„ Lass uns nun Essen, Morgen ist ein anderer Tag zischte seine Mutter ärgerlich.
Rudi, Gustav und Walter saßen vor dem Radio als Hitler seine Rede hielt.
„ Seit fünfuhrfünfundvierzig wird zurück geschossen“ und da jubelten alle drei los. Hurra, es geht in den Krieg und sie lagen sich alle in den Armen. Auch ihre Kameraden jubelten wie verrückt. Die Drei liefen auf die Straße und dort lagen sich viele Menschen in den Armen. „Jetzt geht es los, wir werden es den Bolschewisten schon zeigen. Alle werden vor Deutschland zittern!“, schrien viele betrunkene Gestapoleute.
Willi wurde in die Kaserne gerufen und ahnte schon, was auf ihn zukommen würde. Auch sein Vater wurde einberufen, der aber war voller Stotz, als er sich auf den Wehrbereichskommando meldete.
Willi wollte das immer umgehen, aber sie brauchten viele Ärzte an der Front. Als er den Rang eines Oberstabsarztes bekam, fühlte auch er sich ein wenig bestätigt.
Der Tag des Abmarsches war gekommen und zu seiner großen Verwunderung sah er auch seine drei früheren Freunde wieder.
Auch Rudi sah ihn und er ging sofort auf ihn zu. „Hast du dir das gut überlegt? Wir werden die Welt verändern. Solche Nörgler wie dich brauchen wir da nicht!“, lachte er ihn an.
„ Pass auf deinen Arsch auf, wenn sie dir ihn weggeschlossen haben bin ich dafür da ihn wieder zusammen zu flicken“, grinste Willi zurück.
Gustav sah ihn an, als wäre er ein Feind. Nur Walter war etwas freundlicher, das war er aber auch früher schon.
„ Gut, dass wir wieder zusammen sind.“ Dann schlug er ihm auf die Schulter.
„ Walter, pass bloß auf dich auf. Ich will nicht, dass du einmal auf meinen Tisch landest.“
„ Wieso aufpassen?“, fragte Rudi, der es gehört hatte. „Es wird ein kurzer Krieg, ehe wir uns versehen sind wir wieder zu Hause.“
Willi schüttelte den Kopf: „Wenn du die ganze Welt erobern willst, bist du aber sehr lange unterwegs.“
„ Wir werden alle überrennen du wirst es miterleben!“, schrie ihn Rudi an.
„ Siehst du Rudi, deswegen haben sie mich zu euch geschickt. Ich soll Euch die Blasen behandeln, die ihr auf dem Marsch bekommt.“
Dann mussten sie einsteigen, der Zug blies zur Abfahrt und alle waren gespannt, was auf sie zukommen würde.
Das Lager in Polen war schmutzig und kalt, aber es sollte nur für ein paar Tage sein, dann sollten sie weiter verlegt werden.
Rudi saß auf den Feldbett und putzte seine Stiefel als Gustav zu ihm kam.
„ Wohin verlegen sie uns?“, fragte Gustav neugierig.
„ Ich weiß noch nicht, aber es heißt wir werden nach Jugoslawin verlegt. Dort soll es nicht so gemütlich sein wie hier.“, lachte Rudi.
Auf einmal rief Hauptmann Hille Rudi zu sich. Er grüßte mit Heil Hitler, als er eintrat und Hille hob nur leicht die Hand. „Kommen sie her Leutnant“, sagte er zu ihm.
„ Man hat zwei Soldaten getötet, ihr werdet eine Vergeltungsmaßnahme in diesem Dorf vornehmen. Jeder vierte Einwohner, wird auf den Dorfplatz erschossen und die Anderen müssen zusehen.“
Rudi war stolz diese Aufgabe auszuführen, er wusste es war ein großes Vertrauen, wenn er so ein Kommando bekam. Er hob die Hand zum Gruß in die Höhe, als er das Zimmer verließ.
Sie waren zwar Scharfschützen, aber für den Moment war seine Einheit extra für solche Säuberungen aufgestellt. Er trug inzwischen die Uniform der Waffen SS solange er nicht an die Front befohlen wurde. Sie waren sogar in den eigenen Reihen gefürchtet.
