Stefan G. Rohr - Herr und Untertan

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Die gerade achtzehn Jahre alt gewordene Viktoria muss erfahren, dass ihr Vater sie in eine Ehe verspochen hat, sie in aller Kürze die Hochzeit begehen wird. Nicht allein das Unglück des jähen Endes ihrer Jungend beschwert die junge Frau, es erwartet sie eine Schreckenszeit, ein Martyrium als Ehefrau in einer erzkonservativen Hamburger Familie des letzten Drittels im 19. Jahrhundert. Gewalt, Unterdrückung, Erniedrigung und sexuelle Schmach prägen ihr neues Leben. Nach gelungener Flucht verschlägt es Viktoria mit ihrer Begleiterin nach Paris, und ihr gelingt dort der Aufbau eines fulminanten Erfolges gegen alle Widerstände der Zeit und der tonangebenden Gesellschaft.
Ein spannender Historienroman, verfasst in der Sprache seiner Zeit, versetzt seine Leser/innen gekonnt in die Ära des ausgehenden Jahrhunderts um die Zeit von 1880. Drama und Erschütterung liegen in diesem Roman dicht bei wohltuenden Geschehnissen in Gesellschaft und Usancen des Beginns der Emanzipation und ihrem Kampf um die Frauenrechte.

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Frau Mama war in dieser Frage mitnichten ebensolcher Meinung, dass es nun die bess´re Bildung sei, statt das Französische zu komplettieren, statt Literaturen zu studieren, nun der Mamsell beim Schälen der Kartoffeln auf die Finger zu schauen oder die missratenen Bügelfalten in der Schürze des Dienstmädchens zu monieren. Das war gewisslich auch dem Umstand geschuldet, dass Katharina Kohlhasse, als sie noch Sonnenberg hieß, jugendlich und mitunter noch ebenso verträumt war, wie es denn heute ihre Tochter zeigte, in ebensolcher Weise recht früh das Lernen beendete und dieses so manches Mal danach reuig betrachtete. Doch ganz entgegen des Motives, welches nun ihr eigenes Kind zu akzeptieren hatte, lag ein anderes dem Vater ihrer selbst im Kopfe. Als Händler und Fabrikant besten Rums verschlug es ihn über die Jahrzehnte auf so manche Reise über die große See in Länder mit Palmen und Zuckerrohr. Und so entschied der liebe Vater, das Töchterlein an seiner Seite auf eine solche große Fahrt mitzunehmen, um dieses ein trefflich Abenteuer erleben zu lassen, zudem für´s Leben gut zu lernen. Das blieb zwar nicht ohne Tadel anderer, denn derlei Unterfangen wäre doch eher den Männern zu überlassen, was ihn aber nicht sonderlich zu stören vermochte. Und schließlich gab es gar kein Söhnchen, so lief derlei Kritik ins Leere.

Die junge Katharina Sonnenberg verbrachte eine wunderbare Zeit mit ihrem Vater, sah ferne Länder, lernte viel über Zucker, Melassen, Destillen und Rums. Sie war dabei, als ihr Vater Qualitäten prüfte, feilschte, Handschläge vergab, Kontrakte zeichnete und Geschäfte im Kreise der Verkäufer begoss. Sie hörte fremde Rhythmen, sah exotische Tänze, versuchte sich an Bongos und sah den kleinen knopfäugigen Kindern auf den Dorfplätzen beim Spielen zu. Kurzum, es war ganz außerordentlich gefüllt mit Allerlei an Abenteuern und eben damit eine wunderbare Zeit, an welche sie sich zuweilen noch recht intensiv zu erinnern pflegte, meist dann, wenn ihr Dasein an der Kohlhaas´schen Gattenseite trist und häufig auch betrüblich war.

Dann schwebte sie im Kopf und auch im Herzen zurück an jene Orte, sah alles wieder ganz wie neu, vernahm die schönen Rhythmen und wog sich in Gedanken dazu im Takt. Als sie zur Heirat schreiten sollte, war´s ihrem Vater weder bös damit, noch suchte er den Vorteil. Er sah nur das Wohl in allem, und so entschied er aus Fürsorge die Vergabe der Hand seiner Tochter an einen ehrbaren Kaufmann, mit dem ihn schon gute und ehrliche Geschäfte verbunden hatten. Und sein Teil zum Gelingen sollte ihn nicht als Knauser sehen lassen. So nahm er einen Partner ins Geschäft, der hierfür einen kräftigen Zuschuss einzubringen hatte. Und diesen reichte der Vater an den neuen Gatten und Schwiegersohn durch, damit es schnell möglich werden sollte, dass beide, Eidam und Tochter, sich nun als Familie in bester Lage und Sicherung empfinden konnten.

Doch zum großen Unglück aller war es dem Vater nicht gegeben, das Aufgehen seines Plans mit eigenem Aug´ zu sehen. Kurz nach der Vermählung, noch vor der Geburt seiner Enkelin, verfiel der alte Sonnenberg urplötzlich dem Wahn. In einem Irrsinnsanfall nahm er den Feuerhaken vom Kamin, zerschlug mit kräft´gen Hieben den Schädel seiner Gattin, und mit blutig Händen bestieg er sodann den Kirchturm, um sich von diesem in die Tiefe und zu Tode zu stürzen.

