Winfried Wolf - Der andere Mann
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Bevor sich Prager einige Notizen dazu machen konnte, unterbrach die Stimme seiner Frau seinen Gedankenflug. Kommst du mit zum Einkaufen, wir könnten anschließend noch mal in den Biergarten gehen. Ja, ich komme, ich brauch‘ aber noch 10 Minuten. Ist gut, hörte er von unten, ich bin auch noch nicht fertig. Lust zum Einkaufen hatte er keine, aber es war ein Zugeständnis an seine Frau und das gemeinsame Einkaufen am Wochenende gehörte seit jeher zur vereinbarten Schnittmenge gemeinsamer Aktivitäten.
Hast du meine helle Sommerhose gesehen, ich kann sie nirgends finden. Es war nicht das erste Mal, dass er die Übersicht in Kleidungsfragen verloren hatte. Egal, dann zieh‘ ich eine Jeans an, das Hemd kann ich ja anlassen. Bevor sie ins Auto stiegen, warf Hannah ihrem Mann einen kritischen Blick zu: Wie siehst du denn aus, warum hast du denn nicht deine helle Sommerhose angezogen? Ich weiß nicht, wo die ist, komm, lass uns jetzt fahren. Typisch Mann, hat hundert Hosen und zieht immer die unpassendste an. Hauptsache ist doch, dass es bei dir stimmt, dachte er, sagte aber: Liebste Gattin, im Lichte deiner Schönheit zu wandeln, macht selbst aus einem Bettler noch einen Edelmann. Das hörte sich zwar übertrieben an, entsprach jedoch seiner Sicht der Dinge. Er war stolz auf seine Frau, für sie hatte er vor Jahren schon die Kennzeichnung unauffällig hübsch gefunden und wenngleich er selbst die Öffentlichkeit eher scheute, sah er es doch gern, wenn andere ihn um diese Frau an seiner Seite beneideten. Als er sie kennenlernte, war sie 28 und er 35. Im Mai feierte sie ihren 46. Geburtstag und für ihn war sie immer noch die Frau, in die er sich noch heute auf der Stelle verlieben könnte.
In dieser Nacht schliefen sie wieder einmal im selben Bett. Mitten in der Nacht wachte er auf, kein Albtraum hatte sein Hirn in Aufruhr gesetzt und auch die Blase drängte nicht auf Entleerung. Er öffnete lediglich die Augen und dachte, da ist jemand in der Wohnung. Er nahm sachte Hannahs Arm von seiner Decke, setzte sich im Bett auf und lauschte. Die Stille war bis auf das regelmäßige Atmen seiner Frau vollkommen. Wer immer der Eindringling war, er bewegte sich nicht von der Stelle. Prager beugte sich nach vorn und tippte auf seine Apple-Watch. Die Leuchtziffern zeigten auf halb vier. Wie die meisten normalen Menschen war Herr Prager ebenso mutig wie feige, aber er war auch keiner, der sich gleich in die Hose machte, wenn um Mitternacht die Kellertür knarrte. Vorsichtig glitt er aus dem Bett, zog in Ermangelung einer schlagkräftigen Waffe seinen Gürtel vom Hosenbund und schlich unter Wahrung äußerster Vorsicht bis an die Schlafzimmertür, öffnete sie geräuschlos und spähte in den Flur. Das Gefühl einer unsichtbaren Präsenz, das ihn geweckt hatte, wurde ein wenig stärker. Er zog die Tür hinter sich zu, knipste das Flurlicht an und drang weiter vor. Klopfenden Herzens betrat er das Badezimmer, das Wohnzimmer und danach den Arbeitsraum seiner Frau. Überall machte er das Licht an. Niemand war zu sehen. Er kehrte in den Flur zurück und ging vorsichtig die Treppe hinunter ins Erdgeschoß. Es war nicht zu vermeiden, dass die alten Eichendielen ein wenig knarrten und Prager hatte das Gefühl, dass sich die unsichtbare Präsenz mit jedem Schritt verdichtete, es war ihm als hätte die Atmosphäre aufgrund einer verborgenen Strahlung zu vibrieren begonnen. In der Diele war niemand, auch nicht im angrenzenden ehemaligen Wohnzimmer seiner Schwiegermutter. Stramm und unerschrocken standen die hohen Schränke aus dunkler Eiche da, die gerahmten Drucke an der Wand hingen unverrückt an ihren angestammten Plätzen, der Ohrensessel stand dort, wo er immer stand und das plüschige Ecksofa barg keinen unwillkommenen Besucher.
