Bernd Michael Grosch - Kurzgeschichten

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In diesem Band 32 Kurzgeschichten, wie das Leben selbst sie schreibt.
Sie führen den Leser über Deutschland in die Schweiz, nach Kamerun – ja selbst bis in das ferne Indien und gar Tibet.
Einige heiter, manche traurig, doch alle unterhaltsam und geeignet zum Nachdenken.
Der Autor bemüht sich um eine gefeilte, gehobene Sprache und ist weit entfernt vom heutigen, leider oftmals gebrauchten 'Telegramm-Stil'.

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Er ließ sich im Menschenstrom treiben und kam schließlich in einer Baracke unter, welche weit entfernt von der seiner Kollegen lag.

Herod zeigte keine Eile, sich eine passende Lagerstatt auszusuchen, sondern wartete, bis alle

Anderen ihre Plätze gefunden hatten, um sich sodann in einer Ecke einfach auf dem Boden nieder zu legen.

Die halbe Nacht lag er wach und arbeitete an seinem Plan, den Trottel zu spielen. – Herod war intelligent genug, zu wissen, dass jede Übertreibung ihn nicht nur den Ruf des harmlosen Idioten, sondern sogar das Leben kosten könne; also galt es, mit Maßen zu agieren – und sich eher zurückhaltend und ruhig-verängstigt zu verhalten.

Mit ausdrucksloser Miene stand Herod am nächsten Tage an der Stelle der Essensausgabe. -

„Wo ist dein Napf?“

Hilflos blickte der Gefangene den Sprecher an.

„Wo hast du dein Geschirr gelassen?!“

Die Frage klang nun ungeduldiger, als beim erstenmal.

„Ich..., ich...; - Zuhause,“ stotterte der Unglückliche.

Gelächter ringsum.

„Er ist ein Einfaltspinsel ! Gebt ihm ein Essgeschirr !“

Herod bekam einen Napf – und man füllte diesen bis zum Rand mit Suppe, welche er nahebei ungestört löffeln durfte. –

„Bist du satt geworden ?“

Der Essensausgeber wies auf den Kessel, in welchem noch Suppe vorhanden war. Herod schüttelte den Kopf.

„Bin satt,“ erklärte er, gab den Napf zurück und trollte sich. Grinsend sahen die Umstehenden ihm hinterher.

Man wusste nun, dass ein Idiot im Lager weilte – und man kümmerte sich um den hilflos

Erscheinenden. Auf Fragen gab Herod zu verstehen, dass er in einem Büro Akten hin – und her getragen und die Schreibtische abgestaubt hatte, bis er, warum wusste er nicht zu sagen, auf der Straße, nach Verlassen des Büros , verhaftet wurde.

Der Lagerkommandant hörte von dem Geistesschwachen und ließ Diesen zu sich rufen.

„So, du bist also Derjenige, den man ungerechterweise verhaftet hat! Sage mir, was du selbst denkst; warum verhaftete man dich und brachte dich hierher?“

„Ich weiß es nicht,“ antwortete Herod vorsichtig, „ich weiß nicht, warum die Polizei mich mitnahm, - aber es wird schon seine Richtigkeit haben - werden doch jetzt ohnehin Alle verhaftet.“

„Weißt du, warum dies so ist,“ wollte der Kommandant wissen.

„Nein,“ war die Antwort, „aber ihr Herren werdet es schon wissen und verstehen.“

- Der Kommandant nahm den harmlosen Idioten als seinen persönlichen Burschen zu sich in

sein Büro und ließ ihn putzen und Botengänge unternehmen. –

- Herod Bahl war nun im Genuss der erwünschten `Narrenfreiheit ́ und konnte sich im gesamten Lager unbehelligt bewegen, wobei er allerdings genau darauf achtete, von seinen einstigen Kollegen nicht gesehen und erkannt zu werden. – Schon bald wurde auch diese seine Sorge hinfällig, denn die ehemaligen Kollegen wurden verurteilt und in ein reguläres Gefängnis verschickt.

Herod fühlte sich nun vollkommen frei - und streifte auf dem gesamten Barackengelände umher. Man bemutterte den `Idioten, ́ gab ihm, obwohl es ihm doch ohnedies schon besser als den Anderen ging, zu essen – und Herod plauderte zum Dank für die erwiesenen Freundlichkeiten vor den Ohren des Kommandanten `unschuldsvoll ́ aus, was er in den Baracken aufgeschnappt; - was so manchem Gefangenen eine harte Bestrafung einbrachte.