„ Walter!“, schrie Rudi.
„ Hier, Herr Leutnant!“, rief Walter zurück, denn in der Truppe wurde ein höherer Rang nicht mit den Namen angerufen.
„ Hier, her Leutnant!“, rief er nochmal.
„ Stell zwanzig Mann zusammen, wir werden eine Säuberung durchführen. Man hat zwei unserer Soldaten getötet.“
„ Jawohl, Herr Leutnant!“, und keine fünf Minuten später standen alle zwanzig Mann mit voller Bewaffnung bereit.
„ Aufsitzen!“, schrie Rudi. „Wir rücken ab.“
Als die Truppe in das Dorf einfuhr ahnten die Leute noch nicht, was gleich auf sie zukommen würde.
Rudi lies alle absitzen.
„ Holt die Schweine aus ihren Hütten!“, schrie er und es begann ein straff organisiertes raustreiben der Dorfbewohner. Jeder der sich sträubte wurde halb totgeschlagen, aber dreißig Minuten später waren alle auf dem Dorfplatz versammelt.
Es waren fast nur Alte und Kinder in diesem Dorf, das hielt aber Leutnant Rudi Schulze nicht davon ab, die Strafaktion durchzuführen.
„ Hier sind zwei unserer Soldaten ermordet worden. Wenn ihr die Mörder ausliefert, lassen wir euch gehen!“, schrie Rudi laut.
Es verging gut eine Viertelstunde, doch keiner meldete sich und da schlug Rudi zu. „Jeder vierte wird vor diese Hütte geführt!“, schrie er seine Leute an. „Wer sich weigert, wird erschossen.“
In kürzester Zeit hatten sie die Leute zusammen getrieben. Eine Frau wollte ihren Mann nicht loslassen und Walter konnte sie nicht abwehren.
Rudi sah es und ging voller Wut auf die Beiden zu. Er hatte seine Pistole in der Hand, die er ohne zu zögern auf den Kopf der Frau hielt. Ohne mit der Wimper zu zucken, drückte er ab. Walter bekam das Blut ins Gesicht gespritzt.
„ Jetzt stell den Hund in die Reihe, oder ich mach dir Beine!“, schrie ihn Rudi an. „Lasst die Dorfbewohner eine Grube ausheben!“, befahl er einem seiner Soldaten. Keine Stunde später hatten sie eine riesige Grube ausgehoben.
Rudi ließ die Auserwählten vor die Grube führen und acht Mann seiner Truppe, die alle MPIs hatten, stellte er gegenüber auf. Auch Walter und Gustav waren dabei.
„ Ich frage euch ein letztes Mal, wer hat unsere Soldaten ermordet?“ Als nach zwei Minuten sich immer noch keiner meldete, hob er die Hand.
Das Trommelfeuer zerriss die Stille die über dem Dorf lag und die meisten fielen tot in die Grube.
Rudi ging ganz ruhig zu zwei Leuten die noch lebten, ohne zu zögern erschoss er sie mit seiner Pistole. Dann trat er gegen sie und auch die Beiden stürzten in die Grube.
„ Sie sollen ihre Toten selbst begraben.“, und keine Stunde später war die Grube zugeschüttet. „Wir rücken ab!“, schrie Rudi seine Leute an.
Gustav liess aufsitzen und dann fuhren sie einfach davon.
Es dauerte nicht lange und die Strafaktion sprach sich in der Truppe herum.
Als Willi in dem eingerichteten Offizierszelt saß und seinen Kaffee trank, kamen Rudi und die Beiden anderen herein.
Wie ein Pfau lief er auf Willi zu. Er glaubte ein großes Werk getan zu haben.
„ Ist hier noch frei?“, fragte er voller Stolz. Willi nickte kurz, sah aber wieder in seine Berichte die er vor sich liegen hatte.
In dieses Zelt durften nur Offiziere rein, noch konnten sie sich diesen Luxus leisten.
„ Wie geht es unseren Quacksalber?“, fragte Rudi grinsend.
„ Sehr gut, dir aber muss es doch dreckig gehen.“, sagte er etwas abwesend.
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