1 ...6 7 8 10 11 12 ...16 Er nahm seinen Totschläger in die Hand und schüttelte seine Hand nach unten, mit einem metallischen Scheppern fuhr der Teleskop Totschläger aus. Genüsslich schwang er ihn von links nach rechts in seinen Händen, dann hob er seine Hand und schlug mit einem heftigen Ruck nach unten. Die Stahlkugel des Totschlägers traf den Kopf seines Vaters. Immer wieder prasselten erneute Schläge auf seinen Kopf. Nicht der geringste Laut drang aus dem Mund seines Vaters. Unerbittlich schlug er immer wieder auf ihn ein, bis der Schädel gespalten war und auseinanderplatzte. Lediglich der Körper zuckte hefig, als die Nerven ein letztes Mal ihre Arbeit verrichteten. Das gesamte Bett war eine Blutlache, von Schädelstücken und Gehirnmasse verschmiert. Seine Mutter schlief immer noch, ihr hatte er vor dem Schlafengehen einige Schlaftabletten in ihren Drink gemixt. Sie hatte sich genüsslich auf die Seite gelegt, für sie war es eine Wohltat, dass er mal nicht schnarchte. Ray umkreiste das Ehebett, seine Mutter war ebenfalls von Blutspritzern besudelt. Als er sie erreichte und mit einem Ruck auf den Rücken drehte,
öffnete sie prompt die Augen und erkannte ihren Sohn.
>> Was ist los mein Schatz, wie spät ist es? <<
>> Zu spät für dich Mutter! <<
Ray hatte bereits das große Jagdmesser in der Hand. Im Licht des Radioweckers glitzerte die Klinge wie ein Schmuckstück. Dann zog er es kräftig an dem Hals seiner Mutter durch. Die Wunde klaffte auseinander und Blut sprudelte im hohen Bogen aus der tiefen Wunde. Seine Mutter riss fassungslos ihre Augen auf und schaute ihren Sohn an, der wie ein Unschuldslamm da stand und ihr zulächelte. Es dauerte nicht lange, dann schlossen sich ihre Augen, der große Blutverlust hatte zu einem schnellen Ende geführt. Ray verließ das Schlafzimmer und ging ins Bad, stellte sich unter die Dusche, wechselte seine Sachen und ging danach gelassen in die Garage. Er stieg in das Auto seines Vaters und fuhr mit quietschenden Reifen los. Er hatte es schon öfters heimlich aus der Garage genommen. Er war nachts häufig auf so mancher Spritztour unterwegs. An einem kleinen Fluss hielt er an, kurbelte die Scheibe herunter und warf das Messer und den Totschläger in das dunkle Wasser. Eine kurze Zeit lang, sah er den Kreisen auf der Wasseroberfläche hinterher, startete aber dann den Motor um zurück zum Haus seiner Eltern zu fahren. Dort angekommen nahm er einige Benzinkanister aus der Garage, übergoss seine Eltern mit Benzin und kippte in jedem der Zimmer etwas von dem Brennstoff aus. Dann warf er ein brennendes Streichholz in das Haus und setzte sich in aller Ruhe in den Garten. Er wartete bis die Rettungskräfte eintrafen und beobachtete die Löscharbeiten der Feuerwehr. Die Polizei glaubte dem Jungen, der Lügendetektor konnte ihm nichts anhaben. Er wurde daher nicht mit dem Mord an seinen Eltern und dem Feuer in Verbindung gebracht. Ray landete also nicht im Gefängnis, sondern wurde lediglich in das städtische Waisenhaus gebracht, aus dem er ein halbes Jahr später zu Mr. Sulivan kam. Bob Davis war das ausgesprochene Gegenteil, er war eher etwas zurückgeblieben, was seinen Verstand anging, aber seine körperliche Statur und seine Kraft waren enorm. Weil er immer knapp bei Kasse war, hielt er sich schon in der Schulzeit mit Faustkämpfen gegen ältere Schüler über Wasser.
Er war ein skrupelloser Schläger, den einige damals schon als Bodyguard anheuerten. Erst als seine Eltern bei einem Verkehrsunfall starben und er in ein Waisenhaus kam, wurde er ruhiger. Mr. Sulivan wusste, was in ihm steckte, als er ihn aus dem Heim holte. Seit dem Tag war seine Berufung klar, Bodyguard seines Chefs.
