C.D. Gerion - Die Freisprechung

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Unfreiwilliger Held dieses literarischen Abenteuerromans ist ein welterfahrener, wenn auch zuweilen etwas argloser Diplomat im Ruhestand. Beim zunächst harmlosen Versuch, für sich persönlich zu klären, was letztlich dran ist an den Lehren der großen Weltreligionen, gelangt er zu alarmierenden Erkenntnissen. Als er diese in Buchform zu verbreiten versucht, stößt er auf heftigen Widerstand und gerät in einen Strudel immer gewagterer Abenteuer hinein.
Dabei stehen ihm bis zum überraschenden Höhepunkt seine mitten im Leben stehende Ehefrau und ein mit allen Wassern gewaschener Investigativjournalist bei.
Der Roman entführt den Leser an eine Vielzahl exotischer Schauplätze, von einer entlegenen Atlantikinsel bis zu Chinas heiligen Bergen, aus den Tiefen der Katakomben von Rom bis in die Höhen der peruanischen Anden, und
bietet dabei auch noch spannende Einblicke in die diskrete Welt internationaler Politik und Diplomatie.
Ein in jeder Hinsicht fesselndes Leseerlebnis, das dazu noch völlig neue Perspektiven eröffnet – bis hin zu der im furiosen Finale aufscheinenden Utopie einer Welt, die ihr Heil jenseits überkommener Glaubensvorstellungen findet.

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Nein, es ist wirklich nicht einfach, Martina zu beeindrucken.

„Mein Gott. Ich weiß ja, dass du in einem Pfarrhaus großgeworden bist. Aber viel mehr als gelegentlich einen Witz über den Papst oder dein nachsichtiges Lächeln über mein gelegentliches Bedürfnis, zu beten, hast du für das Thema doch schon lange nicht mehr übriggehabt. Und jetzt gleich ein ganzes Buch?“

Das konnte ich so natürlich nicht stehen lassen.

"Weißt du nicht mehr, wie du, wenn wir meine Eltern besucht haben, oft zu meiner Mutter in die Küche oder raus in den Garten geflüchtet bist, weil ich mal wieder einen dieser Dispute über Gott und die Welt mit meinem Vater hatte?“

„Allerdings! Wobei mich übrigens immer gewundert hat, dass der sich auf solche Diskussionen überhaupt eingelassen hat. Sowas wäre in meinem gutkatholischen Elternhaus gar nicht möglich gewesen.“

„Nur deshalb habe ich mir ja auch ein Interesse und sogar eine gewisse Grundsympathie für das Religiöse bewahrt. Zumindest für die Suche nach Sinn und das Bestreben der Gläubigen, Gutes zu tun. Zum Beispiel schon auf unserem ersten Auslandsposten, der Besuch im Bahai-Tempel in Chicago, den ich extra ins Programm einer meiner ersten Delegationen gedrückt habe, weil mich das persönlich so interessiert hat.“

„Wenn ich mich richtig erinnere, bist du da mit einer Delegation der Deutschen Bischofskonferenz hin. Ich jedenfalls bin da gar nicht dabei gewesen.“

„OK, kann sein, aber an diesen Gottesdienst bei den Pfingstlern erinnerst du dich wohl noch. Wo wir dachten, wir wären im Irrenhaus gelandet. Und in unserer Zeit in Japan...“

„Ach, jetzt kommst du mit deinen Zen-Abenteuern. Darf ich dich daran erinnern, dass du da sogar manche unserer seltenen freien Wochenenden geopfert hast, um in diesem obskuren Tempel zu meditieren. Auch so ein Ego-Trip auf meine Kosten.“

„Das war kein obskurer Tempel. Das war ein Zendo der ehrenwerten Laien-Zen-Vereinigung der ‚Drei Schätze‘. Und immerhin hat mir Professor Nakagawa, wie du dich sicher erinnerst, am Ende sogar Zugang zu einem Sesshin im berühmten Daitokuji in Kyoto verschafft!“

