Sabrina Schmid - Das Kreuz im Apfel

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Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Das Gebär- und Findelhaus soll die hohe Mordrate an unerwünschten Neugeborenen senken. Ein Assistenzarzt sucht verzweifelt nach der Ursache des tödlichen Kindbettfiebers. Die Studenten erheben die Waffen und kämpfen gegen die absolutistische Unterdrückung. Eine Baronin gründet den ersten demokratischen Frauenverein und schafft sich damit mächtige Feinde.
Dieses Umfeld bildet den historischen Hintergrund für die Geschichte von Katharina, eine bildungshungrige und mutige Frau, die die Liebe an einen Scheideweg bringt.

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Am darauffolgenden Tag packte sie eines der Neugeborenen und fuhr mit dem Wagen davon. Katharina, Josef und die beiden älteren Mädchen blieben mit dem Zwillingsmädchen zurück. Bald entdeckten die Kinder, dass es sich am besten beruhigen ließ, wenn man ihm den kleinen Finger in den Mund steckte. So wechselten sie sich den ganzen Tag darin ab und ließen es mal am eigenen, mal am Finger des anderen saugen, bis die Großmutter am Abend heimkehrte und wortlos das Geschwisterchen und einen weiteren Säugling mitbrachte.

2

September 1833, Wien

»Die Zustände in der Außenpflege sind vielerorts untragbar! Davor können wir nicht die Augen verschließen!«

»Die Leitung verschließt keineswegs die Augen davor. Fällt so eine Pflegepartei dem Visitator ins Auge, wird sie mit sofortigem Entzug des Pfleglings bestraft.«

»Der letzte Fall ist äußerst pikant. Beim Bericht des Visitators überkommt einen das Schaudern. Es zeigt erneut, dass die derzeitigen Kontrollen nicht ausreichen. Über Jahre hinweg hatte dieses Weib aus Ottakring Kinder aus dem Findelhaus in Pflege. Keiner wusste, welch unehrbarer und verwerflicher Machenschaften sie sich dazu bediente. Im Protokoll heißt es und ich zitiere: Nachdem ich an ihrer verschlossenen Tür eine geraume Weile gewartet hatte, kam sie, angeblich aus der Apotheke zurück, und welcher Anblick bot sich mir nun in der bewussten Stube dar! Auf einem elenden, über zwei Tische gebreiteten Strohlager lagen vier Findlinge, keiner noch zwei Monate alt, nebeneinander; drei davon vom Durchfall besudelt, der vierte, vielleicht seit einer Stunde schon, tot … Die Untersuchung des Falles wurde umgehend eingeleitet und was dabei herauskam, kann getrost als verbrecherisch bezeichnet werden.« Der Redner machte eine bedeutungsschwere Pause, um die versammelte Kommission auf die erschreckenden Einzelheiten der Untersuchung einzustimmen.

»Vom Herbst 1825 bis zum ersten Halbjahr 1833 nahm die verheiratete Bäuerin Therese Hochstätter siebzehn Findlinge auf. Die ersten sieben starben nach spätestens einem Monat. Die Verordnung des Findelhauses, nur an Brustparteien abzugeben, umging diese Person, indem sie ihre erst kürzlich niedergekommene Tochter schickte. Die beiden etwa siebenjährigen Mädchen und der fünfjährige Junge, die trotz erbärmlicher Zustände der Säuglinge, guter Gesundheit vorzufinden waren, befinden sich mittlerweile in anderweitiger Pflege. Über die Zuständigkeit für das Mädchen, das Katharina genannt wird, jedoch nirgends aufscheint, weder bei der weltlichen Obrigkeit noch im Taufregister, wird derzeit noch beraten. Der Pfarrer, ein gewisser Johann Lutner, gibt an, nichts von den Zuständen gewusst zu haben. Er hat die Pfarre in Ottakring vor einem Jahr von dem verstorbenen Pfarrer Gregor Kaller übernommen. Dieser hatte der Therese Hochstätter jahrelang die Ehrzeugnisse ausgestellt.« Der Kommissär massierte seine Schläfe, bevor er mit seinem Schreckensbericht fortfuhr. »Johann Hochstätter gab bei der Vernehmung zu, seine Tochter mehrmals geschwängert zu haben. Wie viele Kinder er tatsächlich mit ihr gezeugt hatte, konnte er nicht konkret angeben. Mit den Betrügereien am Findelhaus hatte er angeblich nichts zu tun. Dies war alleiniges Nebengeschäft seiner Gattin. Zwei der vier Säuglinge, die der Visitator Mückisch laut seinem Bericht auf dem Küchentisch aufgereiht vorfand, stammten aus dem Findelhaus. Unhaltbare Zustände! Diese raffgierigen Frauen tun den Findlingen nicht einmal die nötigste Pflege an.«

»Das ist keine neue Erkenntnis, so traurig sie sein mag. Die Findlingspflege hat sich in gewissen Regionen sozusagen zu einem eigenen Erwerbszweig entwickelt. Da kann noch so oft an den Christenmenschen appelliert werden. Reiche, wohlsituierte Familien nehmen selten einen Findling auf. In der Regel sind es die armen Volksklassen, die sich mit dem Kostgeld oft selbst über die Runden bringen.«

»Die ordentliche Versorgung der Kinder muss trotz dieser Tatsache sichergestellt werden. Darin sind wir uns hoffentlich einig. Eine neue Regelung über die Kontrollorgane wird hermüssen.«

»Werte Herren, nicht nur die Zustände außerhalb sind untragbar, auch der Zustand im Haus.«

