Sabine Schäfer - Nervensägen

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Für alle Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen, für alle Menschen, die für andere da sind, für alle Menschen, die an das glauben, was sein kann und nicht an dem scheitern und verzweifeln, was vielleicht sein wird. Für die Unsicheren, die Zweifelnden, die Richtungslosen, die Ahnungslosen, die Interessierten, die Mitdenker und die Fragenden. Ein Versuch, all das in Worte zu fassen, was diese Erkrankung so unfassbar macht.
Für Betroffene und Angehörige, für Interessierte und Menschen, die hinter die Fassaden schauen wollen.
Manchmal bitter, manchmal traurig, aber auch zuckersüß und heiter.
Ein Buch ohne Happy End, aber mit viel Hoffnung und Humor.

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Ich bekam mein Bett zugeteilt, und schon beim Eintritt in das zugewiesene Krankenzimmer wurde es mir ganz flau.

Ich konnte mein Unglück kaum fassen und setzte mich wortlos mit dem Rücken zu meiner stöhnenden Nachbarin auf meine Liegestätte und wartete auf das, was kommen sollte.

Einige Stöhnattacken und eine kurze Unterhaltung mit der Verursacherin später kam ein Arzt ins Zimmer, um mir wortlos Blut abzunehmen. Nach dieser kurzen Störung wurde meine Nachbarin gesprächiger und saß bald darauf Chips mampfend auf ihrem Bett. Sie war 78 und ihr Mann hatte Parkinson und sie müsse ihn pflegen. Sie selbst hätte schon den x- ten Bandscheibenvorfall gehabt und morgen würde sie entlassen. Das wäre ein Kreuz mit dem Kreuz, sagte sie und stopfe die Chipstüte in ihr Krankenhausnachtschränkchen, um dann zeitgleich wieder mit dem Stöhnen anzufangen. Was sie hierher in die Neurologie gebracht hatte, sollte ich nie erfahren.

Kurze Zeit später - von mir gefühlt, wie endlose Stunden danach - kam der wortlose Blutabnehmer wieder in mein Zimmer und steuerte auf mich zu.

Nach Aufforderung durch den nun doch Wort-reichen erzählte ich ihm meine bisherige Krankengeschichte und beantwortete unzählige seiner Fragen. Kurz darauf kündigte er eine neurologische Untersuchung an, und so begann meine ganz persönliche erste Zirkusvorstellung, der noch unzählige folgen sollten im Laufe der Zeit.

Hier nur ein kurzer Ausschnitt meines mehr oder weniger erfolgreichen

Auftritts:

- Bitte gehen sie entlang einer gedachten Linie geradeaus

- Nun versuchen sie es mal mit geschlossenen Augen

- Fuß vor Fuß setzten

- Auf die Hacke stellen

- Auf die Ferse stellen

- Auf einem Bein stehen, rechts und links

- Strecken sie die Arme nach vorne und schließen sie die Augen

- Bleiben sie einfach stehen mit geschlossenen Augen

- Strecken sie die Arme seitlich aus und versuchen sie nun mit dem Finger ihre Nase zu treffen

Und… und… und….

Danach durfte ich mich auf das flach gestellte Bett legen, und er piekste auf sämtliche frei zugängliche Körperregionen, immer gepaart mit Fragen wie “Spüren Sie dies, merken Sie das, ist es auf beiden Seiten gleich?” Kurz darauf malte er Zahlen auf meine Beine und Arme, hielt mir eine Stimmgabel an verschiedene Punkte, um mich gleich darauf aufzufordern, Laut zu geben, falls das Brummen nicht mehr zu merken wäre. Er klopfte dort mit Reflexhämmerchen, kratzte da an meinen verborgenden Reaktionen und strich vehementer über meine Fußsohlen, um auch da ungekannte Reaktionen auszulösen. Ich musste die Stirn krausen, die Zähne zeigen und noch andere Dinge, die man normalerweise nicht gerade vor Ärzten macht.

Alles in allem kam ich mir reichlich dämlich vor, machte aber alles mit, was er verlangte. Er würde schon wissen, was er da tut, und wenn es was nutzt, warum also nicht.

Als er fertig war, bekam ich keine Note und auch keine Bemerkung zu meinen aufgeführten Glanzleistungen, sondern ein Blatt mit Patienteninformationen zur geplanten Lumbalpunktion, welches ich mir in Ruhe durchlesen sollte, da er später wiederkommen würde, um mir Fragen zu beantworten und den unterschriebenen Zettel abzuholen.

Da saß ich nun mit meinem Informationsblatt und starrte auf den gezeichneten, sehr entspannten Patienten im blassen grauorange, der sich völlig entspannt und leicht nach vorne gebeugt und mit einer Kanüle im Rücken, das aufschlussreiche Nervenwasser entnehmen ließ. Auf der nächsten Seite fand ich ihn dann wieder, diesmal präsentierte er ausdruckslos die Variante im seitlichen Liegen, ebenfalls natürlich mit einer Kanüle im Rücken. Ich las die Informationen über Gefahren und Spätfolgen und über Unabsehbares, ohne in irgendeiner Weise den Sinn zu verstehen. Ich war in einem Zustand, in dem medizinische Fachausdrücke aus einzelnen Buchstaben bestehen, zwar lesbar sind, aber nicht fassbar bleiben.

