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9.08 Uhr. Die meisten der Mitarbeiter, die die Inventur durchführen mussten, machten gerade eine Pause.
Frühstück war angesagt. Rick hatte nichts dagegen, dass die Leute im Diner Route 66 in der Mall saßen und aßen.
Mr. Sulivan hatte den Mitarbeitern die Erlaubnis erteilt, das Diner als Pausenraum zu nutzen. Das Joana und Susan nicht da waren, bemerkte keiner. Die beiden waren sowieso immer schon Außenseiter gewesen und hatten sich nie an den Aktivitäten der anderen beteiligt. Sie waren mit Sicherheit noch in der ersten Etage im Kosmetikladen und arbeiteten. Steve und Clare hingegen saßen an einem Zweiertisch und himmelten sich an.
>> Schatz, wie ist es bei dir in der Tischlerei? <<
>> Frag lieber nicht meine Süße, Rick und die anderen Spinner haben mir Böse mitgespielt. <<
>> Was war denn los Steve? >>
>> Ach, lass gut sein mein Engel, sonst rege ich mich nur wieder auf, sag mir lieber ob bei dir alles in Ordnung ist? <<
>> Na klar, kennst mich doch, die Arbeit macht mir nichts aus, solange wir uns ab und zu sehen können. <<
>> Das freut mich, schade das die Pause gleich vorbei ist, wir sehen uns dann heute Mittag wieder. <<
Kurze Zeit später dröhnte die Sprechanlage, Rick ließ es sich nicht nehmen persönlich das Ende der Pause anzukündigen.
>> An die Arbeit ihr faulen Hunde. <<
Mit teils erhobenen Mittelfingern standen alle auf, um wieder ihrer Arbeit in den Geschäften nach zu gehen.
Clare und Steve küssten sich zum Abschied noch einmal und gingen wie all die anderen ihrer Beschäftigung nach.
Die Mall, die in den Bergen lag ließ sich nur durch einen Weg erreichen. Die Straße konnte bereits an ihrer Entstehung unten in dem kleinen Ort mit einer Schranke abgesperrt werden. Kein schaulustiger Besucher konnte so an den Tagen, an dem die Mall geschlossen war, zu ihr fahren. Sonst führte die gut ausgebaute Asphaltstraße, die sich durch die steil ansteigenden Berge schlängelte, die Besucher bis auf einen riesigen Parkplatz direkt vor der Mall. Einige Tausend Autos hatten hier Platz. Viele einkaufsfreudige Menschen aus umliegenden Städten erschienen speziell hier, um das einmalige Ambiente der Mall in den Bergen zu genießen.
Der Eingang war recht einfach gebaut, zwei Steinsäulen und einige Felsen zierten die breite Tür. Es gab nur wenige Glasscheiben, die einen direkten Blick in das Innere des Einkauftempels zuließen. Die gesamte Mall war mit steingrauen Metallpaten verkleidet, an der etliche Werbetafeln verschiedenster Geschäfte angebracht waren. Bis auf die beiden, je etwa 50 Meter hohen alten Fabrikschornsteine sah alles wie bei einem Neubau aus. Ein Einziger zu Weg, der wiederum mit einer Schranke und hohen Zäunen abgesperrt war, diente den Zulieferer und täglichen Transporten. Sie alle lieferten hier die unterschiedlichsten Waren an.
Kein Besucher konnte so an die gefährlichen Steilwände der Berge gelangen die einige Hundert Meter in die Tiefe führten. Beim Durchschreiten des Haupteinganges wiederum stockte vielen Besuchern der Atem. Ein riesiger Brunnen mit einem gewaltigen Wasserfall, der einige Meter in die Tiefe stürzte, zierte den Eingangsbereich. Verschiedenste Wasserpflanzen, etliche verschiedene Licht und Toneffekte machten den Besuch in der Mall allein schon zu einem atemberaubenden Erlebnis. Links und rechts neben dem Brunnen waren fünf unterschiedliche Restaurants und Fast Food Läden untergebracht, beim ersten Verschnaufen konnte man hier neuerliche Kraft tanken. Die Flure der Mall waren aus fast weißem Granit und die Rahmen und Geländer an den Schaufenstern der Geschäfte aus glitzerndem Chrom, hoch poliert. Im vorderen und hinteren Bereich des Einkaufsparadieses waren jeweils Rolltreppen installiert. Neben dem Kellerbereich, der zum größten Teil der Tischlerei vorbehalten war, gab es noch das Erd- und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss hatte jedes der Geschäfte seinen eigenen Lagerraum, in dem die Neuware und Sachen die nicht mehr in die Shops gingen, aufbewahrt wurden. Der eigentliche Clou jedoch war die große Sonnenterrasse im ersten Stock der Mall. Beim Durchschreiten des Flures konnte man nach links auf eine Art Terrasse gehen. Hier befanden sich ebenfalls einige der verschiedensten Restaurants, die für das leibliche Wohl der Gäste sorgen sollten. Ein Kinderspielplatz fehlte natürlich auch nicht, so konnten die Eltern der kleinen Besucher den fantastischen Ausblick in die Berge voll und ganz genießen und dabei ihre Tasse Kaffee trinken. Als Begrenzung der Terrasse waren durchsichtige Plexiglasplatten verbaut worden, an die manche Besucher nur ängstlich herantraten. Unter der Terrasse war noch das Gartencenter eines Baumarktes untergebracht. Durch eine Treppe nach unten konnte er direkt erreicht werden. Die gesamte Mall war mit Prunk nur so überschüttet, der Besuch hätte sich allein ohne die Geschäfte schon gelohnt. In dem Einkaufszentrum gab es fast 60 Geschäfte der unterschiedlichsten Art, vom Sportgeschäft bis zum Laden mit Übergrößen. Für jeden war etwas dabei. Mr. Sulivan gehörte das komplette Einkaufszentrum mit allen Läden, es gab keine vermieteten Ladenflächen. Alles was verkauft und eingenommen wurde gehörte ihm. Nach Ladenschluss wurden alle Einnahmen in einen großen Tresorraum untergebracht, der mit einer meterdicken Stahltür verschlossen war. Die Kombination kannte nur er allein.
