Sabrina Schmid - Das Kreuz im Apfel

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Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Das Gebär- und Findelhaus soll die hohe Mordrate an unerwünschten Neugeborenen senken. Ein Assistenzarzt sucht verzweifelt nach der Ursache des tödlichen Kindbettfiebers. Die Studenten erheben die Waffen und kämpfen gegen die absolutistische Unterdrückung. Eine Baronin gründet den ersten demokratischen Frauenverein und schafft sich damit mächtige Feinde.
Dieses Umfeld bildet den historischen Hintergrund für die Geschichte von Katharina, eine bildungshungrige und mutige Frau, die die Liebe an einen Scheideweg bringt.

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»Du bist nicht getauft«, sagte er mehr zu sich selbst als zu ihr, als sie am Tisch im Pfarrhaus Platz genommen hatte. Die zwei Fenster auf die Gasse und das eine in den Hof des größeren Zimmers waren klein und fast quadratisch und neben einem winzigen Winkelfenster die einzige Tageslichtquelle. »Du bist jeden Sonntag in der Kirche gesessen und nicht getauft.« Die Zimmerdecke war nur ein Sturzboden, mit Brettern überschlagen. »Ich dachte immer, du seiest aus dem Findelhaus, wie die anderen.«

»Nein, Herr Pfarrer, ich komme nicht aus Wien. Ich komme aus dem Bauch meiner Mama«, klärte sie den Pfarrer auf, der die Welt nicht zu verstehen schien.

»Hm«, brachte dieser nur hervor.

Und weil Katharina immer noch das Gefühl hatte, dass der Pfarrer zu wenig wusste, beschloss sie, ihn auch über den Teufel aufzuklären. »Keine Hörner, Herr Pfarrer, keine Hörner«, schloss sie ihren Bericht über den Teufel in ihrem Haus und beobachtete dabei die fahler werdende Gesichtsfarbe des Geistlichen.

»Du wirst getauft. Ungetauft im Pfarrhaus, das geht nicht an.«

Zwei Tage blieb Katharina beim Pfarrer, ehe der Dorfrichter Franz Sallinger sie abholte und in das große Haus mit den vielen Kindern bringen ließ. Sie saß am Tisch mit Kindern, die sie nicht kannte, und wurde von einer Frau mit weißer Schürze und weißer Haube beim Essen beaufsichtigt. Auf den aufgereihten Matratzen am Boden neben der Wand schliefen die Säuglinge. Sie selbst zählte zu den Größeren und trotzdem fühlte sie sich so ganz ohne ihre Mutter und ihre Geschwister recht klein. Ihre Vorfreude, Barbara, Elisabeth und Josef in dem Findelhaus wiederzusehen, wurde enttäuscht. Sie waren nicht da.

Sie beschloss, die Wärterin mit der Haube zu fragen. Diese meinte nur, dass sie bestimmt bei einer neuen Pflegefamilie seien. »Täuschlinge bleiben nie so lange, außer sie sind recht krank.«

»Was ist ein Täuschling?«, fragte Katharina, das letzte Wort lang dehnend.

»Beim Essen wird nicht gesprochen«, erinnerte die Aufseherin.

»Bin ich ein Täuschling?«

»Täuschlinge sind von den Kostplätzen zurückgestellte Kinder, aus den verschiedensten Gründen. Du bist ein zeitweilig aufgenommenes Kind.«

»Was ist das?«

»Kinder, die nicht aus dem Findelhaus stammen.«

»Aha, Kinder aus dem Bauch der Mutter.« Katharina schob sich das nächste zu große Erdapfelstück in den Mund. »Ich verstehe.«

3

Juli 1838, Gefangenenhaus

»Hör auf zu weinen«, forderte eine energische Stimme. Bald würde in der Zelle tiefe Dunkelheit herrschen. »Das entstellt dein Gesicht.«

Katharina zog den Rotz hoch und schaute die Frau in der hinteren Ecke verstohlen an. Das Auffälligste an ihr waren die Haare, die sich um ihr helles Gesicht kringelten.

»Die waren immer schon so«, meinte sie als Antwort auf Katharinas unausgesprochene Frage. »Die dagegen«, und zeigte dabei auf Brüste, die beinahe aus dem Mieder hüpften, »kamen erst später.« Sie erhob sich, strich den Rock glatt und kam auf Katharina zu. Für eine Frau hatte sie eine beachtliche Größe. »Ich heiße Mila, eigentlich Milleta, aber das ist den Kunden zu lang, deshalb Mila.« Mila wartete, dass das Mädchen ihren Namen nannte. »Willst du nichts sagen oder kannst du nicht?«

»Du bist sehr groß«, sagte Katharina auf Böhmisch. Mila horchte auf, als sie ihre Landesprache aus dem Mund des Mädchens hörte.

