Peter Schmidt - Das Veteranentreffen

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In einem abgelegenen Berliner Hotel treffen sich Geheimdienstveteranen, ausgemusterte Agenten verschiedener Dienste, eingeladen von Asch, einem ehemaligen Geheimdienst-As. Alle munkeln, dass Asch eine große Sache vorhabe, aber niemand weiß etwas Genaues. Asch will seine ehemaligen Kollegen dazu bringen, einen geheimen Veteranenclub zu gründen. Sie sollen ihr Wissen, ihre alten Kenntnisse und Beziehungen in die Waagschale werfen, um durch gezielte Informationen Politik machen. Mit viel Enthusiasmus entwirft Asch das Bild einer friedlichen Welt. Frank Sander, auch ein alter Profi, hält das alles für Spinnerei. Er vermutet, dass hinter der Sache etwas anderes stecken muss. Ein Mordanschlag auf ihn bestätigt seinen Verdacht …

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Er war immer das gewesen, was man einen ‚sturen Knochen’ nannte. Ohne jede Regung für irgendjemanden (nicht mal für sich selbst), wenn man davon absah, dass wohl genau das irgendwo in seinem Innern eine verborgene Saite zum Klingen brachte. Ziemlich laut zum Klingen sogar, denn diese Art von Vergnügen schien sich nach all den Jahren noch um keinen Deut abgenutzt zu haben.

Als ich zwei karierte Krawatten und eine warm gefütterte Flanellweste gegen den Wind in den Bergen in meine Reisetasche geworfen hatte, läutete das Telefon, und eine Stimme, die so verstellt klang wie der Wolf im Märchen, sagte beschwörend:

„Bleiben Sie im Zentrum, Sander. Der Ort in den Bergen war nur ein Ablenkungsmanöver für unsere Gegner. Studieren Sie die Nachricht in Ihrem Briefkasten. Innenseite Umschlag …“

„Was soll das Versteckspiel, Asch?“, fragte ich. „Warum, zum Teufel, machen Sie so ein …?“

Er warf krachend den Hörer in die Gabel. Humor war noch nie sein Fall gewesen. Jedenfalls nicht in eigener Sache. Bei so viel Verbissenheit hätte sich ein anderer längst mit aufgebrochenen Magengeschwüren herumgeplagt.

Nicht so Asch: Sein Organismus bestand hauptsächlich aus Sendungsbewusstsein .

Ich glaube, jede einzelne Zelle war so durchtränkt davon, dass sie gar keine Gelegenheit hatte, an irgendwelche Fehlsteuerungen zu denken. Krebs oder Entzündung wäre ihr als lächerliches Ablenkungsmanöver vorgekommen.

Erstaunlich viel Anachronismus in einer Zeit, die politisch nur so von Verbindlichkeiten und guten Absichten strotzt, hätte man meinen können.

Russen und Amerikaner umarmten einander wie wieder gefundene Brüder. Die Dienste verbrachten ihre Tage damit, kompromittierende Akten aus dem Kalten Krieg zu vernichten und Bestandsaufnahme zu machen. Selbst ausgefuchste Geheimdienstler waren zu besseren Lagerverwaltern degradiert worden.

Wie viele Raketen Ost gegen Bomber West? Welche Konzessionen in Mittelamerika gegen einen schnellen Abzug aus Afghanistan? Man musste sich nach anderen Objekten der Begierde umsehen, wenn man nicht eines bösen Tages mit der unangenehmen Selbsterkenntnis konfrontiert werden wollte, dass man über Nacht zum Kreide fressenden Wolf geworden war.

Asch bewältigte das alles auf seine Weise. Ich erinnere mich, dass wir – noch vor den großen Veränderungen in der DDR – bei einem feuchtfröhlichen Zug durch Westberliner Kneipen versehentlich auf dem Ostberliner Bahnhof Friedrichstraße gelandet waren.

Die Bahn unterquert nach der U-Bahnstation Kochstraße den Ostsektor, um erst im Norden bei Wedding wieder West-Berlin zu erreichen. Asch war zwar in Berlin zu Hause, aber irgendwann kurz vor Mitternacht setzte sein logistischer Verstand aus.

Bis dahin hatten wir das Revier nach Planquadraten abgegrast. Er ließ seine Taschenflasche zwischen ein paar tätowierten Süffeln kreisen, die am Halleschen Tor zugestiegen waren, und so vergaßen wir einfach, auf die Bahnsteignamen zu achten.

Also stiegen wir an der nächsten Station aus, dem einzigen Zwischenbahnhof auf Ostberliner Gebiet, und befanden uns plötzlich im Niemandsland vor der ostdeutschen Grenzabfertigung.

Drei Vopos standen in militärisch strammer Haltung auf dem unterirdischen Bahnsteig, als hätte ihnen ein wohlmeinender Schaffner noch schnell per Funk unsere Ankunft avisiert. Asch zog mich zur Treppe, wo sich hinter einem Tunnelgang die Pass- und Zollstelle befand. Aber der ältere der Vopos, vielleicht ihr Vorgesetzter, rief uns auf gut sächsisch nach:

„Darf ich die Herren fragen, was Sie um diese späte Stunde noch im Ostsektor wollen? Tagesvisa gelten nur bis Mitternacht.“

Dabei legte er diskret die rechte Hand ans Koppel, sein Gesicht war plattnasig und leicht slawisch: also genauso, wie man sich den Feind im Osten vorstellt.

