Stefan G. Rohr - Herr und Untertan

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Die gerade achtzehn Jahre alt gewordene Viktoria muss erfahren, dass ihr Vater sie in eine Ehe verspochen hat, sie in aller Kürze die Hochzeit begehen wird. Nicht allein das Unglück des jähen Endes ihrer Jungend beschwert die junge Frau, es erwartet sie eine Schreckenszeit, ein Martyrium als Ehefrau in einer erzkonservativen Hamburger Familie des letzten Drittels im 19. Jahrhundert. Gewalt, Unterdrückung, Erniedrigung und sexuelle Schmach prägen ihr neues Leben. Nach gelungener Flucht verschlägt es Viktoria mit ihrer Begleiterin nach Paris, und ihr gelingt dort der Aufbau eines fulminanten Erfolges gegen alle Widerstände der Zeit und der tonangebenden Gesellschaft.
Ein spannender Historienroman, verfasst in der Sprache seiner Zeit, versetzt seine Leser/innen gekonnt in die Ära des ausgehenden Jahrhunderts um die Zeit von 1880. Drama und Erschütterung liegen in diesem Roman dicht bei wohltuenden Geschehnissen in Gesellschaft und Usancen des Beginns der Emanzipation und ihrem Kampf um die Frauenrechte.

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Kapitel 3

Der Jagdsaal war hergerichtet, ja er strotzte förmlich vor Vorfreude die Gäste der Soiree zu empfangen und die Ehre mit guter Achtung zu erweisen. Gewiss waren da andere Prunksäle in prächtigen Villen in Orten rundherum, vor allem doch in Hamburg und den lieblichen Vororten längs der Elbe, die Staunen und Respekt erzeugten, denn es waren die Kontorläger voll bester Waren und die Geschäfte florierten nur allzu gut, und die reichen Herren konnten leichthin in ihren Villen mit Prunk und Protz aufwarten.

Gerad´ huschten noch die Dienstbereiten von links nach rechts, präparierten die letzten Nuancen, zupften sich Schürze und Livree zurecht, steckten ihr Häubchen gerade und waren ganz gespannt auf den anstehenden Verlauf. Der Hausherr schritt das geschaffene Werk von vorn bis hinten ab, musterte jeden Einzelnen von Kopf bis Fuß, schnauzte noch hier und dort die eine oder andere Missbilligung heraus, und als sich die Musiker auf ihren Plätzen einzurichten gedachten, stellte er sich vor ihnen auf und nahm eine herrische Pose ein.

„Wie ich sehe“, begann er zu sprechen, „sind Ihre Notenhefte dick und reichlich. So gehe ich davon aus, dass sich Ihr Repertoire nicht nur auf drei mickrige Stückchen beschränkt, denn es ist mir ein besonderes Anliegen, die Gäste meiner Soiree ganz trefflich zu amüsieren. Und daher darf ich bitten, von Trauerliedchen ebenso abzusehen, wie von musikalischen Beiträgen, denen es besser zu Gesichte stünde, als Gutenachtmusik Verwendung zu finden. Es wäre mir sodenn mehr als lieb, wenn es Pläsanterie und fröhliche Unterhaltung reizte, was die Herren fürbass an diesem Abend vorzutragen gedenken“.

Eines der Dienstmädchen huschte gerade eilig an ihm vorbei.

„Du, junges Ding!“, rief er ihr hinterher. „Tu etwas von Nutzen, und bringe mir flugs ein Glas mit feinem Sherry“. Und als sie beflissen nickte und sich zur Ausführung der Order anschickte, rief er hier nicht hinterher: „Aber hüte Dich vor allzu feiner Zurückhaltung, und lass das Glas zu meiner Zufriedenheit füllen“.

Und so stolzierte er von einem End zum anderen, platzierte stets einen Kommentar oder eine Anweisung nach seinem Sinne, strich sich hiernach den Schnurrbart zurecht, und die fleißigen Dienstmädchen versorgten ihn derweil mit immer wieder nachgereichten Gläschen.

Indes waren Mutter und Tochter in ausreichender Weise damit beschäftigt, sich für den Abend zu richten. Viktoria ließ alle Prozeduren in der bereits nun schon fast gewohnten Weise stoisch über sich ergehen. Die Mutter hingegen wollte es sich nicht nehmen lassen, an allem doch etwas Gutes zu erspähen, denn es wäre, ob nun gewollt oder nicht, die einzige Verlobung ihrer Tochter. Und ihr Mutterherz hatte dann auch ein wenig Freude mit diesem Begebnis und dessen Präparation.

Doch zu allem Unglück war des Schneiders Werk ganz und gar misslungen. Katharina Kohlhaase wurde nun so ingrimmig, dass es selbst ihren Gatten verjagt hätte, sofern er denn zugegen gewesen wäre. Und das unbegabte Schneiderlein hatte es in weiser Voraussicht offensichtlich auch vorgezogen, sich nicht an den Tatort zu verbringen, denn die Tapferkeit ist seiner Zunft nur in der Fabel angedichtet. Die Mutter konnte zupfen, stecken, dehnen, es halfen auch keine schnell besorgten Klämmerchen, das Kleid verlieh der Trägerin in großer Bosheit die Anmut einer Krüppelin und war nur dann zu dulden, wenn diese dann ganz krumm und schief sich stellte, was aber auch den Sinn nicht zu treffen vermochte. Gottlob würd es dem Vater nicht auffallen, denn dieser hatte es nicht mit den Feinheiten und das Handwerk eines Schneiders war ihm so ferne liegend, wie das Jonglieren von Kegeln, Bällen oder Reifen in der Luft.

