„ Ja ja, macht doch, was ihr wollt“, meint sie und verschwindet nach oben.
„ Jeder verarbeitet seinen Schmerz und die Trauer anders …“, murmelt April, als ich sie traurig ansehe.
Ich fühle mich wie erschlagen, finde keine Kraft mehr, in meinem Kopf herrscht völlige Leere. Bestimmt sehe ich auch nicht besser aus als die beiden. Ich habe mir einen Zopf für die Nacht gemacht und der hat sich ganz schön aufgelöst. Überall hängen Strähnchen heraus und bestimmt habe ich noch dunklere Augenringe als April.
„ Hilfst du mir?“, fragt sie dann und sieht mich erwartungsvoll an.
„ Ja, klar. Ich will es auch unbedingt herausfinden.“
Auf einmal steht Carmen wieder auf der Treppe. „ Es hat geklingelt. Die holen Jessica jetzt“, erklärt sie düster und öffnet die Tür.
April und ich sehen uns mit glänzenden Augen an, aber wir bleiben sitzen. Ich habe überhaupt nichts gehört …
„ Ich habe mich schon von Jessy verabschiedet“, sage ich und April nickt.
„ Ich mich auch. Aber am liebsten hätte ich ihre Hand genommen.“
„ Ja, ging mir genauso.“ Wir sehen, wie zwei Männer den Sarg wieder aus der Tür tragen und sich verabschieden. Ich atme tief ein. Wie wird ein Leben wohl ohne Jessica? Wie soll es ohne sie weitergehen?
„ Wir müssen es Paul sagen. Die haben gestern auf der Party doch so wild rumgeknutscht“, flüstere ich und April stimmt mir zu.
Sie holt Stift und Zettel aus einer Schublade und schreibt auf, was wir machen sollen. 'Wen wir verdächtigen' schreibt sie in Großbuchstaben auf. Sofort meint April: „ Die Fremden, die keiner eingeladen hat.“
„ Du meinst die Freunde von den Freunden und die Freunde von den Freunden von den Freunden?“
„ Ähm … ja. Irgendwie so. Und eure Kollegen.“ Was?
Mein Herz setzt einen Schlag aus. „ Nicht dein Ernst oder?“
„ Doch, man kann ja nie wissen … und dieser Chris hat dich doch so schräg angemacht. Vielleicht hat er auch Jessica umgebracht.“
„ Aber … das sind Ärzte! Die retten Menschenleben!“ Okay, ich weiß. Kein wirkliches Argument. Aber ich glaube nicht, dass einer von ihnen Jessica umgebracht hat. Wenn es überhaupt Mord war und kein Selbstmord.
Ich bin kurz davor, April von meiner Vermutung zu erzählen, aber ich lasse es dann doch lieber. „ Und … willst du jetzt jeden einzelnen von den Fremden ausfindig machen und zur Rede stellen oder was?“, frage ich und habe keine Ahnung, wie wir je den Täter finden sollen. Der ist bestimmt schon längst über alle Berge. „ Wenn's sein muss, ja. Was willst du denn sonst machen?“
„ Keine Ahnung“, gebe ich kleinlaut zu. „ Also, ich frage meine Kollegen morgen nicht, ob sie vielleicht unsere beste Freundin umgebracht haben. Nee, danke. Das kannst du machen, wenn du die unbedingt verdächtigen musst.“
„ Ja, kann ich ja auch verstehen. Das verlange ich auch gar nicht von dir …“
So geht das den ganzen Tag noch weiter. Wir diskutieren, wen man noch verdächtigen könnte, ob uns nicht doch etwas aufgefallen ist und trauern um unsere Jessica.
Fazit: Wir tappen völlig im Dunkeln.
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