Jogginganzügen herum schlurfen?

Ich telefoniere mit Marvin, der sich recht zufrieden anhört. Später ruft Hannes an. Ich würde ihm gerne sagen, dass ich ihn und den Rest der Familie doch mehr vermisse als ich erwartet habe. Aber wenn ich das vermelde, setzt er sich möglicherweise morgen früh ins Auto und kommt her. Er berichtet, dass unsere Katze Fussy zwei Tage lang kaum gefressen hat. Sie vermisst mich! Mit meiner Kurmaßnahme bringe ich wohl mehr durcheinander als vorher angenommen. Hoffentlich bewirkt sie im Gegenzug wenigstens was Positives.

Am Sonntag führt Christa und mich ein kleiner Spaziergang im Regen zur Wandelhalle, denn wir wollen zum Kurkonzert. Wir hören dem Stehgeiger und dem Gitarristen zu und stellen fest: Alles nur ältere Leute hier im Saal. Aber wir sind ja auch ältere Leute, das vergesse ich bloß manchmal.

Am nächsten Tag stehe ich am Fenster, gucke den tief liegenden Nebelschwaden zu und überlege, warum mein Hausarzt nie auf die Idee gekommen ist, mich auf Milchzuckerunverträglichkeit zu testen; diese Problematik ist bei mir festgestellt worden. Zu teuer für einen Kassenpatienten? Zu gleichgültig, der Arzt? Später gibt es Übungen für die Halswirbelsäule. Erstaunlich, an welchen Stellen des Körpers es bei solcherlei Bewegungen knacken kann. Aber hinterher wirkt alles sehr entspannt. Ich nehme mir vor, solche Übungen daheim weiterzumachen. Oft nutze ich die von mir selbst unfreiwillig verordnete Treppentherapie. Dauernd kommt es auch nach Tagen noch vor, dass ich irrtümlich treppauf gehe, während ich doch für die nächste Anwendung nach unten müsste. Doch nicht nur ich bin so schusselig, auch viele andere machen auf Fluren oder im Treppenhaus plötzlich Halt und gehen in anderer Richtung weiter. Beruhigend, nicht nur ich bin so blöd. Am Nachmittag entschließe ich mich zu einem Spaziergang. Es ist längst nicht mehr so kalt wie zu Beginn der Kur, und die Wege sind eisfrei. Zwischendurch spiele ich ein bisschen mit den tief hängenden Zweigen eines Baumes und lasse die Wassertropfen durch die Gegend flitschen. Auf einer kleinen Brücke bleibe ich stehen und gucke dem schnell dahin fließenden Flüsschen nach. Die Eisschollen am Ufer, vor wenigen Tagen noch dick, stabil und unzerstörbar wirkend, sehen jetzt aus wie aus Glas. Kristall, in den verschiedensten Formen. Mit etwas Fantasie lassen sich da richtige Skulpturen entdecken. Das Alleingehen tut gut; ich kann meinen Gedanken nachhängen und fühle mich am Schluss richtig wohl.

Lauter neue Dinge lerne ich kennen. Das Laufbandtraining, welches nicht so schlimm ist, wie ich befürchtet hatte. Und heute den „Hydro Jet“; eine Art Wasserbett, welches mittels heftiger Bewegungen aufs Allerfeinste den Rücken massiert. Der vorherige Kommentar eines Mannes, der gleichzeitig mit mir auf eine Anwendung wartet: „Da welle se net, dass des uffhört.“ Stimmt!

An unserem Tisch sitzen inzwischen neue Kurgäste, deshalb erfahre ich auch andere Krankheitsgeschichten, und mir scheint, dass manche Frauen – die Männer halten sich allesamt bedeckt – fast schon genüsslich und stolz von ihren jeweiligen Krankheiten berichten. Einzelheiten werden da gerne in grausamer Ausführlichkeit geschildert.

„Das Knäckebrot, das ich jetzt hier esse, kommt in einer halben Stunde wieder raus. Komplett.“ Das sagt die mir gegenüber sitzende junge Frau, und ich wage weder zu fragen, weshalb sie es dann isst, noch mir vorzustellen, wie das Knäckebrot nach dieser halben Stunde wohl aussehen mag.

Meine Kurfreundin Christa hat viel mehr Anwendungen auf dem Plan stehen als ich.

„Und zwischendurch gehe ich noch Wassertreten und aufs Rädle.“

„Meinst Du nicht, dass Du Dir zu viel zumutest?“ frage ich sie.

„Ach, ich bin mein Leben lang furchtbar ehrgeizig gewesen. Das wird nimmer anders.“

Als ich zugebe, dass ich froh bin, immer mal lesen zu können zwischen den Anwendungen, fällt ihr dazu keine Antwort ein, doch der leicht geringschätzige Blick spricht Bände. Wenn ich jetzt auch noch erwähnen würde, dass ich minutenlang aus dem Fenster gucken kann, ohne an was Besonderes zu denken, verstünde sie vermutlich die Welt nicht mehr.

Ich habe Zeit zum Nachdenken und stelle fest, dass ich im Grunde ganz zufrieden bin mit meinem Leben und der Art, wie ich es gestalten kann. Nicht nur, dass ich mit meiner Familie und den Freunden einverstanden und gern mit ihnen zusammen bin. Der Job geht auch so einigermaßen. Immer häufiger lasse ich mich darauf ein, mein Umfeld auf mich wirken zu lassen und einfach zu gucken, was passiert. Die simpelsten Dinge können erlebenswert sein und es muss längst nicht mehr „viel los“ sein. Sehr zufrieden und ausgeglichen gehe ich an diesem Abend ins Bett und schlafe schnell ein.

Am nächsten Vormittag kommt dann das, wovor mir die ganze Zeit am meisten gegraut hat: Das Nordic Walking, welches mir zwangsweise verordnet worden ist. Es geht gleich los mit Problemen, denn als einzigem Teilnehmer gelingt es mir nicht auf Anhieb, die Hände vorschriftsmäßig in die Schlaufen der Stöcke zu bekommen. Ach so, man soll den Verschluss und das ganze Zeug erst lockern. Na dann. Nach einigen allgemeinen Erklärungen stapfen wir los, und ich komme mir schon nach kurzer Zeit dermaßen bescheuert vor und schäme mich sogar vor dem Lastwagenfahrer, der weiter oben die Straße entlang fährt und vermutlich weniger auf uns mit unseren Stöcken als auf seine kurvige Wegstrecke achten wird. Nach einer Weile sollen wir eine Pause machen, mit offenen Ohren für weitere Erklärungen. Nach dem Zuhören klappt es schon wieder nicht, die linke Hand ordentlich in die Schlaufe zu bekommen. Unsere Leiterin kümmert sich um mich; nur mir muss sie helfen, nur eine Doofe hier im 12-er Grüppchen. Ja, und zu meiner eigenen Überraschung höre ich mich erklären:

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