Tanja Götten - Heul ruhig

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Bock auf Schmerzen, Angst und Trauma? Nicht? – Ich auch nicht. Das Dumme ist, ich muss damit leben. Auf der Straße wirst Du jemanden wie mich selten treffen – nicht weil ich mich verstecke (die Zeiten sind vorbei) sondern, weil ich – wie viele andere chronisch Kranke auch – weitgehend von der sozialen Bildfläche verschwunden bin.
Ob ich das gut finde? – So mittel.
Was ich dagegen mache? – Schreiben.
Informativ, unterhaltsam und authentisch berichte ich seit ein paar Jahren auf meinem Blog myyzilla.de über mein multimorbides Leben mit einer besonders fiesen und seltenen Art der chronischen Migräne mit Hirnstammaura (auch «Basilarismigräne»), komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), chronischen Schmerzen / Fibromyalgie, Mastzellerkrankung, Arthrose, Depressionen, Angst- und Panikstörung, Tinnitus, Lipödem und anderen Malessen.
Mein Blog platzt langsam aus allen Nähten und entwickelt sich mehr und mehr zur Informationsplattform. Meine persönliche Geschichte dahinter gibt es deshalb ab sofort nur noch exklusiv als eBook. In dieser komplett überarbeiteten und komfortabel «am Stück» lesbaren Version meiner Beiträge, kannst Du mitverfolgen, wie Trauma, Angst und Schmerzen mich zwar nicht gesünder, aber stärker machten.
Als Leser dieses eBooks erhälst Du kostenlosen Zugang auf meine geschützte Leserservice-Seite. Dort findest Du passende Links zu den im Buch behandelten Themen, meine persönliche Bildergalerie und die Möglichkeit, Dein Feedback oder Deine Fragen direkt an mich und die anderen Leser zu senden.

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In der dritten Runde gibt Frau Pummel auf und setzt sich hin. „Das Stehen – das ist das Schlimmste!“, seufzt sie. Die Therapeutin stellt freundlich fest, dass man Bälle auch im Sitzen fangen kann, und wirft der leidenden Lockenträgerin den Ball in den Schoß. Frau Pummel nimmt ihn widerwillig.

„Geht’s so?“, fragt die Therapeutin.

Frau Pummel stiert auf den Ball. Dann kocht sie langsam über: Sie springt auf und fängt an zu schimpfen. Es würde ihr nicht geholfen, ihr Leben sei furchtbar. Die Therapeutin versucht, ihr Mut zu machen. Ermuntert sie, die ihr gestellten Aufgaben im Leben anzunehmen und ihren Weg zu finden.

Das ist zu viel für Frau Pummel.

„Die nette Ärztin ist weg – das ist das Schlimmste!“

Sie steht auf und geht zur Tür. „Ja, da hat sie aber auch wirklich Recht“, sagt Herr Bärtig und schaut die Therapeutin vorwurfsvoll und auffordernd an. Die sagt: „Ja, das ist wirklich schade, dass Frau Dr. B. weg ist.“

„Ich hab‘ meinen Job verloren, wegen der Scheiße hier. DAS ist schlimm!“, sagt Herr Handballer und zeigt dabei auf seinen Nacken. „Mir bringt das hier alles GAR nichts“, wettert Herr Vokuhila.

“Also mir hat man geholfen“, brummt Herr Ringelpulli. Plötzlich schauen sie alle zu mir.

Ich will nichts Falsches sagen. Denke darüber nach, was für mich hier das Schlimmste ist, ohne offen Kritik an jemandem üben zu müssen – das fällt mir immer schwer.

Außerdem kann ich zu diesem Zeitpunkt auch noch gar nicht wissen, was das Schlimmste für mich ist in diesem Programm, denn das erlebe ich erst drei Tage später …

Jetzt sage ich: „Also mir macht die Hitze echt zu schaffen.“

Allgemeine Zustimmung. Erleichterung. Die Therapeutin entscheidet, die Sitzung aufgrund der Wetterlage zu beenden.