»Wie dürfen wir das auffassen?«

»Ich zitiere gerne eine Stelle aus dem Bericht besagten Arztes. Er ist seit dem Jahr 1810 Aufseher der Findelanstalt. Ich kenne ein Weib, welches in einem Jahr zum 13. Male einen lebenden Findling gegen einen unter ihren Händen gestorbenen erhielt. «

»Worauf genau wollen Sie hinaus?«

»Stellt sich das nicht verständlich dar? Dann erkläre ich es gerne. Diesen gottlosen Weibern wird durch die losen Gesetze der Findelanstalt noch die Hand gereicht. Wie kann es angehen, dass eine Frau ihre Tochter vorschickt, ausgestattet mit fremden Zeugnissen, und einen Findling nach dem anderen überreicht bekommt. Wie kann es angehen, dass der Pfarrer gutgläubig Sittlichkeitszeugnisse ausstellt, obwohl in dem Hause Notzucht und wer weiß was noch vorgeht? Es muss von Grund auf an anderen Stellen angesetzt werden. Eine härtere Reglementierung der Abgabe und vor allem eine stärkere Kontrolle der Pflegefrauen vor der Zuteilung eines Kindes müssen her!«

Doktor Franz Mückisch, langjähriger Visitator der Findelanstalt, dachte seit jenem Tag ernsthaft daran, sein Kündigungsgesuch einzureichen. Laut den Aufzeichnungen, die er von der Findelanstalt hatte, befanden sich im August 1833 fünf Kinder bei dieser Pflegepartei. Diese hohe Zahl hielt ihn dazu an, trotz seines bisherigen guten Bildes, das er von der Kostpartei hatte, eine außertourliche Visitation anzusetzen. Seine Zählung vor Ort ergab vier vernachlässigte und von Kot besudelte Säuglinge. Eines davon war mit Sicherheit bereits einige Stunden tot. In den Ecken kauerten vier größere Kinder. Er hatte der Pflegefrau die Papiere aus der Hand gerissen und sie aufgefordert, ihr die zwei Säuglinge aus der Findelanstalt anzuzeigen. Eines der älteren Mädchen hatte wie verrückt zu schreien begonnen, als die Frau auf die zwei schwächsten, aber noch lebenden Säuglinge deutete: »Die sind aus dem Bauch der Mutter!« Der Visitator stand in der nach kranken Ausscheidungen stinkenden Stube und schwor sich, das Schreiben mit seiner Kündigung noch am selben Tag aufzusetzen. Er flüchtete mit einem lebenden Säugling, zwei größeren Mädchen, einem Jungen und einem in Tücher eingeschlagenen kleinen Leichnam aus der Dunkelheit dieser Höllengruft. Ob er die richtigen Kinder mitgenommen hatte, konnte er nicht gesichert sagen. Es waren zumindest fünf an der Zahl, das Geschlecht stimmte und das Alter kam in etwa hin.

Noch in derselben Woche erschien die Polizei in Begleitung des vierzigjährigen Pfarrers. Die Großmutter bestritt unter Berufung auf Gott die Existenz von zwei weiteren Säuglingen im Haus, wie es der Visitator Mückisch in seinem Bericht vermerkt hatte. Die kleinen Körper der Zwillingsmädchen wurden nur wenige fingerbreit unter der Erde im Gemüsegarten zwischen den Kürbissen entdeckt. Katharina war froh, dass die Großmutter sie nicht zwischen den Karotten verscharrt hatte. Die Großeltern wurden unter lautem Protest aus der Stube geführt und weg waren sie.

Katharina stand vor dem schäbigen Haus und starrte ihnen hinterher. Pfarrer Lutner bedeutete ihr, ihm zu folgen. Der Visitator hatte ihn in einem Schreiben dazu angewiesen, das Kind für einige Tage in seine Obhut zu nehmen, bis die Zuständigkeit für die Versorgung des Mädchens geklärt sei. Johann Lutner wünschte sich zum wiederholten Male in seine alte Pfarre in Hollern bei Bruck an der Leitha zurück.

Vor ihnen tauchten der Pfarrhof und die Kirche auf. Er erinnerte sich nur zu gut an seine Ankunft vor einem Jahr in der Pfarrei Ottakring. Die Aufschrift ober der Kirchentüre Dilexi decorem domus tuae stellte sich nach einem ersten Rundgang als Ironie erster Güteklasse heraus. Die Kirche war innen rot und gelb gefärbelt, recht stark in die Augen fallend. Der Tabernakel, die Kanzel und die Orgel waren grün angestrichen. Der Kanzel gegenüber stand ein grün angestrichener Kasten mit einem Krippel. Zwei geschnitzte und bemalte Engel von ungleicher Größe auf braunen Fußgestellen thronten auf dem Hochaltar, auf welchem nur vier alte zerbrochene Leuchter standen. Auf beiden Seiten der Wand waren zwei Bretter angenagelt, nach der Form Johannes und Maria ausgeschnitten. In der Mitte des Altars an der Wand hing die Abbildung des sterbenden Heilands am Kreuze in einem schwarz angestrichenen, weichen Rahmen. Dieses Bild ließ er zwar putzen, aber das Gemälde blieb wegen seines Alters undeutlich und schwarz. Seit seiner Ankunft war er nur auf Übelstände gestoßen. Er hatte mit konsequenter Strenge versucht, die Kassen und das Armeninstitut zu ordnen und die Kirchenzucht zu heben. Seine Bemühungen brachten ihm Widerstand und Anfeindungen ein. Unter sich hielten die Ottakringer nicht zusammen, aber gegen jene, welche hier nicht aufgewachsen waren, war der Zusammenhalt ein fester.

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