Apropos Kennedy Jr.:
Ist der am 16. Juli 1999 Verunglückte auch wiedergeboren worden? Nein sagt hier zum Beispiel Sylvia Browne, die nach eigenen Angaben Kontakte mit dem Jenseits hat und sogar schon die reale Existenz von Geistern „bewiesen“ haben will. 50Sie schreibt in ihrem Buch Visits from the Afterlife , dass sie durch die Jenseitigen weiss, dass Kennedy Jr. umgehend nach seinem Tod ins Jenseits eingegangen sein soll. „In den Armen seiner Mutter“, sei er, „bevor sie überhaupt mitbekommen hatte, was geschehen war“ (der Flugzeugabsturz). Prinzessin Diana, die am 31. August 1997 in Paris bei einem Autounfall umgekommen ist, erging es ebenso. Doch, so Browne weiter, Richard Burton beispielsweise, der am 5. August 1984 starb, ging nicht direkt ins Jenseits. Andere Prominente und natürlich „normale Menschen“ aus unterschiedlichen persönlichen Gründen ebenso. Burton, um bei dem Beispiel zu bleiben…
„… hat sich bewusst dafür entschieden, erdgebunden zu bleiben, obwohl es ihm nicht an Glauben an Gott und ein Leben nach dem Tod mangelte. Er blieb hier, weil er […] ein sinnlicher Genussmensch war und ist, der es grundsätzlich vorzieht, hier zu sein, auch weil er noch nicht richtig begriffen hat, dass er längst tot ist. Er hat nicht vor, in näherer Zukunft woanders hinzugehen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass Elisabeth Taylor seine erstaunlich realen ,Besuche‘ während ihre schweren Krankheiten wahrgenommen hat, denn er hat weiterhin großes Interesse an ihr .“ 51
Seltsam.
Können Menschen etwa nach ihrem Tod ganz bewusst entscheiden, was sie nun machen wollen? Auf Erden bleiben und „herumspuken“, direkt in das Jenseits übergehen oder, wie Browne und andere auch berichteten, erst nach einiger Wartezeit nach „Drüben“ übergehen? Und wieso sollen Verstorbene „hier“ bleiben wollen, weil sie Genussmenschen waren, wie eben bei Richard Burton?
Missbildungen, Muttermale oder auch Narben an den Körpern kleiner Kinder, die sich an ein früheres Leben erinnern, wurden bekanntlich von Professor Dr. Ian Stevenson detailliert untersucht. In dem Fachmagazin Journal of Scientific Exploration 52, das seine Redaktion in den Räumen der Stanford Universität hat, veröffentlichte er dazu eine erstaunliche Untersuchung.
Der Psychiater Dr. Stevenson von der medizinischen Schule der Universität von Virginia untersuchte über Jahre hinweg Kinder in Asien, die von einem einstmaligen Leben berichteten. Anhand der rund 900 untersuchten Kinder konnte Dr. Stevenson feststellen, dass ein gewaltsamer Tod wie etwa Mord in einem früheren Leben in einer späteren Inkarnation die größten Erinnerungen erweckt. Erstaunt war er weiter davon, dass 35 Prozent der Kinder Geburtsfehler oder Muttermale besaßen, die in irgendeiner Weise mit Ereignissen des vergangenen Lebens übereinstimmten. Dr. Stevenson untermauerte diese These mit Bildmaterial. So veröffentlichte er etwa das Foto eines indischen Jungen, der auf der Brust zahlreiche Muttermale hatte. Der Junge selbst wiederum erinnerte sich einst schon gelebt zu haben. Aber in diesem Vorleben sei er mit einer Schrotflinte erschossen worden. Gemeinsam mit einem indischen Mediziner hat der Forscher den Autopsie-Bericht des erschossenen Mannes untersucht, der der Junge angeblich einst war. Tatsächlich stimmten die Muttermale mit den Merkmalen der Eintrittswunden der Schrotladung überein.
Ein anderes Foto zeigte das missgebildete Ohr eines Jungen aus der Türkei. Auch dieser Junge erinnerte sich, dass er in einem vorherigen Leben durch einen Schuss aus einem Schrotgewehr ums Leben gekommen war. Dabei traf ihn der Schuss an der rechten Schädelhälfte. Stevenson will es auch hier geschafft haben, die Krankenhausunterlagen des Opfers zu finden, die mit den Schilderungen des türkischen Jungen übereinstimmten.
Insgesamt wurde in 18 Fällen eine Übereinstimmung mit Muttermalen und den Eintritts- und Austrittswunden von Waffenprojektilen festgestellt.
