Peter Schmidt - Das Veteranentreffen

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In einem abgelegenen Berliner Hotel treffen sich Geheimdienstveteranen, ausgemusterte Agenten verschiedener Dienste, eingeladen von Asch, einem ehemaligen Geheimdienst-As. Alle munkeln, dass Asch eine große Sache vorhabe, aber niemand weiß etwas Genaues. Asch will seine ehemaligen Kollegen dazu bringen, einen geheimen Veteranenclub zu gründen. Sie sollen ihr Wissen, ihre alten Kenntnisse und Beziehungen in die Waagschale werfen, um durch gezielte Informationen Politik machen. Mit viel Enthusiasmus entwirft Asch das Bild einer friedlichen Welt. Frank Sander, auch ein alter Profi, hält das alles für Spinnerei. Er vermutet, dass hinter der Sache etwas anderes stecken muss. Ein Mordanschlag auf ihn bestätigt seinen Verdacht …

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Zweites Kapitel

UNRUHIGE NÄCHTE

1

Als mein Mietwagen durch die Bahnunterführung rumpelte – regennass glänzende Pflastersteine aus Kaiser Wilhelms Zeiten, so groß wie Kinderköpfe –‚ erinnerte der Murellenberg mit seinem düsteren Nadelwald und den aufsteigenden Nebeln eher an ein verwunschenes Märchengehölz.

Und so kam ich mir auch vor: wie der Zauberer im Märchen, der durch Alchemie und magische Sprüche all die zu Fichten und Sträuchern erstarrten Schemen in menschliche Wesen zurückverwandelte…

Dass mir diese Rolle zufallen würde, daran zweifelte ich keinen Augenblick. Agenten in fortgeschrittenem Alter leiden oft an Potenz-Problemen (angespannte Nerven, die jetzt den Dienst versagen, und ein Leben voller Sublimierungen, denn all die Ränkespiele, Täuschungen und Hinterfotzigkeiten haben auch ihre erotische Dimension).

Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, ihre Waden wegen eines unheilbaren Venenleidens einzucremen – und so auf ziemlich handgreifliche Weise mit ihrer angeschlagenen Gesundheit konfrontiert werden –‚ trauern sie gern verpassten Gelegenheiten nach.

Jede über die Straße hüpfende Bluse stürzt sie in den unlösbaren Konflikt, all die kribbelnde Alterslüsternheit mit den beschränkten Möglichkeiten ihres Wasserhahns in Einklang zu bringen.

Das macht sie hochgradig empfänglich für obszöne Scherze und Zoten der derbsten Sorte. Aber auch so unausstehlich wie ein gelangweiltes Theaterpublikum – als warteten sie nur darauf, dass ihnen jemand von der Bühne ein passendes Stichwort zuwirft …

Sie lieben es, ihrem Zynismus Luft zu machen, und wenn eben möglich, ist das Opfer ihrer Attacken die hohe Politik oder das weibliche Geschlecht.

Alles Weitere – eigene und gegnerische Dienste, Pferdetoto und Gesundheitskost – kommt erst später.

Sie singen das Pommernlied mehr recht als schlecht, aber immer voller Inbrunst, sammeln alte Volkslieder und feiern Kaisers Geburtstag mit verdünntem Aquavit (wegen der angeschlagenen Leber). Doch ein Treffen wie dieses würde sie unweigerlich dazu verführen, dem staunenden Publikum ihr ganzes Repertoire an nationalen Schmähungen und geschlechtsbezogenen Gemeinheiten darzubieten.

Ich galt in ihren Kreisen als einer, der die Kunst des passenden Stichworts beherrscht, deshalb machte ich mich auf ein paar unruhige Abende und Nächte gefasst.

Die Schilder ‚Zum Waldhof’ waren drei verbogene Bleche, etwa so unleserlich wie Regenschleier auf einer schmutzigen Fensterscheibe; das letzte stand unmittelbar vor der Einfahrt in den Waldweg – oder besser gesagt:

Es lehnte mit seinem Pfahl an der überhängenden Felswand.

Vielleicht war es von einem Lastwagen erwischt worden, oder der örtliche Märchenwaldriese hatte es aus purem Übermut aus dem Pflaster gerissen.

Mir blieb nicht viel Zeit, darüber nachzugrübeln, denn unter dem Schild winkte mir eine schiefe Gestalt mit Schlapphut und Lodenmantel zu, beide Arme warnend ausgebreitet, als lauere hinter der nächsten Straßenbiegung der sichere Tod.

Bertrand …

Ein Gefühl der Trauer überkam mich, wenn ich daran dachte, wie viel Ruhe und seelischen Gleichmut mich seine Gesellschaft noch kosten würde.

„Frank – teuflisch!“, raunte er, als ich die Beifahrertür aufdrückte.“ Haben Sie wieder Kieselsteine geschluckt, um Ihr Aussehen zu verändern? Oder ist’s das gute Essen?“

Er war nie sehr sparsam mit seinen Komplimenten umgegangen, was mein Übergewicht anbelangte, und ich konterte mit der Frage, ob er seine Pension als Vogelscheuche aufbessere; aber das veranlasste ihn höchstens zu einem nach Knoblauch und Joghurt riechenden Rülpser.