„Ich erinnere mich eher daran, wie du nach dieser Woche mit einer fetten Erkältung zurückkamst, weil die Zen-Halle natürlich nicht geheizt war. Im Dezember! Außerdem wollte der alte Nakagawa ja bloß, dass du ihm hilfst, an die schicken DAAD-Stipendien in Deutschland für seine Philosophie-Doktoranden heranzukommen.“

„Du kannst doch einem ehrwürdigen Zen-Meister nicht solche niederen Beweggründe unterstellen. Und was die Erkältung betrifft: Wenn mir in den letzten zwei Tagen dieser Woche intensivster Meditation nicht schon so der Schädel gebrummt und die Nase getrieft hätte, dass ich mich kaum noch konzentrieren konnte, wäre ich jetzt vielleicht schon voll erleuchtet.“

„Ja, ja. Wahrscheinlich genauso erleuchtet, wie nach diesen ehrenwerten originaldeutschen Bierfesten, die der Abt des noch viel ehrwürdigeren Daianji-Tempels in Nara immer so gerne veranstaltet hat...“

Mein Versuch, Martina vom alles überragenden Sinn und Wert meines Buchprojekts zu überzeugen, indem ich auf ihren ironischen Ton eingegangen war, hatte offenbar nichts gebracht. Der Kompromiss, auf den es am Ende hinauslief: Nicht mehr als zwei Stunden am Schreibtisch pro Tag. Allerhöchstens drei. Und mindestens zwei Tage in der Woche gemeinsame Freizeitgestaltung. Und vorher musste sowieso erst der Keller aufgeräumt sein, damit endlich all das Umzugsgut, das wir nun beim besten Willen nicht mehr unterbringen konnten, aus der Wohnung kam. Immerhin scheint sie dann doch ein schlechtes Gewissen bekommen zu haben. Ein paar Wochen später teilte sie mir so nebenbei mit, sie wolle mich schon mal vorwarnen, obwohl es ja eigentlich eine Überraschung sein sollte. Sie hätte zu meinem Geburtstag eine kleine Kreuzfahrt für uns beide gebucht. Hurtigruten. Ende Juni eine Woche durch die norwegischen Fjorde! Schon mal als Vorgeschmack auf unsere Luxus-Weltumrundung, sobald ich die erste Million mit meinem großen Werk verdient hätte. In drei Wochen könne ich ja wohl fertig sein mit meinem Buch. „Oder brauchst du etwa noch länger, um Gott endgültig abzuschaffen?“

Inzwischen war ich ohnehin deutlich schneller vorangekommen, als gedacht. Was auch daran lag, dass ich es ausgesprochen spannend fand, wie all die religiösen Glaubenswahrheiten und Mysterien ebenso wie die Behauptungen über Nutzen und segensreiche Wirkung der Weltreligionen bei näherem Hinsehen zerbröselten wie vermodertes Holz bei der ersten Berührung durch einen prüfenden Finger. All die aus einstmals vielleicht tragfähigen Balken errichteten Glaubensgebäude waren inzwischen offenkundig akut einsturzgefährdet. Dieses Ergebnis hat mich in seiner Eindeutigkeit am Ende sogar selbst überrascht. Was als eine Art Ruhestandshobby begonnen hatte, war so unversehens zu einem Akt der Befreiung geworden. Ja, ich hatte mich freigeschrieben von all dem religiösen Ballast, den ich seit meiner Kindheit mit mir herumgetragen hatte. Es fühlte sich an, als wäre ich auf einmal endgültig erwachsen geworden.

Dank Martinas Zugeständnis, ab sofort so viele Überstunden zu machen, wie ich wollte, war die Rohfassung des Buches tatsächlich so weit fertig, dass ich die rund dreihundert Seiten einpacken konnte, um ihr den Text auf dem Schiff zu lesen zu geben. Ich war echt gespannt, wie sie reagieren würde.