»Das sagen meine Kunden auch oft«, entgegnete Mila in derselben Sprache. »Hätte nicht gedacht, dass du aus Böhmen kommst. Siehst eigentlich nicht danach aus.«

»Ich habe dort gelebt. Geboren bin ich woanders.«

»Wusste ich es!«, freute sich Mila und sah sich in ihrer Fähigkeit bestätigt, Menschen nach dem Aussehen ihrer Herkunft zuordnen zu können. »Sag mir erst deinen Namen und dann erzähl, warum du geweint hast. Sogar die Freier nennen einen Namen, bevor sie loslegen.«

Katharinas Unterlippe zitterte. Sie erinnerte sich an die Einsamkeit, die sie im Findelhaus verspürt hatte und die sie erneut überrollte. Die Wärterin beglückwünschte sie damals mit aufrichtiger Freude. Die Frau, die sie aufnahm, war die Gattin des Forstverwalters irgendeines böhmischen Grafen und hatte selbst zwei Mädchen. Das jüngste war in ihrem Alter und lange Zeit recht krank. Der Graf hatte das kranke Kind zu einem bekannten Wiener Arzt bringen lassen. Das Mädchen war gesundet und als gottgefälliges Werk wollte die Frau des Forstverwalters ein Kind aufnehmen. Mit der Anweisung, sich mit dem Fragen zurückzuhalten, war Katharina der ihr fremden Frau übergeben worden, deren Sprache sie nicht verstand.

»Heißt das, du hast Deutsch verlernt?«

»Es gab dort einen Förster. Kostron. Der war oft beim Onkel und hat mit mir deutsch geredet und mir vorgelesen. Er hatte im Winter immer kleine Eiszapfen in den Barthaaren hängen. Während er dem Onkel Bericht erstattete, befreite ich ihn von den Eisstückchen. Er hat gesagt, dass es wichtig sei, die Sprache nicht zu vergessen. Man könne nie wissen.«

»Kluger Mann. Der Kaiser spricht immerhin deutsch«, meinte Mila. »Und hattest du es gut dort?«, fragte Mila bang.

»Oh ja, und wie«, schwärmte Katharina und ein Leuchten zeigte sich in ihren vorhin noch so traurigen Augen. »Tante Mařka meinte, ich könne sie beide Vater und Mutter nennen. Das konnte ich nicht.« Sie sah ihre Mama noch nach all den Jahren mit geschlossenen Augen und kalter Haut auf der Bettstatt liegen. »Von da an hatte ich einen Onkel und eine Tante und zwei Cousinen. Der Onkel konnte Geschichten erzählen, da kam einem das Staunen. Ich habe ihm so gerne zugehört, wenn er etwas erzählt hat. Er meinte oft, ich sei naseweis und viel zu neugierig. Im Frühling kamen viele Leute vorbei. Manchmal war ein Schindelmacher für längere Zeit auf dem Gut, um das Dach der Scheune oder des Stalls zu reparieren. Wir hatten einige Stück Vieh und mindestens zwei Schweine und ganz viel Geflügel. Da schlüpften die Küken eins nach dem anderen. Der Frühling war wundervoll, mit all den Blumen. Zuerst blühten Huflattich, Gänseblümchen und Fingerkraut. Zu unseren Aufgaben gehörte es, die Haselnusssträucher im Vorgarten auf die winzig kleinen roten Fruchtblüten hin zu untersuchen. Weißt du, die Anzahl der Blüten sagt einem, wie viele Nüsse es geben wird.«

»Das sind bestimmt eine ganze Menge. Kannst du gut zählen?«, fragte Mila, der von dem Wortschwall des Mädchens der Kopf schwirrte.

»Natürlich. Ich war in der Schule. Ein Jahr nachdem ich zur Tante und zum Onkel gekommen war, wurden ich und Lorča in die Schule in Radnice geschickt. Wir brauchten fünfundzwanzig Minuten runter, bei gutem Wetter. Im Winter war der Weg beschwerlicher. Im Herbst konnte es mit all dem Matsch auch eine ziemliche Plackerei sein.«

»Sie haben dich gerngehabt, wie mir scheint. Warum musstest du weg? Wie alt bist du?«

»Zehn. Mit zehn Jahren wird man aus der Findelanstaltspflege entlassen. Wenn man nicht bei der Pflegefamilie bleiben kann, wird man zurückgeschickt und die überstellen einen dann zur eigenen Familie oder an die Heimatgemeinde.«

»Warum konntest du nicht bleiben?«, fragte Mila erneut.

»Der Onkel ist gestorben«, presste Katharina hervor. Milas Betroffenheit war echt. Sie wartete geduldig bis die Kleine sich gefangen hatte und von alleine weitererzählte. »Es war ein Unfall. Einige Tage nach Weihnachten erhielt er vom Grafen den Auftrag, Bäume zu fällen. Der umstürzende Baum begrub ihn unter sich. Die Tante brach ohnmächtig zusammen, als man den toten Onkel nach Hause brachte. Im Frühjahr teilte sie mir mit, dass sie nach Třeboň umziehen würden. Ihre älteste Tochter Bedřiska wohnt dort seit zwei Jahren bei einem Notar und dessen lediger Schwester. Er war ein Freund des Onkels. Auch Lorča wäre im Herbst dorthin geschickt worden. Dann starb der Onkel, und die Tante stimmte dem unerwarteten Heiratsantrag des Notars zu. Ich bettelte, sie begleiten zu dürfen. Der Notar wollte das nicht. Ich nannte ihn einen gemeinen Hund. Doch die Tante meinte, es wäre rechtschaffen genug, eine Witwe mit zwei Töchtern zu heiraten. Mehr könne sie nicht verlangen. Tante Mařka und Lorča packten ihre Sachen und bestiegen weinend eine Kutsche. Am gleichen Tag wurde ich von einem Mann, den ich nicht kannte, in einen Wagen gesetzt und ich verließ das Forsthaus. Ich habe nicht geweint. Dafür kann ich jetzt nicht mehr damit aufhören.«

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