Interessant sind im Zusammenhang mit der Reinkarnation die Erinnerungen von Kindern an ihre mutmaßlichen Vorleben. In seinem Buch Die ewige Wiederkehr schildert etwa Joe Fisher ein solch bemerkenswertes Ereignis. Anfang der 80er Jahre geschah genau eine solche Reinkarnation bei einer Familie in der Stadt Des Moines im US-Bundesstaat Iowa. Das im Jahr 1977 geborene Mädchen Romy Crees begann gerade erst mit dem Sprechen, als sie ihren Eltern Barry und Bonny berichtete, dass sie „nach Hause“ wolle. Im Laufe der Zeit fing sie dann auch an von einem tödlichen Unfall mit einem Motorrad zu erzählen und andere Dinge mehr zu schildern. Ihre Eltern konnten mit alldem natürlich nichts anfangen.
Nur einige Zeit später wurden die Erzählungen der kleinen Romy schon unheimlich: Sie sagte ihren Eltern, dass sie eigentlich jemand anderes sei und in der ca. 300 Kilometer entfernten Stadt Charles City in einem roten Backsteinhaus wohne. Ihr richtiger Name sei auch nicht Romy sondern „Joe Williams“ und sie sei mit einer Frau namens „Sheila“ verheiratet und habe mit ihr drei Kinder. „Mutter Williams heißt Louise, und sie hat Schmerzen im rechten Bein“, wusste Romy ebenfalls zu berichten. Joe Williams hatte einstmals auch, so Romy, zuhause ein Feuer verschuldet, bei dem sich seine Mutter die Hand verbrannte.
Als die Geschichten von Romy immer weitergingen und sie immer wieder von dem Leben des Mr. Williams berichtete, beschlossen ihre Eltern einen Experten heranzuziehen. Und so wanden sich die Crees an Hemendra Banerjee, den sie aus dem Fernsehen kannten und der bereits mehrfach in der Zeitung erwähnt worden war. Banerjee war Gründer des Indischen Institutes für Parapsychologie und in den 70er Jahren nach Los Angeles gezogen. Nachdem Banerjee einige Zeit mit der kleinen Romy „aus der Ferne“ gearbeitet hatte, war er von ihren Schilderungen mehr als beeindruckt.
Mit einer kleinen Gruppe Journalisten der schwedischen Zeitung Allers fuhr Banerjee daraufhin im Winter 1981 nach Des Moines um die Sache zu überprüfen. Man plante, die Williams in Charles City aufzusuchen. Romy berichtete dabei, dass man die Vordertür nicht benutzen könne und den Hintereingang nehmen müsse. Außerdem wollte Romy, dass man zuvor noch einen Strauß blauer Blumen kaufen sollte. In Charles City angekommen, suchte man sich die Adresse der Williams aus dem Telefonbuch heraus, da sich Romy darüber unsicher war. Nun stand die Gruppe um Romy jedoch vor einem weißen Bungalow. Doch an der Vordertür fand sich ein Schild, auf dem stand, dass man hinten hereinkommen solle. Louise Williams öffnete, und zur Verblüffung aller konnte sie nicht richtig laufen, sie benutze Krücken und trug einen Verband, da ihr rechtes Bein verletzt war. Louise Williams jedoch verwies ihre ungewöhnlichen Besucher auf einen späteren Zeitpunkt, da sie erst zum Arzt musste.
Nach ihrem Arztbesuch traf sich Mrs. Williams gerne mit der Gruppe. Sehr überrascht war sie jedoch, als sie die blauen Blumen von Romy bekam, denn kurz vor dem tödlichen Unfall ihres Sohnes hatte dieser ihr ebenfalls einen solchen Strauß geschenkt. Auch berichtete sie, dass sie bis zum Jahre 1971 tatsächlich in einem roten Backsteinhaus gewohnt hatten. Das Haus aber wurde von einem Tornado vollständig zerstört. Die Verwunderung von Mrs. Williams stieg noch mehr, als Romy begann, Einzelheiten aus ihrer Familie zu schildern, die sämtlich zutrafen. Auch das Feuer hatte Joe einst tatsächlich versehentlich entfacht. Mrs. Williams nahm daraufhin Romy mit in ein anderes Zimmer, um ihr dort Familienfotos zu zeigen – und Romy erkannte alle Personen auf den Bildern. „Sie hat sie erkannt! Sie hat sie wirklich erkannt!“, zeigte sie sich anschließend begeistert. 39
Einen hoch interessanten Reinkarnationsfall recherchierte Professor Dr. Ian Stevenson. Der Forscher Dr. Stevenson ist vor allem dafür bekannt, dass er Reinkarnationsberichte von Kindern nachging. Besonders in Ländern der Dritten Welt wie Indien recherchierte er zum Teil sehr sonderbare Berichte. Ein Fall aus dem Libanon ist dabei sehr verblüffend.
