Susanne Daig - Der Mathematikerblues
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Beides wird im Fernsehen gezeigt. In den gängigen Tageszeitungen und Zeitschriften wird fleißig kommentiert. Man fragt sich zum Beispiel, warum Frau Hohlmeier, deren Kinder ja bekanntlich ohne Stress die Waldorfschule besuchen durften, von der Bildfläche verschwand, nachdem sie G8 durchgefochten hatte. Das ist echt schade, so kann ihr niemand mehr den Hintern verhauen wegen dieser dämlichen G8 Idee.
Am Wochenende sitze ich mit meiner ältesten Tochter am Küchentisch. Frauke macht mal wieder Urlaub von ihrem Freund: „Mama, der nervt, ständig sitzt er am Laptop und spielt.“
Sie sitzt bei mir in der Küche und liest mir aus dem Main-Echo vor. „Das hat richtig Wirbel gegeben“, kommentiert sie. „Was?“, ich lese die Schlagzeile, die zwischen den Händen meiner erstgeborenen Blondine schwebt. „G 8 auf dem Prüfstand, haben die Politiker versagt?“, lautet die Schlagzeile in der Boulevardpresse. Dann lese ich noch: „Mathematiklehrer treibt Kind in den Tod, bayernweit Protestaktionen gegen die aktuelle Schulpolitik.“
„Ich bin überrascht, dass endlich mal jemand was merkt“, kommentiert Frauke unsichtbar hinter ihrer Zeitung. „Jede Menge Leserbriefe im Main-Echo!“ Sie überfliegt die Seite und schüttelt entgeistert den Kopf: „Was da alles ans Tageslicht kommt, du glaubst es nicht!“ „Hoffentlich fangen sie mal an ordentlich gegen das System zu motzen, G8 gehört einfach wieder abgeschafft“, meine ich erfreut.
Frauke liest mir vor: Mit Drogen durchs Gymnasium! Durch den permanenten Schulstress sind inzwischen viele Schüler medikamentenabhängig. Schmerz, Konzentrations- und Beruhigungstabletten sind in fast jeder Büchertasche. Martha Heimberger, Mainaschaff. „Sie hat vergessen zu schreiben, dass man für 5 € an jeder Schule einen Joint kaufen kann, fertig gedreht,“ füge ich hinzu. „Woher weißt du das denn?“ „Ich habe einen konfisziert.“ „Und hast du ihn auch geraucht?“, fragt Frauke. Ich dementiere.
Ein Apotheker schreibt auch was dazu“, sagt meine Tochter und beißt gemütlich in ihr Croissant: „Bin ich froh, dass ich G9 war. Also“, liest sie vor.
Wir Apotheker und Ärzte sind hilflos angesichts der Anzahl ratsuchender Eltern, die nicht mehr ein und aus wissen, weil ihre Kinder unter massiven Stresssymptomen leiden. Wie zum Beispiel Schlafstörungen, Essstörungen, Depression oder neuerdings auch Ritzen. Die ganze Familie steht Kopf, wenn ein Kind aus dem Gleichgewicht gebracht ist“ Apothekerin Karin Gummersbach, Aschaffenburg.
„Oder der!“, mümmelt sie mit vollem Mund. Jeder, der in der Schule nicht richtig mitkommt, hat plötzlich ADHS oder ADS und kriegt eine Pille. Ist das noch normal? Wer weiß, was das für Spätfolgen hat? Man züchtet sich medikamentös gedopte lebende Zeitbomben, die irgendwann einmal austicken können, weil Ritalin die Verbindung der Amygdala mit dem Frontallappen des Gehirns unterbricht.
„Wer ist denn Amygdala, Mama?“, fragt mich meine Tochter. „Ich denke du hattest Biologie Leistungskurs, das müsstest du eigentlich gelernt haben?“
Ungeduldig knöpfe ich ihr die Zeitung ab. Ich will auch mal lesen. „Hey, die ist mir. Ich lese jetzt!“ „Nein, die ist mir, weil, ich hab sie bezahlt.“ „Aber ich hab sie reingeholt!“ Wir machen ein bisschen das alte Ja/Nein- Spiel und dann reiße ich ihr das Informativblatt endgültig. „Außerdem bin ich direkt betroffen“, knurre ich. „Ja schon“, kichert sie. „Aber du darfst ja nicht öffentlich motzen, weil du verbeamtet bist.“ „Verbeamtet sein, ist nämlich wie Maulkorb tragen müssen!“ „Hast du ne Ahnung“, kontere ich und oute mich mit meinem Demoerlebnis.
Danach führe ich mir alle Leserbriefe zum Thema G8 zu Gemüte und bin nicht sonderlich überrascht über die Inhalte, aber doch sehr erfreut, dass die Öffentlichkeit so empört reagiert.
Ein Kind wird zu Grabe getragen
Am folgenden Wochenende findet die Beerdigung statt. Carlas Klasse, viele Eltern und die meisten Lehrer sind anwesend. Meinrad Blum fehlt. Also ich wäre auch nicht gekommen, nicht dass mich noch einer hinter dem Sarg her in die Grube schubst. Die Mutter im eleganten Kostüm und die wenigen Verwandten ebenfalls recht adrett, stehen ganz in Schwarz am Grab im hinteren Teil des Altstattfriedhofs und lauschen der Predigt.
