Joerg Kemp - TROST
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Das zerschlissene Seidentuch der Vergangenheit wummerte bei solchen Gelegenheiten noch durch die Ganglien der Männer, wenn auch die Hoffnung auf eine bessere Zeit mehr als eine in homöopathischer Dosierung selbstordinierte Medizin zu verstehen war, die ihnen über die Tristesse der Realität hinwegzuhelfen vermochte. Alltäglich gab es drei Publikumsschübe: Jeweils das In-and-out-oftown morgens und nachmittags und dazwischen der Noon genannte Mittagsschub, der weit weniger hektisch vonstatten ging, weil die aus den Offices strömenden Menschen sich Zeit nehmen konnten für einen Drink, ein Sandwich, fürs Schuheputzen, Rauchen, Reden und Dösen; oder sie saßen still irgendwo im Schatten und lauschten der Gitarrenmusik, die der Musikant der Gruppe zum Besten gab. Nach 19 Uhr fiel die Gegend in ihren Security-Schlaf, und - neben den Unsichtbaren - wachte die ebenfalls unwahrnehmbare Armada der dp (direct-positioned, also auf und an Gebäuden positionierten) sowie der hp (highpositioned, also im Orbit schwebenden) Cams für den Fall der Fälle. Das alte Lorrick - das war ja noch nicht wirklich lange her - kannte der Mann mit der Hornbrille noch aus seiner Kindheit. Er hatte nicht weit von hier, in Cymber, auf der Quiry, schräg gegenüber dem ehemaligen GymPalace, gewohnt. Das hätte er sich nicht träumen lassen, eines Tages seinen Geburtstag auf der Straße zu verbringen, in so einer Situation. Alles war so schnell gegangen, die Veränderungen, die kulturellen und politischen Umwälzungen seit Griechenland und der ersten verhältnismäßig kleinen Flüchtlingswelle. Die Wucht der Veränderung brachte eine Radikalisierung zu tage, die sich gerne in ersterer einen Grund suchte, in Wirklichkeit das übliche Jetzt-ist-der Zeitpunkt der Macht- und Geltungs- und Vorzeige-Interessen einzelner Geldköpfe war. Die Zeit war verflogen. Der Ort war nicht mehr wiederzuerkennen. Die Männer, die sich in dem Neuland dieser neuen Welt zusammengerauft hatten, ihren Verdienstalltag zu bestreiten, waren eine eingeschworene Clique, ein Grüppchen, in dem sich jeder gut kannte und mochte, sich half und gegenseitig unterstützte; und ein jeder von ihnen - hätte man ihn gefragt - wäre geneigt gewesen zu sagen, dass er bessere Freunde nie im Leben hatte.
Wer Realist war, erwartete den großen Crash, wie auch immer der aussehen mochte. Wer noch die verzweifelt brodelnde Hoffnung auf Fortschritt in sich trug, glaubte daran, dass sich - wahrscheinlich mittels irgendwelcher Erfindungen - alles von selbst regeln würde. Wer in tiefem Glauben verwurzelt war oder sich plötzlich in einem solchen, vom Erdrutsch der katastrophalen Entwicklung beschleunigt, wiederfand, ohne je dort gewesen zu sein, mit dem war, was die Geschicke der Welt anbelangte, nicht mehr zu rechnen, es sei denn, es geschähe ein Wunder. „Der sieht aus“, flüsterte der erste seinem Nebenmann zu, „wie dieser Kerl in dem Film, wie hieß der noch, der vom Himmel gefallen war, ... hab ich damals mit Jakob, hast den eigentlich gekannt?, Pferdeschwanz und Lennon-Brille, nee, egal, in dem kleinen Kino da Graph-irgendwas, war später n türkisches Café, jetz glaub ich WW-Holidays, jedenfalls ham wir das da, The man who ö-ö-ö.“ „Der hat n Frisörladen noch nie von innen gesehn“, flüsterte der zweite. „Du denn?“ „Früher schon. ... Komisches Outfit, wär selbst meinem Großvater ...“ Der Fremde wachte auf. Er wirkte müde, wie er sich da - nachdem er die Beschaffenheit des nackten Bodens, des Kunststoffs, auf dem er gelegen hatte, durch eingiebiges Betasten mittels seiner Hände gewissermaßen geprüft und, wie aus dem mit einem Lächeln verbundenen Kopfschütteln zu schließen, für irrwitzig empfunden hatte - ungelenk hoch quälte, als sei er übernächtigt, mit steifen Knochen, einem Rückenleiden oder sonstigen Wehwehchen behaftet. Mit verkniffen blinzelndem Blick wie ein Kurzsichtiger betrachtete er die Umgebung, als sei er gerade von Bord der Santa-Maria gestiegen und habe zum ersten Mal den Boden des noch nichts von sich wissenden Americas unter den Füßen. Ungläubig, beinah