Am Ende des Informationsblattes musste ich meine Einverständniserklärung geben und unterschreiben. Dies tat ich gleich nach dem Durchlesen, legte das Blatt mit der Rückseite nach oben auf mein Krankenhaustischchen und wartete auf meinen Zirkusdirektor.

Nach zehnminütigem Starren auf die weiße Wand und denkbar nervös, kam er endlich und fragte mich, ob mir etwas unklar geblieben wäre. Gut erzogen, wie ich bin, schüttelte ich natürlich mit dem Kopf und machte ein unberührtes Gesicht, als er mir nochmals sagte, dass ich nach dem Eingriff möglichst 2 Stunden lang ruhig und flach auf dem Rücken liegen müsse und viel trinken solle, da dadurch die eventuellen höllischen Kopfschmerzen nicht kommen würden, - in der Regel und zudem würde die ganze Prozedur auch nicht weh tun, und er käme gleich und dann würden wir das eben machen.

Ich möchte an diesem Punkt auf eine detaillierte Beschreibung verzichten. Erwähnenswert ist eventuell, dass ich während der Punktion durch mein reflexbehaftetes Bein und einen getroffen Nerv fast die Zimmerheizkörper zertrümmert habe und sich mein Zirkusdirektor nach erfolgtem Abzapfen des kostbaren Guts, schwitzend und keuchend die OP-Maske vom Gesichte zog und wortlos und zügig mein Zimmer verließ.

Nicht nur dadurch würden wir zwei keine Freunde werden, das wusste ich an diesem Abend, als ich regungslos flach auf meinem Bett lag und kopfschonend Ruhe bewahrte.

Was weh tut und was nicht, wollte ich ab sofort selbst beurteilen.

Leerlauftage

Am folgenden Tag wurde ich über Weihnachten entlassen. Gleich nach den Feiertagen sollte ich mich allerdings gleich wieder ‚auf Station’ melden, sie wollten noch einige Tests mit mir machen und dann Weiteres besprechen.

Die nun folgenden Tage genoss ich im Kreise meiner Familie. Seltsam nur, dass ich mich an dieses Weihnachtsfest so gar nicht erinnern kann. So sehr ich auch darüber nachdenke, es ist nichts an Erinnerungen hängen geblieben. Weihnachten lief 2005 im Leerlauf. Genauso löchern, wie mein Nervensystem sich zu diesen Zeiten zeigte, sollte auch mein Gedächtnis sein. Vielleicht ist das auch eine Art Selbstschutz, die man aufbaut, ich kann es mir kaum erklären. Man befindet sich in einem nicht selbst gelebten Leben, eben “wie im Film”. Man ist mitten drin und spielt selbst nicht mit.

Mittlerweile kenne ich diese Phasen und manchmal bin ich richtig dankbar dafür, dass es sie gibt.

Die Tage zwischen den Tagen

Gleich nach den Feiertagen meldete ich mich zurück auf Station 11 und ich bekam recht schnell ein Bett zugewiesen.

Nach Bezug wurde es mir zugleich wieder flau.

Meine Bettnachbarn waren zwei alte Frauen, mehr tot als lebendig.

Sie lagen weißer, als ihre Bettlaken und meist mit halbgeöffneten Mund in ihren Betten, krümmten sich vor Schmerzen oder gaben seltsame fremde Laute von sich. Waren sie wach, erbrachen sie sich oder lallten Unverständliches in ihre Nierenschüsseln. Im Halbstundenrhythmus musste eine von ihnen gewickelt oder trockengelegt werden, die Betten neu bezogen oder irgendwelche Unterlagen gewechselt werden.

Sie taten mir beide unglaublich leid und ich mir selbst sowieso. So oft es ging, schlich ich mich aus dem Zimmer, um auf dem Gang Luft zu holen.

In der Nacht konnte ich keine Minute schlafen und ich betete insgeheim darum, meinen Geruchsinn schlagartig zu verlieren, um den Gestank nicht mehr länger ertragen zu müssen. Wie gerädert begann ich den nächsten Tag im Krankenhaus, schlecht gelaunt, gereizt, schmerzgeplagt und immer noch unwissend über das, was die Ärzte herausgefunden hatten oder noch planten herauszufinden.

Selbst den Schwestern tat ich nun leid, und nach der Nachfrage einer Gangkomplizin, ob ich nicht eventuell zu ihr ins Zimmer könne, gestatten sie mir eine Flucht ins andere Zimmer. Glücklich landete ich bei Claudia, einer MS- lerin mit geruchsfreiem und mit einem Fernseher bestücktem Zweierzimmer in der Nähe der belebten Raucherecke. Was war ich glücklich.

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