Stefan G. Rohr - Herr und Untertan

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Die gerade achtzehn Jahre alt gewordene Viktoria muss erfahren, dass ihr Vater sie in eine Ehe verspochen hat, sie in aller Kürze die Hochzeit begehen wird. Nicht allein das Unglück des jähen Endes ihrer Jungend beschwert die junge Frau, es erwartet sie eine Schreckenszeit, ein Martyrium als Ehefrau in einer erzkonservativen Hamburger Familie des letzten Drittels im 19. Jahrhundert. Gewalt, Unterdrückung, Erniedrigung und sexuelle Schmach prägen ihr neues Leben. Nach gelungener Flucht verschlägt es Viktoria mit ihrer Begleiterin nach Paris, und ihr gelingt dort der Aufbau eines fulminanten Erfolges gegen alle Widerstände der Zeit und der tonangebenden Gesellschaft.
Ein spannender Historienroman, verfasst in der Sprache seiner Zeit, versetzt seine Leser/innen gekonnt in die Ära des ausgehenden Jahrhunderts um die Zeit von 1880. Drama und Erschütterung liegen in diesem Roman dicht bei wohltuenden Geschehnissen in Gesellschaft und Usancen des Beginns der Emanzipation und ihrem Kampf um die Frauenrechte.

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Die Krottenkamps lebten in feinem Wohlstand, denn Profession und Tätigkeiten an Lehranstalten sorgten für guten Zuwachs des Familienvermögens. Dieses hatten bereits Großvater und Urgroßvater begründet, die schon selbst als anerkannte Mediziner wirken. Alles ward zudem wohl flankiert durch stattlichen Landbesitz, verpachtete Ackerflächen und einem ergiebigen Forst aus Zugehörigkeiten zur rechtlichen Erbfolge, und der alte Krottenkamp zahlte seinen beiden Kindern, ganz aus eigenen Stücken nach Zufluss der neuen Besitzungen, jährlich eine angenehme Summe an den Erwirtschaftungen aus, damit es allen wohl ergehen sollte.

Dass der älteste Sohn beruflich etwas anderes als Mediziner wählen sollte, war zu keiner Zeit auch nur einer einzigen Überlegung wert. So studierte Johann dann auch das gewünschte Fach und erwies sich nicht nur als fleißiger Student, zudem auch als ein durchaus Befähigter für die Heilkünste. Seine besondere wissenschaftliche Aufmerksamkeit prägte sich aus, als er nach Würzburg zum Studieren reiste und er sich an der dortigen, über die Landesgrenzen hinaus hochanerkannten Universität zur Frauenheilkunde und der Entbindungsmedizin verschrieb. Zurückgekehrt nach Hamburg wurde er über die Jahre zu einem angesehenen Spezialarzt mit weitreichender Expertise, welche ihn von immer dann zu Rate ziehen lassen sollte, wenn anderen Kollegen das Latein ausging. Nicht selten geriet er deshalb in hohe Häuser, zu Fürsten, Staatsmännern und Bankiers, Reedern, Großkontoristen und Fabrikanten.

Krottenkamp galt seit jeher als eher still und verschlossen. Erst über die Jahre als Arzt gewann er eine gewisse Offenheit und die Fähigkeit, sich in der Gesellschaft zu bewegen. Er erlernte auch eine gewisse Galanterie, die dann doch aber bei näherer Betrachtung hölzern, mitunter tölpelhaft wirken sollte. Und da die Natur es mit seinem Äußeren nicht allzu gut gemeint hatte, er schon immer dicklich und fleischig daherkam, mit einem wulstigen Hals, über dem ihm ein breiter Kopf gewachsen war, schien es für niemanden wirklich verwunderlich, dass es ihm nicht gelingen sollte, ein ledig Fräulein für sich gewinnen zu können. Als junger Mann lag all sein Streben der Komplettierung seiner Wissenschaften. Sodann bestand sein vornehmliches Interesse in der Anwendung des Gelernten. Den Mangel an weiblicher Zuwendung geriet ihm nicht zur Entbehrung, und Koketterie war ihm so fremd wie das Reiten auf einem Kamel.

Seine allseits ein wenig belächelte Schüchternheit war allerdings dann fast wie weggeblasen, wenn er im Kreise seiner Burschenschaft dem Bechern in Kameradschaft, mit Biermensur und so manchem Säbelhieb frönte. So trug er mit Stolz seine beiden Schmisse, den größeren auf seiner Stirn, den anderen auf seiner rechten Wange. Und wenn sie ihre Lieder sangen, wenn sie der Vergangenheit huldigten, vom Zug auf die Wartburg, vom Hambacher Fest oder dem Frankfurter Wachensturm schwärmten, dann glänzten seine Augen, ja sie leuchteten sogar und an langen Tischen, sitzend auf kargen Bänken, knallten sie ihre Seidel auf das Holz, hakten sich ein, schunkelten mit Wohlbefinden und lobten den Mut der Füchse nach ihren ersten erhaltenen schweren Hieben.