misslaunig. Er nickte den anderen zu, hob die Schultern, die Augenbrauen, sagte nichts. Die anderen sahen ihn verwundert an, dann sich selbst, dann wieder ihn. Der Fremde, mittelgroß, stämmig, womöglich auf dem Weg, ins Lager der Dicken zu wechseln, stand da mit einer Nonchalance, musterte die Männer, bedachte sie mit einem Lächeln, als seien sie die Kuriositäten. Er mochte Mitte Fünfzig, vielleicht älter sein. Die langen Haare waren ergraut, die Nase knollig, die Ohren lagen eng am Kopf, der sich nach vorn reckte, um mit staunenden graublauen Augen neugierig wie ein Kind die Welt beziehungsweise deren Entstehen zu betrachten. Alle anderen trugen das Haar kurz, der Hygiene wegen, der Einheitlichkeit wegen, der Einfachheit halber und weil es vornehmlich praktisch war. Außerdem hatte man beim H6H auf die Unity, dem Einheitslook bestanden. Die Frisöre hatten reihenweise ihre Läden dicht gemacht, da die Leute, die Normalsterblichen zum Selfcut übergegangen waren. Ein Haarschnitt bei einem der verbliebenen Coiffeure war ein für den Normalbürger unerschwingliches Nice-to-have, Nein-danke geworden. Noch der vormals Unbekümmertste war im Laufe der Depression zum Centfuchser geworden. Wenn, was selten vorgekommen war, ein Neuer aufgetaucht war, dann hatte es vorher irgendeinen Informations- beziehungsweise Kennenlernen-Kontakt gegeben. Der Älteste dieses Trupps, gewissermaßen dessen Gründervater, hatte - nicht nur diesbezüglich - das Sagen. Aber es war - in anbetracht der spärlichen order situation, wie jener es ausgedrückt hatte - beschlossen worden, niemanden mehr aufzunehmen; ein dutzend Leute, wahrlich genug. „Sieht aus wie dieser, wie heißt der noch gleich, Schauspieler, Ro, Ro, irgendsowas“, sagte eben jener zu demjenigen, der gerade dabei war, das Innenleben der da stehenden cases zu inspizieren.
Die Männer, zwischen zwanzig und siebzig Jahre alt, organisierten und nutzten viele Dinge gemeinsam, ab und zu wurde ein Set abgehalten, sie redeten über Probleme, machten Vorschläge, schafften sich einen Kocher an, ein Handy, irgendwelche Gerätschaften, die von allen nach gemeinsamer Absprache für notwendig erachtet wurden und von denen ein jeder etwas hatte. Nach Feierabend wurde alles in die hinten in einer Reihe stehenden flightcases verstaut. Für den Winter gab es sogar ein Zelt, welches in Ermangelung beziehungsweise der Unmöglichkeit der Handhabung von in den Boden zu justierenden Heringen mittels der Cases daran gehindert wurde wegzufliegen. Im Winter der strombetriebene Heizstrahler, im Sommer die Außenkühlanlage. Eine Kühlbox, die - dank des von H6H beziehungsweise dessen Chef und Eigner Alexander Hoffmann for free zur Verfügung gestellten Stroms - Tag und Nacht im Einsatz war, krönte die Reihe der ebenfalls vom freundlichen aber unsichtbaren Mentor A.H. überlassenen Edelstahl-Behältnisse. Recht luxuriöse Bedingungen also. Und weil an dem so war - alter Trick der Besitz und Sagen eignenden Minderheit von in diesem Lande 2 % der Population, die Mehrheit mittels kleiner dem eigenen Wohl nicht abgehenden Aufmerksamkeiten still zu halten - hinterfragte man erst gar nicht das Warum. In wechselndem Turnus blieben mindestens zwei der Männer - auch an den Wochenenden - dort, um Wache zu halten, guarding, wie sie es ausdrückten. Eine allen ziemlich unsinnig anmutende Auflage von H6H. Aber wozu dies hinterfragen. Tatsächlich wurde allerorten gestohlen, gestohlen was nicht niet- und nagelfest war; aber hier war eben mitnichten allerorten. Die stete Anwesenheit von mindestens zwei Männern also stand auf der ungeschriebenen Agenda von H6H. Doch kaum jemals - schon gar nicht nachts - verirrten sich Fremde hierher. Schon gar nicht hätte jemand es gewagt, etwas zu stehlen, wusste doch jeder ob der triumviralen Überwachung, die aus permanenten satelite hp-Scannings, unsichtbaren hochauflösenden dp-object-move Kameras und schließlich den Securityleuten, die mit ihrer - wie das Oberhaupt der Gruppe sich ausdrückte - GSG9-Ausbildung wohl overqualified gewesen sein dürften, bestand.
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