„Politische Lage ziemlich mies, was?“, erkundigte er sich vorgebeugt.

„Mies? Nein, wieso?“

„Heiße Luft … Luftblasen“, fuhr er im Telegrammstil fort. “Diese Fellows im Westen zeigen ihre wahren Absichten. Genosse Gorbatschow reißt ihnen die Maske vom Gesicht. Bewegen sich bloß noch, wenn ihnen auf die Füße getreten wird. Kräftig auf die Füße, Frank. Abrüstung, Vollbeschäftigung, Umwelt und so weiter.“

„Hat Ihnen unser lieber Asch das Ei ins Gehirn gelegt, Bertrand – ach, was sage ich – muss ja ein ganzes Nest voll gewesen sein? Sie klingen wie sein Megaphon.“

„Nun passen Sie mal auf, Frank. Wir sind vielleicht ausrangiert, stehen auf dem Abstellgleis und so weitet Aber alte Waggons kann man schließlich wieder flott machen, oder?“

„Ich denke, um Ihr Chassis zu schweißen, Bertrand, muss man mehr Eisen mitbringen, als die Karre hergibt.“

Er warf mir einen säuerlichen Blick zu. „Sie spielen auf die Berner Sektion an, was? Hab ich nur verloren, weil ein paar Parlamentarier wieder mal zu genau wissen wollten, wie der Laden läuft. Geheimhaltung gleich Null.

So was gilt in unserem Gewerbe als der sichere Untergang. Parlamentarismus, Frank, ist eine schleichende Krankheit. Gefährlicher als jede Attacke auf das Immunsystem. Damit leben Sie noch gut und gern ein paar Jährchen. Aber ein verbrannter Agent wird drüben an die Wand gestellt.“

„Nun übertreiben Sie mal nicht. Dies ist der freieste und wohlhabendste Staat, den wir je auf deutschem Boden hatten. Nicht mal die da drüben stellen enttarnte Agenten noch an die Wand.“

„Sie reden wie der Kanzler, Frank.“

In der Hotelhalle musste ich einen Moment lang verschnaufen, um mich an den Anblick der Wände und des Treppenhauses zu gewöhnen …

Ich setzte meine Reisetasche ab und steckte mir einen von ‚Mayers sauren Krümeltürken’ zwischen die Lippen.

Sein kalter Tabakgeschmack gab mir das Gefühl, weniger weit und verloren in der Fremde zu sein.

Alles sah genauso übel aus, wie Aschs nekrophile Veranlagung es hätte vermuten lassen können.

Die weinrote Wandbespannung hing in schlaffen Beulen aus den dünnen Holzrahmen – die Decke war ein braunfleckiger Baldachin aus undefinierbaren Zutaten, vielleicht Pappe, Kleister und Papier – im schwarz lackierten Holz des Treppengeländers klaffte ein Riss, so breit, dass man zwei geballte Fäuste darin versenken konnte, und über den ausgetretenen Stufen verteilt lagen zusammengerollte Läufer und Teppiche – die stockfleckigen Unterseiten nach oben.

Das Schlimmste aber war der über dem ganzen Szenario schwebende muffige Geruch.

„Hier nicht rauchen“, flüsterte Bertrands Stimme hinter meinem Rücken. „Das alte Zeug brennt wie Zunder. Qualmen Sie meinethalben auf dem Zimmer, Frank. Oder drüben in der Toilette.“

Er deutete in die dunkle Nische an der Rezeption, wo die schief in den Angeln hängende Tür eines Westernsaloons zu erkennen war.

„Sie wissen wohl nicht, dass ich nikotinsüchtig bin, Bertrand? Nach zwanzig Minuten ohne Zigarillo zittern mir die Knie … dann dresch ich auf jeden ein, der mir zu nahe kommt.“

„Beste Gelegenheit, um sich’s abzugewöhnen“, feixte er.

Meine Drohung ließ ihn aufblühen wie eine lange nicht gegossene Topfpflanze. Wenn es zwei Dinge gibt, die diese alten Halunken wieder zum Leben erwecken, dann ist eines davon – neben ihrem Sinn für politische Zoten – die Aussicht, eins aufs Maul zu bekommen. Selbst auf die Gefahr hin, dass es nur eine nicht ganz ernst gemeinte Drohung war.

„He, Frank, hat Sie der Schlag im Stehen getroffen? Sie wirken ja ganz abwesend …“

„Riecht nach feuchten Aufnehmern, finden Sie nicht?“

„Bloß die Wandverkleidung“, winkte er ab. „Wenn Sie nach ein paar Wochen wieder zurück sind, wird’s Ihnen so vorkommen, als seien Sie hier zu Hause.“

„Klingt ja, als wenn Sie geradezu süchtig danach wären?“

„Ja, macht süchtig“, bestätigte er. „Fast wie unser Job. Ich will Ihnen was flüstern, Frank. Asch hat den Laden hier angemietet, um was ganz Großes in Szene zu setzen. Das dickste Ding seit Kaisers Geburtstag und den Zeiten des Kalten Krieges. Sie werden staunen!“

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