Als der Pfarrer die erste Schaufel Erde auf das Grab wirft, ertönt ein gellender Schrei. Carlas Mutter bricht schluchzend am Grab zusammen.
Alle schauen peinlich berührt und versuchen woanders hin zu schauen. Ich kann diese emotionalen Sparbüchsen nicht ab und gehe mal rüber zu ihr, da sie immer lauter schluchzt und ganz alleine da steht. Ich streiche ihr über den Rücken. Dann nehme ich ihre Hand und tätschle sie. Das hätte ich nicht tun sollen. Ihre geballte Trauer kommt zu meiner dazu und bei mir öffnen sich jetzt auch alle Schleusen. Ich heule los, wie ein Schlosshund. Wir beide heulen und schniefen schaurig und machen uns zum Affen. Ach was solls!
Als alles vorbei ist, schaut mich Carlas Mutter ganz intensiv an, berührt ganz sanft meine Wange mit den Fingerspitzen, sagt heiser „danke“, wendet sich ab und schlurft gebeugt und einsam davon. Es ist ein seltsam prüfender Blick, der mich da gestreift hat. Er hat etwas in mir berührt, es fühlt sich an, wie irgendetwas, das ich schon lange kenne.
Mein Chef, der in der Nähe steht, schaut mich äußerst pikiert an. Er ist nicht der Freund von emotionalen Ausbrüchen. Ich halte seinen missbilligenden Blick aus und gewinne, er schaut als erster weg.
Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Sigrid Übel, unsere Sekretärin, Carlas Mutter nachläuft. „Cornelia“, ruft sie Frau Faber beim Vornamen. Ich wusste gar nicht, dass die beiden sich kennen. Ich beschließe, Sigrid demnächst danach zu fragen.
Ich schaue in die Runde und blicke in Gesichter, die Kummer, Wut und Fassungslosigkeit ausdrücken. Viele wirken vom Weinen ganz zerrupft und mitgenommen. Ich bin nicht die einzige die geheult hat. Nach dem Begräbnis laufen wir zusammen Richtung Ausgang und reden über Carla.
Ihre beste Freundin Marlene henkelt sich bei mir ein. Sie macht sich bittere Vorwürfe: „Ach Frau Sorglos, wenn ich geahnt hätte, was sie vorhat! Ich hätte ihr so gerne geholfen. Aber sie war immer so still und in sich gekehrt. “ Ich ignoriere das Sorglos und streiche ihr beruhigend über die Wange: „Das glaube ich dir, mir geht es genauso.“
Da tippt ihr jemand auf die Schulter. „Ihr Bayern seid doch viel zu obrigkeitshörig um irjendwat zu kapieren! “ „Anselm, was machst du denn hier?“, ruft sie erfreut und wirft sich dem Jungen an den Hals. Es ist der Berlinflüchtling, ein hübscher und pfiffiger Kerl mit einem blonden Lockenkopf. Er war, so weit ich das damals mitbekommen habe, das Opfer der Liebeshändel seiner Mutter, die ihn von einer freien Berliner Schule ins altmodische Bayern emigriert hatte. Ich erinnere mich heute noch gerne an den Tag, als Anselm aus dem Unterricht desertierte, denn ich war Zeugin der Auseinandersetzung. Es war an einem Montagmorgen. Ich war unterwegs in meinen Englischunterricht und etwas zu spät dran. Ich lief an der Klassenzimmertüre der 10 b vorbei und hörte ein Mordsgeschrei. Anselm Baumeister und Meinrad Blum, ich erkannte sie an den Stimmen.
Da muss man natürlich stehen bleiben und lauschen. Die Auseinandersetzung war auch so kurios, dass man einfach nicht anders konnte als zuzuhören. Und ich bin außerdem nun einmal schrecklich neugierig. Anselm, an die demokratischen Strukturen einer freien Schule gewöhnt, machte generell viele Schwierigkeiten und er hatte den Mut sich dem System entgegenzustellen. Er war sozusagen Freigeist von Natur aus und eckte daher mit unserem bayerischen Law and Order System ständig an.
Im ganzen Treppenhaus hörte man ihn empört schreien: „Was du willst jetzt eine Probe schreiben, so einen Scheiß mach ich nicht mit! Eh Mann, an meiner Schule bestimmt man selbst, wann man eine Probe schreibt. Nämlich dann, wenn man den Unterrichtsstoff kapiert hat. Wenn du aber nicht ordentlich erklärst, kann ich es auch nicht kapieren. Dann schreibe ich auch keine Probe.“ „Und ob du die Probe mitschreiben wirst, du Früchtchen, wie kommst du auf die Idee, du hättest eine Wahl?“, kreischte Blum entsetzt wegen der Kühnheit dieser Idee zurück. „Nee, mach ich nicht! Wie willst du mich dazu zwingen?“ „Na warte, und ob, du schreibst, sonst gibt es nämlich einen Verweis“, drohte der bayerische Beamte pflichtgemäß.
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