Joana Goede - Schlussakt

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Wer möchte nicht seine richtigen Eltern kennen?
Benvolio, ein siebzehnjähriger Junge, lebt schon lange bei einer Familie, die nicht seine ist. Er empfindet sich selbst als Fremdkörper und möchte nur eins: herausfinden, wer seine richtigen Eltern sind. Dabei kommt er einer unglaublichen Geschichte auf die Spur, die nicht nur aufdeckt, wie er zu seinem außergewöhnlichen Namen gekommen ist.

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Leider tropfte das Wachs unglaublich langsam. Auf das konnte ich mich also nicht verlassen, jedenfalls nicht dieses Weihnachten.

Deshalb trank ich nun schon die vierte Tasse Tee, um einem Grund entgegenzuarbeiten, die fröhliche Festgemeinschaft für einen Augenblick zu verlassen. Aber auch die Wirkung des Tees ließ doch sehr zu wünschen übrig. Wahrscheinlich war ich mittlerweile resistent.

Während ich also noch hoffnungsvoll an der vierten Tasse nippte, war Onkel Viktor schon bei der fünften, nur dass er zu jeder Tasse ein Gläschen Schnaps trank. Ich war überzeugt, dass Onkel Viktors Existenz ein medizinisches Wunder darstellte, das es zweifelsohne mit einem Ernährungsplan, der sich auf Nikotin, hochprozentigen Alkohol und Fleisch beschränkte, bis zu hundert Jahren am Leben halten würde. Ich selbst lehnte selbstverständlich jeden Versuch Onkel Viktors, auch mich zu einem solchen Lebenswandel zu bekehren, bestimmt ab. Es reichte mir schon ein paar Mal im Jahr, nämlich bei allen Geburtstagen und Feiertagen im engen Familienkreise, unfreiwilliger Passivraucher zu sein. Ich wollte das Glück schließlich nicht unverschämt herausfordern. Wobei es sich selbst eigentlich schon ziemlich frech verhielt, indem es den Onkel ohne gesundheitliche Konsequenzen am Leben erhielt, aber mich mit unzähligen Allergien überhäufte, obwohl ich noch nicht einmal so viel Zeit gehabt hatte, meinem Körper ernsthaft zu schaden. Mein schlechtes Gewissen klopfte bei diesem Gedanken vorsichtig an das hintere Törchen meines Ichs und erinnerte mich dezent daran, dass dieser Gedanke ganz und gar nicht den christlichen Verhaltensregeln entsprach. Das grenzte ja schon an Neid. Eigentlich müsste ich mich über Onkel Viktors Glück freuen. Ich nickte ihm also freundlich lächelnd zu, als er das kleine Schnapsglas erneut zu den Lippen führte und er prostete mir im Sinne der guten Gemeinschaft zu. Doch mein Neid blieb und um ehrlich zu sein, muss ich zugeben, dass ich ihn genoss.

Nachdem der Kuchen verschlungen war und alle satt waren, ging es zum noch unangenehmeren Teil der Veranstaltung über. Nun wurden Gespräche geführt, an denen ich mich weder beteiligen konnte, noch beteiligen wollte. Ich unterstützte nur gelegentlich Onkel Viktors Streitpunkt durch ein halbwegs überzeugt wirkendes Kopfnicken oder ein zustimmendes Gebrumme, aber nur, damit niemand auf die Idee kam, mich zu meiner Meinung zu befragen. Angeführt wurde das Geschwader der unsinnigen Themen von Kritik an der Politik, Kritik an der Wirtschaft, Kritik an der Kirche, und, wenn alles andere schon ausgeschöpft war, Kritik an der Jugend. Hierbei wurde nach jedem zweiten Satz hervorgehoben, dass Constanze und ich natürlich über jegliche Kritik erhaben seien. Die Diskussionen blieben immer in etwa auf dem Niveau von regionalen Klatschblättern, was eventuell daran liegen könnte, dass beinahe alle Anwesenden sich auf die Lektüre dieser Zeitungen beschränkten. Hinzu kamen Vermutungen und selbst aufgestellte Statistiken, in denen rücksichtslos pauschalisiert wurde und das mit solcher Intensität, dass ich nicht wagte, ein „Aber“ auszusprechen. Doch da ich mich noch weniger als alle anderen mit diesen Themen beschäftigte und nur über ein relativ passables Grundwissen verfügte, weil mich die Schule damit täglich konfrontierte, hätte ich mich wohl sowieso nicht beteiligen können. Constanze pflegte bei diesem Teil der Veranstaltung nur schweigend dabei zu sein und sie setzte einen abweisenden Gesichtsausdruck auf, so dass sich niemand traute, sie in das Gespräch einzubinden. Ich nahm mir vor, mir endlich auch einen solchen Gesichtsausdruck anzueignen, um mich vor ungewünschten Übergriffen zu schützen. Mein großes Manko war, dass ich einfach nicht böse aussehen konnte. Müde ja und krank, vielleicht auch etwas genervt von Zeit zu Zeit, aber niemals böse oder abweisend. Mir wurde klar, dass ich daran etwas ändern musste.