Asch machte sofort auf dem Absatz kehrt, umarmte ihn und sagte mit überschwänglichem Tonfall:

„Inspekteure der Gegenseite im eigenen Lager. Ordenbehängte Haudegen beider Seiten schütteln sich beim gemeinsamen Manöver die Hand, Freunde – welche Grenzen können uns jetzt noch trennen?“

Da war er aber an den Falschen geraten!

Sie hatten hier unten die Polizeigewalt, gar keine Frage, auch wenn der Bahnsteig vor der eigentlichen Abfertigung lag. Wir wurden nach allen Regeln der Kunst gefilzt, und zwanzig Minuten später verfrachtete man uns in den nächsten U-Bahnzug Richtung Westsektor.

Asch verlangte den Regierenden Bürgermeister zu sprechen.

Er wollte sein Recht auf freien Zugang zum Bahnsteig.

Ich hatte Mühe, ihn von den automatisch schließenden Türen zurückzureißen.

In dieser Nacht vertraute er mir an, dass es für ihn keine größere Aufgabe gebe, als die begonnene Friedensmission fortzusetzen.

„Die Welt dürstet nach Verständigung, nach moralischer Erneuerung, Frank. Das ist es, was wir gegen die Erinnerung an den Kalten Krieg setzen: Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit . Genosse Gorbatschow drüben im alten Moskau hat uns schließlich das Stichwort geliefert: Glasnost – Transparenz … auch in den Diensten.

Und was könnten die drüben besser, was wir nicht schon längst können, Frank?“

In jener Nacht, im polternden U-Bahnzug, ahnte ich noch nicht, wie ernst er es damit meinte.

2

Also ging ich hinunter an den Briefkasten und sah mir seinen Umschlag an.

Drinnen steckte ein Farbprospekt für Miederwaren: füllige Blondinen, denen es gelungen war, ihre Übergrößen in altmodische hautfarbene Verpackungen zu stopfen. Nicht dieses modische moderne Zeug, mit dem man versucht, Erotik und Orthopädie unter einen Hut zu bringen.

Das Ding hätte mich sicher bei meiner Zimmerwirtin endgültig kompromittiert, wäre da noch viel zu verderben gewesen.

Aschs typische Art von Humor! Nie über sich selbst, sondern immer auf Kosten anderer. Ich sah ihn förmlich vor mir, hörte ihn meckernd in sich hineinlachen. Die lange, hölzerne Nase eines ausgeprägten Leptosomen, seine vorgebeugte, krumme Valentingestalt.

Keiner, der ihn so kannte, hätte ihm jemals die Leitung des Ressorts ‚ Überseeaufklärung ’ zugetraut.

Ich steckte Aschs Miederwarenprospekt in den Briefkasten des Junggesellen, der die Wohnung über mir bewohnte und mich manchmal um Mitternacht mit einer seltsamen Mischung aus Beethovens Klavierkonzerten und dem Geruch gegrillter Schweinshaxen heimsuchte; dann riss ich die Innenseite des Umschlags auf und versuchte Aschs winzige Bleistiftschrift auf dem Futter am Klebefalz zu entziffern.

Man musste schon gute Augen haben und nicht gerade Legastheniker sein, um aus seinen Abkürzungen schlau zu werden …

Bertrand nimmt Sie in Empfang, Doktor. Sie wissen ja, der gute alte Bertrand …. immer noch nicht darüber hinweg, dass er die Berliner Sektion verloren hat. Das Hotel liegt hinter dem Murellenberg. Ausschilderung ‚Waldhof’ folgen. Ziemlich abgelegener alter Kasten, also genau richtig für unsere Zwecke. Wir haben den hinteren Sitzungssaal angemietet. Spart den meisten von uns auch den Flug in die Republik. Nehmen Sie die S-Bahn bis Pichelsberg, falls Sie ohne Wagen kommen. Rechts von der Havelchaussee der Waldweg …

P.S.: Machen Sie sich drauf gefasst, dass Sie die ganze alte Truppe wiedersehen!

Ich seufzte. Aber nicht, weil ich nach West-Berlin fliegen sollte, von München aus in die Berge wäre es mit dem Wagen nur ein Katzen-Sprung gewesen. Sondern weil ich Aschs ‚alte Kästen’ kannte.

Er liebte den Verfall. Totes Material in jeder Form. Vielleicht war er sogar nekrophil veranlagt, aber darüber ließ er sich nie aus. Keine Mauer konnte ihm windschief genug sein. Knarrende Fußböden und Fenster rissen ihn zu kleinen Begeisterungsschreien hin. Mir standen ein paar Nächte mit tröpfelnden Wasserhähnen und rumpelnden Fahrstühlen bevor.

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