Ralph Ardnassak - Drecksmaden

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"Dabei musste sie jedoch beständig darauf achten, dass ihr keine weitere Jägerin in die Quere kam. Denn mit Argusaugen beobachtete sie ihre Mitbewerberinnen, die in reizenden Tenniskleidern, die ihre Reize gleichfalls optimal zur Geltung brachten, auf ihren Stühlen am Rande des Rasens saßen, wie Jäger auf ihren Ansitzen.
Die geladenen Waffen der Damen, das waren ihre Dekolletees, ihre nackten, gebräunten, langen Beine, ihre schmalen Fesseln, ihre reizenden Knie, ihre makellosen und glatten Hälse, ihre blutroten Lippen und der stechende und durchdringende Blick ihrer Augen und der seidige Glanz ihres Haares, in dem sich tausende kleiner Reflexe des Sonnenlichtes spiegelten, ähnlich den Tautropfen an den Gräsern einer morgendlichen Wiese.
Sie sah die taxierenden Augen ihrer Mitbewerberinnen, wie sie forschend und abschätzend auf die Tennis spielenden Herren gerichtet waren und dabei tatsächlich den Augen von Jägern vor dem Schuss glichen. Sie sah die Busen ihrer Mitbewerberinnen dabei vor Erregung wogen, während sie nun gleichfalls Witterung aufnahmen. Und sie meinte das brunftige Geschlecht all ihrer Konkurrentinnen regelrecht zu riechen, durch all die feinen seidenen und spitzenbesetzten Höschen und zwischen den elegant und scheinbar züchtig übereinander geschlagenen langen schmalen und braunen und durchtrainierten Beinen hindurch.
Sie sah all die Damen dort drüben, die Vierzig-, die Fünfzig-, die Sechzigjährigen unter ihnen, die sich bemühten, das Äußere von Siebzehnjährigen anzunehmen und auszustrahlen.

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Und so geschah es, dass Kläre Schattling Mitglied der NSDAP wurde, was an sich noch nicht als Makel gelten muss, wohl aber für die zu allen Zeiten latente Anpassungsbereitschaft des Menschen steht. Für die Bereitschaft, sich mit den jeweils Mächtigen der Zeit zu arrangieren, um dann von diesem Arrangement tüchtig zu profitieren.

II

„Obst wird zu allen Zeiten gebraucht! Es ist gesund und enthält Vitamine!“, pflegte Kläre Schattling den beiden schüchternen Frauen stets einzuschärfen, die sie jetzt stundenweise als Aushilfskräfte im Laden beschäftigte: „Besonders jetzt, wo uns ein gewaltiges weltanschauliches Ringen bevorsteht und der Führer selbst daher auf die Gesundheit der Volksgemeinschaft achtet! Auf die körperliche und die weltanschauliche Gesundheit!“

„Jawohl, Fräulein Schattling!“, pflegten die beiden Frauen in Schürze und Kopftuch darauf im Chor zu antworten und mit gesenkten Köpfen eine Art von Hofknicks durchzuführen.

Aus der schmalen flachbrüstigen Kläre war bereits das gefürchtete Fräulein Schattling geworden, dessen Wort in der Straße etwas galt.

Fühlte sich Kläre Schattling mit ihrem Obstsortiment überwiegend für die körperliche Gesundheit der Volksgemeinschaft zuständig und mit verantwortlich, so fiel die weltanschauliche Gesundheit eher in den Zuständigkeitsbereich der Ausweich- und Auffanglager der hiesigen Gestapoleitstelle, die für Juden, für Mischlinge, für politische Häftlinge und Verhaftete zuständig war, die auf Anforderung als Zwangsarbeiter an die ansässigen Betriebe verliehen wurden.

Obwohl man seitens der zuständigen Stellen auch Kläre Schattling gut zu redete, doch Zwangsarbeiter für den Einsatz im Ladengeschäft anzufordern, lehnte sie stets ab.

„Untermenschen und Verbrecher kommen mir nicht ins Geschäft!“, lautete ihre abweisende und burschikos vorgetragene Begründung stets: „Da mach doch lieber die schwere Arbeit mit meinen beiden Frauen selber!“

„Die Kläre!“, pflegte der alte Schattling zu sagen: „Das ist eine ganz Verrückte! Die kann schindern, bis ihr die Augen aus den Höhlen quellen! Die Kläre macht mir manchmal regelrecht Angst!“

Ansonsten kannte Kläre Schattling beinahe nichts anders, als die Arbeit im Ladengeschäft. Vom Verreisen hielt sie wenig. Wenn sie das als Wahrzeichen der Stadt geltende Münster nicht sehen könne, so pflegte sie zu sagen, so wäre sie krank.

Nur drei oder vier Mal reiste sie mit den Eltern an die See zur Erholung. An die Kurische Nehrung und ans Frische Haff.

Am Rande der Stadt gab es noch den Schrebergarten mit den Obstbäumen und der kleinen Laube. Jenen Schrebergarten, von dem aus man stets die Nähe des gewaltigen Stromes riechen konnte, der die kleine Gartenkolonie hier auf seinem Weg hin zum Meer in geringer Entfernung passierte.

In jener Zeit und nach einem Kinofilm, entdeckte Kläre Schattling ihre Passion für Windhunde, die sie in der alten und ihrer Meinung nach regelrecht majestätischen Manier stets Windspiele zu nennen pflegte.

Für Kläre Schattling waren Windspiele majestätische und eindrucksvolle Hunde. Geeignet, um jeden öffentlichen Auftritt eines Menschen wirksam zu unterstreichen.