Es gibt Schlimmeres …

Von Blumen, Goldfiguren und dem Algorithmus

In der dritten und letzten Woche des Rückenschmerz-Programms rät man mir dringend, mit einem Antidepressivum gegen Schmerz, Angst und Migräne anzugehen. Bisher hatte ich mich erfolgreich dagegen gewehrt. Medikamente haben bei mir selten nur den angestrebten Effekt. Die meisten vertrage ich nicht. Und zwar RICHTIG NICHT.

Die Chefin höchst persönlich gibt mir am vorletzten Tag des Programms – ein Donnerstag – das Rezept. Ich frage, wie es denn jetzt weitergehen soll. Sie sagt: „Krankschreiben können wir Sie wegen der Rückenschmerzen nicht weiter. Das lässt der Algorithmus nicht zu. Aber, kommen Sie einfach am Dienstag wieder, dann schreiben wir Sie auf Stimmung krank. Sie haben da so viele andere Baustellen.“

So richtig verstehe ich das nicht, aber wer gibt sich schon die Blöße und fragt, was es mit diesem Algorithmus der (Halb-)Göttin in Weiß auf sich hat? Kein schlechter Kommunikationstrick, Frau Doktor. Wenn ich ich wäre in einer Arztpraxis, hätte ich das vielleicht durchschaut und anders reagiert. Aber so … volle Lotte reingefallen.

„Jeder bekommt die Patienten, die er verdient“, erörtert die kompetent wirkende, intelligente Frau weiter. Den Punkt „persönliche Beziehung zum Patienten aufbauen“, beherrscht sie aus dem Effeff. Soll wohl sein. Immerhin ist sie unter anderem Ärztin für Psychotherapie. Da muss man den Patienten loben, seine Stärken hervorheben, um Vertrauen zu schaffen. Ein Krönchen der Intimität setzt sie unserem kleinen Gespräch auf durch den Hinweis im halb gemurmelten Nebensatz, dass ihr Vater ihr die Pubertät quasi untersagt hätte. Armes Ding, denke ich. Ich vertraue dir. Mein Fehler.

Am Freitag soll’s dann mit dem Antidepressivum losgehen. Einmal am Tag eine. Ob mit Nebenwirkungen zu rechnen sei, weil ich so vieles nicht vertrage, frage ich noch zwischen Tür und Angel. Die Ärztin mit der Udo Walz-Frisur kneift motivierend beide Augen zusammen: „Sie werden das gut vertragen“, ruft sie über den Flur und klackert festen Schrittes auf ihren Pumps davon. So positiv verstärkt nehme ich Freitag die erste (und vorerst letzte) Tablette dieser Art: Citalopram. 20 mg. Den Beipackzettel hatte ich vorsorglich meinem Mann gegeben, um mich nicht bekloppt zu machen und dem Nocebo-Effekt keine Munition zu geben. [Beim Nocebo-Effekt (in Analogie zum Placebo-Effekt) treten negative gesundheitliche Effekte nach Einnahme eines Medikamentes auf, für die es biochemisch gesehen keine Erklärung gibt. Opfer des Nocebo-Effektes bekommen häufig viele der Nebenwirkungen, die in einem Beipackzettel stehen, nur weil sie diese gelesen haben und folglich damit rechnen, diese zu bekommen].

Was dann passiert, weiß ich nicht mehr genau. Ich erinnere mich an Comic-Figuren, Karussell-Fahrten mit ägyptisch aussehenden Goldfiguren, Blumenarrangements und Nebel. Samstag Vormittag lässt der Nebel nach. Zitternd und nassgeschwitzt liege ich quer am Kopfende des Bettes, weil ich mich hier am sichersten fühle. Mehrmals übergebe ich mich und habe Durchfall. Ich erreiche die Ärztin via E-Mail. Sage, dass ich Angst habe, von diesen Tabletten noch eine zu nehmen. Sie meldet sich kurze Zeit später mit der Order, keine mehr zu nehmen. Wir sprächen Montag beim Abschlussgespräch darüber.