Hat Professor Dr. Ian Stevenson mit seinen umfangreichen Forschungen nun bewiesen, was viele Religionen seit langen Zeiten glauben? Kann die Reinkarnation anhand solcher Untersuchungen und den vielen Fallbeispielen in der Literatur nun als Fakt angesehen werden? Kaum. Aber anhand der in den letzten Jahren durchgeführten Untersuchungen und Recherchen hat sich die Idee der Wiedergeburt zu einer ernstzunehmenden Annahme entwickelt.
Doch auch andere Forscher haben zum Teil spannende Indizien geliefert. Der schwedische Internist John Björkhem sammelte im Rahmen seiner Reinkarnationsforschungen an die 600 Fälle und wertete sie aus. Björkhem ist der festen Überzeugung, dass bei vielen seiner analysierten Fälle mit Sicherheit ein reines Phantasiegebilde ausgeschlossen werden kann. So berichtet er zum Beispiel von einem Mann mit Namen Mirabelli, der ohne je eine Fremdsprache erlernt zu haben im Zustand der Hypnose 28 (!) verschiedene Sprachen schreiben konnte. Eine Frau aus den USA beherrschte in Trance eine orientalische Sprache, die fast schon vergessen ist. Und eine Lehrerin für Sport aus Großbritannien sei in der Lage, unter Hypnose altägyptisch der 18. Dynastie zu sprechen. 53
Der Psychologe Dr. Morris Netherton wurde bei seinen Forschungen mit einer Patientin konfrontiert, die ebenfalls schon einmal gelebt haben will. So schilderte sie, dass sie im Jahre 1903 als Rita McCullum geboren wurde. Ihr Leben jedoch verlief weniger glücklich, so dass sie sich am 11. Juni 1933 in einem Nebenraum ihres Schneidereigeschäftes in der Nähe der 7. Straße in Manhattan, New York, erhängte.
Da hier eindeutige Angaben vorlagen, ging Dr. Netherton der Angelegenheit genauer nach:
„ Weil die einschlägigen Daten greifbar waren, fragten wir bei der New Yorker Stadtverwaltung nach. Wir lieferten ihnen die Details, die wir hatten, und baten darum, einen solchen Todesfall zu verifizieren. Mit der Post erhielten wir eine beglaubigte Fotokopie des Totenscheins für eine Frau namens Rita McCullum, der bestätigte, dass sie durch Erhängen gestorben war; die Adresse war irgendwo in den dreißiger Straßen im Westen, bis heute ein Zentrum der Bekleidungsindustrie. Das Todesdatum war tatsächlich der 11. Juni 1933, das Alter mit 30 Jahren angegeben. Das Geburtsjahr der Rita McCullum war also 1903 – wie es die Patientin angegeben hatte . [...]
Der ,Fall Rita McCullum‘ scheint mir ein gutes Beispiel zu sein für meine eingangs aufgestellte Behauptung, dass es Fälle gibt, bei denen Reinkarnation einfach die logischste Erklärung ist .“ 54
Hier ist mit Sicherheit die logischste Erklärung die der Wiedergeburt – wenn Dr. Netherton nicht in betrügerischer Absicht handelte. Dass seine Patientin selbst ihn betrog ist ebenfalls unwahrscheinlich, da sie an die Informationen zu diesem „unbedeutenden“ Todesfall in Manhattan erst einmal hätte herankommen müssen.
Da in Indien die Lehre der Wiedergeburt alltäglich und allgegenwärtig ist, verwundert es nicht, dass Dr. Stevenson vor allem dort seine Forschungen betrieb. Doch auch Professoren der indischen Universitäten von Allahabad, Benares und Lucknow untersuchten mutmaßliche Fälle von Reinkarnation. Der Fall des am 17. Januar 1944 in Neu-Delhi geborenen Mädchens Shanti Devi beeindruckte die Forscher dabei besonders. Im Jahr 1953 gaben sie zu ihren Untersuchungen eine Erklärung heraus, in der es unter anderem hieß:
„ Nach allen uns vorliegenden Erkenntnissen, die sich in der Untersuchung der Angaben von Shanti Devi ergeben haben, dürfen wir hier eine Bestätigung für eine echte Reinkarnation sehen. Die Rückerinnerungen bei diesem neunjährigen Mädchen an ein fünfundzwanzig Jahre zurückliegendes Leben sind mit normalen, wissenschaftlichen Mitteln nicht zu erklären .“ 55
Was war geschehen?
Nachdem die kleine Shanti sprechen gelernt hatte, erstaunte sie ihre Eltern mit der Geschichte, sie hieße in Wahrheit Annes, lebe in der Stadt Muttra und sei mit dem Händler Ahmed Lugdit verheiratet. Beharrlich pochte sie darauf, nicht Shanti Devi zu sein.
Читать дальше