Im Jahr 1958 wurde Imad Elawar in Kornayel geboren und begann schon sehr früh mit seltsamen Erzählungen. Kaum konnte der Junge etwas sprechen, erzählte er von Ortschaften und Personen, die er nie gekannt haben konnte. Imads Vater gehörte einer islamischen Sekte an, für die der Glaube an die Reinkarnation eine Tatsache ist. Doch bei seinem eigenen Sohn, konnte er nicht glauben, dass dieser schon einmal gelebt haben soll. Er verbot seinem Sohn schlicht, von anderen Menschen und Orten aus der Vergangenheit zu berichten.
Als Imad fünf Jahre alt war, erfuhr Dr. Stevenson von seinen „Fähigkeiten“. So beschloss der Forscher, selbst vor Ort eigene Recherchen zu betreiben und reiste in den Libanon. Dort sprach er mit Verwandten, den Eltern und natürlich mit dem jungen Imad selbst. Dabei will er herausgefunden haben, dass der Knabe bereits als ein Ibrahim Bouhamzy in dem Ort Khriby gelebt hatte. Die Angaben des Jungen über dieses Vorleben als ein anderer Mensch waren so erstaunlich, dass Dr. Stevenson von 47 geschilderten Einzelheiten aus diesem Leben 43 nachweisen konnte.
Bei einem Lokaltermin in dem Haus von Bouhamzy, der 1949 mit nur 25 Jahren gestorben war, zeigte sich überraschendes. Der junge Imad erzählte, dass er in seinem früheren Leben dort zwei Gewehre besessen haben, wovon eines eine doppelläufige Waffe war, die er in einem Versteck aufbewahrte. Geradewegs lief der Junge auf das Versteck zu und holte das Gewehr hervor!
Imad Elawar konnte auch sagen, dass er mit einer attraktiven Frau mit Namen Jamileh verheiratet war, die, entgegen der üblichen Mode im Libanon, gerne in Stöckelschuhen herumlief. Auch dies entsprach den Tatsachen. Auch sagte der Junge, er habe drei Brüder mit Namen Amin, Said und Toufic gehabt, was aber nicht ganz zutreffend war. In Wirklichkeit waren Said und Toufic seine Vettern und Amin ein naher Verwandter. Auch eine ganze Reihe anderer Dinge, die der junge Imad über sein früheres Leben in diesem Haus schilderte, waren richtig. So wusste er zum Beispiel, dass seine Schwester Hunda hieß, er in der Stadt Tripolis als Beamter arbeitete, gerne jagen ging, zwei Hunde hatte, wovon einer braun war, dass sein Haus einen leeren und ein vollen Brunnen besaß, dass vor seinem Tod ein neuer Obstgarten angelegt worden war, dass er einen Lkw, einen Kleinbus und einen Pkw hatte, wobei der Lkw zuletzt als Steintransporter genutzt worden war, und dass die Werkzeuge für die Fahrzeuge im Dachstuhl des Hauses verwahrt wurden. 40
Professor Dr. Ian Stevenson ist darüber hinaus, wie viele andere PSI-Forscher dieses Gebietes inzwischen ebenfalls, davon überzeugt, dass Kinder Narben ihrer früheren Leben besitzen können. Muttermale und Geburtsfehler sind in Verbindung mit Berichten über ein Leben vor dem Leben für ihn Belege, dass die Kinder die Wahrheit sagen. So berichtet der eifrige Forscher in der fünfbändigen Arbeit Case of the Reincarnation 41davon, dass 305 von 895 von ihm untersuchte Kinder mit Reinkarnationserfahrungen körperliche Male oder Narben hatten. Diese ließen sich seiner Meinung nach auf Wunden oder Verletzungen in einem vorherigen Leben zurückführen. In dem Magazin Journal of Scientific Exploration zeigte er 1993 auch Bilder dieser Indizien. 42
Ein von Dr. Stevenson untersuchter Fall einer möglichen Reinkarnation machte Schlagzeilen. Es handelt sich um die Geschichte des aus Indien stammenden Jungen Ravi Shankar, der 1951 geboren wurde. Bereits mit zwei Jahren begann der Junge seinen Eltern zu erzählen, dass er in Wirklichkeit ein Mann mit Namen Munna sei. Dieser sei der Sohn des Friseurs Jageshwar aus dem Bezirk Chipatti, der eines Tages von zwei Männern hinterhältig ermordet worden sei. Die beiden Männer, ein Friseur und ein Wäscher, hätten ihn hierzu in einen Obstgarten in die Nähe eines Chintamini-Tempels gelockt und ihm dort die Kehle durchgeschnitten. Seine Leiche, so der junge Ravi, hätten die zwei Mörder dann im Sand verscharrt.
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