Und der künft´ge Eidam lugte schließlich fast aus der Perspektive eines Frosches und würde jede wahrgenommene Verzerrung von Kleid und Haltung der Verlobten dann auch hierauf zurückzuschließen haben, den Fehler damit bei sich selbst suchend und somit eigennützig lieber schweigsam bleiben.

Viktoria hingegen war mit dem Ergebnis ihres Boykottierens bereits an diesem Punkt höchst zufrieden, war aber auf der Hut, sich nicht durch leuchtenden Spott in ihren Augen selbst zu verraten, und sich eine Phalanx innert der anstehenden ersten Schlacht durch Leichtfertigkeit im Wesen am Ende selbst zuschreiben zu müssen. Ihr Affrontieren musste ganz verdeckt bleiben, denn die gegenüber in Stellung gebrachten feindlichen Kräfte waren nicht nur überzählig, zudem mit Waffen ausgestattet, die im offenen Schlagabtausch zu Felde schnell zu deren bravourösen Sieg führen und die besiegte Prinzessin zum Verfaulen in den Kerker werfen ließen. Und diese Fährde galt es ihr mit aller Fürsorglichkeit zu unterbinden.

So war es dann doch klüger, mit Listen vorzugehen, das Säg´lein hier und dort zu setzen, um Äste abzutrennen, auf denen die Widersacher dann säßen. Sabotage im Geheimen ist nahrhafter für den sonst Unterlegenen, dieser bestenfalls nur die Wahl zu treffen hat, ob dicke Äste zuvörderst und im Ganzen anzusägen sich empfiehlten, oder eben eher erst die kleinen und dann nur so, dass es der dritte oder vierte Sitz zum Abbruch aus Ermüdung führen würd.

Frau Mama trieb nun zur Eile. Das Kleid war nicht zu retten, ein passend andres nicht im Schrank, nun half auch kein Knastern, es war zu nehmen wie es war. Indes näherten sich die ersten Kutschen, und so sollte es allen gänzlich zur Einsicht geraten, dass der Lauf der Dinge dieses Abends nun nicht mehr aufzuhalten war.

Viktoria wurde in die kleine Bibliothek geführt, damit sie dort warten würde, bis sie ihr Zeichen zum Eintritt in den Jagdsaal erhalte. Das schon recht betagte Fräulein Käthe, eine ungefreite Großcousine aus dem Zweig der Sonnenbergs, wurde ihr zur Seite gesetzt. Sie war schon zeitiger erschienen und gab sich nun mit scheinbar großer Gelassenheit ihrer Aufgabe hin. Ihr Gehör war von schlechter Qualität, was unvermittelt ihrem Alter zugeschrieben wurde, was mitnichten aber der Richtigkeit entsprach. Sie kam mit diesem Defekt nach Meinung aller schon auf die Welt, und trug ihr Hörrohr von Kindesbeinen an wie der Hornist der Kavallerie sein Instrument an einer bunten Kordel vor die Brust gehängt. Das linke Ohr war gänzlich taub, das rechte dann nur leidlich besser. Und so war ihr die Bewegung längst in Fleisch und Blut übergegangen, wenn Münder, Lippen sich bewegten, dies sodann als Zeichen der Verständigung zu werten war, um spornstreichs mit der Schreibhand nach dem Hörvehikel zu greifen und dieses zum Kopfe zu führen, stets in Richtung des wahrgenommenen Palavers.

Gab sie dann selbst etwas zum Besten dazu, geriet ein jeder Beitrag zur Prüfung aller gesunden Ohren im Umkreis von tausend Zoll. Sie krakeelte aber nicht aus Unmanierlichkeit so laut, es war dem Grund geschuldet, dass sie sich selbst zu hören hatte, denn anders sie nicht sicher war, das grad Gesagte tatsächlich dann auch ausgesprochen zu haben, oder dieses allein in ihrem Kopfe nur geschah. Ein Mancher, der es fehl einschätze, nahm an, dass jenes alte Fräulein nur Beiwerk abgeben konnte und man zudem nur flüstern bräuchte, um einem Lauschen zu entgeh´n. Doch ward es Tuschlern nicht selten ein bös´ Erwachen, wenn ihr so wichtiges Geheimnis, ganz plötzlich und auch wundersam, dann dummerweise mitnichten noch eins war.

Viktoria mochte Käthe recht gerne. Denn von dieser Seite drohte ihr bisher nie eine Attacke oder gar Gehässigkeit. Auch konnte sie sich sicher sein, dass die Cousine in allen Fällen kein Jota weitergeben würde, was sie von diesem Kindchen und dem spät´ren jungen Ding erfuhr. Aus vielerlei Bewertung kam sie zu einem and´ren Schluss: dass denn Fräulein Käthe viel besser hören würde, als äußerlich gezeigt. Das Hörrohr nur die Tarnung war, ein Strategem, mit offen dargestellter Schwäche den übermächtigen Gegner dorthin zu locken, wo dieser seine Achillesferse trägt. Ganz eben ähnlich, wie sie es nun selbst verstand, schon länger eigne Strategeme entwarf, die allesamt dem gleichen Zwecke dienten. So waren Viktoria und Käthe im inn´ren Kern vielleicht sogar ganz gleich gestrickt.

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