Joana Goede - Schlussakt

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Wer möchte nicht seine richtigen Eltern kennen?
Benvolio, ein siebzehnjähriger Junge, lebt schon lange bei einer Familie, die nicht seine ist. Er empfindet sich selbst als Fremdkörper und möchte nur eins: herausfinden, wer seine richtigen Eltern sind. Dabei kommt er einer unglaublichen Geschichte auf die Spur, die nicht nur aufdeckt, wie er zu seinem außergewöhnlichen Namen gekommen ist.

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Ich hatte mir indessen mehrmals die Frage gestellt, woher die Kätzchen eigentlich kamen. Es war weder eine Karte noch ein Brief bei ihnen gewesen, der es erklärt hätte. Madeleine meinte, dass es so viele Katzen gäbe, dass gewiss jemand eine Möglichkeit gesucht hatte, seine loszuwerden.

Damit gab ich mich zunächst zufrieden. Schließlich war ich froh darüber, dass ich die Drei hatte, denn ein bisschen einsam hatte ich mich schon gefühlt. Aber die Frage beschäftigte mich doch immer wieder.

Fortan schliefen sie in meinem Zimmer. Mal lagen sie im Bett oder eingekuschelt in ein weiches Sofakissen, dann dösten sie auf dem Teppich oder im Kleiderschrank, aber sie waren unzertrennlich, denn ich traf nie eines allein an.

Über diese Aufregung hatte ich meinen Plan, die Familie zu verlassen und mein wirkliches Leben zu finden, zur Seite geschoben. Außerdem hatte ich jetzt Verantwortung für die drei Katzen, die mir immer überallhin im Haus folgten und mit denen ich den ganzen Tag spielte. Das war irgendwie eine völlig neue Art zu leben. Ich fragte mich nicht selten, wie ich es solange ohne Tiere hatte aushalten können. Wie ich schon sagte, ich wurde häuslich.

Nun rückte Silvester näher. Die Straßen waren immer noch mit einer puderigen Schneeschicht bedeckt, nur die Hauptstraßen waren frei, bis auf den grauen Schneematsch, der sich an ihren Rändern auftürmte. Diese hässliche Seite des Winters zeigte sich immer nur hier bei uns, davon war ich überzeugt. Auch der Schnee war nicht gerade toll. Zum Fahrrad fahren, ohne sich in den Kurven unfreiwillig und äußerst schmerzhaft hinzulegen, war es zu viel Schnee, und um einen Schneemann akzeptabler Größe zu bauen, war es definitiv wieder einmal zu wenig. Winter ade, dachte ich jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster sah. Wer wusste denn schon, wie lange wir überhaupt noch Schnee haben würden?

Sylvester verbrachte ich immer auf die gleiche Art und Weise. Ich saß in meinem Zimmer und las oder schrieb etwas, doch um Mitternacht ging ich hinaus auf den Balkon und betrachtete den buntbesprenkelten Himmel, an dem immer neue Farben und Formen entstanden.

Meine Familie besuchte zu Sylvester immer Freunde in einer größeren Stadt, etwa zwei Autostunden entfernt. Dort blieben sie die ganze Nacht, um kamen meistens erst in der Mitte des nächsten Tages wieder.

Seit ich alt genug war, um allein zu bleiben, hatte ich mich geweigert mitzufahren und den Beginn des neuen Jahres mit Menschen zu feiern, die ich nicht mochte. Diese Familie mochte ich deshalb nicht, weil ich alle ihre Mitglieder unglaublich nervig fand. Sie hatten drei kleine Kinder und eines brülle lauter als das andere oder machte auf jede erdenkliche Weise Krach. Das älteste spielte ununterbrochen die zahlreichen Handyklingeltöne ab, da es ein neues Handy zu Weihnachten bekommen hatte (übrigens passierte das jedes Jahr). Das Mittlere schrie die ganze Zeit nach Süßigkeiten und quengelte so lange, bis die Mutter nachgab. Und das Jüngste, das noch so klein war, dass ich ihm nie zugetraut hätte, irgendetwas zu tun, terrorisierte alle anderen, weil es wie angestochen brüllte und nacheinander den ganzen Inhalt seines Bettchens auf den Fußboden warf, so dass der Vater gezwungen war, immer wieder aufzustehen und alles zurückzulegen. Denn wenn das Kind alles hinausgeworfen hatte, wurde das Brüllen noch lauter. Ich wunderte mich, dass die Eltern überhaupt noch Freunde hatten und nicht schon längst aus der Gesellschaft verbannt worden waren.

Anstatt mir diese Ohrenfolter anzutun, genoss ich lieber die ruhigen Stunden allein, bis die Uhr Zwölf schlug und verbrachte meine Zeit auf angenehme Art.

Da nun die Kätzchen da waren, war ich auch nicht länger ganz allein. Wir würden uns schon einen gemütlichen Abend machen.

