Stefan G. Rohr - Herr und Untertan

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Die gerade achtzehn Jahre alt gewordene Viktoria muss erfahren, dass ihr Vater sie in eine Ehe verspochen hat, sie in aller Kürze die Hochzeit begehen wird. Nicht allein das Unglück des jähen Endes ihrer Jungend beschwert die junge Frau, es erwartet sie eine Schreckenszeit, ein Martyrium als Ehefrau in einer erzkonservativen Hamburger Familie des letzten Drittels im 19. Jahrhundert. Gewalt, Unterdrückung, Erniedrigung und sexuelle Schmach prägen ihr neues Leben. Nach gelungener Flucht verschlägt es Viktoria mit ihrer Begleiterin nach Paris, und ihr gelingt dort der Aufbau eines fulminanten Erfolges gegen alle Widerstände der Zeit und der tonangebenden Gesellschaft.
Ein spannender Historienroman, verfasst in der Sprache seiner Zeit, versetzt seine Leser/innen gekonnt in die Ära des ausgehenden Jahrhunderts um die Zeit von 1880. Drama und Erschütterung liegen in diesem Roman dicht bei wohltuenden Geschehnissen in Gesellschaft und Usancen des Beginns der Emanzipation und ihrem Kampf um die Frauenrechte.

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So hielt er es denn für durchaus denkbar, dass das Kind im Zuge der schweren Geburt einen Schaden davongetragen hatte, und es wurde ihm immer wieder schwer um die Vorausschau, sie dennoch passabel unter den Hut bringen zu können, wohlgemerkt ohne dabei zu viele Taler vor des Pastors Ehesegnung an den künft´gen Schwiegersohn berappt zu haben.

All das war der jungen Frau bekannt. Zum Teil weil´s offen ausgesprochen längst wie ein aufgeblättertes Kartenspiel zu Tische lag, zum anderen war ihr zwar die Schönheit nach eigenem Bemessen nicht in gleicher Üppigkeit gegeben wie´s ihr wohl zum Ausgleich mit Verstand gegeben ward. So hörte, sah nicht alles. Doch spürte sie zuhauf, was an Wertung ihr zuteil ward, trotz mannigfaltiger Vorsicht der Flüsterer es im Verborgenen zu halten. Und klares Wissen, Gefühltes in Ergänzung, ließ mit der Zeit ein treffendes Päckchen schnüren, welches das Gesamtbild über sie als Sendung trug.

Auch sah sie schon als junges Ding den Vorteil in der Täuschung. Dies nicht aus Hinterlist oder zur Erfüllung schlechter Absichten. Derlei Züge wies ihr Charakter gar nicht auf. Hingegen aber hatte sie zu lernen verstanden, dass es ihr leichter dann erging, wenn and´re sie für dümmlich hielten, für träge im Gehirn. Vor allem galt die Taktik einem Zwecke, den Vater von dessen Neigung zu allzu harter Strafe abzuhalten, denn als strafbar konnte nur der Vorsatz oder gröbere Fahrlässigkeit bemessen werden, die pure Dummheit ja auf ganz natürliche Weise zum Freispruch führt. Sie musste nämlich nicht selten des Vaters Neigung zum Jähzorn spüren, und erst mit dem Älterwerden legte sie Zug um Zug das Bildnis einer geistig Trägen zugunsten einer langsam eingestellten Verständigkeit ab, die nun aber von großer Kindlichkeit und Träumerei getragen wurde, und somit es auch noch nicht zuließ, sie ernster zu nehmen, als es ihr im Geheimen zustand.

Mit dem Vater war nicht gut Kirschenessen. Auch schlug er gern und häufig. Sie war damit nicht allein, denn auch die Dienstschaffenden im Hause spürten so manches Mal die Gerte, den Stock oder die flache Hand. So geriet es auch stets dazu, dass sich das Personal die Klinken in die Hände reichte, beim Gehen wie beim Kommen, und nur die Köchin war geblieben, was Viktoria darin zu begründen vermochte, dass die Mamsell wohl an die 250 Pfund zur Waage brachte und stets ein Messer in der Küchenschürze trug.

Ganz fern, sie war noch sehr jung, und es lag fast in Gänze im Dunklen, wähnte sich die Tochter einiger Besuche ihres Vaters in ihrem Bettchen. Und es war ihr heut noch so, als schmuste dieser ganz allerliebst mit seinem Töchterlein, gab Küsschen, führte streichelnd die Hände auf und ab. Doch schien´s der Mutter nicht zu behagen, denn was Viktoria noch im Gedächtnis trug, war ein heftiges Wortgewitter unter dem der liebende Vater aus dem Bette sprang und es fortan unterließ, sein Bedarf am Kindesschmusen noch einmal anzumelden.

Und was den Schulverlauf anbelangte, so war dieser von größtmöglicher Ambivalenz zu beobachten, was Viktoria beflissen verstand, den Eltern im Verborgenen zu halten. Doch Fächer, die nach ihrer Ansicht bar von Substanz, ließ sie an sich vorüberzieh´n, mit äußerlicher Geduld und gelegentlicher Teilnahme, doch innerlich die Langeweile bekämpfend. So sträubte sie sich nicht in Offenkundigkeit des Erlernens von Flöte und Geige, doch ward es dem Lehrer recht schnell klar, dass dieses Kind kein Paganini werde, es ihr auch einfach nur ein Handfeger hätte überlassen werden können, denn dieser erzeugte in ihren Händen wohldenn tatsächlich bess´re Töne fürs Gehör. Im Chor des Lyzeums schnöde Liedchen zu trällern ward ihr sogar zum Graus geworden, drum sang sie schnell mit Absicht schief, um fortan in diesen Stunden nur noch beizusitzen oder die Notenheftchen zu sortieren, was ihr bald auch genommen werden sollte, da sie mehr Chaos produzierte als dem Unterfangen Sinn zu geben vermochte.

