Reiner Kotulla - Ausstand

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Jonas Bogner erbt ein Haus in der Wetzlarer Sandgasse. Endlich kann er seiner Leidenschaft, der Geschichte des Industriezeitalters, nachgehen. Doch immer wieder wandern seine Gedanken zu Vera Dauer zurück. Er will sie vergessen, versucht es mit räumlichem Abstand und fährt in die Toskana. Doch auch dorthin verfolgt sie ihn. Er lernt eine Frau gleichen Vornamens kennen. Auch sie ist auf der Flucht. Sie lädt ihn ein, und er folgt ihr in den Norden Sardiniens, wo sie in einer Ferienanlage eine neue Aufgabe gefunden hat.
Dort gibt es bald Probleme, die zu sozialen Spannungen führen, denen sich Jonas Bogner nicht entziehen kann. Er lernt Mascha Rudow kennen, eine scheinbar leichtlebige Studentin. Den Schriftsteller zieht es zurück nach Wetzlar, wo er die Arbeit an seiner Bergarbeitererzählung fortzusetzen gedenkt. Seinen Protagonisten, Alfred Karella, lässt er die erste große Liebe erleben, die Blütezeit der Eisenerzgrube «Amanda» bei Nauborn um das Jahr 1906 und deren Ende.
Schließlich kann Jonas Bogner in der Frühlingssonne Sardiniens, seine Arbeit an dem Bergarbeiterroman zu Ende führen. Elena, eine Kollegin, lässt ihn auf andere Gedanken kommen.

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Jetzt beschloss er, einen Spaziergang durch das interessante historische Zentrum dieser Stadt zu machen. Dabei setzte er in Gedanken fort, was ihm vor dem Überfall der Alten durch den Kopf gegangen war, um es später, in seinem Zimmer aufzuschreiben. Er hatte sich also entschlossen, sowohl ein Gaststudium der Geschichte an der Gießener Uni aufzunehmen, als auch sich das nötige Wissen im Bedarfsfalle anzulesen. Für einen „gelernten" Historiker mochte das überheblich klingen, doch woraus besteht ein Studium, wenn nicht aus Hören, Lesen und Anwenden von Wissen.

Vor Kurzem hatte er den berühmten Bergarbeiterroman von Emile Zola, Germinal, gelesen, was ihn auf die Idee gebracht hatte, im Tal der Lahn zu forschen. Denn hier war schon in grauer Vorzeit Eisenerz gefördert worden, zuerst im Übertageabbau und später auch tief unten im Gestein.

Etwa um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert wollte er die Geschichte ansiedeln, die auch eine tragische Liebe beinhalten sollte, eine, wie er sie selbst erlebt hatte. Erlebt, erduldet, erlitten, erhofft, erfahren, ja, was auch immer.

In seinem ersten Leben, so bezeichnete er die Zeit vor Vera Dauer, war er Journalist gewesen, besser Artikelschreiber, bei einer regionalen Zeitung. Dort bestand seine Aufgabe zum Beispiel darin, neunzigjährige Bewohner der zum Leserbereich gehörenden Ortschaften aufzusuchen und sie nach besonderen Ereignissen in ihrem Leben zu befragen.

Immer wieder hörte er sich ähnliche Geschichten an: Frauen, die von ihren Kindern, Enkelkindern und Urenkeln erzählten, und Männer, die ihre „besten Jahre" in Frankreich, Norwegen, Afrika, Kroatien oder Russland verbracht hatten. Ja, sie waren herumgekommen, hatten sich durchgeschlagen im wahrsten Sinne des Wortes, bei El Alamein, am Nordkap oder in Stalingrad. Einer hatte in seiner Gegenwart zu singen begonnen: „Ob´s stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht, der Tag glühend heiß oder eiskalt die Nacht“, vom Panzer der vielen zum „ehernen Grab” geworden war. Doch der Sänger hatte überlebt, war heimgekehrt ins Egerland und hatte dort vergeblich nach seinen Angehörigen gesucht, bis er von einem Kommunisten, der hatte dableiben dürfen, erfahren musste, dass man sie davongejagt hatte, die „Henlein-Faschisten“, zurecht, wie der Mann betonte. Und er, der „Naziheimkehrer“ sollte am besten auch gleich verschwinden, nach Deutschland, von wo aus das Jahrhundertverbrechen seinen Lauf genommen hatte.

„Dieses Kommunistenschwein“, meinte der Jubilar, sei dann '68 von den tschechischen Freiheitskämpfern zurecht aufgehängt worden, hätte ihm ein „alter Kammrad“ damals geschrieben.

Er aber hätte seine Familie in Braunfels wiedergefunden, sei bald der Egerländer Gmoi beigetreten. Jahrelang hätten sie gehofft, in die alte Heimat zurückkehren zu können. Aber die sei ja von den Sozis ohne Gegenleistung verschenkt worden.

An dieser Stelle bat Jonas Bogner den Opa um ein Bild aus guten Tagen. Der kramte in einem alten Schuhkarton und förderte schließlich ein Bild zutage, das ihn als Gefreiten in der Wehrmachtsuniform zeigte.

Aus dem Gehörten formulierte er dann einen Neunhundertzeichenartikel und hatte dabei große Mühe, die Lebensweisheiten des alten Mannes zu verschweigen.