Zufrieden war der Lagerkommandant mit dem vermeintlich unschuldig Plaudernden. Er schrieb einen Brief an eine vorgesetzte Stelle, in welchem er darum bat, den durch ein Missgeschick zu Unrecht Verhafteten wieder freizulassen – und nahm den Idioten, nach Dessen erfolgter Freilassung, mit sich in sein privates Heim, wo er ihn, unter Regie seiner Frau, bei der Hausarbeit zur Hand gehen ließ. –

Zuweilen nahm er ihn auch mit ins Lager, um weiterhin Informationen aus den Baracken zu

erhalten – und etwas Abwechslung vom tristen Lagerleben zu erfahren. – Herod war mit diesen Veränderungen zufrieden und wartete auf den Zeitpunkt, da sich das Leben im Lande wieder normalisiert habe – und er wieder als `Normaler ́ durchs Leben gehen könne. –

Schon nach wenigen Monaten kannte man ihn im Umkreis als des Lagerkommandanten `verrückten Burschen ́ und ließ ihn in Ruhe seiner Wege gehen, wann immer es Herod gelüstete, etwa einen ausgedehnten Streifzug zu unternehmen.

Auch während dieser Streifzüge hielt Herod die Augen offen und die Sinne wach, um des Abends, durch argloses Stellen anscheinend dummer Fragen, Bürger anzuschwärzen:

„Darf man auf einer fast menschenleeren Straße gegen eine Hauswand pinkeln? – Darf man Schnaps in Blechdosen auf der Straße verkaufen? – Nein? – Aber die Leute tun es doch!“

Solcherart waren die Dienste, welche Herod dem Kommandanten – und Dieser dann der

örtlichen Polizei erwies, während Herod weiterhin die bereits erwähnte `Narrenfreiheit ́ genießen konnte.

Allerorten beschenkte man den Idioten, so dass Herod sammeln und sparen konnte für die

kommende, bessere Zeit.

Knapp zwei Jahre nach seiner Verhaftung hatte sich Herod Bahl eine erkleckliche Summe erspart, mit welcher er ein neues Leben an einem anderen Ort zu führen gedachte. -

Gedanklich waren seine Pläne soweit ausgereift, dass Herod jederzeit den Kommandanten verlassen konnte, um im Süden des Landes endlich wieder ein normales Leben zu führen.

- Just zu jenem Zeitpunkt jedoch erhob sich Unruhe im Lande; - Aufständische forderten den

Rücktritt des Machthabers und Dessen Weggang ins Exil. – Herod sah sich deshalb genötigt, weiterhin den Idioten zu spielen und zu bleiben, wo er gerade war, um gefahrlos leben zu können.

Ein weiteres Jahr verging – und die Unruhe im Lande wuchs. Herod zählte mittlerweile

neunundzwanzig Jahre – und er sah keinerlei Möglichkeit, das Haus des Kommandanten unter

diesen Umständen zu verlassen, sondern musste sich gedulden, in der Hoffnung, dass ein Umsturz bald erfolgen möge.

Er verlegte sich nun darauf, linientreue Anhänger des jetzigen Regimes anzuschwärzen, indem er in gleicher Manier wie zuvor unschuldsvoll am Abend seine scheinbar dummen Fragen stellte.

Man verhaftete unzählige, im Grunde regierungstreue, Menschen und machte, wiederum auf

geschicktes Betreiben des Idioten, den Weg in manch hohes Amt für heimliche Rebellen und

Unzufriedene frei, wobei Herod’s Rolle doch stets im Dunkeln blieb.

Mehr und mehr fand Herod Gefallen an seinem Tun. – Er liebte es, als vermeintlicher Idiot die sogenannte Intelligentia auszutricksen – und ließ keine sich bietende Gelegenheit dazu aus. – Das Risiko, eines Tages enttarnt zu werden, spornte seinen Ehrgeiz nur noch mehr an, so dass er seine Spielchen nach und nach auf die Spitze trieb, wobei er nicht davor zurückschreckte, auch Personen in hohen und höchsten Positionen anzuschwärzen. – Bislang wurde er vom Erfolg belohnt – und die Überzeugung, dass dies auch so bliebe, steckte tief verwurzelt in seinem Inneren.

Der Umsturz kam kurz nach Herods dreißigstem Geburtstag. – Das von Anbeginn marode Staatswesen, von innen sowie von außen gleichermaßen angefressen und letztendlich attackiert, hatte nichts mehr entgegenzusetzen - und brach endlich zusammen.

Der regierende Machthaber flüchtete ins Exil – und der neue Regent ward ausgerufen.

Wie groß die Freude des `Idioten ́ Herod Bahl über diese nun endlich eingetretene

Änderung! – Doch Herod war beileibe nicht der Idiot und Dummkopf, als welchen er sich all die Jahre ausgegeben hatte; also beschloss er, abzuwarten, anstatt seine Rolle vorschnell aufzugeben.

So spielte er denn seinen Part einstweilen weiter, bis denn der rechte Zeitpunkt endlich gekommen sei.

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