Sentenzen, Prosa, Poesie brachten das Kind stets zum Gähnen. Und während die anderen Schüler allesamt das Schulfach Malen und Gestaltung als Herzerfrischung verstanden, hielt es Viktoria nach ein paar hingeschmierten Pinselstrichen nicht selten lieber damit, die stets mitgeführte Lupe zu verwenden, um Farben, Papiere, Hölzer oder Kreiden in Vergrößerung besser auf Zusammensetzung zu betrachten, um Eigenschaft und Verhalten des untersuchten Objektes zu ergründen. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass sie ihr sonstiges Verhalten mit flugs entfachter Leidenschaft und höchster Beteiligung bei Stoffen wechselte, die im Zusammenhang mit den Phänomenen der Natur zu stehen schienen. Und sie hörte besonders gut zu, sobald es um derlei Gesetzmäßigkeiten ging, die es ihr ermöglichten, ihre zuvor und fürderhin gemachten Beobachtungen mit Gesetzmäßigkeiten zu erklären, geriet ins Schwärmen bei den Theorien um Raum und Zeit, dann aber war doch vor allem ihr Interesse schier unermesslich, wenn es um Materien oder Energien ging.

Gern verbrachte sie, natürlich stets im Geheimen, mit der Einschau in das Räderwerk der großen Standuhr. Dort überlegte sie lange Stunden, was es wohl die Anzahl der Zähne auf einem großen Rad mit der Übersetzung auf die kleinen, sich zum Teil dann gegensätzlich drehenden Rädchen, auf sich hatte. Und der Antrieb durch Ketten und Gewichte, mit Federn, Schlagwerk, Glockenspiel waren ihr Freude und ließen sie die Funktionen bedenken, denn am Ende stünde die Zeit in ebensolcher Richtigkeit auf dem Ziffernblatt zu lesen, wie der Stand des Mondes. Dagegen nun die süßlichen Gedichte, schmalzig und schwülstig in Worten und Sinnen verdreht, als Genuss für Verstand und Seele zu empfinden, ward ihr einfach nicht gegeben, und es düngte ihr als große Nutzlosigkeit und sinnentfremdetes Zeitvertun sich derlei hinzugeben.

Und dennoch wiesen ihre Zeugnisse durchgehend recht passable Benotungen auf, die zwar nicht auf den ersten Plätzen lagen, doch auch nicht sehr viel schlechter daherkamen. Dem Vater hatte es deshalb einmal dazu bewogen, dem Lehrkörper große Nachsicht und auch sicher Mitleid zu konstatieren, denn nach seinem väterlichen Dafürhalten waren die guten Benotungen nicht anders zu erklären, da sein Töchterlein gewiss nicht mit überschüssig vorhandenem Verstand ausgestattet war, was er ja selbst, nebst seiner Gattin, ganz zum Bedauern ihrer selbst schon früh zur Feststellung gebracht hatten. Doch wär´s ihm nie in den Sinn geraten, sich nun über derlei gut gemeinte Zugeständnisse zu beklagen, vielleicht noch der Gerechtigkeit geschuldet. Stets nahm er gern den angebotenen Bonus, nur ein Kretin derlei pro bono auszuschlagen gedenken würde.

So traf dann etwas bisher ganz Außergewöhnliches zusammen, dass nämlich ein Entscheid des Vaters auf Wohlgefallen seiner Tochter stieß. Dieses Ereignis lag nun ein glattes Jahr und etwas mehr zurück, als der Kaufmann beschloss, es wäre nun nicht mehr nötig, das Kind dem Lernen weiter auszusetzen, denn besser sollte sie doch nunmehr von der Mutter auf das Leben in der Praxis vorbereitet werden. Es fände schließlich kein Mann mit eigner Ehre und guter Profession daran Wert, wenn das geehelichte Frauenzimmer mit allzu großer Bildung prahlte, und dafür wenig Eignung für Haus und Küche, Gesellschaft oder die strenge Kontrolle des Gesindes, nebst Dienstpersonen und Mamsells aufwies. Die Mutter sollte nunmehr Sorge für eine brauchbare und passable Ausbildung sorgen, und es wäre nun ganz und gar seiner Gattin überlassen, auf welche Weise sie dem Wunsche dann gerecht zu werden gedachte.

Viktoria selbst war einverstanden, trug ihre Meinung jedoch nicht offenkundig vor. Denn es stand zu befürchten, dass der Vater den für sie doch vorteilhaften Beschluss gleich wieder deshalb überdenken würde, weil er dem ungewohnten Einverständnis seiner Tochter mit Misstrauen begegnen würde, welches ihn gewiss zur Umkehr seiner Order bewegt hätte. Das Ende ihres Schulbesuches kam einer Befreiung gleich. Zwar würde sie es missen, die Naturwissenschaften nicht weiter zu ergründen, doch war die Last der anderen Fächer, die Fatigantien wie sie derlei zu bezeichnen pflegte, mit deren elend Langeweile ein guter Tausch dagegen. Und letztlich hatte sie sehr wohl bemerkt, dass es in ihrem Lieblingsfach kaum mehr an dieser Schule zu vermitteln gab, als sie ohnehin bereits schon wusste.

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