Auch die Abrechnung machte Mr. Sulivan selbst, so konnte er genau die Summe abschöpfen, die er brauchte, um die Unkosten zu bezahlen und die Einstecken die er für sich wollte. Und genau dieser Umstand hatte ihm die Inventur eingebrockt.
Mr. Sulivan genoss die morgendliche Sonne in seinem Garten, heute und morgen brauchte er nicht zu arbeiten.
Die Mall war geschlossen und seine Mitarbeiter machten ihren Job, Rick würde dafür sorgen dass nichts schief geht, das wusste er. Er hatte eine große Villa, die genau wie sein Einkaufszentrum mit viel schnick Schnack überhäuft war. Sein Haus lag im Ort und hatte einen direkten Blick auf die Berge, sogar die beiden Fabrikschornsteine konnte er von seinem großen Pool aus sehen. Verheiratet war er nicht, zwei Ehen waren in die Brüche gegangen oder vielmehr hatte er sie aufgelöst. Als er 21 Jahre alt war, heiratete er damals vorschnell eine 10 Jahre ältere Tänzerin. Sie hatte ihm damals alle Dinge beigebracht, die man beim Sex so erleben konnte und hatte sich Hals über Kopf in sie verliebt. Leider hatte sie aber auch andere Vorlieben mit anderen Männern und Frauen, die er nicht teilen mochte. Er ließ sich nur ein Jahr später Scheiden und brauchte lange um darüber hinwegzukommen. Ca. 8 Jahre später war der mittlerweile erfolgreiche Geschäftsmann in New York unterwegs und traf seine Ex Frau im Schlepptau von zwei Männern. Trotz ihres Alters sah sie noch immer recht gut und knackig aus. Er folgte ihr und wartete bis die beiden Kerle ihr Appartement verließen. Er konnte durch die Gardinen genau erkennen, was sie mit den beiden Männern anstellte. Ihn ihm keimte wieder das Gefühl auf was ihn vor Jahren in eine tiefe Depression hatte fallen lassen. Irgendwann gingen die Männer und er klingelte.
>> Was wollt ihr denn noch, habt ihr noch nicht genug? Ich bin schon fast wund. <<
>> Ich bin es Sulivan. <<
>> Welcher Sulivan zum Teufel? <<
>> Mach endlich auf. <<
Sie öffnete die Tür und starte Sulivan mit offenem Mund an.
>> Was machst du denn hier? <<
>> Ich bin rein zufällig hier mein Schatz! <<
Dann stürmte er unvermittelt auf sie zu, griff sie und legte ihr ein dünnes Metallseil, das er immer in seiner Tasche hatte, um ihren Hals. Er zog unerbittlich zu, so fest, dass das dünne Stahlseil tief in ihre Haut einschnitt. Es war nur ein leises Gemurmel zu verstehen, als sie plötzlich kraftlos zusammensackte. Sie war tot, er hatte sie erdrosselt. Sulivan war zufrieden. Jetzt brauchte er nicht mehr über sie nachzudenken. Er wischte seine Fingerabdrücke weg und ging leise. Die beiden Männer, die vorher bei ihr gewesen waren, wurden verhaftet und wegen Mordes zu Tode verurteilt. Das Urteil wurde 5 Jahre später vollsteckt. Vor etwa 7 Jahren war er mit Mary Robins verheiratet gewesen, einer jungen Frau die er bei einem Urlaub in Hawaii kennengelernt hatte. Sie war fast 12 Jahre jünger als er und gefiel ihm auf Anhieb. Er brachte sie mit aufs Festland und heiratete sie zwei Monate später. Mary war die perfekte Frau für ihn, jedenfalls was ihr Aussehen anging. Sie hatte lange blonde leicht gelockte Engelshaare und blaue leuchtende Augen, die glänzten wie kleine Saphire. Ihr braun gebrannter Körper war tadellos, sie hatte einen großen festen Busen, einen knackigen Hintern, sehr lange schlanke Beine und süße Füße, alles in allem ein Traum.
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