Ralph Ardnassak - Drecksmaden

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"Dabei musste sie jedoch beständig darauf achten, dass ihr keine weitere Jägerin in die Quere kam. Denn mit Argusaugen beobachtete sie ihre Mitbewerberinnen, die in reizenden Tenniskleidern, die ihre Reize gleichfalls optimal zur Geltung brachten, auf ihren Stühlen am Rande des Rasens saßen, wie Jäger auf ihren Ansitzen.
Die geladenen Waffen der Damen, das waren ihre Dekolletees, ihre nackten, gebräunten, langen Beine, ihre schmalen Fesseln, ihre reizenden Knie, ihre makellosen und glatten Hälse, ihre blutroten Lippen und der stechende und durchdringende Blick ihrer Augen und der seidige Glanz ihres Haares, in dem sich tausende kleiner Reflexe des Sonnenlichtes spiegelten, ähnlich den Tautropfen an den Gräsern einer morgendlichen Wiese.
Sie sah die taxierenden Augen ihrer Mitbewerberinnen, wie sie forschend und abschätzend auf die Tennis spielenden Herren gerichtet waren und dabei tatsächlich den Augen von Jägern vor dem Schuss glichen. Sie sah die Busen ihrer Mitbewerberinnen dabei vor Erregung wogen, während sie nun gleichfalls Witterung aufnahmen. Und sie meinte das brunftige Geschlecht all ihrer Konkurrentinnen regelrecht zu riechen, durch all die feinen seidenen und spitzenbesetzten Höschen und zwischen den elegant und scheinbar züchtig übereinander geschlagenen langen schmalen und braunen und durchtrainierten Beinen hindurch.
Sie sah all die Damen dort drüben, die Vierzig-, die Fünfzig-, die Sechzigjährigen unter ihnen, die sich bemühten, das Äußere von Siebzehnjährigen anzunehmen und auszustrahlen.

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Und als wäre es der Frau Hirschfeld plötzlich verdächtig vorgekommen, dass der 1,3-Liter-Kastenwagen nunmehr in der Straße vor dem Geschäft stand und als würde sie der Verwahrung ihres Goldes nicht mehr trauen, war die alte Dame unlängst am hellerlichten Tag im Geschäft erschienen, um händeringend die Herausgabe des Goldes einzufordern. Sie hätten eine Möglichkeit gefunden, sich über ein Schweizer Konsulat Ausreisepässe zu kaufen und würden das Gold daher dringend benötigen.

Kläre Schattling hatte die Anwesenheit der Frau und deren Forderung nach Herausgabe des Goldes plötzlich als regelrechte Impertinenz empfunden. War sie doch schließlich auch innerlich inzwischen felsenfest der Überzeugung, der Schatz würde ihr allein zustehen und die Juden wären ohnehin und zwar völlig zu recht, verloren! Nicht umsonst hatte sie deshalb die vier Leuchter bereits zum Ankauf des Kastenwagens verwendet und eingesetzt!

Obwohl ihr klar wurde, dass die Frau keinerlei Handhabe hätte, um ihr Gold zurück zu fordern, schließlich konnte sie als Jüdin nicht zur Polizei gehen und Anzeige erstatten, wurde Kläre die ganze Angelegenheit allmählich mehr als nur lästig.

Das aufdringliche weinerliche Flehen der Frau Hirschfeld, die sich und ihre Familie förmlich als vom Tode bereits gezeichnete Menschen darstellte, ihre immer häufiger werdenden Besuche im Laden, bei denen sich Kläre immer wieder neue Ausreden einfallen lassen musste, sie habe das Gold in einer benachbarten Kleinstadt im Tresor einer Verwandten sicher verwahrt und müsse erst Gelegenheit finden, es zu holen, wurden ihr allmählich unheimlich.

Zwar hätte sie die Frau einfach ignorieren oder aus dem Laden werfen können, doch es schien ihr, die alte Jüdin hätte ihre Tat bereits erraten und habe möglicherweise sogar die unheimliche Fähigkeit, sie und ihre Familie zu verfluchen und ihnen auf diese Weise zu schaden!

Kläre Schattling beschloss also, dass die Familie Hirschfeld weg müsse. Am besten mit all den anderen Juden in den Osten deportiert, damit die unselige Geschichte mit dem Gold dadurch aus der Welt wäre.

Also suchte Kläre die Dienststelle der Gestapo auf, um dort zu erklären, die Familie Hirschfeld würde immer wieder Feindpropaganda betreiben, die Leute im Westend zum Widerstand gegen das Reich aufstacheln und noch zynisch davon berichten, wie sie zu Hause regelmäßig BBC hören würden. Sie bat darum, diese Leute möglichst umgehend zu entfernen, da sie sich als Parteigenossin von diesen immer noch augenfälligen jüdischen Umtrieben verfolgt, bedroht und belästigt fühlen würde.

Um ihr Ansinnen zu unterstreichen, hatte sie mehrere Taschen mit frischem Obst dabei. Dankbar für jede Art solcher Anzeigen, die endlich ein härteres und entschiedeneres Vorgehen gegen die Juden in der Stadt rechtfertigen würden, hatte sich der Leiter der Gestapo-Dienststelle des Falles angenommen und versprochen, das jüdische Drecksloch im Westend endgültig auszulöschen.

Tatsächlich verschwand die Familie Hirschfeld dann bereits in den nächsten Tagen bei Nacht und Nebel. Und lediglich hinter vorgehaltener Hand wurde im Westend geflüstert, die einstigen Kinobesitzer seien abgeholt und in den Osten deportiert worden, von wo sie, nach allgemeinem menschlichen Ermessen, nie wieder zurück kehren würden.