Entsetzen und Trauer grassierte in vielen Herzen. Der neue Partner im Rumhaus der Sonnenbergs aber heimste sich mit linkisch Advokatenhilfe flugs auch den and´ren Teil des Handels ein, und es war der einz´gen Erbin nur noch gegeben, ein kläglich Almosen zur Abfindung zu erhalten, denn des toten Vaters Kontrakt mit dem neuen Partner war für´s Gute nur verfasst, und schlechte Optionen fehlten in der Vorausschau gänzlich, was sich der vom Partner vorsorglich dazu gerufene Advokat galant zunutze machte, womit dieser gewisslich ein hübsches Honorar dafür kassierte.

Und der sonst doch so erhabene Franz-Joseph, ihr Göttergatte und ehrbarer Kaufmann im Hanseatischen, wurde glatt ängstlich und scheu dem frechen Tun dieser Gauner durch Führung eines vehementen Händels vor dem passenden Gericht entgegen zu treten. Wie sehr doch lamentierte er, und zeigte sich dann kampfbereit, um hiernach umzuschwenken. War mutig bei leerer Karaffe und zaghaft wie ein Kind am nächsten Morgen. Geschickt verstand es der Herr Advokat, dem Kaufmann Kohlhaase die Sendung zu vermitteln, dass es das gute Recht der Erbin sei, sich bei gegenteiliger Auffassung gegen unterzeichnete Dokumente dem Geiste des Kontraktes widersetzen zu wollen, es dafür nun einmal Gerichte und die Richter gab. Doch wär´s dann unvermeidlich, dass die Spektakularität des Verfahrens im Kreise der Kaufmannschaft, sicher auch über diesen hinaus, in die Münder und Köpfe der Interessierten geraten würde, und es somit dem Kaufmann Kohlhaase nicht zur Garantie geriete, dass Ruf und Ansehen ganz unbeschadet blieben. Denn was der Irre in seinem Wahn vollbracht hat, zeugte schließlich nicht von Ehrenwertigkeit und Solidität, auch wenn es eine derbe Krankheit war, die ihn zum Irren machte. Und wer würde jetzt nicht auch darauf wetten wollen, dass die Erbin, als leiblich Tochter, nicht ebenso erkranken kann, und auch das Enkelkindchen nicht bar solch schlimmer Bürde wär. So wär es, wenn ein Kunde vor der Wahl stünde, bei ähnlich Angebot den einen oder anderen Verkäufer zu wählen, dem Zahlenden nicht zu verdenken, der Ehre folgend doch nur verbindlich mit einem Partner dann zu kontraktieren, der frei von Tuschelei und Fingerzeig geblieben war.

Auch wenn die Boshaftigkeit, gewiss auch das Unverfrorene, das ganz ohne sittlichen Schleier in dem Advokatenwort steckte, von großer Impertinenz und mit ebensolcher Chuzpe einer Erpressung nahe kam, so war es Kohlhaase dann aber auch nicht uneinleuchtend, und er wog nun innerlich ganz halbschlächtig das Pro und Kontra ab. Ein Gerichtsstreit konnte lange dauern, und in jeder Sitzung säßen viele Ohren und Münder. Und am Ende dann auch Recht zu bekommen, war nicht gewisslich zu garantieren. Das angebotene Almosen war zwar mickrig, doch es sollte dann auch unter Zins und Zinseszins gerechnet werden. Und es war nicht ohne Sinn, das kluge Menschen vom Vorteil des Spatzen in Händen sprachen. Und forthin in Einheit mit solch Gaunern das Geschäft zu führen, war mitnichten noch Option. So geschah es dann auch, dass Katharina als geborene Sonnenberg für ein Almosen um ihr Erbe gebracht war, den warme Regen aus künft´gem Vermächtnis damit für immer ausbleiben sollt´. Zumindest war die Mitgift sicher eingestrichen, und so sollte er nicht mehr greinen, denn unterm Strich war die Bilanz für ihn nicht übel, auch wenn diese zuvor noch ein besseres Ergebnis versprach.

Katharina Kohlhaase war weder bemächtigt noch befähigt, den Schlamassel zu überblicken und ihrem Gatten vielleicht sogar Paroli zu bieten. Zudem kam die Trauer. Natürlich auch die Scham. Sie trug auch noch ein Kind unter dem Herzen und so war es dann auch nicht unverständlich, dass sie die Angelegenheit dem Gatten zur Entscheidung überließ, zudem dieser ihr ohnehin nicht viel Mitsprache zubilligen wollte. Doch im Nachgang, gesät ward dieser Gedanke bereits früh, gedachte sie so manches Mal das Handeln ihres Gatten dann als das eines Zögerlings und Hasenfußes, dem das Affrontieren lästig war. Und dass ihm der eigne Vorteil doch am nächsten lag, besonders wenn es andernfalls noch Mühsal versprach, er oft die kleineren Kirschen von den unteren Zweigen den prallen in der Baumeskrone vorzog, Beharrlichkeit und Strategie oft missen ließ, der Oberflächlichkeit von Vorteilen zu gern den Zuschlag gab, ließ sie, ganz insgeheim natürlich, zu einer nur noch bedingt vorteilhaften Referenz über ihn geraten.

Und schlussendlich hielt sie es deswegen wohl auch nicht für ausgeschlossen, dass sie mit dieser Wertung nicht alleine war, ihn kluge Geschäftemacher sicher ähnlich durchschaut hatten, es ihnen aber – ganz im Gegenteil zu ihr selbst – dann zum eigenen Vorteil gereichte.

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