9.00 Uhr. Das Wesen, was einmal Samuel Miller gewesen war, hockte noch immer auf dem Holzbalken des Holzlagers der Tischlerei und lauschte nach Geräuschen. Die lange Zeit, in der es eingesperrt war, hatte seine Sinne geschärft, sodass ihm nicht das Geringste entging. Frei endlich frei dachte das so schrecklich anzuschauende Wesen, das aus einer anderen Welt zu kommen schien. Dann setzte es sich in Bewegung in Richtung Lastenaufzug, es wollte an die frische Luft, endlich die Sonne und den Himmel sehen. Der hydraulische Aufzug war genau wie alles andere ausgeschaltet. Um nach oben zu kommen benutzte es die Notklappe, die sich in der Mitte des Aufzuges befand und drückte sie hoch. Für das Wesen war es ein leichtes die Seile hinauf zu klettern. Nur Sekunden später kam es im Erdgeschoss des Gebäudes an. Die Tür ging auf und Samuel Miller, oder das was von ihm übrig geblieben war, setzte das erste Mal seit Jahren einen Fuß ans Tageslicht. Sein verstümmelter Mund verzog sich zu einer Art lächeln. Seine scharfen Zähne schauten zwischen den abgerissenen Lippen hindurch und es genoss tatsächlich die ersten Sonnenstrahlen, die seit ewiger Zeit auf seinen Körper trafen. Seine Augen brannten wie Feuer, die Helligkeit des Tageslichts bereitete ihm starke Schmerzen, die Jahre in der Dunkelheit hatten es fast blind werden lassen. Plötzlich stockte es. Am Ende des Grundstückes erkannten seine Augen etwas, langsam konnte er wieder scharfe Konturen wahrnehmen. Zwei Frauen saßen am Rand des Abgrundes und rauchten.
Es lachte, meine ersten Opfer, dachte es und näherte sich unerkannt den beiden. Völlig unerwartet wurde der Sand unter ihnen regelrecht weggerissen, wie ein Teppich der schnell unter den Füßen weggezogen wird. Joana und Susan wollten weglaufen, aber sie kamen nicht vorwärts. Der Abhang kam immer dichter und schien die Zwei förmlich anzusaugen. Die Frauen schrien, da rutschte Joana plötzlich aus und stürzte über die Kante der Klippe. Wie eine Puppe fiel sie herab, ihr Körper hatte überhaupt kein Halt mehr und ihr rotes Kleid flatterte im Wind. Dann schlug sie das erste Mal an die Felsen. Blut spritzte aus ihren Wunden und ihr schreien verstummte. Immer wieder schlug ihr Körper hart gegen die Wände der Berge. Teile ihres Körpers blieben an den Felsen hängen und hinterließen überall eine rote Masse.
Irgendwann blieb sie auf einem Felsvorsprung regungslos liegen. Ihr Körper war total zerfetzt. Die junge Frau zu identifizieren war fast unmöglich, so entstellt war sie. Man konnte nicht einmal genau erkennen, ob der Fleischklumpen der hier unten lag, einmal ein Mensch gewesen war. Susan hatte mitbekommen, was passiert war, konnte aber nicht viel erkennen, weil der Berg viel zu steil war. Sie kämpfte außerdem immer noch mit dem Boden, der unter ihren Füßen verschwand. Sie robbte auf allen vieren in Richtung Gebäude, der Abhang hinter ihr. Ihre Finger vergruben sich tief im Sandboden und versuchten verzweifelt vorwärts zu kommen. Ihre Fingernägel waren auf der Hälfte des Nagelbettes abgebrochen, jedes Mal wenn sie die Hände umsetzte, blieben Blutflecken im Sand zurück. Die Schmerzen, die der schmutzige Sand an ihren wunden Fingern anrichtete, spürte sie vor Panik nicht. Dann plötzlich zog etwas an ihren Beinen, es griff energisch zu und hatte eine gewaltige Kraft. Wie ein Spielzeug wurde Susan nach hinten geschleudert. Ihre Hände vermochten es nicht mehr sie am Boden zu halten und rissen aus der trockenen Erde. Susan fiel über die Klippe, schaute nach unten und sah eine endlose Tiefe vor sich. Dann drehte sie der Wind um und sie konnte im Fallen nach oben schauen. An der Bergkante sah sie etwas, ein Wesen, schrecklich anzusehen. Dann schlug sie rückwärts auf. Die Felsen bohrten sich durch ihren Rücken und ließen ihn förmlich explodieren. Ihr Körper zerfetzte, als Letztes platzte ihr Kopf wie eine Seifenblase. Susan spürte von all dem nichts mehr, sie war sofort tot. Das Wesen stand derweil mit leuchtend roten Augen auf der Bergkante und lachte höllisch. Die ersten zwei, dachte es und verschwand. Krähen hatten die Kadaver oder viel mehr die Reste der zwei Frauen sofort erspäht und stürzten sich auf die Fleischklumpen. Heftig stritten sie sich darum. Übrig blieben nach ihrem Festmahl nur einige Knochen und Fetzen von dem Stoff der Kleidung beider Frauen, die der starke Wind in alle Himmelsrichtungen verwehte.
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