Auf dem falschen Dampfer

„Ist das hier ein Altersheim, oder was?“

Wir hatten nur schnell unser Gepäck auf das Doppelbett in der Kabine (ohne Außenbalkon, aber immerhin mit einem Bullaugenfenster) geworfen, Martina hatte, wendig, wie sie nun mal ist, schnell noch die Toilettensachen aus der Reisetasche ins Bad geräumt, und jetzt standen wir an der Reling. Mal sehen, was da sonst noch so alles an Bord kam.

„Hast du vergessen, wie alt du selber morgen wirst? Außerdem ist es ausgesprochen stillos, an einem Geburtstagsgeschenk herumzumäkeln.“

„OK. Trotzdem hatte ich mir eine solche Kreuzfahrt irgendwie flotter vorgestellt.“

„Bist halt ein alter Romantiker...“

Martina hatte ja recht. Hatte mich auch wirklich auf diese Schiffsreise gefreut. Aber irgendwie kam ich mir jetzt trotzdem vor wie auf dem falschen Dampfer. Immerhin stürmte in letzter Minute noch eine größere Gruppe Jugendlicher über die Gangway und verschwand unten im Schiff. Alle mit dem gleichen T-Shirt, ein schwarzer Totenkopf vorne drauf, dem in blutroten Lettern „Abi 2016“ auf der Stirn geschrieben stand. Immerhin würde nun doch noch etwas Leben in die Bude kommen.

Schon am ersten Abend zeigte sich allerdings, dass es den frischgebackenen Abiturienten mehr um die Buddel mit Rum ging, als um die christliche Seefahrt. Oder um tätige Nächstenliebe in ihrer reinsten Form, mit Anfassen und so. Das haben wir aber erst bemerkt, als wir nach dem Dinner (super Fischbuffet!) schon in unserer Koje lagen und plötzlich so ein Stöhnen zu uns herüberdrang. Das wiederholte sich noch mal – und noch mal – und jetzt schon wieder. Mit jedem Mal schien es lauter zu werden. Es war nur allzu offensichtlich, was da in der Kabine neben uns abging. Martina tat erst so, als hörte sie nichts. Schließlich aber ließ sie mein Manuskript mit einem seltsamen Seufzer auf die Bettdecke sinken. Dabei war sie noch nicht mal mit dem ersten Kapitel durch und hatte noch mit keinem Wort zu erkennen gegeben, wie sie es fand. Mit einem Anflug von Bedauern musste ich feststellen, dass Geräusche manchmal offenbar inspirierender sind als gedruckte Worte. Und dass hörte ja auch gar nicht auf nebenan. Ich nahm das Manuskript und legte mich quer über das Bett, um den Stapel auf dem Fußboden abzulegen, damit die losen Seiten nicht durcheinandergerieten. Noch während ich Martinas weichen Körper unter mir spürte, war von nebenan ein leises Lachen und gleich darauf ein so lautes Stöhnen zu hören, als wäre das bei uns mitten im Raum. Da war der Funke bereits übergesprungen. Wie heißt es so schön: Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Gerade, wenn man nicht mehr der Jüngste ist. Inzwischen hatte meine Martina ja auch schon begonnen, sich unter der rutschigen Bettdecke zu räkeln und gab dabei so einen wohligen Laut von sich. Da war es mir dann auch egal, dass die Decke ganz aus der Koje flog und meine Manuskriptseiten bestimmt über den ganzen Boden zerstreute. Wir hatten ja noch sechs Tage, und auf diesem Dampfer würde Martina mir nicht entkommen können. Sie würde die dreihundert Seiten also auf jeden Fall durchbekommen. Selbst wenn das Bordprogramm weiter so anregend bleiben sollte. Seltsamerweise kann ich mich an dieses leise Triumphgefühl noch bestens erinnern. Dabei gab es in dem Moment weiß Gott Aufregenderes zu fühlen. Vielleicht, weil Martina offenbar auch etwas bemerkt hatte.

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