Ach wie schön waren sie doch anzuseh´n, wie herrlich die Gemeinschaft, wie klar doch die Struktur, ganz ohne Weibsvolk und Maiden. Wie herrlich auch die Männerfreundschaft, die Umarmungen und das Schulterklopfen nach der Mensur. Und wenn es feuchter wurde, und die Sinne der Burschen gerieten dann doch ins Schwärmen für Röcke und zartrosa Haut, wenn sie krakeelten, grölten und sich in Formation aufmachten, um die Freudenhäuser zu inspizieren, dann zog Johann sich zurück, meist ganz ohne Aufsehen, denn derlei Kurzweil und Pläsanterie oblag doch den Kameraden und nicht ihm. Mitnichten weil er schokant war, es interessierte ihn ganz einfach nicht.

Und da war dann noch das Gegensätzliche, denn wie anders sollte man es bezeichnen, wenn ein Mann, der so häufig in herber Gemeinschaft und groben Manieren erst dem kruden Zechen frönt, dann doch schon am nächsten Tag den schönen Künsten verschrieben zu sein scheint. Malerei und Modellierung, so manches Mal auch Poesie und Prosa, zogen ihn fast magisch an. Er selbst war bar solch musischer Talente. Aber vielleicht war es ja gerade diesem Umstand geschuldet, dass derlei Künste ihn so faszinierten. So war es ihm ein großes Vergnügen, sich in die Künstlerquartiere kutschieren zu lassen, um dort herumzuspazieren und die Kaschemmen zu besuchen, in denen sich Maler und Poeten, Bildhauer und Tänzer, Schauspieler und allerlei verrückte Sonderlinge trafen. Freudig zeigten sie ihm bei bekundetem Interesse ihre Ateliers, und er erklomm steile Stiegen hinauf bis unters Dach, sah des Künstlers unvollendetes Werk auf dessen Staffelei oder widmete sich dessen Fundus, kaufte mitunter ein Bild oder gab etwas Spezielles in Auftrag, wobei er dann stets zur Bedingung machte, das Kunstwerk in der Entstehung miterleben zu können.

So traf er viele illustre Leute und so manche Nacht blieb er schlaflos, da es den neu gewonnenen Freunden mit dem nachfolgenden Tagwerk nicht drängte und Feste zu feiern sein sollten, wie sie fielen. Und so lagen beim Morgengrauen nicht selten links der junge Maler oder rechts der schmächtige Lyriker in der Gewölbekaschemme des Quartiers in seinen Armen, und so manches Mal schliefen sie in dieser Pose ihren Rausch aus.

Dr. Johann Krottenkamp hatte nach seiner Rückkehr nach Hamburg früh eine Praxis etabliert, in der er seine Sprechstunden nach Vereinbarung abhielt. Er pendelte zwischen dieser, den Privathäusern und den Hospitälern, denn seine Patienten wären naturgemäß zur Niederkunft an diesen Orten oder lagen mit Komplikationen zur Ruhe. Oft verbrachte er die Nacht auf einem Chaiselongue im Nebenzimmer seines Doktorzimmers, las in seiner Fachliteratur oder sinnierte um komplizierte Behandlungsfälle. Er zog nicht selten den Verbleib an diesem Ort der Fahrt in die väterliche Villa, in der er einen separaten Flügel bewohnte, vor. Sich selbst ein schönes Haus zu erwerben war ihm bisher nie in den Sinn gekommen. Er war schließlich ledig und das Familienanwesen war geräumig und vertraut, zudem sorgten die Hausbediensteten für ein rechtes und umfangreiches Maß an Bequemlichkeit.

In der letzten Zeit jedoch wurde das Leben und Zugegensein im väterlichen Besitz zunehmend schwierig. Nicht nur der körperliche Verfall des alten Vaters geriet zur Beschwerlichkeit, vor allem doch die Veränderung seines Wesens, welche mehr und mehr von einem Händel in den nächsten geraten ließ. Der fast schon greise Mann ward streitsüchtig und noch herrischer geworden, als es dieser ohnehin schon vorher war. Nun aber neigte er zur Gehässigkeit und suchte den Zwist, drangsalierte das Hauspersonal, mäkelte an allem herum und war in einer Ungnädigkeit verfangen, die es jeden vorziehen ließ, dem zeternden Zausel aus dem Weg zu gehen, sofern es hierzu eine Möglichkeit gab.

Und sein Sohn Johann ward ihm nun immer suspekter, denn ein seltsam Troll hatte er herangezogen, ein Unikum und Sonderling, wie es ihn schon lange düngte. Und es grämte ihn indes immer mehr, dass es sein Erstgeborener und auch sein einziger Stammhalter nicht hinbekommen sollte, ein trefflich Eheweib zu freien und mit gesundem Anstand den Schoß einer Gattin zu füllen, sodass der Name Krottenkamp nicht ausstürbe. So sagte er einmal zu seinem Sohn: „Es steht für mich zu konjizieren, dass mein einzig´ Sohn und Stammhalter es mit Vorliebe in Zechstuben der Burschenschaften und Kaschemmen von Pinselschwingern treibt, hingegen es ganz beklagenswerter Weis´ für ihn nicht von Interesse zu sein scheint, sich mit einem Weibe einzulassen und tatkräftig für den Fortbestand des Hauses zu sorgen. So frag ich mich schon einige Zeit, ob es dem Kerl an Manneskräften fehlt, oder dieser vielleicht zu oft und auch zu fachlich als Mediziner zwischen den Schenkeln seiner Patientinnen verweilte und es die Wissenschaft dann ist, die ihm die Säfte raubt.“

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