Niemand da, murmelte Prager mit leiser Stimme. Die Präsenz löste sich auf, als er wieder das Licht löschte und einen Moment im Dunkeln stehen blieb und lauschte. Er stieg wieder die Treppe hinauf und ging so leise er konnte zurück ins Schlafzimmer. Als er wieder im Bett neben seiner Frau lag, fiel ihm ein, dass er keinen Blick in die Einliegerwohnung geworfen hatte, aber das komische Gefühl war jetzt verflogen und seine Unruhe hatte sich gelegt. Er dachte an das Gespräch mit den Studenten und schlief schnell ein.
5. Kapitel: Eine ganz normale Observation
Als er die Plastiktüte auspackte, fühlte er sich an seine Ausbildungszeit in Luckenwalde erinnert. Ein Leben lang spielen wir Theater, dachte er, und jetzt mache ich mich fertig für den letzten Akt. Er legte alles nebeneinander auf den Esstisch: den falschen Bart, die Klebemittel, den Peilsender. Er dachte an die kleine Mia, die hatte sich bei einer Faschingsveranstaltung der Abteilung mal einen falschen Bart auf die Oberlippe geklebt. Das ist jetzt eine Probe, hatte sie gesagt und ihn heftig geküsst, so heftig, dass ihr dann der Klebestreifen von der Oberlippe hing.
Gute Arbeit, hatte Genosse Zink die Attacke kommentiert, das nächste Mal bitte ich aber darum, Mann und Frau nicht zu verwechseln. Mit der Mia habe ich nicht lange etwas gehabt, der Dienst hat uns auseinander gebracht, was wohl aus ihr geworden ist? Er erinnerte sich an den Spruch eines Übungsleiters, den Namen hatte er vergessen. Denken Sie immer daran, Genosse: Die beste Versicherung gegen das drohende Chaos ist, alles ordentlich zu erledigen . Ja, das wollte er jetzt auch tun. Er hatte sich bei einem Kostümversand eine Bartkombination mit Kinnbart und Oberlippenbart aus Echthaar in einem grauen Farbton bestellt, die Packung enthielt auch einen Mastix Hautkleber. Er stellte sich vor den Badezimmerspiegel und versuchte, die dünne Folie, auf der die Haare eingearbeitet waren, auf seinem Gesicht zu befestigen. Er musste sie exakt an die natürlichen Koteletten und die Kiefer-, Ohren- und Lippenkonturen anpassen. Vor allem bei Letzteren musste er sorgfältig vorgehen, wer weiß, vielleicht wird er die Lippen zum Sprechen bewegen müssen. Er verzog das Gesicht zu einem Grinsen, der Bart hielt. Er betrachtete sich längere Zeit im Spiegel. Darauf waren sie einmal trainiert worden, ein anderer zu werden. Man musste sich im Spiegel betrachten können und sagen: Das bin jetzt ich.
Er fuhr sich noch einmal über den falschen Bart, vergewisserte sich, dass alles am rechten Fleck war und löste dann vorsichtig die Klebestreifen von der Gesichtshaut. Allzu oft würde er das nicht machen können, aber zwei, drei Mal wird das Zeug schon halten.
Er kehrte zum Esstisch zurück und verstaute alles wieder in der Plastiktüte, die Bedienungsanleitung des Peilsenders würde er sich später genauer ansehen, vielleicht brauche ich ihn ja gar nicht, dachte er. Mit den Dingern musste man vorsichtig sein. Im Film sieht das ja immer toll aus. Der Detektiv braucht nur auf sein Handy zu schauen und schon weiß er, wo sich seine Zielperson aufhält. Er hatte sich einen Peilsender für Katzen und Hunde schicken lassen, das war weniger auffällig und sollte angeblich genauso funktionieren, wie ein GPS-Tracking für Menschen, nur mit dem Unterschied, das Letzteres verboten war und was verboten ist, wird überwacht, sagte er halblaut vor sich hin. Es hatte ihn amüsiert zu lesen, wie die Firma das Problem beschrieb: Es ist ein Horror eines jeden Halters einer Freigänger-Katze: Die Mieze kommt tagelang nicht nach Hause und man weiß nicht wo sie sich aufhält. Oder sie verschwindet sogar komplett - ist ihr etwas passiert? Wurde sie von jemandem mitgenommen? Wurde sie irgendwo eingeschlossen? Ja, diese Sorgen können einem ziemlich nahe gehen und so manche Stunde Schlaf kosten. Nicht wahr, Herr Prager? Wüssten Sie nicht manchmal auch gern, wohin sich Ihre Mieze begeben hat?
Er hatte sich eine Woche frei genommen, er musste ohnehin schauen, wie er vor seiner Verabschiedung noch seinen Resturlaub einigermaßen vernünftig unterbringen konnte. Eine Woche würde für die Observierung genügen. Schon am ersten Tag hatte er herausgefunden, dass beide Zielpersonen einem Beruf nachgingen.
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