Die Kritik an der Jugend war meistens das Thema, was Madeleine zum Aufbruch blasen ließ und wir Vier verabschiedeten uns, bedankten uns herzlich, verabschiedeten uns noch mal, und wenn wir das alles heil überstanden hatten, saßen wir endlich im Auto und winkten zurück. Da standen dann Onkel Viktor, Tante Martha und der ruhige, kleine, dicke Cousin Karl, der immer gern übersehen wurde, an der Straßenecke und schauten solange hinterher, bis das Auto um die nächste Ecke bog. Das war der Moment, in dem alle hörbar ausatmeten. Meistens waren alle ziemlich gereizt nach einer solchen Festivität und die Stimmung war auch jetzt wieder sehr geladen und wartete nur auf einen Auslöser zur endgültigen Explosion, doch sie blieb aus.

Diese Fahrt verlief ohne Streit zwischen Constanze und mir, ohne verzweifelte Schlichtungsversuche von Madeleine und ohne, dass Bernhard das Radio laut drehte, um den Streit zu übertönen. Es gab auch keine friedlichen Gespräche. Vermutlich lag es daran, dass alle die Ruhe genossen, die im Auto herrschte. Die wilden Diskussionen auf der Feier hatten dann doch allen den Rest gegeben, nachdem wir jeden Tag zu anderen Verwandten gefahren waren und Weihnachten gefeiert hatten. Irgendwann hatte man einfach genug Weihnachten gehabt. Da wollte man keine Tannenbäume mehr sehen, keine bunten Lichter in den Fenstern, keine kleinen Rentiere, die neben dicken Engeln auf der Fensterbank standen. Letzteres war sowieso ein Verrat an dem Fest, da die heidnische Vorstellung des nordischen Weihnachtsmannes mit seinen Rentieren auf die christliche mit Jesus und Bethlehem und den Engeln traf. Diese Mixtur hatte sich wohl schon so eingebürgert, dass sie niemand außer mir mehr hinterfragte. Für meinen Geschmack passte es so einfach nicht. Entweder das eine streichen oder das andere, aber beides war für mich zu viel. Ein gutes Beispiel für die dekadente Moderne.

Ich lehnte meinen Kopf an die Autofensterscheibe, lauschte dem Brummen des Motors und ging auf gedankliche Fehlersuche der Weihnachtstradition. Das verkürzte mir die Fahrt nach Hause immerhin etwas.

Zuhause angekommen stürmte ich sofort hoch in mein Zimmer und zählte das Geld, das ich zu Weihnachten bekommen hatte. Insgesamt brachte ich es auf etwa hundert Euro, was selbst zusammen mit meinen Ersparnissen noch lange nicht für die Verwirklichung eines Planes reichte, ganz egal, wie er lauten mochte. Ich hing hier also immer noch fest und kam nicht vom Fleck. Da musste ich mir noch etwas anderes überlegen. Mein Blick fiel auf die Gitarre, die in einer Zimmerecke neben dem Bücherregal stand. Ich hatte mal gehört, dass Straßenmusiker, wenn sie gut waren, eine Menge Geld verdienen konnten. Ein paar Akkorde greifen und dazu singen konnte ich wohl, doch ob das reichte? Musste man das vorher bei der Stadt anmelden und durfte ich das überhaupt, obwohl ich minderjährig war?

Ich verwünschte die Bürokratie, die mir wie schon oft meine Pläne vernichtete. Und wenn ich es ohne Erlaubnis täte? Wahrscheinlich war ich dazu wieder einmal zu feige. Lange starrte ich das Instrument an und dachte an die nasse Kälte. Ich stellte mir vor, wie ich mehrere Stunden in der Fußgängerzone vor mich hin vegetierte und drei Lieder in einer Endlosschleife spielte, bis man mich wegen öffentlicher Ruhestörung vertrieb. Bei dieser Vorstellung verwarf ich den Gedanken an diese Art Geld zu verdienen. Ich gab wieder einmal auf, typisch für mich.

Die Nacht verlief wie jede andere, in der ich mich unruhig herumwälzte und mir Fechtkämpfe mit vielen Banditen lieferte. Wieder einer dieser Mantel- und Degen- Träume. Ich suchte eben das Abenteuer, aber das lief immer vor mir weg und ich hatte nicht die Motivation dazu, es zu jagen und einzufangen.

Am nächsten Morgen sah die Welt für mich allerdings völlig anders aus. Mein Abenteuer suchender Geist wurde plötzlich zu einer anderen Gedankenführung gezwungen. Ich wurde von einem Moment zum anderen häuslich.

Es begann mit einem hohen, quietschenden Schrei, der mich in den frühen Morgenstunden weckte, und der sich danach in einen Ausruf der Verzückung und der Begeisterung wandelte. Erst ignorierte ich ihn, doch da er von draußen kam und ich das Fenster einen Spalt offen hatte, blieb mir keine Chance in meinen Traum zurückzukehren. Ich trennte mich also widerstrebend von meiner Wunschidentität und quälte mich aus dem warmen Bett.

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