Sonntag Mittag kommt der Notarzt. Ich bekomme Luftnot, Krämpfe, extrem hohen Blutdruck, Todesangst, Hyperventilation, Tetanie (eine besondere Art des Muskelkrampfs). Ich kann nichts mehr sehen und ich kann nicht mehr sprechen. Mein Mann ruft den Rettungswagen, der mich kurzerhand noch mal in die Klinik bringt, in der ich die Geschichte mit dem erstickenden Herrn S. erlebt hatte.

Ich bin zu fertig, um mich dagegen zu wehren. So liege ich wieder auf einer Pritsche in der modernsten aller unserer Kliniken. Irgendwann kommt eine Ärztin zu mir. Sie telefoniert. Der Pfleger, der mich schon etwas beruhigen konnte, beginnt ihr zu erklären, was los ist. Sie unterbricht ihn und schnauzt im Oberfeldwebel-Ton in meine Richtung, was denn los sei. Hm.

„Ni amen, nischt sehn“, nuschle ich mir was zusammen, das ihr klarmachen soll, dass ich nicht richtig atmen und bis eben nicht sehen konnte. Sprechen auch nicht. Das hört sie ja, denke ich.

Ich fühle meinen Oberkiefer nicht, sehe Dinge und den Raum nur teilweise oder seltsam verschoben, höre Klingelgeräusche und habe einen komischen Widerhall im Kopf. Zu meinem ständig fiepsenden Geräusch im linken Ohr gesellt sich jetzt noch ein Klingeln auf anderer Frequenz auf dem rechten Ohr und ein beidseitiges Rauschen – etwa zehn Mal so laut. Auch meine Augen gehorchen mir wieder nicht. Ich habe das Gefühl, als ob sie pausenlos hin und herzucken.

„Sprechen Sie mal vernünftig mit mir!“, ranzt die Frau mit dem Tortenarsch im weißen Kittel mich an.

Oh, Pardon: Tortenarsch ist nicht ok. Ich formuliere es noch mal anders: … ranzt die mopsgesichtige, unförmige Frau mit den aufgequollenen Lippen und dem riesigen Tortenarsch, den ihr weißer Kittel nur zur Hälfte bedeckt, mich an.

So, jetzt passt es besser!

„Kannischadas“, quetsche ich heraus. Es ist der Versuch, ihr mitzuteilen, dass ich nicht anders kann; dass genau DAS Teil meines Problems ist. Der Pfleger erklärt, dass ich wohl das neu verordnete Citalopram nicht vertragen habe. „Ach, soooo“, sagt sie genervt und verdreht die Augen. Wieder so’n Psychopharmaka-Junkie, denkt sie garantiert. „Was nehmen sie sonst noch?“, fragt sie ungeduldig.

Ich schüttle den Kopf. Sie versteht alles vollkommen falsch. „Nichts, nur eine Tablette“, will ich antworten, aber es kommt nur „Nisnu eine Tamnette“ raus - ‚Du dummes Stück Scheiße‘, ergänze ich in astreinem Hochdeutsch, allerdings nur in Gedanken.

Für sie ist das Thema damit erledigt. Die kriegt noch ein Glas Magnesiumbrause und dann ab nach Hause mit der hysterischen Psycho-Else, denkt die sich. Wetten?!

Ja, ich höre die Stimmen des omnipotenten, jungfrischdynamischen oder bodenständig-eloquenten Lesers, der sich sofort irgendwo beschwert hätte und/oder ihr direkt ins Gesicht gesagt hätte, das das so nicht geht. Es sei euch versichert: So einfach ist das nicht. Nicht für jemanden wie mich. Wenn ich nicht durch die Migräne ausgeknockt bin, falle ich in diesen Konflikt-Situationen vor allem bei Ärzten in eine Art Kaninchenstarre. Schalte ab. Bin wer weiß wo. Dissoziiere, wie ich später lerne. Das kann ich nicht kontrollieren. Es ist eine innere Überlebensstrategie der traumatisierten Seele, die alles tut, um nicht noch mal das Unaushaltbare eines Traumas mitzuerleben. Da wird dann einfach weggeschaltet. Zack und weg.

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