Dann war da noch das diamantene Hochzeitspaar aus Leun. Diesmal war die Frau berufen, zu berichten. Sie schwadronierte über ihre schöne Zeit beim „Bund deutscher Mädel“, zeigte ihm das Mutterkreuz, auf das sie heute noch stolz sei. Und wieder hatte er den Neunhundertzeichenartikel geschrieben. Und dazu das Hochzeitsfoto, das sie im schwarzen Kostüm und ihn in der Unteroffiziersuniform zeigte. Im Vergleich zu diesen Berichten empfand er solche über die Jahreshauptversammlung eines Kleintierzüchtervereins noch als angenehm.

Nach dem Tod seiner Erbtante und einem anderen tiefen Einschnitt in sein Leben hatte er diese Tätigkeit aufgegeben, war in eines der geerbten Häuser gezogen: drei Zimmer, Küche, Bad, mit einer kleinen Dachterrasse im obersten Stockwerk, inklusive der Aussicht auf Dächer der Wetzlarer Altstadt. Verregnet zurzeit, weshalb er geflüchtet war.

Zwei

Es wurde Abend in Arezzo. Er fand ein Lokal, wurde an den letzten freien Tisch geleitet. Nach Spaghetti stand ihm der Sinn. Gerade hatte er die Bestellung aufgegeben, schaute gedankenverloren auf die Straße hinaus, als ihn ihre Stimme aufschreckte: „Ist der Platz noch frei?”

Im ersten Moment fühlte er sich gestört, doch als er hochschaute, in grünblaue Augen blickte, ihr Lächeln sah, machte er eine einladende Handbewegung, auf den Stuhl hin, ihm gegenüber.

Ein Tisch nur für zwei Personen. Wenn man sich da eine Zeit lang gegenübersitzt, entsteht eine unangenehme Situation, ähnlich einer solchen im Fahrstuhl: Zuerst schaut man an seinem Gegenüber vorbei an die Wand, dann ein kurzer, verstohlener Blick, und wenn es dann echt unangenehm wird, ist man hoffentlich im richtigen Stockwerk angekommen.

Doch diese Etage gab es hier nicht, so war die Frage, wer hält den Zustand am längsten aus?

Da räusperte sie sich, als hätte sie eine Sprachbarriere zu überwinden: „Sie sprechen Deutsch, nehme ich an?“

Eine gute Ausgangssituation.

„Ja, aber woraus schließen Sie das?“

„Sie sehen aus wie ein Deutscher.“

Eine weitere Steilvorlage.

„Woran erkennen Sie einen solchen?“

„Erwarten Sie jetzt eine Personencharakteristik des typischen Deutschen?“

„Ich glaube, den gibt es nicht.“

So hätte es weitergehen können, wenn die Frau ihm gegenüber nicht plötzlich gelacht hätte und auf seinen fragenden Gesichtsausdruck hin dem Bla Bla ein Ende gemacht hätte.

„Genug gefloskelt, was hat Sie hier hergetrieben?“

„Wenn ich ehrlich bin, das Wetter und eine Gelenkstelle, die sich für mich ergeben hat.“

Kaum dass er es heraushatte, wurde er sich bewusst, dass das eine Erklärung verlangende Gegenfrage zur Folge haben würde. Die kam auch prompt: „Wie darf ich das verstehen – ich meine nicht das Wetter.“

„Ganz einfach, ich beginne gerade ein neues Leben, treibe historische Studien auch in der Absicht, mein altes Leben zu beschreiben.“

Wenn sie jetzt oberflächlich reagierte, nahm er sich vor, esse ich meine Spaghetti, trinke den Vermentino, bezahle und gehe mit den Worten: Ich will denn mal. Und sie reagierte, dass es ihm gefiel. „Ah ja?!" Jetzt war er an der Reihe: „Und Sie?"

„Nicht wegen des Wetters, wohl aber auch, um irgendwo neu anzufangen.“

„Interessant, dann haben wir ja Ähnliches im Sinn.“

Eine Weile schwiegen sie beide. Jonas Bogner wartete mit dem Bezahlen, bis auch sie fertig gegessen hatte.

Schließlich standen sie auf der Straße.

„Ja dann, war nett, Sie getroffen zu haben“, eröffnete sie den Abschied.

„Danke ebenso“, sagte er, meinte aber anderes.

Die klassische Szene, er nach rechts, die Straße hinunter, sie nach links, bergan.

Doch nichts dergleichen, beide liefen sie bergan, hatten, wie sich herausstellen sollte, dasselbe Ziel, wohnten im gleichen Hotel. Da war es selbstverständlich, nach einer Fortsetzung des Gesprächs zu fragen. Sie verabredeten, dass sie sich an der Hotelbar treffen wollten. Immer noch hatten sie sich einander nicht vorgestellt.

Jonas Bogner schätzte die Frau um die vierzig. Halblanges dunkles Haar, ungewöhnlich für ihre hellen blaugrünen Augen. Ein hübsches Gesicht, mit leicht asiatischem Einschlag. Er kam zuerst in die kleine Hotelbar, setzte sich an einen der wenigen Tische in der Ecke und wartete. Man kennt die Einstellung aus zahlreichen Filmen. Eine Person betritt den Raum. Der Wartende blickt kurz auf und sogleich wieder anderswohin. Er stutzte, Blick zurück, tatsächlich, sie war es.

Die Frau trug jetzt einen dunkelblauen, engen Rock, der ihr bis kurz über die Knie reichte. Dunkelblaue, taillierte Kostümjacke über einem schwarzen Shirt.

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