Als die Familie winkend abgefahren und Constanze ohne ein Wort zu einer Party mit Freunden verschwunden war, die darin bestand sich sinnlos zu betrinken und anschließend durch die Stadt zu ziehen und Böller in Briefkästen zu stecken, machte ich mich mit meinen drei Gefährten im Wohnzimmer breit, wo wir uns behaglich einrichteten und alles bereitstellten, um einen schönen, gemütlichen Silvesterabend zu verbringen.

Die Kätzchen lagen auf und neben mir, so dass ich gar nicht recht zum Lesen meines Buches kam, weil kleine Katzen nie still liegen. Sie bewegten sich die ganze Zeit und lagen bald übereinander, untereinander, bissen einander in die Ohren und in die Schwänze und zupften ordentlich Flusen aus meinem Lieblingswollpullover.

Ein ruhiger Abend sollte es also nicht werden, soviel stand fest.

Wie es manchmal vorkam, schlief ich beim Lesen ein, was meistens durch den nicht vorhandenen Spannungsbogen des Buches zu erklären war. Dass es gerade am Silvesterabend geschah, war natürlich Pech für mich, denn ich schlief sicherlich eine Stunde vor zwölf ein und verschlief somit das ganze Spektakel um Mitternacht. Merkwürdig war nur, dass ich weder von der Knallerei erwachte, noch von den wild auf mir herumtollenden Kätzchen, die natürlich an keinen Nachtschlaf dachten.

Quasi als Entschädigung dafür, dass ich die Festivitäten für das neue Jahr versäumt hatte, träumte ich in diesen Stunden ziemlich wirr. Nach meinem Erwachen erinnerte ich mich an kaum etwas, und das, was mir in Erinnerung geblieben war, konnte ich zu nichts Sinnvollem zusammenfügen.

Es waren nur irgendwelche Bildfetzen, die sich, wie auf einer Drehscheibe, vor meinem geistigen Auge im Kreis drehten und mich damit fast wahnsinnig machten, weil ich eben diesen Kreislauf nicht abzuschalten wusste. Ob ich die Augen geöffnet oder geschlossen hielt, es war mir unmöglich, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Es musste in den frühen Morgenstunden sein, in denen ich erwacht war, doch es dämmerte noch nicht zum Morgen. Der Schlaf hatte mich, anders als erwartet, eher ausgelaugt als gekräftigt, ich konnte mich nicht aufraffen, um aufzustehen und ins Bett zu gehen. So blieb ich also auf dem Sofa liegen mit zwei kleinen Kätzchen auf dem Bauch, die nun auch endlich Schlaf gefunden hatten. Das dritte hatte sich in die gegenüberliegende Sofaecke gekuschelt. Alle Drei schnurrten leise im Schlaf. Mein Kopf dröhnte und ich fühlte mich schlapp.

Matt streckte ich den Arm nach der Fernbedienung aus, um mir die Zeit mit sinnlosen Fernsehsendungen zu vertreiben und das Wirrwarr aus meinen Gedanken zu überspielen, doch leider lag sie gerade so weit entfernt auf dem Sofatisch, dass ich die Kätzchen hätte wecken müssen, um sie zu erreichen, und das war es mir nicht wert.

Die Bilder, die an mir vorbei schossen und mein geistiges Auge hypnotisierten, wurden schwächer, und ich konnte nicht mehr erkennen, was auf ihnen dargestellt war. Plötzlich brach der Bilderstrom ab, just in dem Moment, als ich begann, mich auf die Bilder zu konzentrieren, um den Zusammenhang zu rekonstruieren. Das war also der Trick.

Es war ganz so, als hätte jemand den Stecker herausgezogen oder den Saft abgedreht. Es dauerte nicht lange, da waren auch meine schwachen Erinnerungen an die Bilder fort, beinahe, als hätte sie jemand mit einem Klick von meiner Festplatte gelöscht. Wahrscheinlich war der Jemand ich selbst gewesen. Das Verdrängen unangenehmer Erinnerungen lag mir irgendwie.

Wie benommen starrte ich an die weiße Zimmerdecke und streichelte vorsichtig den Kopf des kleinen schwarzen Kätzchens, das von mir ja bereits den Namen Figaro erhalten hatte. Der winzige Kopf des Tieres schmiegte sich im Schlaf gegen meine Finger und es schien mir so, als ob es lächelte. Natürlich wusste ich, dass Katzenliebhaber dazu neigten, ihren Tieren allzu viele menschliche Eigenschaften zuzuordnen, doch trotzdem war ich überzeugt davon, dass zumindest die Mundwinkel Figaros leicht gezuckt hatten, was ich einfach mal als ein angedeutetes Lächeln und als Ausdruck tiefster Zufriedenheit interpretierte. Dazu kam noch das wohlige Schnurren des kleinen Kätzchens und schon hatte ich meinen merkwürdig tiefen und plötzlichen Schlaf vergessen und ebenso die Verwirrtheit, die mein Traum in mir ausgelöst hatte. Als hätte das Kätzchen mich verzaubert, einfach nur durch die kindliche Zuneigung, die es mir entgegen brachte. So eine Art der Liebe gab es unter Menschen nicht, davon war ich überzeugt.

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