Bald wohnten andere Menschen in den Räumen der Familie Hirschfeld und bei Kläre Schattling machte sich Erleichterung breit.

Sie verspürte zunächst keinerlei schlechtes Gewissen, sondern fühlte sich eher wie jemand, der sich durch zähen und langwierigen Kampf etwas gesichert hatte, was ihm grundsätzlich zustand.

Erst viel später, gegen Kriegsende und nach dem Krieg, dachte sie stets vom Blutgeld und vom Blutauto, wenn sie den Kastenwagen sah. Und noch im Frühsommer 1945 war sie dann hingegangen und hatte in einer nebligen Nacht die Alben mit den Goldmünzen und die Tasche der Frau Hirschfeld von der eisernen Hubbrücke in den Strom geworfen, weil sie nicht wollte, das man diese Dinge bei ihr fand.

Die Geschichte mit der Frau Hirschfeld und dem Goldschatz war schließlich auch die Ursache dafür gewesen, dass Kläre Schattling mit ihren Eltern nicht in die Westzone geflohen war, als es hieß, die Russen würden die Stadt von den Amerikanern übernehmen und das ganze Umland würde zur sowjetisch besetzten Zone werden, im Austausch gegen Berlin.

Obwohl Kläre Schattling als ehemaliges NSDAP-Mitglied Angst vor Verfolgung durch die Russen haben musste, war doch ihre Furcht vor der Familie Hirschfeld und vor den Juden stärker gewesen.

Daher war sie hier geblieben, bei den Russen. Denn hieß es nicht, dass die Juden in Amerika saßen und dass die Juden überall dort groß und mächtig wurden, wo die amerikanischen Truppen standen?

Und eine große Last war Kläre Schattling schließlich von den Schultern gefallen, als es sich abzeichnete, dass es zwei deutsche Staaten geben würde. Einen im Westen, wo die Amerikaner saßen und einen anderen deutschen Staat hier im Osten, unter der Oberhoheit der Russen und der Kommunisten.

Das war Kläre Schattling letztendlich ganz recht, denn stets hatte sie in ihren Alpträumen die alte Frau Hirschfeld vor sich gesehen, wie sie nach Kriegsende wieder den Laden betreten könnte, um nach dem Gold zu fragen und nach jenen Umständen ihrer plötzlichen und unerklärbaren Deportierung.

Stets hatte Kläre Schattling sich für diesen Fall eine Vielzahl möglicher und durchaus plausibler Ausreden zurecht gelegt. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie auch in der Lage dazu gewesen wäre, all diese Ausreden glaubhaft vorzutragen oder ob sie stattdessen in Ohnmacht gefallen wäre oder ob ihr rotfleckiges Gesicht und ihre hochroten und heißen Ohren sie verraten hätten.

So bangte sie immer wieder aufs Neue, die Familie Hirschfeld oder irgendwelche Nachfahren oder Angehörige könnten plötzlich vor ihr im Laden stehen und Rechenschaft fordern, aber mit all den Jahren, die vergingen, wurde ihre Furcht schließlich allmählich schwächer. Und die deutsch-deutsche Grenze, die Mauer, schien ein festes Bollwerk, das sie vor den Besuchen der Familie Hirschfeld schützen würde. Auch sagte sie sich immer wieder, angesichts all der Berichte über das Schicksal der Juden in den Vernichtungslagern des Ostens, dass es eher unwahrscheinlich sein müsse, wenn die Frau Hirschfeld oder ihr Mann den Holocaust überlebt haben sollten.

Nie, in keinem der Jahre und Jahrzehnte nach dem Krieg, war je wieder in Westend die Rede von der Familie des Kinobesitzers Hirschfeld.

Und als die Ruinen des Hirschfeldschen Kinos, welches dem großen Luftangriff der Royal Air Force vom 16. Januar 1945 gemeinsam mit annähernd 90 Prozent der Gebäude der barocken Altstadt und mit 15 Kirchen der Stadt zum Opfer gefallen war, endlich abgetragen und durch ein modernes mehrstöckiges Wohnhaus ersetzt wurden, in welchem junge Familien und eine Zahnarztpraxis einzogen, beerdigte Kläre Schattling schließlich auch die letzten noch verbliebenen Gedanken an die Familie des unglücklichen Kinobesitzers Samuel Jacob Hirschmann und seine Frau Rachel.

III

Der Krieg war vorbei. Und mit ihm die Furcht, mit der Familie Hirschmann konfrontiert zu werden oder möglicherweise bei einem der gefürchteten Bombenangriffe, die die Engländer immer nachts flogen, im Keller verschüttet zu werden und qualvoll ums Leben zu kommen.

Wie durch göttliche Fügung waren das Haus mit dem Ladengeschäft im Westend und auch die nahe Gertraudenkirche unbeschädigt geblieben.

Und Kläre Schattling, die immer noch mit ihren alten Eltern und dem Windhund allein lebte, wollte jetzt vor allem eines: endlich einmal leben!

Zu dieser Zeit kam Karlheinz Schmittke aus der russischen Kriegsgefangenschaft nach Hause. Dünn, ausgemergelt, obwohl Erst Ende Zwanzig mit nahezu vollkommen ergrautem Haar und gezeichnet von einem Habitus und Gestus, der darauf schließen ließ, dass Karlheinz Schmittke ein an Körper und Seele Gebrochener geworden war.

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