Hatte nicht auch der englische König Heinrich VIII. dies bereits praktiziert, sich mit Windspielen zu umgeben? Und gehörten Windspiele nicht zum Zierrat und zu den Accessoires vieler feudaler Höfe?

Kläre Schattling fand, ein Windhund wäre ein geradezu angemessener und passabler Begleiter, der sich auch als Beschützer des Ladengeschäftes gut ausnehmen würde.

Mit Vorliebe las sie abends ihren Eltern mit hoher und lauter Stimme die prahlerischen Beschreibungen vor, die mittelalterliche Adelige und Chronisten über ihre Windhunde hinterlassen hatten. Beschreibungen aus einer Zeit, da das Töten eines Windhundes noch mit der unverzüglichen Hinrichtung des Täters geahndet wurde und ein Windhund teurer war, als selbst ein leibeigener Bauer, ja Windhunde in bestimmten Gegenden sogar als Heilige verehrt und zur Hasen-, Hirsch- und Wolfshetze eingesetzt wurden.

Das Buch dicht vor die bebrillten Augen haltend, so las Kläre Schattling mit sich gelegentlich dabei vor schierer Begeisterung überschlagender Stimme die Beschreibung des geradezu idealen Windhundes des Edmund de Langley aus dem Jahre 1370:

„Der Windhund sollte einen langen, etwas spitzen Kopf haben, ein gutes großes Maul mit Scherengebiss. Sein Hals soll stark und lang sein, gebogen wie bei einem Schwan; die Schultern wie bei einem Rehbock, die Vorderbeine gerade, nicht jedoch die Hinterbeine, die Pfoten rund wie bei der Katze, mit großen Krallen; die Knochen und Gelenke am Oberschenkel groß und stark wie bei einem Hirsch; die Unterschenkel stark und gebogen wie bei einem Hasen; die Hacken gerade, und nicht gedreht wie bei einem Ochsen. Der Schwanz wie bei der Katze, mit einem Ring am Ende, aber nicht zu hoch.“

(Quelle: http://www.gulfcoastgreyhounds.org)

So kam schließlich Nikolai ins Haus. Ein gewaltiger Barsoi oder russischer Windhund und zugleich der erste Windhund der Familie Schattling.

Ein Vertreter jener vor allem beim russischen Adel beliebten Hunderasse, als deren erster Züchter der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch aus Perchino gilt.

Als die Juden der Stadt zur Arbeit in den Brabag-Werken, in denen aus Braunkohle Treibstoff für die Luftwaffe gewonnen wurde, nicht mehr zur Arbeit gebraucht wurden, weil dort nun genügend Kriegsgefangene eingesetzt werden konnten und die Deportierungen nach dem Osten einsetzten, wurde eines Abends die alte Frau Hirschmann, die Gattin des Kinobesitzers aus Westend, bei Kläre Schattling vorstellig.

Unter Berufung auf die christliche Barmherzigkeit und die jahrelange gute Nachbarschaft, bat sie Kläre Schattling, auf eine kleine Reisetasche mit Wertsachen Acht zu geben, bis wieder bessere Zeiten für die jüdischen Kaufleute kommen würden. Es sei der letzte Besitz von Wert, der ihnen nach der Enteignung und Arisierung des Kinos geblieben sei und sie fürchte um dessen Konfiszierung im Falle einer Hausdurchsuchung.

In einer abstrusen Mischung aus Argwohn, Gier und Mitleid hatte Kläre Schattling nicht zu widersprechen gewagt und während sie unter den Tränen und Dankesbekundungen der Frau Hirschmann die beachtlich schwere Tasche entgegennahm, war ihr bereits durch den Kopf geschossen: ‚Diese Juden sind doch sowieso praktisch schon tot!‘

Nachdem die Frau davon geschlurft war, hatte Kläre Schattling die Tasche geöffnet und mehrere Preziosen gefunden, die offenbar aus 585er Gold waren. Darunter vier schwere siebenarmige Chanukkia-Leuchter mit dem Davidsstern, die zur Aufnahme von acht Kerzen bestimmt waren, verschiedene goldene Taschenuhren, goldene Ringe, Ketten, Broschen und Manschettenknöpfe und schließlich einige Alben mit 20 Mark Reichsgoldmünzen aus der Prägung des Jahres 1873.

Mehrere Monate lang hatte sie den Schatz im nußbaumfurnierten Kleiderschrank ihres Kleiderschrankes eingeschlossen gehabt. Immer wieder kreisten ihre Gedanken um all das Gold, das den Juden sowie zu nichts mehr nütze sein würde und das sie sich ohnehin in den Jahren der Wirtschaftskrise ergaunert haben mussten.

Immer wieder fiel Kläre Schattling ein, dass sie eigentlich dringend einen neuen Lieferwagen für das Geschäft benötigen würde. Und sie verfiel allmählich auf die fixe Idee, dass ihr, als einer anständigen Deutschen, dieses Gold der Juden zustehen würde. Ihr und ihrer Familie und nicht diesem raffgierigen Pack, das jetzt zu Recht um sein Vermögen fürchtete!

Und hatte sich nicht all Dasjenige, was man immer vom raffgierigen, reichen und heimtückischen Juden bestätigt, bereits durch die Tatsache, dass ihr die Tasche mit all dem Gold zum Verstecken unter geschoben worden war? Sie wusste, dass sie eigentlich das Gold hätte abgeben müssen. Schließlich war es ein enorm kriegswichtiges Material, das möglicherweise in Devisen hätte umgetauscht werden können. Aber sie besann sich und verwendete schließlich die schweren Chanukkia-Leuchter für den Ankauf eines gebrauchten Opel Olympia Kastenwagens zum Preis von 2.500 Reichsmark.

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